Online-OFB „Kaseburg“ am 18.09.2022 aktualisiert

Dorfkirche, 15. und 16. Jh., 1825–1826 umgebaut, bis 1945 evangelisch
Dorfkirche, 15. und 16. Jh., 1825–1826 umgebaut, bis 1945 evangelisch

Das Online-OFB „Kase­burg“ wur­de am 18. Sep­tem­ber 2022 aktua­li­siert. Der­zeit sind 3.920 Per­so­nen vor­han­den, die in 1.533 Fami­li­en geglie­dert sind. 277 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 13.08.2022 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Kaseburg
Lage von Kaseburg

Kar­si­bór (deutsch: Kase­burg, auch: Case­burg auf Use­dom) ist ein Teil der Stadt­ge­mein­de Świn­ou­jście (Swi­ne­mün­de) in der pol­ni­schen Woi­wod­schaft Westpommern.

Die Ort­schaft liegt auf der Insel Kase­burg am Stet­ti­ner Haff, die bis ins 19. Jahr­hun­dert ein Teil der Insel Use­dom gewe­sen war. Die Ent­fer­nung zum Stadt­zen­trum von Swi­ne­mün­de im Nord­wes­ten beträgt etwa acht Kilo­me­ter, nach Stet­tin im Süden etwa 50 Kilometer.

Screenshot des Online-OFB "Kaseburg" (Stand: 18.09.2022)
Screen­shot des Online-OFB „Kase­burg“ (Stand: 18.09.2022)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

In der Nähe des Ortes wur­de eine Mün­ze aus dem Jahr 718 gefun­den, die als das ältes­te datier­ba­re Fund­stück auf der Insel Use­dom gilt. Der Ort wur­de erst­mals 1242 urkund­lich erwähnt, als das Klos­ter Dar­gun hier und im benach­bar­ten Garz Besitz­rech­te erwarb. Das Klos­ter rich­te­te in Kase­burg eine Vog­tei ein. Neben Kase­burg gehör­ten die Orte Woit­zigFau­len­see und Swi­ne dazu. Nach Ein­füh­rung der Refor­ma­ti­on 1534 in Pom­mern und der nach­fol­gen­den Säku­la­ri­sa­ti­on wur­de die Kase­bur­ger Hof­meis­te­rei dem her­zog­li­chen Amt in Wol­gast unter­stellt. Auch kirch­lich gehör­te Kase­burg bis 1720 zur Syn­ode Wolgast.

Nach der Lan­dung des schwe­di­schen Hee­res wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges 1630 bei Pee­ne­mün­de soll König Gus­tav II. Adolf von Schwe­den in der Zeit vom 14. bis zum 19. Juli im Kase­bur­ger Pfarr­haus sei­ne Unter­kunft bezo­gen haben. Als die Insel Use­dom nach dem West­fä­li­schen Frie­den 1648 zu Schwe­disch-Pom­mern kam, gelang­te das Gut Kase­burg an Johan Axels­son Oxen­s­tier­na. Die Schwe­den lie­ßen in der Mit­te des 17. Jahr­hun­derts bei Kase­burg eine Schiffs­werft errich­ten, die ihr Holz aus der Kase­bur­ger Hei­de bezog. Die Werft ging nach dem Abhol­zen des Baum­be­stands wie­der ein.

In der Dorf­kir­che von Kase­burg wur­de 1653 der schwe­di­sche See­held Admi­ral Lars Math­son Struß­hielm bei­gesetzt, Befehls­ha­ber der in der Swi­ne sta­tio­nier­ten Flot­ten­ab­tei­lung, der sich für eini­ge Jah­re in Kase­burg nie­der­ge­las­sen und für die Dorf­kir­che zwei Kir­chen­glo­cken, die Turm­uhr und ein Tauf­be­cken gestif­tet hat­te. Eine noch wert­vol­le­re Stif­tung erhielt die evan­ge­li­sche Gemein­de von dem in Kase­burg gebo­re­nen, 1798 ver­stor­be­nen Schiffs­ka­pi­tän David Krö­ning und des­sen Ehe­frau, die der Dorf­kir­che ihr gesam­tes Ver­mö­gen ver­erb­ten, jedoch mit der Auf­la­ge, dass ein Teil des­sel­ben als eiser­ner Bestand ver­blei­ben und aus den Zin­sen all­jähr­lich bedürf­ti­ge Kase­bur­ger Ein­woh­ner unter­stützt wer­den sol­len. Als mit der rest­li­chen Geld­an­la­ge bis 1825 ein Betrag in Höhe von 3250 Tha­lern ange­spart wor­den war, wur­de damit im sel­ben Jahr ein mas­si­ver Neu­bau der Kir­che und ihres Turms finanziert.

Mit dem Bau der Kai­ser­fahrt wur­de der öst­li­che Teil der Insel Use­dom mit Kase­burg abge­trennt und zu einer eige­nen Insel. Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de unmit­tel­bar an der Kai­ser­fahrt ein Hafen für U- und Schnell­boo­te erbaut. Hier war 1944 die 4. Schu­lungs­flot­te der Kriegs­ma­ri­ne sta­tio­niert. Zu sehen sind noch heu­te die Res­te der Ent­ma­gne­ti­sie­rungs­an­la­ge.

Nach Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wur­de Kase­burg zusam­men mit Hin­ter­pom­mern von der Sowjet­uni­on gemäß dem Pots­da­mer Abkom­men der Ver­wal­tung der Volks­re­pu­blik Polen unter­stellt. Anschlie­ßend begann die Zuwan­de­rung aus­län­di­scher Migran­ten, vor­nehm­lich Polen aus Gegen­den öst­lich der Cur­zon-Linie sowie aus Zen­tral­po­len. Der Ort und die Insel wur­den in Kar­si­bór umbe­nannt, was der Bezeich­nung Cari­sub­our aus der Erst­erwäh­nung nahe­kommt, wel­che Schö­ner Wald bedeu­ten soll. Die ein­hei­mi­sche (deut­sche) Bevöl­ke­rung wur­de in der Fol­ge­zeit von der ört­li­chen pol­ni­schen Ver­wal­tungs­be­hör­de ver­trie­ben.

Im Jahr 1966 wur­de die ein­spu­rig befahr­ba­re Pia­s­tow­ski-Brü­cke über die Sta­ra Świ­na (Alte Swi­ne) fer­tig­ge­stellt, die den Ort mit der Insel Wol­lin ver­bin­det. Die Brü­cke wur­de zwi­schen 2011 und 2012 zwei­spu­rig neu auf­ge­baut, die alte Brü­cke 2013 abge­ris­sen. Von Świn­ou­jście (Swi­ne­mün­de) wur­de eine Bus­li­nie eingerichtet.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Dorf­kir­che, 15. und 16. Jh., 1825 – 1826 umge­baut, bis 1945 evan­ge­lisch; gemein­frei

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.