Online-OFB „Freren“ am 23.04.2022 veröffentlicht

Altes Pfarrhaus an der Goldstraße
Altes Pfarrhaus an der Goldstraße, von J.-H. Janßen; CC BY-SA 3.0

Das Online-OFB „Fre­ren“ wur­de am 23. April 2022 ver­öf­fent­licht. Der­zeit sind 12.495 Per­so­nen vor­han­den, die in 4.616 Fami­li­en geglie­dert sind.

Geografische Lage

Lage von Freren
Lage von Freren

Fre­ren (PLZ: 49832) ist eine Klein­stadt im west­li­chen Teil Nie­der­sach­sens. Das Grund­zen­trum liegt im ehe­ma­li­gen Land­kreis Lin­gen, der heu­te den süd­li­chen Teil des Groß­land­krei­ses Ems­land umfasst.

Fre­ren liegt im Land­kreis Ems­land nahe der süd­lich ver­lau­fen­den Lan­des­gren­ze zu Nord­rhein-West­fa­len, süd­öst­lich der Lin­ge­ner Höhe und direkt an der B 214.

In nähe­rer Umge­bung lie­gen die Städ­te Lin­gen (15 km; West-Nord­wes­ten), Ibben­bü­ren (26 km; Süd-Süd­os­ten), Rhei­ne (23 km; Süd-Süd­wes­ten) und Fürs­ten­au (11 km; Ost-Nord­os­ten). Die nächst­ge­le­ge­ne Groß­stadt ist Osna­brück im Ost-Südosten.

Die ehe­ma­li­gen, sich selbst ver­wal­ten­den Bau­er­schaf­ten Lohe-Vens­la­geGering­hu­senLüns­feldSut­trupOst­wieSet­la­ge und Over­wa­ter sind seit 1974 Orts­tei­le der Stadt. Zu den ehe­ma­li­gen Bau­er­schaf­ten von Fre­ren gehör­te auch Ander­ven­ne, das sich zu einer selb­stän­di­gen Gemein­de entwickelte.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter die­ses Online-OFB ist Man­fred Büter. Er hat bereits u. a. die Online-OFBs „Ost­be­vern“ und „Drei­en­wal­de“ erstellt und bearbeitet.

Als Quel­len für sein Online-OFB „Fre­ren“ benutzt er aus­schließ­lich die Kir­chen­bü­cher der katho­li­schen St.-Vitus-Gemeinde und der St.-Andreas-Gemeinde. Letz­te­re war eine Abpfar­rung der St-Vitus-Gemein­de. Die benutz­ten Kir­chen­bü­cher der St.-Vitus-Gemeinde sind:

  • Tau­fen 1832 bis 1900
  • Hei­ra­ten 1832 bis 1920
  • Beer­di­gun­gen 1832 bis 1920

Die benutz­ten Kir­chen­bü­cher der St.-Andreas-Gemeinde sind:

  • Hei­ra­ten 1911 bis 1920
  • Beer­di­gun­gen 1911 bis 1920

Der ein­lei­ten­de Text des Bear­bei­ters gibt einen guten geschicht­li­chen Ein­blick in den Ort der der damit ver­bun­de­nen Kir­chen­ge­schich­te wie­der und ent­hält alle wich­ti­gen Infor­ma­tio­nen, die man als Leser in Erfah­rung brin­gen kann. Wei­ter­hin benennt er kon­kret sei­ne Quel­len, die er für die Bear­bei­tung des Online-OFB ver­wen­det hat.

Als genea­lo­gi­sches Pro­gramm für die Bear­bei­tung des Online-OFB wur­de Per­so­nal Ances­tral File verwendet.

Screenshot des Online-OFB "Freren" (Stand: 23.04.2022)
Screen­shot des Online-OFB „Fre­ren“ (Stand: 23.04.2022)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Stadt Freren
Wap­pen der Stadt Fre­ren; gemeinfrei

Die ältes­ten Fun­de aus dem Fre­re­ner Gebiet stam­men aus der Mit­tel­stein­zeit (ca. 8300 – 4500 v. Chr.). Kenn­zeich­nend für die­se Peri­ode sind Geschoss­spit­zen, die aus meh­re­ren klei­nen Feu­er­stein­ab­schlä­gen, so genann­ten Mikro­li­then, ange­fer­tigt sind. Meso­li­thi­sche (mit­tel­stein­zeit­li­che) Bestat­tun­gen sind eher sel­ten. Die z. B. in Fre­ren und Thui­ne anzu­tref­fen­den Mega­li­th­grä­ber stam­men aus der Jung­stein­zeit (ca. 3500 – 2800 v. Chr.) und wur­den von den Men­schen der Trich­ter­be­cher­kul­tur errich­tet. Der Schatz­fund von Lohe wur­de in der Nähe gemacht.

Die Her­kunft des Namens Fre­ren (alt: Fri­du­ren 890, Fri­de­run um 980, Vri­de­ren 1100, spä­ter Vre­de­ren 1150, Fred­de­ren 1195) ist nicht gesi­chert. Das Bestim­mungs­wort lei­tet sich mög­li­cher­wei­se vom indo­ger­ma­ni­schen pri, ger­ma­nisch fri, ab und bedeu­tet dann lie­ben (einen Kult­platz). Nach einer ande­ren Erklä­rung könn­te fre­de, vri­de von alt­säch­sisch frethu, frit­hu für einen umheg­ten Raum ste­hen (bei den Sach­sen Bezeich­nung für einen Gerichts­platz im Frei­en). Die Endun­gen -ina, ‑ini, ‑ine, ‑inun, ‑enan, ‑enun, ‑um, ‑un, ‑ene, ‑en kom­men in zahl­rei­chen Orts­na­men anstel­le eines abschlie­ßen­den Grund­wor­tes vor. Dar­in steckt ein all­ge­mei­nes Grund­wort mit der Bedeu­tung „Sied­lung“.

Fre­ren ist aus einer uralten Sied­lung ent­stan­den, die wahr­schein­lich schon weit vor der Chris­tia­ni­sie­rung vor­han­den war. Nach­dem ab 780 n. Chr. von Karl dem Gro­ßen (* wahr­schein­lich 2. April 747 oder 748; † 28. Janu­ar 814 in Aachen) neun Mis­si­ons­spren­gel zur Chris­tia­ni­sie­rung der unter­wor­fe­nen Sach­sen errich­tet wor­den waren, wur­den von der Mis­si­ons­zel­le Vis­bek aus durch Abt Ger­bert Cas­tus die ers­ten Kir­chen­ge­mein­den in der Umge­bung gegrün­det.[2] Zu die­sen zähl­te im Ven­ki­gau die Gau­kir­che Fre­ren. Im Hebe­re­gis­ter des Klos­ters Cor­vey von 976 bis 979 ist eine Schen­kungs­ur­kun­de aus Fri­de­run an das Klos­ter ent­hal­ten. Mit die­ser Urkun­de ver­schenk­te ein gewis­ser Gelt­hard zwei Stü­cke Acker­land an Cor­vey. Jähr­lich waren 1,5 Mark, ein Wagen, 10 Krü­ge Honig, 5 Maß Käse und 1 Topf But­ter an Cor­vey zu zah­len. Die Höri­gen muss­ten außer­dem 35 Wid­der und 16 Stück Tuch ablie­fern. Fri­de­run erhielt wohl die ers­te Kir­che im Ven­ki­gau, eine Mut­ter- oder Tauf­kir­che mit dem Vor­recht eines Send­ge­richts. Schon vor der Errich­tung der Burg und Grün­dung der Stadt Lin­gen war Fre­ren Zen­trum des Ven­kig­aus, sowie Sitz eines Goge­rich­tes beim Hof­schul­ten. Die­ses wur­de 1662 nach Lin­gen verlegt.

Fre­ren gehör­te im Mit­tel­al­ter zur Graf­schaft Teck­len­burg. Nach der Nie­der­la­ge der Teck­len­bur­ger Gra­fen im Schmal­kal­di­schen Krieg wur­de Fre­ren 1548 ein Teil der Graf­schaft Lin­gen.

Im Dezem­ber 1605 for­der­te die Pest vie­le Opfer. Außer­dem wur­de die Ort­schaft im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg mehr­fach von spa­ni­schen und hol­län­di­schen Söld­nern sowie von Schwe­den, Hes­sen und Lüne­bur­gern ver­wüs­tet. 1633 wur­de der gesam­te Ort gebrand­schatzt. Unter König Fried­rich I. wur­de Fre­ren 1702 ein Teil von Preu­ßen. Im Jahr 1724 erhielt Fre­ren auf­grund sei­ner zen­tra­len Bedeu­tung für die Regi­on vom preu­ßi­schen Staat die Stadt­rech­te ver­lie­hen. Nach fran­zö­si­scher Besat­zungs­zeit unter Napo­le­on gelang­te Fre­ren 1815 an das König­reich Han­no­ver. Nach der Rück­stu­fung zur Land­ge­mein­de 1852 stieg Fre­ren erst 1950 erneut zur Stadt auf.

Herkunft der Namen der Ortsteile und deren Geschichte

  • Lohe-Vens­la­ge (alt: Ven­nis­lay 1000, Vins­lag­he 1350) kommt erst­mals um 1000 im Wer­de­ner Hebe­re­gis­ter vor. Das Bestim­mungs­wort ist unsi­cher. Die Her­lei­tung von vini = Moor ist mög­lich. Eine ande­re Annah­me ist, dass in dem Namen das Wort Feme steckt. Das wäre dann ein Ort, an dem die Feme getagt hat. In der Bau­er­schaft Lohe (dt. Hain) wur­de der Land­gö­ding gehal­ten, bei dem Strei­tig­kei­ten über Gren­zen, Erb­schaf­ten, Abga­ben usw. ent­schie­den wur­den. Die Ort­schaft Lohe-Vens­la­ge gehör­te ursprüng­lich als Bau­er­schaft zu Thui­ne. In Lohe wur­de 1847 ein bedeu­ten­der Schatz­fund aus römi­scher Zeit gemacht.
  • Der Name Gering­hu­sen lei­tet sich von dem ehe­ma­li­gen Vol­l­er­ben Ger­dinck ab, des­sen Hof schon vor lan­ger Zeit in ein­zel­ne Tei­le auf­ge­löst wor­den ist.
  • Lüns­feld (alt: Luns­veld 1350) ist wahr­schein­lich nach dem Lunß-Hof benannt.
  • Sut­trup (alt: Sud­dor­phe, auch Sus­dor­phe = Süd­dorf) wird schon um 1000 im Wer­de­ner Urbar als Teil des Ven­kig­aus erwähnt. Im Cor­vey­er Hebe­re­gis­ter wer­den die Namen Abbo, Sidac, Eli­go und Immi­go als Abga­be­pflich­ti­ge genannt. 1456 erhielt die Ort­schaft die Erlaub­nis eine eige­ne Kapel­le auf dem alten Sut­trup­per Kirch­hof (heu­te Land­wirt Hüs­ing) zu errich­ten. Die­se Kapel­le exis­tiert heu­te nicht mehr. Die Bau­er­schaft Sut­trup gehör­te bis 1974 zu Thuine.
  • Ost­wie (alt: Ost­wi­di 1000) wird gedeu­tet als Dorf im Osten.
  • Set­la­ge (alt: Zet­la­ge, auch Sett­la­ge) wird eben­falls schon um 1000 im Wer­de­ner Urbar erwähnt. Der Name lei­tet sich von siet = nied­rig ab. Es han­del­te sich also um eine nied­ri­ge Lage an der Aa. Der Ort gehör­te frü­her zu Ost­wie, bil­de­te spä­ter aber eine eigen­stän­di­ge Gemeinde.
  • Han­ge. Um 1000 erst­mals genannt. Zu Set­la­ge gehört auch das Haus Han­ge, das nach alte Lehns­bü­chern schon im 14. Jahr­hun­dert bestan­den hat. Damals hieß es das Haus des Herrn von Zetlage.
  • Over­wa­ter lag über dem Was­ser, also jen­seits der Aa.
  • Uphusen bezeich­net die „auf­wärts“ gele­ge­nen Häuser.
  • Ander­ven­ne (alt: Ander­ve­ni 1047). Der Name stammt von einem Moor (Venn = Moor) das im Osten von Ander­ven­ne lag und zur Torf­ge­win­nung dien­te. Ander­ven­ne wird im 11. Jahr­hun­dert im Cor­vey­er Hebe­re­gis­ter erwähnt. Die ehe­ma­li­ge Bau­er­schaft von Fre­ren, die sich zu einer eigen­stän­di­gen Gemein­de ent­wi­ckel­te, gehört nach der Gebiets­re­form zur Samt­ge­mein­de Freren.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Altes Pfarr­haus an der Gold­stra­ße, von J.-H. Jan­ßenCC BY-SA 3.0

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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