Ortsfamilienbuch „Die Einwohner und Familien der Marksburg 1630 – 1851“ im Cardamina-Verlag erschienen

Cover von "Ortsfamilienbuch Marksburg"
Cover von "Ortsfamilienbuch Marksburg"

Im Car­da­mi­na-Ver­lag ist im Monat Juni 2022 das Orts­fa­mi­li­en­buch „Die Ein­woh­ner und Fami­li­en der Marks­burg 1630 – 1851“ des Autoren Ralph Jack­muth erschie­nen. In die­sem Bei­trag stel­le ich das neue Orts­fa­mi­li­en­buch ein­mal kurz vor.

Das aktu­el­le Orts­fa­mi­li­en­buch „Die Ein­woh­ner und Fami­li­en der Marks­burg 1630 – 1851“ von Ralph Jack­muth ist im Juni 2022 im Car­da­mi­na-Ver­lag erschie­nen. Der Autor hat bereits eini­ge Orts­fa­mi­li­en­bü­cher im Car­da­mi­na-Ver­lag ver­öf­fent­licht, z. B. Orts­fa­mi­li­en­buch Sart-lez-Spa 1616 – 1732 oder Orts­fa­mi­li­en­buch Nie­der­tie­fen­bach 1400 – 1900. Ein­bli­cke sei­ner genea­lo­gi­schen Arbei­ten kön­nen bei der Web­sei­te des Autoren unter https://​ahnen​for​schung​-jack​muth​.de/​bezo­gen werden.

Das Orts­fa­mi­li­en­buch „Die Ein­woh­ner und Fami­li­en der Marks­burg 1630 – 1851“ umfasst die Bewoh­ner der Marks­burg ober­halb der rhein­land-pfäl­zi­schen Stadt Brau­bach. Das Orts­fa­mi­li­en­buch ent­hält ins­ge­samt ca. 810 Fami­li­en­ein­trä­gen, wobei die Ein­trä­ge 753 – 810 den nicht les­ba­ren Fami­li­en­na­men zuge­ord­net sind. Zeit­lich erstre­cken sich die Per­so­nen­an­ga­ben in einem Zeit­raum von 1630 bis 1851 (= 221 Jah­re). Die Quel­len des Orts­fa­mi­li­en­buchs sind über­wie­gend die Kir­chen­bü­cher der evan­ge­li­schen Pfar­rei Brau­bach, sowie dem Gerichts­buch von Brau­bach 1609 – 1698.

Das Orts­fa­mi­li­en­buch Die Ein­woh­ner und Fami­li­en der Marks­burg 1630 – 1851 ist im Car­da­mi­na-Ver­lag als Hard­co­ver im DIN-A4-For­mat für 39 EUR nebst Porto/​Verpackung zu erwer­ben. Das gedruck­te Buch umfasst 316 Sei­ten. Die ISBN lau­tet 978 – 3‑86424 – 576‑3. Das Buch ist in der Rei­he Deut­sche Orts­sipp­pen­bü­cher unter der Num­mer 02.284 gelistet.

Geografische Lage

Lage vom Marksburg
Lage vom Marksburg

Die Marks­burg ist eine aus dem 12. Jahr­hun­dert stam­men­de Höhen­burg ober­halb der rhein­land-pfäl­zi­schen Stadt Brau­bach am Rhein, von der sie ihren ursprüng­li­chen Namen Burg Bru­bach bezog. Sie steht auf einem Schie­fer­ke­gel in 160 Meter Höhe und ist die ein­zi­ge nie zer­stör­te mit­tel­al­ter­li­che Höhen­burg am Mit­tel­rhein. Der ver­putz­te Bruch­stein­bau ent­stand zum Schutz und zur Ver­wal­tung Brau­bachs und dien­te anfäng­lich auch als Zoll­burg.

Die Burg ist ein geschütz­tes Kul­tur­denk­mal nach dem Denk­mal­schutz­ge­setz (DSchG) und in die Denk­mal­lis­te von Rhein­land-Pfalz ein­ge­tra­gen. Des Wei­te­ren ist sie ein geschütz­tes Kul­tur­gut nach der Haa­ger Kon­ven­ti­on und mit dem blau-wei­ßen Schutz­zei­chen gekenn­zeich­net. Außer­dem ist sie seit 2002 Teil des UNESCO-Welt­erbes Obe­res Mit­tel­rhein­tal.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Ursprüng­lich hieß die Burg nach dem Ort am Fuße des Burg­bergs Burg Bru­bach, in diver­sen Schreib­wei­sen (Burgk Bru­bachBurch Bru­bachBurg Bru­bach). 1437 wird die Burg­ka­pel­le Sankt Mar­kus erst­mals erwähnt, als Phil­ipp I. der Älte­re von Kat­zeneln­bo­gen der Burg einen Altar stiftete.

Im Jahr 1574 wird die Burg zur Unter­schei­dung von der neu­en zwei­ten Anla­ge am Rhein­ufer, der Phil­ipps­burg, urkund­lich erst­mals „Sankt Marxpurgk“ genannt, auch der Name Mar­kus­burch wird ver­wen­det. Wei­te­re Namens­än­de­run­gen fin­den sich 1581 als Mar­ken­burch zu Brau­bach und 1583 Schloss Marx­burg (auch „altes Schloss“ genannt). 1646/​55 hieß die Anla­ge bei Mat­thä­us Meri­an eben­falls Marx­burg. Die Schreib­wei­se hielt sich bis Anfang des 20. Jahrhunderts.

Es exis­tiert eine Sage zur Namens­ge­bung, die im 13. Jahr­hun­dert in der Zeit der Schlacht auf dem March­feld (1278) ange­sie­delt ist und in der der Evan­ge­list Mar­kus als Ret­ter der Burg und ihrer Bewoh­ner auf­tritt und so zum Namens­pa­tron wird; die ers­te Erwäh­nung als „Mar­kus­burg“ fin­det sich jedoch erst knapp 300 Jah­re später.

Obwohl urkund­lich erst­mals im Jahr 1231 Burg­man­nen („cas­tren­ses“ von dem latei­ni­schen Wort „cas­tra“ = befes­tig­tes Lager) in Brau­bach erwähnt wer­den, kann man davon aus­ge­hen, dass die Marks­burg schon vor 1219 exis­tier­te. Geschlos­sen wer­den kann dies aus dem Umstand, dass die Burg als pfalz­gräf­li­ches Lehen im Besitz der Her­ren von Eppstein war, deren Ver­tre­ter Ger­hard II. von Eppstein sich seit 1219 Ger­hard von Brau­bach nann­te. Da jedoch bereits im 12. Jahr­hun­dert ein edel­frei­es Geschlecht „von Brau­bach“ nach­weis­bar ist, wird ver­mu­tet, dass an glei­cher (oder nahe gele­ge­ner) Stel­le schon um 1117 eine Burg exis­tier­te. Die Eppstei­ner erleb­ten seit Ende des 12. Jahr­hun­derts den Auf­stieg zu einer der mäch­tigs­ten Fami­li­en des Hoch­mit­tel­al­ters. Im 13. Jahr­hun­dert stell­ten sie allein vier Main­zer Erz­bi­schö­fe.

1283 kamen Brau­bach und die Burg an die jün­ge­re Linie der Gra­fen von Kat­zeneln­bo­gen, nament­lich Graf Eber­hard I. Die älte­re Linie des Geschlechts resi­dier­te zu die­ser Zeit auf Burg Rhein­fels bei Sankt Goar. Graf Johann II. († 1357) begann die Umge­stal­tung und Erwei­te­rung der Burg­an­la­ge im goti­schen Stil und leg­te somit den Grund­stein für das heu­ti­ge Aus­se­hen. Johanns Sohn Diet­her VIII. schloss den Aus­bau ab. Auch in den Fol­ge­jah­ren des 15. Jahr­hun­derts kam es zu wei­te­ren Bau­tä­tig­kei­ten: Johann IV. von Kat­zeneln­bo­gen († 1444) ver­än­der­te die Burg­an­la­ge zuguns­ten von Wohn­an­sprü­chen, jedoch unter Bei­be­hal­tung eines reprä­sen­ta­ti­ven Cha­rak­ters. 1437 wur­de auf Burg Brau­bach die gestif­te­te St.-Markus-Kapelle erst­mals erwähnt. Sie behielt aber wei­ter­hin ihren alten Namen bis über das Ende der Kat­zeneln­bo­ge­ner Zeit hin­aus, erst im 16. Jahr­hun­dert setz­te sich der heu­ti­ge Name Marks­burg (über Mar­kus­burg, Marx­burg) durch.

1479 fiel die Graf­schaft Kat­zeneln­bo­gen und damit die Marks­burg an die Land­graf­schaft Hes­senLand­graf Phil­ipp der Jün­ge­re von Hes­sen-Rhein­fels bestimm­te Brau­bach zum Wit­wen­sitz. Da die Marks­burg zu die­ser Zeit jedoch den geho­be­nen ade­li­gen Wohn­an­sprü­chen nicht mehr genüg­te, wur­de in den Jah­ren 1568 bis 1571 die schloss­ar­ti­ge Phil­ipps­burg am Süd­ende von Brau­bach gebaut, die von 1643 bis 1651 sogar als stän­di­ge Resi­denz des Land­gra­fen Johan­nes des Streit­ba­ren dien­te. Die­ser war es auch, der gegen Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges die stark ver­nach­läs­sig­te Marks­burg wie­der instand set­zen ließ, doch seit dem Bau der Phil­ipps­burg wur­de sie nie wie­der als Adels­wohn­sitz genutzt. Nach dem Tod Johanns des Streit­ba­ren kamen Brau­bach und die Marks­burg an die Land­gra­fen von Hes­sen-Darm­stadt.

In der napo­leo­ni­schen Zeit des 18. Jahr­hun­derts war die Marks­burg offi­zi­ell als Fes­tung dekla­riert, dien­te jedoch prak­tisch als Inva­li­den­un­ter­kunft und Staats­ge­fäng­nis. Die­se Funk­ti­on hin­ter­ließ in Form von Gefäng­nis­zel­len im goti­schen Saal­bau der Anla­ge ihre Spu­ren, die im Jahr 1901 wie­der ent­fernt wur­den. In der Burg­ka­pel­le waren im glei­chen Jahr noch Krit­ze­lei­en eines ehe­ma­li­gen Insas­sen, des deut­schen Frei­heits­kämp­fers Ger­main Met­ter­nich, zu sehen. Auch als die Burg 1803 an das Fürs­ten­tum Nas­sau-Usin­gen und 1815 an das Her­zog­tum Nas­sau fiel, änder­te sich an ihrer Ver­wen­dung nichts. Sie wur­de wei­ter­hin durch Ange­hö­ri­ge des Mili­tärs, in die­sem Fall der Her­zog­lich Nas­saui­schen Armee, ver­wal­tet.

1866 ende­te die nas­saui­sche Regie­rungs­zeit über die Marks­burg mit der Annek­tie­rung Nas­saus durch Preu­ßen nach dem Preu­ßisch-Öster­rei­chi­schen Krieg, jedoch wur­den in der preu­ßi­schen Zeit kei­ner­lei Bau­maß­nah­men durch­ge­führt, sodass die Burg immer mehr verfiel.

1900 nahm sich die Deut­sche Bur­gen­ver­ei­ni­gung der ver­wahr­los­ten Anla­ge an. Auf per­sön­li­che Initia­ti­ve des Geheim­rats Prof. Bodo Ebhardt und durch Für­spra­che Kai­ser Wil­helms II. erwarb der Ver­ein die Marks­burg zum sym­bo­li­schen Preis von 1000 Gold­mark (umge­rech­net etwa 10.000 Euro) vom preu­ßi­schen Fis­kus. Er führ­te in den fol­gen­den Jahr­zehn­ten ver­schie­de­ne bau­li­che Maß­nah­men durch, die dar­auf abziel­ten, die vor­han­de­ne Bau­sub­stanz zu sichern und der Burg ihr spät­mit­tel­al­ter­li­ches Aus­se­hen zurück­zu­ge­ben. Dazu gehör­te auch die Wie­der­her­stel­lung des But­ter­fas­s­auf­sat­zes 1905.

Im März 1945 muss­te die Deut­sche Bur­gen­ver­ei­ni­gung in ihren Bestre­bun­gen her­be Rück­schlä­ge hin­neh­men, als ame­ri­ka­ni­scher Artil­le­rie­be­schuss vom gegen­über­lie­gen­den Rhein­ufer die Marks­burg erheb­lich beschädigte.

Nach umfang­rei­chen Restau­rie­rungs­ar­bei­ten bie­tet die Marks­burg heu­te als Burg­mu­se­um ein geschlos­se­nes Bild einer rela­tiv authen­tisch erhal­te­nen spät­mit­tel­al­ter­li­chen Burg­an­la­ge. Im roma­ni­schen Palas hat die Deut­sche Bur­gen­ver­ei­ni­gung ihre Geschäfts­räu­me und Büros, wäh­rend die gesam­te übri­ge Anla­ge zur Besich­ti­gung frei­ge­ge­ben ist.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Cover­fo­to vom Cardamina-Verlag

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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