Online-OFB “Kulmbach” am 17.09.2022 aktualisiert

Plassenberg
Plassenberg; gemeinfrei

Das Online-OFB “Kulm­bach” wur­de am 17. Sep­tem­ber 2022 aktua­li­siert. Der­zeit sind 13.210 Per­so­nen vor­han­den, die in 6.452 Fami­li­en geglie­dert sind. 802 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 06.09.2022 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Kulmbach
Lage von Kulmbach

Kulm­bach (PLZ Maków) ist eine Gro­ße Kreis­stadt im ober­frän­ki­schen Land­kreis Kulm­bach und der Sitz des Land­rats­am­tes. Sie liegt am Main, etwa 20 km nörd­lich von Bay­reuth.

Die Stadt ist bekannt wegen der dort ansäs­si­gen Braue­rei, des Cam­pus Kulm­bach, der 7. Fakul­tät der Uni­ver­si­tät Bay­reuth, die Teil der Baye­ri­schen High-Tech Agen­da ist, der Plas­sen­burg mit unter ande­rem dem Deut­schen Zinn­fi­gu­ren­mu­se­um, der größ­ten Zinn­fi­gu­ren­samm­lung der Welt, und wegen der in Kulm­bach pro­du­zier­ten Brat­wurst.

Kulm­bach liegt in der Mit­te des baye­ri­schen Regie­rungs­be­zir­kes Ober­fran­ken, etwa 20 km nord­west­lich von Bay­reuthHofBam­berg und Coburg lie­gen unge­fähr gleich weit weg. Am west­li­chen Stadt­rand ent­steht aus den bei­den Quell­flüs­sen, dem Roten und dem Wei­ßen Main, der Main.

Es gibt 76 Gemein­de­tei­le (in Klam­mern ist der Sied­lungs­typ ange­ge­ben; sieh auch: Sys­te­ma­ti­sche Glie­de­rung der Gemein­de­tei­le von Kulm­bach):

Screenshot des Online-OFB "Kulmbach" (Stand: 17.09.2022)
Screen­shot des Online-OFB „Kulm­bach“ (Stand: 17.09.2022)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Stadt Kulmbach
Wap­pen der Stadt Kulm­bach; gemeinfrei

Erste Besiedlung und Grafen von Schweinfurt

Aus der Zeit um 900 n. Chr. ist eine Klein­sied­lung im heu­ti­gen Stadt­teil Spie­gel bekannt, die aus einem Forst­hof und einem bewehr­ten Fron­hof zum Schutz des Main­über­gangs am Grün­wehr bestand. Das Gebiet ging spä­ter an die Gra­fen von Schwein­furt über, die sich in der Herr­schafts­aus­übung meist von den Wal­po­ten ver­tre­ten ließen.

Zum ers­ten Mal wur­de der Name Kulm­bach als kul­ma in einer Schen­kungs­ur­kun­de in der Alkuin­bi­bel zwi­schen 1028 und 1040 erwähnt. Der Name stammt von einem Bach, der vom Berg her­un­ter­kommt (Cul­min-aha, Culm­na). Die­ser Bach wur­de spä­ter aus einem Miss­ver­ständ­nis her­aus in Koh­len­bach umbenannt.

Grafen von Dießen-Andechs

Als die Schwein­fur­ter Gra­fen im Man­nes­stam­me aus­star­ben, kam Kulm­bach durch die Hei­rat der Erb­toch­ter Gise­la mit Graf Arnold von Die­ßen an das Geschlecht der Die­ßen-Andech­ser.

Die Gra­fen erwar­ben wei­te­re Gebie­te rund um Kulm­bach, erbau­ten im ers­ten Drit­tel des zwölf­ten Jahr­hun­derts die ers­te Ves­te Plas­sen­burg und grün­de­ten in der heu­ti­gen Obe­ren Stadt eine Markt­sied­lung und eine Kir­che. Die Andech­ser erhiel­ten im Jah­re 1180 von Kai­ser Bar­ba­ros­sa die Reichs­fürs­ten­wür­de und den Her­zogs­ti­tel von Mera­ni­en nach dem Ort Mara­no zwi­schen Vene­dig und Tri­est (heu­te Mara­no Lagu­na­re). Um 1231 erhielt Kulm­bach Stadt­rech­te. Anstel­le der alten Plas­sen­burg, über deren Stand­ort man sich nicht sicher ist, erbau­ten die Her­zö­ge auf einem Berg­sporn ober­halb Kulm­bachs eine neue Burg. Mit dem letz­ten Her­zog von Mera­ni­en, Otto II., der 1248 kin­der­los starb, ende­te die Herr­schaft der Mera­ni­er.

Orlamünder und Hohenzollern (bis 1553)

Nach jah­re­lan­gen Erb­strei­tig­kei­ten fiel die Herr­schaft Plas­sen­burg und damit Kulm­bach 1260 an das thü­rin­gi­sche Gra­fen­ge­schlecht Orla­mün­de. Die Orla­mün­der voll­ende­ten die neue Plas­sen­burg und grün­de­ten das Klos­ter Him­mel­kron. Schließ­lich ver­pfän­de­ten sie Burg und Stadt. 1340 über­nah­men nach dem Tode des letz­ten Orla­mün­de auf Grund eines Ver­tra­ges die Burg­gra­fen von Nürn­berg aus dem Geschlecht der Hohen­zol­lern Kulm­bach und die Plassenburg.

Bis ins 17. Jahr­hun­dert wur­de die Plas­sen­burg Resi­denz des Burg­gra­fen­am­tes, spä­ter des hohen­zol­lern­schen Fürs­ten­tums Kulm­bach (auch: Bran­den­burg-Kulm­bach, bzw. nach 1604 Bran­den­burg-Bay­reuth). Durch die güns­ti­ge Lage an den Alt- und Geleit­stra­ßen nach Bam­bergNürn­bergEgerHof und Leip­zig blüh­te der Han­del in der Stadt – es bil­de­ten sich Zünf­te der Tuch­ma­cher, Barch­ent­we­ber, Fär­ber und Sei­den­sti­cker. Im Jah­re 1398 leb­ten in Kulm­bach 1500 bis 2000 Ein­woh­ner, dies lässt sich aus einem burg­gräf­li­chen Bestands­ver­zeich­nis über Grund­stü­cke, Häu­ser und Steu­ern ent­neh­men. Die Stadt wur­de regiert von einem herr­schaft­li­chen Vogt, dem Bür­ger­meis­ter und einem Rat ange­se­he­ner Bürger.

Durch die Über­tra­gung des Fürs­ten­pri­vi­legs 1363, der Kur­wür­de und des Besit­zes der Mark Bran­den­burg 1415 nann­ten sich danach alle frän­ki­schen Hohen­zol­lern Mark­gra­fen von Bran­den­burg-Kulm­bach. Von 1411 bis 1529 stan­den Kulm­ba­cher als Kanz­ler an der Spit­ze der Ver­wal­tung der Mark Bran­den­burg (Fried­rich Ses­sel­mann, Sigis­mund Zeh­rer und Sebas­ti­an Stublinger).

Am 31. Janu­ar 1430 brand­schatz­ten die Hus­si­ten die Stadt.

Im Zuge des Wie­der­auf­baus der weit­ge­hend zer­stör­ten Stadt wur­de auch die Petri­kir­che in spät­go­ti­schem Stil wie­der­errich­tet, in der unter Mark­graf Georg dem From­men 1528 der ers­te evan­ge­li­sche Got­tes­dienst gefei­ert wurde.

In Kulm­bach bestand vor 1573 ein mit­tel­al­ter­li­ches Lepro­so­ri­um; spä­ter exis­tier­te davon noch die Niko­laus-Kapel­le, die 1666 ver­grö­ßert wurde.

Der Konraditag

Mark­graf Albrecht Alci­bia­des woll­te ganz Fran­ken unter sei­ne Herr­schaft brin­gen und ein frän­ki­sches Her­zog­tum grün­den. Damit zog er sich die Geg­ner­schaft der Bis­tü­mer Bam­berg und Würz­burg zu, die sich mit der Frei­en Reichs­stadt Nürn­berg ver­bün­de­ten. Im Bun­des­stän­di­schen Krieg, auch (2.) Mark­gräf­ler­krieg genannt, nahm die­se Alli­anz am Konra­di­tag (benannt nach dem hei­li­gen Kon­rad von Kon­stanz), dem 26. Novem­ber 1553, Kulm­bach ein und plün­der­te die Stadt (→ Bela­ge­rung von Kulm­bach und der Plas­sen­burg). Am 21. Okto­ber 1554 wur­de auch die Plas­sen­burg, deren Besat­zung den Fein­den bis dahin stand­ge­hal­ten hat­te, in Brand gesteckt und zer­stört. Die Schlacht ist im Deut­schen Zinn­fi­gu­ren­mu­se­um in Kulm­bach nachgestellt.

Hohenzollern (nach 1553) und Preußen

Ab 1557 wur­de die Stadt unter dem neu­en Mark­gra­fen Georg Fried­rich wie­der auf­ge­baut, 1559 begann auch der Wie­der­auf­bau der Plas­sen­burg zu einem der bedeu­tends­ten Renais­sance­bau­wer­ke in Deutsch­land. Aller­dings ver­leg­te der Nach­fol­ger Georg Fried­richs, Mark­graf Chris­ti­an, den Sitz der Resi­denz 1604 in das benach­bar­te Bay­reuth, da die Plas­sen­burg nicht mehr den Vor­stel­lun­gen des höfi­schen Abso­lu­tis­mus genüg­te, führ­te den Auf­bau der Fes­tung jedoch auch zu Ende. Die Resi­denz wur­de spä­ter aller­dings mehr­mals nach Kulm­bach zurück­ver­legt, ein­mal 1605 wegen eines Stadt­bran­des in Bay­reuth und dann im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg aus Sicher­heits­grün­den. Auch Kulm­bach wur­de als pro­tes­tan­ti­sche Stadt von den kai­ser­li­chen Trup­pen gebrand­schatzt, die Plas­sen­burg erwies sich jedoch als uneinnehmbar.

Nach­dem die Resi­denz 1642 end­gül­tig nach Bay­reuth ver­legt wor­den war, ver­lor Kulm­bach sei­ne poli­ti­sche Bedeu­tung. Somit las­sen sich über die fol­gen­den Jah­re kei­ne bedeu­ten­den Fak­ten fin­den. Als Mark­graf Carl Fried­rich Alex­an­der das Mark­graf­tum Bran­den­burg-Bay­reuth wegen sei­ner Gelieb­ten Lady Eliza­beth Cra­ven an sei­nen Vet­ter, den König von Preu­ßen ver­kauf­te, wur­de am 16. Janu­ar 1791 auch Kulm­bach preu­ßisch. Die Plas­sen­burg nutz­te man in den fol­gen­den Jah­ren als Lager für fran­zö­si­sche Kriegsgefangene.

Franzosen und Bayern (1806 – 1933)

Da die Plas­sen­burg ein stra­te­gi­sches Hin­der­nis für die im Jah­re 1806 in den Krieg gegen Preu­ßen zie­hen­den fran­zö­si­schen und baye­ri­schen Trup­pen dar­stell­te, wur­de die Stadt Kulm­bach im Okto­ber und Novem­ber 1806 besetzt. Nach der Kapi­tu­la­ti­on ihrer preu­ßi­schen Besat­zung wur­den die Wehr­mau­ern der Plas­sen­burg geschleift, um sie als Fes­tung mili­tä­risch wert­los zu machen. Schließ­lich wur­de Kulm­bach im Jahr 1810 Bay­ern zugesprochen.

Im Jah­re 1846 bekam die Stadt einen Anschluss an die König-Lud­wig-Süd-Nord-Bahn. Das hat­te ein enor­mes Wirt­schafts­wachs­tum zur Fol­ge, weil damit der Export von Gütern ent­schie­den erleich­tert wur­de. 1863 wur­de mit der „Mecha­ni­schen Baum­wol­len­spin­ne­rei Kulm­bach“ der ers­te gro­ße Indus­trie­be­trieb in Form einer Akti­en­ge­sell­schaft in Kulm­bach gegrün­det. Das Unter­neh­men fir­mier­te ab 1870 als Kulm­ba­cher Spin­ne­rei. Die Anzahl von Braue­rei­en wuchs auf 26 bis zum Jahr 1882.

1890 wur­de Kulm­bach kreis­freie Stadt.

Zeit des Nationalsozialismus

Gegen Ende der 1920er Jah­re gewann die NSDAP deut­lich an Ein­fluss, Kulm­bach wur­de eine der mit­glie­der­stärks­ten Hoch­bur­gen in Bay­ern. In Kulm­bach über­nahm die Par­tei 1933 die Macht, auf der Plas­sen­burg wur­de die Reichs­schu­le der deut­schen Tech­nik ein­ge­rich­tet. Dafür bekam Kulm­bach einen Auto­bahn­an­schluss, der Beginn der heu­ti­gen Bun­des­au­to­bahn 70.

Am 25. April 1942 wur­den die zwei letz­ten ver­blie­be­nen jüdi­schen Fami­li­en nach Ost­eu­ro­pa in deutsch Ver­nich­tungs­la­ger depor­tiert, damit war Kulm­bach „juden­rein“. Anfang 1945 wur­de Kulm­bach kampf­los von den ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen eingenommen.

Nach 1945

Bei der Kreis­ge­biets­re­form wur­den am 1. Juli 1972 die Land­krei­se Kulm­bach und Stadt­stein­ach zusam­men­ge­legt. Kulm­bach wur­de zum Sitz des Land­krei­ses bestimmt.

Eingemeindungen

Am 1. Janu­ar 1902 wur­de die Gemein­de Blaich ein­ge­glie­dert. Am 1. April 1946 kamen Kau­ern­burgMan­gers­reuth und Metz­dorf hin­zu. Am 1. Juli 1972 folg­te im Zuge der Gebiets­re­form in Bay­ern die Gemein­de Burg­haigHöferän­ger, das bis 1955 Unter­dorn­lach hieß, kam am 1. Janu­ar 1974 hin­zu. Kirch­leusLehen­thalLösau und Ober­dorn­lach folg­ten am 1. Janu­ar 1976. Kat­schen­reuthLeuchau (ohne das am 1. Janu­ar 1972 ein­ge­glie­der­te Lan­gen­stadt) und Mel­ken­dorf schlos­sen am 1. Juli 1976 die Rei­he der Ein­ge­mein­dun­gen ab.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Plas­sen­burg; gemeinfrei

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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