Neue Digitalisate bei Matricula vom 07.01.2022: 1 hinzugefügte Pfarrei aus dem Erzbistum Paderborn – Rösenbeck, St. Laurentius, 1916 – 1955

Screenshot der Indexseite für St. Laurentius in Rösenbeck von Matricula (09.01.2022)
Screenshot der Indexseite für St. Laurentius in Rösenbeck von Matricula (09.01.2022)

Für das Kir­chen­buch­por­tal Matri­cu­la wur­den am 7. Janu­ar 2022 2 neue Digi­ta­li­sa­te von der römisch-katho­li­schen Pfar­rei St. Lau­ren­ti­us in Rösen­beck aus dem Erz­bis­tum Pader­born hinzugefügt.

Erzbistum Paderborn: Rösenbeck, St. Laurentius

Signa­turMatri­kel­typDatum (1916 – 1955)
KB004-01‑HTrau­un­gen1916 – 1955
KB004-03‑UUmschlag1916 – 1955

Geografische Lage

Die Ort­schaft Rösen­beck (PLZ: 59929) ist ein dörf­li­cher Stadt­teil von Bri­lonNord­rhein-West­fa­len. Die bis Ende 1974 selbst­stän­di­ge Gemein­de liegt im Osten des Stadt­ge­biets an der Gren­ze zu Mars­berg und hat­te nach Anga­be der Stadt­ver­wal­tung zum 31. Dezem­ber 2013 791 Einwohner.

Rösen­beck liegt am öst­li­chen Rand der Bri­lo­ner Hoch­flä­che, die im Süden und Osten der Ort­schaft abrupt ins tief ein­ge­schnit­te­ne Tal der Hop­pe­cke abfällt. Das Stadt­zen­trum von Bri­lon liegt etwa acht Kilo­me­ter Luft­li­nie west­lich. Die Nach­bar­ort­schaf­ten von Rösen­beck sind die Bri­lo­ner Stadt­tei­le Mes­sing­hau­sen im Süden, Thü­len im Wes­ten, Rad­ling­hau­sen im Nor­den und Mad­feld im Nord­wes­ten. Der Mars­ber­ger Orts­teil Bering­hau­sen liegt etwa fünf Kilo­me­ter öst­lich von Rösen­beck, der Orts­teil Hel­ming­hau­sen etwa vier Kilo­me­ter süd­öst­lich an der Stau­mau­er des Die­mel­sees.

Die Ort­schaft sel­ber liegt auf der Rhein-Weser-Was­ser­schei­de. Der im Osten der Orts­la­ge ent­sprin­gen­de Bach gehört zum Ein­zugs­ge­biet der Weser, wäh­rend der in der Ort­schaft ent­sprin­gen­de Bach nach Wes­ten fließt und im Natur­denk­mal Hol­len­loch im Unter­grund ver­schwin­det. Etwas wei­ter west­lich ent­springt auf 480 die Untreue.

Der mit 562,5 Metern Höhe höchs­te Punkt des ehe­ma­li­gen Gemein­de­ge­biets liegt bei der Erhe­bung „Wei­ße Frau“, der als Kult­platz der Kel­ten gilt.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der ehemaligen Gemeinde Rosenbeck (bis 1975)
Wap­pen der ehe­ma­li­gen Gemein­de Rösen­beck (bis 1975); gemeinfrei

Der Ort wur­de erst­mals am 7. Novem­ber 1250 urkund­lich als „Ros­bike“ erwähnt: „Die Rats­her­ren (con­su­les) in Bri­lon beur­kun­den, dass Johan­nes de Pisci­na, der noch kein Rit­ter ist, Güter in Rösen­beck (Ros­bike) Klos­ter Bredelar (Brei­delar) zum See­len­heil sei­nes dort begra­be­nen Vaters Ger­nan­dus, Rit­ter, für 18 Schil­lin­ge ange­bo­ten habe. Inzwi­schen hat Johan­nes mit Abt Wide­kyn­dus und dem Kon­vent ver­ein­bart, dass sie die Güter für 6 Mark kau­fen könn­ten, wor­auf Johan­nes mit Zustim­mung sei­ner Mut­ter, sei­ner Frau und sei­nes ein­zi­gen Sohns, sei­ner Schwes­ter und sei­nen Vet­tern väter­li­cher­seits, Swi­che­rus, Olri­cus und Ambro­si­us, Ver­zicht geleis­tet und 7 Mark erhal­ten hat. …“

In einer Urkun­de vom 22. Sep­tem­ber 1255 wer­den sowohl das Dorf Rösen­beck, als auch ein Pfar­rer genannt: „Abt Wide­kyn­dus und der Kon­vent von Bredelar (in Brey­delar) beur­kun­den, dass Rit­ter Ludol­fus, genannt de Mezen­chu­sen Güter (bona) in der Mit­te des Dor­fes Rösen­beck (in medio vil­le Ros­be­ki) mit Ein­ver­ständ­nis sei­nes Soh­nes Ludol­fus Klos­ter Bredelar für 3 Mark ver­kauft habe. Der Ver­kauf ist am 17. Mai (16. kalen­das Jun­ii) 1251 in Thü­len (Thulon) sei­tens des Klos­ters im Bei­sein der Klos­ter­brü­der Johan­nes de Fleic­torph, Novi­zen­meis­ters, und des Kon­ver­sen Theo­de­ri­cus de Hege­ri­chu­sen, sei­tens des Ver­käu­fers im Bei­sein des Pfar­rers Johan­nes von Rösen­beck, des Pfar­rers Arnol­dus von Hop­pe­cke (de Hothe­pe), des Pfar­rers Gode­fri­dus in Hal­di­chu­sen, eines Ver­wand­ten Ludolfs, des Rit­ters Ger­la­cus genannt Dik­e­ber, des­sen Brü­dern Wal­te­rus und Godes­cal­cus, des Swi­che­rus de Bri­lon und des­sen Bru­ders Olri­cus und des Ludolfs d.J. de Met­zen­chu­sen, sei­nes Nach­barn erfolgt. Fer­ner hat Klos­ter Bredelar im sel­ben Jahr von Johan­nes de Pisci­na, der kei­ne Söh­ne hat, Güter im Dorf Rösen­beck, die ober­halb der Lin­de lie­gen, für 2 Mark erworben. …“

1308, 1311, 1312 und 1323 tritt Arnold von Rösen­beck (Arnol­dus de Rose­bike) als Bür­ger­meis­ter (con­su­les) von Bri­lon urkund­lich in Erschei­nung; 1323 eben­falls ein Rein­fried von Rösen­beck als Rats­herr der Stadt Bri­lon. In einer Urkun­de vom 22. Febru­ar 1323 ist zu lesen: „Vor Bür­ger­meis­ter Arnold von Rösen­beck (Rose­be­ki), Gott­fried Pis­tor, Her­mann Wese­li, Hein­rich Schult­heiß (Scult­he­tus), Johan­nes Lub­er­ti, Hil­de­brand von Rüt­hen (Rüden), Diet­rich Juve­nis, Lub­ert Pis­tor, Her­mann Bile­re, Gos­win Pis­tor, Arnold Rispek und Rein­fried von Rösen­beck (Roze­be­ki), Rats­her­ren der Stadt Bri­lon (Brey­lon), beur­kun­det der Mit­bür­ger Her­mann Bilen­hou­we­re, dass vor­ge­nann­ter Gott­fried Pis­tor ihm und sei­ner Frau Kuni­gun­de eine Ren­te von 37 Pfen­ni­gen Bri­lo­ner Wäh­rung aus einem außer­halb des Kef­fel­ker Tores gele­ge­nen Hau­ses (domum) über­schrie­ben Habe, von denen je 12 zu Ostern und 13 zu Mar­ti­ni zu zah­len sind. …“

Am 6. Novem­ber 1368 wird ein Rösen­be­cker Gold­schmied urkund­lich erwähnt: „Arnold von Rösen­beck (Rose­biche), Nol­dens Sohn, Ver­setzt mit Ein­ver­ständ­nis sei­ner Lehns­her­ren Her­mann von dem Schar­fen­berg und Diet­rich von Plet­ten­berg, Knap­pen, sei­nem Schwa­ger Her­mann Rosen­trod­de 1 ½ Mal­ter Korn­gul­den Bri­lo­ner Maßes, und zwar je 6 Schef­fel Rog­gen und Gers­te und 1 Mal­ter Hafer aus sei­nem Anteil des Zehn­ten zu Wre­xen (Wres­sen­chu­sen), auf Mar­ti­ni zu ent­rich­ten, für 37 klei­ne Gold­gul­den. Der Korn­gul­den ist Jähr­lich zwi­schen Mitt­win­ter und Ostern durch den Ver­käu­fer und den Gold­schmied Arnold von Rösen­beck mit 37 Gold­gul­den ablösbar. …“

Die Kir­che Sankt Qui­ri­ni­us im Hanen­crad in der Nähe des heu­ti­gen Ortes wur­de um 1120 erbaut und im Zuge der Soes­ter Feh­de im 15. Jahr­hun­dert zer­stört. Im 17. und 18. Jahr­hun­dert waren in der Ort­schaft Kapu­zi­ner-Mön­che aus dem Kapu­zi­ner­klos­ter Mars­berg seel­sor­ge­risch tätig. Bis zur Ein­ge­mein­dung nach Bri­lon, die am 1. Janu­ar 1975 wirk­sam wur­de, wur­de der Ort vom Amt Thü­len verwaltet.

Bei Rösen­beck lagen zwei Burg­an­la­gen der Burg Alten­fels.

Die Kir­che St. Lau­ren­ti­us wur­de im 19. Jahr­hun­dert auf­ge­ben und durch die neue Kir­che St. Lau­ren­ti­us an ande­rer Stel­le in Rösen­beck ersetzt.

Im Zwei­ten Welt­krieg fie­len 42 Rösen­be­cker als Sol­da­ten, davon die meis­ten an der Ost­front.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Screen­shot der Index­sei­te für St. Lau­ren­ti­us in Rösen­beck von Matri­cu­la (09.01.2022)

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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