Neue Digitalisate bei Matricula vom 28.01.2022: 1 hinzugefügte Pfarrei aus dem Erzbistum Paderborn – Geseke, St. Cyriakus, 1476 – 1972

Screenshot der Indexseite für St. Cyriakus in Geseke von Matricula (28.01.2022)
Screenshot der Indexseite für St. Cyriakus in Geseke von Matricula (28.01.2022)

Für das Kir­chen­buch­por­tal Matri­cu­la wur­den am 28. Janu­ar 2022 103 neue Digi­ta­li­sa­te von der römisch-katho­li­schen Pfar­rei St. Cyria­kus in Gese­ke aus dem Erz­bis­tum Pader­born hinzugefügt.

Erzbistum Paderborn: Geseke, St. Laurentius

Signa­turMatri­kel­typDatum (1476 – 1972)
KB001-01‑TTau­fen1621 – 1630
KB001-02‑HTrau­un­gen1621 – 1630
KB001-03‑UUmschlag1621 – 1630
KB002-01‑TTau­fen1631 – 1661
KB002-02‑HTrau­un­gen1631 – 1661
KB002-03‑SSter­be­fäl­le1631 – 1661
KB002-04‑NNoti­zen1654 – 1654
KB002-05‑UUmschlag1631 – 1661
KB002b-01-RtNamens­re­gis­ter Taufen1631 – 1661
KB002b-02‑NNoti­zen
KB002b-03-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1631 – 1661
KB002b-04‑NNoti­zen1633 – 1658
KB002b-05‑UUmschlag1631 – 1661
KB003-01‑NNoti­zen1654 – 1684
KB003-02‑TTau­fen1651 – 1689
KB003-03‑HTrau­un­gen1651 – 1697
KB003-04‑SSter­be­fäl­le1651 – 1697
KB003-05‑FFir­mung1654 – 1682
KB003-06‑NNoti­zen1669 – 1684
KB003-07‑UUmschlag1651 – 1697
KB004-01‑NNoti­zen1777 – 1777
KB004-02‑NNoti­zen
KB004-03‑TTau­fen1690 – 1697
KB004-04‑NNoti­zen1680 – 1693
KB004-05‑UUmschlag1690 – 1697
KB005-01‑NNoti­zen1853 – 1854
KB005-02‑TTau­fen1697 – 1726
KB005-03‑HTrau­un­gen1697 – 1736
KB005-04‑SSter­be­fäl­le1697 – 1737
KB005-05-RtNamens­re­gis­ter Taufen1697 – 1726
KB005-06-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1697 – 1736
KB005-07-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1697 – 1737
KB005-08‑UUmschlag1697 – 1737
KB006-01‑TTau­fen1727 – 1779
KB006-02‑HTrau­un­gen1727 – 1779
KB006-03‑SSter­be­fäl­le1738 – 1779
KB006-04-RtNamens­re­gis­ter Taufen1727 – 1779
KB006-05‑UUmschlag1727 – 1779
KB006a-01-RtNamens­re­gis­ter Taufen1727 – 1779
KB006a-02‑UUmschlag1727 – 1779
KB007-01‑TTau­fen1779 – 1795
KB007-02‑UUmschlag1779 – 1795
KB007f-01‑NNoti­zen1756 – 1808
KB007f-02‑NNoti­zen1476 – 1509
KB007f-03‑UUmschlag1756 – 1808
KB008-01‑NNoti­zen1779 – 1779
KB008-02‑TTau­fen1779 – 1807
KB008-03‑EErst­kom­mu­ni­on1809 – 1823
KB008-04-RtNamens­re­gis­ter Taufen1779 – 1807
KB008-05‑UUmschlag1779 – 1823
KB009-01‑HTrau­un­gen1779 – 1807
KB009-02-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1779 – 1807
KB009-03‑NNoti­zen
KB009-05‑UUmschlag1779 – 1807
KB010-01‑NNoti­zen1625 – 1849
KB010-02‑SSter­be­fäl­le1779 – 1807
KB010-03-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1779 – 1807
KB010-04‑UUmschlag1779 – 1807
KB011-01‑TTau­fen1808 – 1826
KB011-02-RtNamens­re­gis­ter Taufen1808 – 1826
KB011-03‑UUmschlag1808 – 1826
KB012-01‑HTrau­un­gen1808 – 1826
KB012-02-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1808 – 1826
KB012-03‑NNoti­zen1853 – 1853
KB012-04‑UUmschlag1808 – 1826
KB013-01‑SSter­be­fäl­le1808 – 1826
KB013-02-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1808 – 1826
KB013-03‑NNoti­zen1853 – 1853
KB013-04‑UUmschlag1808 – 1826
KB014-01‑TTau­fen1826 – 1841
KB014-02‑TTau­fen1834 – 1834
KB014-03-RtNamens­re­gis­ter Taufen1826 – 1841
KB014-04‑UUmschlag1826 – 1841
KB015-01‑HTrau­un­gen1826 – 1841
KB015-02-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1826 – 1841
KB015-03‑UUmschlag1826 – 1841
KB016-01‑SSter­be­fäl­le1826 – 1841
KB016-02-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1826 – 1841
KB016-03‑UUmschlag1826 – 1841
KB017-01‑NNoti­zen1930 – 1930
KB017-02‑TTau­fen1842 – 1860
KB017-03-RtNamens­re­gis­ter Taufen1842 – 1860
KB017-04‑NNoti­zen1842 – 1854
KB017-06‑UUmschlag1842 – 1860
KB018-01‑HTrau­un­gen1842 – 1862
KB018-02-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1842 – 1862
KB018-03‑UUmschlag1842 – 1862
KB019-01‑SSter­be­fäl­le1842 – 1862
KB019-02-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1842 – 1862
KB019-04‑UUmschlag1842 – 1862
KB020-01‑TTau­fen1860 – 1917
KB020-02-RtNamens­re­gis­ter Taufen1860 – 1917
KB020-03‑UUmschlag1860 – 1917
KB021-01‑HTrau­un­gen1863 – 1922
KB021-02-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1863 – 1922
KB021-04‑UUmschlag1863 – 1922
KB022-01‑SSter­be­fäl­le1863 – 1972
KB022-02‑SSter­be­fäl­le1914 – 1918
KB022-03-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1863 – 1972
KB022-05‑UUmschlag1863 – 1972
KB024-01‑EErst­kom­mu­ni­on1902 – 1924
KB024-02‑FFir­mung1906 – 1928
KB024-03‑UUmschlag1902 – 1928

Geografische Lage

Lage von Geseke
Lage von Geseke

Gese­ke (PLZ: 59590; frü­her auch Ges­ecke) ist eine Mit­tel­stadt in Nord­rhein-West­fa­len und gehört zum Kreis Soest. Die Stadt weist kon­ti­nu­ier­li­che Besied­lungs­spu­ren seit dem Neo­li­thi­kum auf. Im Mit­tel­al­ter war sie über Jahr­hun­der­te die wich­tigs­te Grenz­stadt des Her­zog­tum West­fa­len, d. h. des Köl­ner Erz­bi­schofs und Kur­fürs­ten, gegen­über dem Erz­bis­tum Pader­born. Gese­ke gehör­te als soge­nann­te Bei­stadt von Soest der Han­se an und ist heu­te Mit­glied im Han­se­bund der Neu­zeit. Die Stadt war bis in das 19. Jahr­hun­dert land­wirt­schaft­lich geprägt und erleb­te dann durch die Eisen­bahn­an­bin­dung, den Auf­schwung der Zement­in­dus­trie und einer Eisen­gie­ße­rei die Zeit der Indus­tria­li­sie­rung. Heu­te sind zwei Welt­markt­füh­rer und diver­se mit­tel­stän­di­sche Betrie­be vor Ort tätig.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Stadt Geseke
Wap­pen der Stadt Gese­ke; gemeinfrei

Im sechs­ten und sieb­ten Jahr­hun­dert befand sich auf dem Gebiet des heu­ti­gen Gese­kes eine früh­mit­tel­al­ter­li­che Sied­lung. Bei Aus­gra­bungs­ar­bei­ten wur­de 1973 ein frän­ki­scher Töp­fer­ofen auf dem Stifts­ge­län­de in der Innen­stadt ent­deckt, wel­che zu die­ser Zeit von (Land-)Adeligen betrie­ben wur­den. Der Ofen gilt daher als Zei­chen dafür, dass die frän­ki­sche Sied­lung im säch­si­schen Gebiet bereits lan­ge vor der aus Quel­len beleg­ba­ren karo­lin­gi­schen Erobe­rung exis­tier­te, deren weit­ge­hen­der Abschluss im Jahr 799 (Tref­fen von Karl dem Gro­ßen und Papst Leo III. in Pader­born) gese­hen wird.

Die ers­te schrift­li­che Erwäh­nung des Ortes Gese­ke fin­det sich in einer Schen­kungs­ur­kun­de Lud­wigs des From­men aus dem Jah­re 833. Graf Ricdag erhält dar­in 5 Hufen in „Geis­ke“. Damit wird zugleich ein karo­lin­gi­sches Königs­gut in Gese­ke nach­ge­wie­sen. Wei­ter­hin wur­den auch Ampen als Anado­pa und Schmer­le­cke als Ismer­le­ke erwähnt. Auf­grund der räum­li­chen Nähe zu Schmer­le­cke (6 km) wird die Urkun­de auch von und für Alten­ge­se­ke bean­sprucht. Für Gese­ke als Urkun­den­ge­gen­stand spricht zum einen die Lage am Hell­weg, wie sie für Ampen und Schmer­le­cke auch gege­ben ist, zum ande­ren die Distan­zen zwi­schen den Ort­schaf­ten Ampen und Schmer­le­cke (15 km) sowie zwi­schen Schmer­le­cke und Gese­ke (19 km). Eben­so ist die Schreib­wei­se „Geis­ke“, die sich nicht mit spä­te­ren Schreib­wei­sen von Alten­ge­se­ke im 11./12. Jahr­hun­dert in Ein­klang brin­gen lässt, ein wei­te­res Indiz für die Stadt Gese­ke. Des Wei­te­ren sind nur in Gese­ke archäo­lo­gi­sche Bewei­se für eine Besied­lung im 9. Jahr­hun­dert gege­ben, in Alten­ge­se­ke set­zen die archäo­lo­gi­schen Sied­lungs­nach­wei­se erst im 11. Jahr­hun­dert ein. Zudem wur­de Ricdag 822 bereits in Bön­ning­hau­sen aktiv, das nur weni­ge Kilo­me­ter vom Stadt­kern Gese­kes ent­fernt liegt.

Im Jah­re 946 grün­de­te die Fami­lie der Haol­de zu Ehren der hei­li­gen Jung­frau und des hei­li­gen Cyria­kus ein Damen­stift in Gese­ke. Sechs Jah­re spä­ter bestä­tig­te König Otto I. die Grün­dung und nahm das Damen­stift unter sei­nen Schutz. Ers­te Äbtis­sin wur­de Wich­burg aus dem Geschlecht der Haol­de. Die Bezeich­nung Gese­kes als „civi­tas“ und die Erwäh­nung einer Befes­ti­gung sind Anzei­chen für die Bedeu­tung des Ortes.

Im Jah­re 1011 erfolg­te die Schen­kung der umfang­rei­chen Graf­schaft Haolds II. an Bischof Mein­werk von Pader­born durch den spä­te­ren Kai­ser Hein­rich II. Damit wur­de auch das Gese­ker Gebiet den Bischö­fen von Pader­born unter­stellt. Drei Jah­re spä­ter wur­de das Kano­nis­sen­stift an den Erz­bi­schof von Köln übertragen.

1180 wur­de der Sach­sen­her­zog Hein­rich der Löwe durch Kai­ser Fried­rich I. gestürzt und der Köl­ner Erz­bi­schof mit dem Her­zog­tum West­fa­len belehnt. Zu die­sem gehör­te auch die stadt­ähn­li­che Sied­lung Gese­ke, die der wich­tigs­te öst­li­che Grenz­ort gegen­über dem Bis­tum Pader­born war.

Der Köl­ner Erz­bi­schof Engel­bert I. erhob Gese­ke um 1217 zur Stadt. Als Stadt­ver­fas­sung wur­de das ursprüng­lich aus dem Soes­ter Stadt­recht ent­wi­ckel­te Rüt­he­ner Stadt­recht über­nom­men. Wegen sei­ner Grenz­funk­ti­on gegen­über Pader­born und den damit ver­bun­de­nen stän­di­gen Unru­hen, Über­grif­fen und Plün­de­run­gen wur­de Gese­ke nach der Stadt­er­he­bung zu einer impo­san­ten Fes­tung aus­ge­baut, eine 3 km lan­ge Mau­er (2,50 bis 3,00 m hoch und 1,20 bis 1,50 m breit) mit zunächst 6 Toren (Ost‑, West­tor, Stein­tor, Lüdi­sches Tor, Vieh­tor und Müh­len­tor – spä­ter dann das Neu­tor) und 9 Tür­men wur­de auf den alten Befes­ti­gungs­an­la­gen ange­legt. Nach außen dien­ten ein 5 bis 6 m tie­fer Wall­gra­ben und ein Hagen als Schutz­vor­rich­tung. Zudem wur­den in der Feld­flur Land­weh­ren ange­legt. 1286 wur­de erst­mals ein Gograf mit Sitz in Gese­ke erwähnt; Zum Gerichts­be­zirk Gese­ke gehör­ten die Ort­schaf­ten Stör­me­de, Lan­gen­ei­cke, Ermsing­hau­sen, Mön­ning­hau­sen, Ehring­hau­sen, Bön­ning­hau­sen, Deding­hau­sen, Rix­beck und Esbeck. Die bis­he­ri­ge kon­flikt­rei­che gemein­sa­me Herr­schaft von Köln und Pader­born wur­de im Jahr 1294 durch einen Schieds­spruch been­det, durch den Gese­ke end­gül­tig dem Köl­ner Ter­ri­to­ri­um ein­ge­glie­dert wur­de. 1317 erfolg­te eine Pfarr­tei­lung in Gese­ke, die Stadt­kir­che und die Stifts­kir­che erhiel­ten jeweils einen eige­nen Pfarr­be­zirk. 1323 erteil­te der Köl­ner Erz­bi­schof Hein­rich II. der Stadt das Pri­vi­le­gi­um de non evo­can­do.

Der ältes­te Schnad­gang West­fa­lens fin­det in Gese­ke statt. Schon 1326 wer­den Schnad­bäu­me in der Stock­hei­mer Bau­er­schaft erwähnt.

Der in Euro­pa wüten­de schwar­ze Tod mach­te auch vor Gese­ke nicht halt, so gab es 1348 eine Pest-Epi­de­mie in Gese­ke, der zahl­rei­che Bür­ger zum Opfer fielen.

1360 wur­de die Stadt in vier Quar­ta­le bezie­hungs­wei­se Hoven, in Ost­ho­ve, West­ho­ve, Nord­ho­ve und Mit­tel­ho­ve, ein­ge­teilt, wel­che vor allem bei der Stadt­ver­tei­di­gung und bei der Wahl von Bür­ger­meis­ter und Rat wich­ti­ge Funk­tio­nen wahr­zu­neh­men hat­ten. Im Jahr 1374 wur­de das Hos­pi­tal zum Hei­li­gen Geist gestif­tet. Der ers­te schrift­li­che Beleg für die Mit­glied­schaft Gese­kes in der 1356 gegrün­de­ten Städ­te­han­se stammt aus dem Jahr 1380. Die noch heu­te bestehen­de Gese­ker Schüt­zen­bru­der­schaft zu Ehren der Hei­li­gen Fabi­an und Sebas­ti­an wur­de 1412 erst­mals erwähnt. Die Schüt­zen­bru­der­schaft trägt heu­te den Namen St. Sebas­tia­nus Schüt­zen­bru­der­schaft Gese­ke 1412.

Bei der Soes­ter Feh­de von 1444 bis 1449 stand Gese­ke auf der Sei­te des Köl­ner Kur­fürs­ten Diet­rich II. von Moers, wäh­rend Lipp­stadt und Pader­born zu Soest hiel­ten. Dar­auf­hin über­fie­len Soes­ter und Lipp­städ­ter 1445 die Stadt Gese­ke, dabei fie­len acht Bür­ger der Stadt Gese­ke, unter ihnen auch der Bür­ger­meis­ter Fried­rich von der Borg. Als Fol­ge die­ses Über­falls schlos­sen Gese­ke, Rüt­hen, Büren und Salz­kot­ten im Jahr 1446 ein Städtebündnis.

Im Zuge der Refor­ma­ti­on wur­de die luthe­ri­sche Leh­re erst­mals im Jahr 1564 in Gese­ke verbreitet.

Unter dem neu gewähl­ten Köl­ner Kur­fürs­ten Ernst von Bay­ern wur­de 1584 in Gese­ke ein Land­tag abge­hal­ten. Wäh­rend der Truch­ses­si­schen Wir­ren wur­de die Stadt 1591 durch staat­li­che Trup­pen unter dem Befehl des Gra­fen von Ober­stein besetzt und muss­te ein hohes Kon­tri­bu­ti­ons­geld zah­len. 1608 bau­te das Damen­stift der Stadt die Stifts­schu­le (soge­nann­te Tri­vi­al­schu­le). Zu einer erneu­ten Pest­wel­le in Gese­ke kam es im Jahr 1613, die ein wei­te­res Mal vie­le Opfer forderte.

Wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges (1618 – 1648) kämpf­te Gese­ke im Jahr 1622 unter der Füh­rung des Obers­ten Diet­rich Ott­mar von Erwit­te erfolg­reich gegen Her­zog Chris­ti­an von Braun­schweig, der zuvor die Städ­te Pader­born, Soest und Lipp­stadt ein­ge­nom­men hat­te. Am 6. und 9. April 1622 griff er dar­auf­hin Gese­ke erfolg­los an, das erbit­ter­ten Wider­stand leis­te­te. Gese­ke blieb damals die ein­zi­ge nicht erober­te Stadt West­fa­lens. Aus Dank­bar­keit und als Erin­ne­rung an die­ses Ereig­nis fin­det noch heu­te an jedem drit­ten Sonn­tag nach Ostern eine Lobe­tags­pro­zes­si­on statt, die über die Wäl­le der Stadt zu den Sta­tio­nen am Stein­tor, Lüdi­schen Tor und Vieh­tor führt. Im Jahr 1633 fiel Gese­ke nach acht­tä­gi­ger Bela­ge­rung in die Hän­de des Land­gra­fen Wil­helm von Hes­sen. Über die­ses Ereig­nis berich­tet der ältes­te Geschichts­schrei­ber der Stadt, Pater Jodo­cus Mat­ten­klodt.

1633 wur­de der Gese­ker Johann Kra­ne zum Kai­ser­li­chen Reichs­hof­rat in Wien ernannt, der dar­auf­hin 1648 als Bevoll­mäch­tig­ter des Kai­sers ent­schei­dend an den Ver­hand­lun­gen zum „West­fä­li­schen Frie­den“ in Müns­ter betei­ligt war.

Eine drit­te Pest­wel­le von 1635 bis 1636 dezi­mier­te die Bevöl­ke­rung Gese­kes stark. Im Jahr 1637 wur­de in der Stadt ein Klos­ter der Fran­zis­ka­ner, das Fran­zis­ka­ner­klos­ter Gese­ke gegrün­det. 1664 erfolg­te der Bau des Han­dels­hau­ses Dick­mann. Im Jahr 1687 wur­de das durch die Fran­zis­ka­ner gelei­te­te Gym­na­si­um Anto­nia­num eröff­net, nach­dem am 19. August 1686 der Kur­fürst Maxi­mi­li­an Hein­rich die Über­nah­me eines Gym­na­si­ums von fünf Klas­sen geneh­migt hat­te; da Erbau­ung und Unter­hal­tung des Schul­ge­bäu­des aber Auf­ga­be der Stadt Gese­ke waren, hat­te die Stadt nach der erteil­ten Geneh­mi­gung die Errich­tung des Gym­na­si­ums ver­an­lasst, als des­sen Namens­ge­ber Anto­ni­us von Padua aus­ge­wählt wurde.

Am 30. August 1689 ereig­ne­te sich in Gese­ke ein gro­ßer Stadt­brand, der fast ein Vier­tel der Stadt ver­nich­te­te. 1699 wüte­te die Rote Ruhr in Gese­ke und hat­te in rund zwei Mona­ten ins­ge­samt 130 Todes­op­fer zur Folge.

Die Hexen­ver­fol­gung in Gese­ke erstreck­te sich über die Jah­re 1604 bis 1712 in drei Pro­zess­ket­ten von 1618/​1619, 1670/​1671 und 1691. Akten sind nur über die Hexen­pro­zes­se 1618 und 1619 erhal­ten. Die Land­strei­che­rin Adel­heit Run­te wur­de 1618 Opfer. Ins­ge­samt wur­den min­des­tens von 54 Ange­klag­ten 32 Per­so­nen hin­ge­rich­tet (14 Frau­en, 16 Män­ner und Kin­der). Ein kul­tur­his­to­risch wert­vol­les Zeug­nis aus der Zeit der Hexen­pro­zes­se ist der Pul­ver­turm in der Ost­mau­er der Wall­an­la­gen, auch „Hexen­turm“ genannt, in dem der Über­lie­fe­rung nach die Men­schen gefan­gen gehal­ten wur­den, die wegen angeb­li­cher Hexe­rei ange­klagt waren. Der Volks­mund präg­te den Begriff „Hexen-Gese­ke“. Einen Hin­weis dar­auf, dass in Gese­ke in die­ser Zeit über­mä­ßig vie­le Hexen­pro­zes­se durch­ge­führt wur­den, gibt es indes nicht.

Im Jahr 1705 wur­de die Maria-Hilf-Kapel­le geweiht. 1733 wur­de der Abt des Klos­ters Abding­hof, der gebür­ti­ge Gese­ker Mein­werk Kaup Weih­bi­schof in Pader­born, der die­ses Amt bis 1745 innehatte.

Nach der Auf­he­bung des Kur­fürs­ten­tums Köln im Zuge der Säku­la­ri­sa­ti­on im Jahr 1802 unter­stand mit dem Her­zog­tum West­fa­len auch Gese­ke fort­an dem Land­gra­fen von Hes­sen-Darm­stadt. 1806 umfass­te die Stadt 447 Häu­ser mit ins­ge­samt 2741 Ein­woh­nern, wovon 2593 Ein­woh­ner katho­li­schen, 134 Ein­woh­ner jüdi­schen und 14 Per­so­nen luthe­ri­schen Glau­bens waren.

1816 wur­de Gese­ke preu­ßisch und dem neu­ge­schaf­fe­nen Kreis Lipp­stadt ein­ge­glie­dert. Durch eine päpst­li­che Bul­le wur­de das köl­ni­sche West­fa­len 1821 dem Bis­tum Pader­born über­wie­sen, wodurch Gese­ke dem Pader­bor­ner Bischof unter­stellt wur­de. Im Jahr 1823 wur­de das Gese­ker Damen­stift St. Cyria­kus und 1834 das Fran­zis­ka­ner­klos­ter auf­ge­ho­ben. In den Räu­men des ehe­ma­li­gen Fran­zis­ka­ner­klos­ters wur­de 1841 die Pro­vin­zi­al-Pfle­ge­an­stalt, das spä­te­re Lan­des­kran­ken­haus, ein­ge­rich­tet. Mitt­ler­wei­le ist das Lan­des­kran­ken­haus den West­fä­li­schen Kli­ni­ken in Lipp­stadt-Ben­ning­hau­sen ange­glie­dert. Im sel­ben Jahr wur­de das Amt Stör­me­de gebil­det, das aus den Dör­fern Stör­me­de, Lan­gen­ei­cke, Ehring­hau­sen, Ermsing­hau­sen, Erin­ger­feld, Esbeck, Rix­beck, Böken­för­de, Deding­hau­sen, Bön­ning­hau­sen und Mön­ning­hau­sen bestand und des­sen Ver­wal­tung zunächst in Ehring­hau­sen saß und spä­ter nach Stör­me­de umzog.

1933 wur­de in Gese­ke die ers­te evan­ge­li­sche Kir­che gebaut.

Wäh­rend des Zwei­ten Welt­kriegs blieb Gese­ke lan­ge von Angrif­fen ver­schont, ehe in den Jah­ren 1944 bis 1945 meh­re­re schwe­re Bom­ben­an­grif­fe, unter ande­rem am 31. Mai 1944 auf das Stadt­vier­tel mit dem Bahn­hofs­ge­län­de sowie am 12. März 1945 auf einen voll besetz­ten Flücht­lings­zug im Gese­ker Bahn­hof, über 130 Todes­op­fer for­der­ten. Am 1. April 1945 wur­de die Stadt schließ­lich von Ame­ri­ka­nern besetzt.

Zum 31. Dezem­ber 1974 hat­te die Stadt Gese­ke 13.239 Ein­woh­ner. Im Zuge der Gebiets­re­form wur­de das Amt Stör­me­de mit den Ort­schaf­ten Stör­me­de, Ehring­hau­sen, Ermsing­hau­sen, Erin­ger­feld, Bön­ning­hau­sen, Mön­ning­hau­sen und Lan­gen­ei­cke zum Jahr 1975 mit der Stadt Gese­ke ver­bun­den und dem neu­ge­bil­de­ten Kreis Soest zuge­ord­net; am 1. Janu­ar 1975 hat­te die neue Gesamt­stadt ins­ge­samt 19.940 Ein­woh­ner. Die Dör­fer Esbeck, Rix­beck, Böken­för­de und Deding­hau­sen, die eben­falls zum Amt Stör­me­de gehö­ren, wer­den in die Stadt Lipp­stadt eingegliedert.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Screen­shot der Index­sei­te für St. Cyria­kus in Gese­ke von Matri­cu­la (28.01.2022)

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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