Online-OFB „Groß Peterwitz“ am 17.09.2022 aktualisiert

Ortsbild mit Kirche
Ortsbild mit Kirche

Das Online-OFB „Groß Peter­witz“ wur­de am 17. Sep­tem­ber 2022 aktua­li­siert. Der­zeit sind 32.631 Per­so­nen vor­han­den, die in 10.636 Fami­li­en geglie­dert sind. 34 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 08.09.2022 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Groß Peterwitz
Lage von Groß Peterwitz

Groß Peter­witz (pol­nisch: Pie­tro­wice Wie­l­kie) ist eine Ort­schaft in Ober­schle­si­en. Admi­nis­tra­tiv liegt sie in der Gemein­de Pie­tro­wice Wie­l­kie (Groß Peter­witz) im Powi­at Raci­bor­ski (Land­kreis Rati­bor) in der Woi­wod­schaft Schle­si­en. Sie ist Sitz der Gemein­de und zählt rund 2.400 Einwohner.

Groß Peter­witz liegt rund neun Kilo­me­ter west­lich der Kreis­stadt Raci­bórz (Rati­bor), 68 Kilo­me­ter west­lich von der Woi­wod­schafts­haupt­stadt Kat­to­witz und etwa 65 km süd­öst­lich von Opo­le an der Zinna im his­to­ri­schen Ober­schle­si­en. Die süd­west­li­che Gemein­de­gren­ze stellt gleich­zei­tig die pol­nisch-tsche­chi­sche Staats­gren­ze dar.

Screenshot des Online-OFB "Groß Peterwitz" (Stand: 17.09.2022)
Screen­shot des Online-OFB „Groß Peter­witz“ (Stand: 17.09.2022)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen von Gemeinde Groß Peterwitz
Wap­pen von Gemein­de Groß Peterwitz

Das Dorf Groß Peter­witz wur­de im 13. Jahr­hun­dert als Anger­dorf in der deutsch­recht­li­chen Kolo­ni­sa­ti­on ange­legt. 1273 wur­de der Ort erst­mals urkund­lich erwähnt und gehör­te damals mit der Umge­bung von Kat­scher als Schen­kung des böh­mi­schen Königs Otto­kar II. dem Bis­tum Olmütz, des­sen Bischof Bru­no von Schau­en­burg eine seit 1281 nach­ge­wie­se­ne Paro­chie Groß Peter­witz grün­de­te. Die Olmüt­zer Bischö­fe wur­den 1557 von der Adels­fa­mi­lie von Gaschin als Grund­her­ren abge­löst, die bis 1877 das Rit­ter­gut Groß Peter­witz besa­ßen. Kirch­lich blieb Groß Peter­witz dage­gen bis 1945 dem Bis­tum Olmütz zuge­ord­net und auch sprach­lich, die Ein­woh­ner spra­chen Deutsch, Mäh­risch und Pol­nisch-Schle­sisch, blie­ben die Ver­bin­dun­gen des ober­schle­si­schen Dor­fes zu Mäh­ren erhalten.

1742 wur­de Groß Peter­witz preu­ßisch und 1818 wur­de es dem Land­kreis Rati­bor im Regie­rungs­be­zirk Oppeln zuge­ord­net. Der Ort wur­de 1784 im Buch Beytra­ge zur Beschrei­bung von Schle­si­en als Groß Peterwi(t)z erwähnt, bestand aus zwei Tei­len mit den Bei­na­men Mäh­risch und Schle­sisch, bei­de gehör­ten einem Gra­fen von Schrat­ten­bach und lagen im Kreis Leob­schütz. Damals hat­te der Teil mit dem Bei­na­men Mäh­risch 638 Bewoh­ner, ein Vor­werk, eine Kir­che, eine Schu­le, ein Hos­pi­tal, 42 Bau­ern, 15 Gärt­ner und 58 Häus­ler. Die Ein­woh­ner waren katho­lisch, deutsch- und pol­nisch­spra­chig. Der Teil mit dem Bei­na­men Schle­sisch 282 Ein­woh­ner, 21 Bau­ern, acht Gärt­ner und 24 Häus­ler. Die Ein­woh­ner waren katho­lisch und pol­nisch­spra­chig. Im Jahr 1798 waren 188 Ein­woh­ner pol­nisch-schle­si­scher Mund­art und 43 waren Mäh­rer. 1855 erhielt Groß Peter­witz, dass bis auf eine Flachs­fa­brik kei­ne gro­ße Indus­trie auf­zu­wei­sen hat­te, mit der staat­li­chen Neben­bahn­stre­cke Rati­bor – Leob­schütz Anschluss an das Eisen­bahn­netz. 1865 bestand Groß Peter­witz aus einem Rit­ter­gut und einer Gemein­de. Das Rit­ter­gut besaß eine Flachs­rös­te, eine Flachs­brech- und Schwin­ge­an­stalt mit Dampf­ma­schi­ne und Tabaks­bau. Der Ort hat­te zu die­sem Zeit­punkt 58 Bau­ern­hö­fe, 18 Gärt­ner­stel­len und 163 Häus­ler­stel­len, sowie einen Bau­ern­hof, eine Was­ser­müh­le, eine Bren­ne­rei, eine Pfarr­kir­che und eine drei­klas­si­ge Schu­le. 1896 nahm die Klein­bahn Groß Peter­witz – Kat­scher ihren Betrieb auf. Im Jahr 1910 spra­chen 61 % der Bewoh­ner die Lachi­sche Spra­che und 18 % waren des pol­nisch-schle­si­sches Dialekts.

An der Pari­ser Frie­dens­kon­fe­renz 1919 bean­spruch­te die Tsche­cho­slo­wa­kei das Gebiet, wegen der mäh­ri­schen Bevöl­ke­rung, aber das Dorf wur­de nicht Teil des Hult­schi­ner Länd­chens.

Bei der Volks­ab­stim­mung in Ober­schle­si­en am 20. März 1921 stimm­ten vor Ort 1772 Wahl­be­rech­tig­te für einen Ver­bleib Ober­schle­si­ens bei Deutsch­land und 55 für eine Zuge­hö­rig­keit zu Polen. Groß Peter­witz ver­blieb nach der Tei­lung Ober­schle­si­ens beim Deut­schen Reich. Bis 1945 befand sich der Ort im Land­kreis Rati­bor.

1945 kam der bis dahin deut­sche Ort unter pol­ni­sche Ver­wal­tung und wur­de anschlie­ßend der Woi­wod­schaft Schle­si­en ange­schlos­sen und ins pol­ni­sche Pie­tro­wice Wie­l­kie umbe­nannt. Da nicht alle deut­schen Bewoh­ner ver­trie­ben wur­den, konn­te sich in der Gegend eine deutsch­stäm­mi­ge Min­der­heit hal­ten. 1950 kam der Ort zur Woi­wod­schaft Oppeln, 1975 zur Woi­wod­schaft Kat­to­witz und 1999 zum wie­der­ge­grün­de­ten Powi­at Raci­bor­ski und zur Woi­wod­schaft Schle­si­en. Der Per­so­nen­zug­ver­kehr wur­de im April 2000 eingestellt.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Orts­bild mit Kir­che; gemein­frei

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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