Neue Digitalisate bei Matricula vom 03.12.2021: 1 hinzugefügte Pfarrei aus dem Erzbistum Paderborn – Bontkirchen, St. Vitus, 1276 – 1929

Screenshot der Indexseite für St. Vitus in Bontkirchen von Matricula (26.12.2021)
Screenshot der Indexseite für St. Vitus in Bontkirchen von Matricula (26.12.2021)

Für das Kir­chen­buch­por­tal Matri­cu­la wur­den am 3. Dezem­ber 2021 27 neue Digi­ta­li­sa­te von der römisch-katho­li­schen Pfar­rei St. Vitus in Bont­kir­chen aus dem Erz­bis­tum Pader­born hinzugefügt.

Erzbistum Paderborn: Bontkirchen, St. Vitus (27)

Signa­turMatri­kel­typDatum (1276 – 1929)
KB001-01‑NNoti­zen1276 – 1712
KB001-02‑TTau­fen1674 – 1774
KB001-03‑HTrau­un­gen1674 – 1779
KB001-04‑FFir­mung1718 – 1736
KB001-05‑SSter­be­fäl­le1674 – 1779
KB001-06‑NNoti­zen1609 – 1797
KB001-07-RtNamens­re­gis­ter Taufen1674 – 1774
KB001-08‑NNoti­zen1674 – 1825
KB001-09‑UUmschlag1674 – 1779
KB002-01‑TTau­fen1775 – 1826
KB002-02-RtNamens­re­gis­ter Taufen1775 – 1826
KB002-03‑HTrau­un­gen1780 – 1808
KB002-04‑HTrau­un­gen1780 – 1825
KB002-05‑SSter­be­fäl­le1780 – 1807
KB002-06‑SSter­be­fäl­le1780 – 1825
KB002-08‑UUmschlag1775 – 1826
KB003-01‑TTau­fen1826 – 1921
KB003-02-RtNamens­re­gis­ter Taufen1826 – 1921
KB003-03‑UUmschlag1826 – 1921
KB004-01‑HTrau­un­gen1826 – 1929
KB004-02-RhNamens­re­gis­ter Trauungen1826 – 1929
KB004-04‑UUmschlag1826 – 1929
KB005-01‑SSter­be­fäl­le1826 – 1922
KB005-02-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1826 – 1922
KB005-03‑UUmschlag1826 – 1922
KB006-01‑FFir­mung1833 – 1857
KB006-02‑UUmschlag1833 – 1857

Geografische Lage

Bont­kir­chen ist eine Ort­schaft im öst­li­chen Sauer­land. Die bis Ende 1974 selbst­stän­di­ge Gemein­de ist heu­te ein Stadt­teil der Stadt Bri­lon im Hoch­sauer­land­kreisNord­rhein-West­fa­len. Das Upland und das angren­zen­de Wal­deck sind eben­falls zum Teil im Gebiet der Gemark­schaft des Ortes.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der ehemaligen Gemeinde Bontkirchen
Wap­pen der ehe­ma­li­gen Gemein­de Bont­kir­chen; gemeinfrei

Zur Ent­ste­hung des Orts­na­mens Bont­kir­chen sind etli­che Vari­an­ten bekannt. Ursprüng­lich besteht der Name aus einer Zusam­men­set­zung von „-kir­che“ und „Bȭbo“, das auf die Vari­an­ten „mnd. bȭve ‘spitz­bu­be’, mhd. buo­be ‘Kna­be’, nhd. Bube“ zurück­ge­führt wird. In der Lite­ra­tur wird dazu die Deu­tung: ‘bei der Kiche des Bȭbo’ gegeben.

Als Bob­ben­kercken (auch: Bowenk­er­ken, Bun­k­er­ken, Bunt­k­er­ken, Bundt­k­er­ken Bunt­kir­chen, Bunn­kir­chen, Bonn­kir­chen) wird das Dorf 1276 erst­mals urkund­lich erwähnt. Bont­kir­chen hat eine wech­sel­vol­le Geschich­te, die aus der Grenz­la­ge des Dor­fes zwi­schen welt­li­chen und kirch­li­chen Grenz­be­rei­chen des Dor­fes beruht. Zu nen­nen sind hier­zu Pro­ble­me zwi­schen dem Erz­bis­tum Pader­born und dem Erz­bis­tum Köln und den welt­li­chen Her­ren, den Graf­schaft Wal­deck, den Her­ren von Pad­berg, der Stadt Bri­lon und zuletzt zwi­schen den Bun­des­län­dern Hes­sen und Nord­rhein-West­fa­len.

Simon I. von Lip­pe, ver­an­lass­te 1276 als Erz­bi­schof von Pader­born die Wie­der­be­le­bung der Pfar­rei in Bont­kir­chen und bestimm­te St. Vitus als Stif­tungs­pa­tron. 1335 ver­zich­te­te Johan van deme Schar­pen­ber­ge vor Graf Hein­rich IV. von Wal­deck auf sein Lehen zu Buwenk­er­ken. In der Fol­ge­zeit erwarb das Klos­ter Bredelar nach und nach das Dorf. Die Mön­che des Klos­ters erwar­ben 1347 und 1366 die Bont­kir­che­ner Güter der Her­ren von Schar­fen­berg. Die Her­ren von Pad­berg hat­ten 1373 dem Klos­ter ihre Rech­te mit Kir­chen­le­henZehn­ten, Diens­ten und Burg­ge­richt über­las­sen. Am 1. April 1376 schenk­ten Heyden­rich und Ste­ven von dem Schar­pen­ber­ge unter ande­rem alle ihre Kot­stät­ten, das heißt, Bau­ern­häu­ser, zu Bont­kir­chen dem Klos­ter Bredelar. Nach län­ge­rer Zeit als Wüs­tung erfolg­te ab 1497 erneut eine Besiedlung.

Die Gren­ze zu Wal­deck führ­te immer wie­der zu Strei­tig­kei­ten und Zwi­schen­fäl­len. So wird berich­tet, „dass 1540 ein Cort Mol­ner aus Bunt­kercken in Bri­lon inhaf­tiert wur­de, weil er ange­trun­ken behaup­tet hat­te, dass der Bont­kir­che­ner Hüt­ten­ham­mer Eigen­tum des Gra­fen von Wal­deck sei“. 1507 ver­zich­te­ten die Her­ren von Pad­berg nach Span­nun­gen am 4. Mai 1507 end­gül­tig auf ihre Rech­te in Bont­kir­chen. Die Mön­che von Bredelar wur­den end­gül­tig Dorf­her­ren, als der Zehn­te 1521/​27 von den Her­ren von Hor­husen erlangt wur­de. Auch der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg hat­te Aus­wir­kun­gen auf die Bevöl­ke­rung. Die Bont­kir­che­ner Hüt­te hat den Krieg aller­dings über­stan­den. Auf Ver­an­las­sung von Fer­di­nand von Bay­ern wur­den von 1612 bis 1626 kirch­li­che „Visi­ta­tio­nen“ durch­ge­führt. Für „Bonn­kir­chen“ wur­de pro­to­kol­liert: „Nun fan­den sich Grenz­dör­fer die sich zu benach­bar­ten pro­tes­tan­ti­schen Pfar­rei­en hiel­ten. So war das Dorf Bonn­kir­chen zur Filia­le des Waldeck’schen Kirch­dorfs Hering­hau­sen gewor­den; jetzt wur­de aber Klos­ter Bredelar zur Wahr­neh­mung des Got­tes­diens­tes in Bonn­kir­chen ver­mocht und die längst sup­pri­mier­te Pfar­rei daselbst wie­der in’s Leben geru­fen.“[4] Der Bri­lo­ner Rich­ter Jacob Kan­ne­gie­ßer berich­te­te am 15. Mai 1652, dass Bont­kir­chen zu die­sem Zeit­punkt 3 Spann­hö­fe und 9 Köt­ter habe, frü­her waren es 7½ Spann­hö­fe und 15 Köt­ter gewesen.

Wäh­rend der Regie­rungs­zeit des Cle­mens August von Bay­ern wur­den 1732 die Diö­ze­san­gren­zen geän­dert. Dadurch ent­fiel Bont­kir­chen dem Wir­kungs­be­reich des Bis­tums Pader­born und wur­de der Diö­ze­se Köln zuge­ord­net. Wäh­rend der Zeit Napo­le­ons kam Bont­kir­chen 1802 an die Land­graf­schaft Hes­sen-Darm­stadt. Nach dem Wie­ner Kon­gress 1816 gelang­te das Her­zog­tum West­fa­len und damit auch Bont­kir­chen an Preu­ßen.

1819 gab es einen töd­li­chen Zwi­schen­fall. Nach­dem am 25. Okto­ber zwei Asch­hüt­ten durch ein fürst­lich-wal­deck­sches Mili­tär-Kom­man­do nie­der­ge­ris­sen wor­den waren, wur­de vier Tage spä­ter der mit dem Fäl­len von Kohl­holz beschäf­tig­te Chris­toph Köch­ling von einem wal­deck­schen Sol­da­ten erschos­sen. 1830 erfolg­te eine exak­te Ver­mes­sung der Gren­zen zur Been­di­gung der alten Grenz­strei­tig­kei­ten. 1844 wur­de das Dorf dem Amt Thü­len zuge­ord­net. 1864 sind 498 Ein­woh­ner im Ort registriert.

Am 29. März 1945 erreich­ten den gan­zen Tag und die fol­gen­de Nacht unbe­waff­ne­te deut­sche Sol­da­ten Bont­kir­chen aus Rich­tung Bri­lon-Wald. Dort waren sie in ihrem Trans­port­zug von durch Bri­lon-Wald fah­ren­den US-Trup­pen beschos­sen wor­den und geflo­hen. Die Sol­da­ten klei­de­ten sich vor dem Wei­ter­zie­hen in einem Beklei­dungs­la­ger der Orga­ni­sa­ti­on Todt, das sich in der Schüt­zen­hal­le befand, ein. Die ver­blie­be­nen Beklei­dungs­stü­cke wur­den zur Auf­be­wah­rung in ver­schie­de­ne Häu­ser gebracht und spä­ter angeb­lich ord­nungs­ge­mäß abge­ge­ben. Am 3. April erschie­nen zum ers­ten Mal US-Trup­pen, um die im Dorf befind­li­chen unge­fähr 50 Wehr­machts­sol­da­ten zu einer Gefan­ge­nen­sam­mel­stel­le in Bredelar zu brin­gen. Am 4. April erreich­ten vier klei­ne­re US-Ein­hei­ten das Dorf; eine die­ser Ein­hei­ten ver­blieb über Nacht im Dorf und zog am Mor­gen weiter.

Im Zwei­ten Welt­krieg fie­len 28 Bont­kir­che­ner als Sol­da­ten, davon die meis­ten an der Ost­front, oder star­ben in Gefangenschaft.

Bereits seit Ende der 1950er Jah­re streb­te die Stadt Bri­lon eine Grenz­än­de­rung zur Gemar­kung Storm­bruch, ab dem 1. Janu­ar 1972 ein Orts­teil der Gemein­de Die­mel­see, an. Dort befan­den sich in der Wil­lin­ger Stra­ße sie­ben Wohn­häu­ser mit 22 Bewoh­nern, eine ehe­ma­li­ge Schrei­ne­rei, die Schüt­zen­hal­le und der Rasen­sport­platz. Durch die Gebiets­re­form in Nord­rhein-West­fa­len wur­de Bont­kir­chen am 1. Janu­ar 1975 ein Stadt­teil von Bri­lon. Im Jahr 2009 wur­de ein Staats­ver­trag zwi­schen Hes­sen und Nord­rhein-West­fa­len über die Abga­be von 55 Flur­stü­cken mit einer Flä­che von zusam­men 14 Hekt­ar geschlos­sen. Als Aus­gleich für den Gebiets- und Steu­er­kraft­ver­lust zahl­te Bri­lon an Die­mel­see einen Betrag von 390.000 Euro. Am 1. Novem­ber 2009 trat der Staats­ver­trag in Kraft. Der bis­her hes­si­sche Teil der Wil­lin­ger Stra­ße gehört seit­dem offi­zi­ell zu Nord­rhein-West­fa­len. Für die­se Lösung hat­ten sich die Bewoh­ner jahr­zehn­te­lang eingesetzt.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Screen­shot der Index­sei­te für St. Vitus in Bont­kir­chen von Matri­cu­la (26.12.2021)

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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