Online-OFB „Weckesheim (Wetterau)“ am 23.11.2021 aktualisiert

Fotografischer Kartenausschnitt von Weckesheim; mit Google Maps erzeugt
Fotografischer Kartenausschnitt von Weckesheim; mit Google Maps erzeugt

Das Online-OFB „Weckes­heim (Wet­terau)“ wur­de am 23. Novem­ber 2021 aktua­li­siert. Der­zeit sind 3.487 Per­so­nen vor­han­den, die in 1.063 Fami­li­en geglie­dert sind.

Geografische Lage

Lage von Weckesheim
Lage von Weckesheim

Weckes­heim (PLZ: 61203) ist ein Stadt­teil von Rei­chels­heim im süd­hes­si­schen Wet­ter­au­kreis.

Weckes­heim liegt in der Wet­terau 2 Kilo­me­ter west­lich vom Haupt­ort Rei­chels­heim, zwi­schen Frank­furt am Main und Gie­ßen, mit­ten im Her­zen der „Gol­de­nen Wet­terau“ (etwa 30 Kilo­me­ter von Frank­furt ent­fernt). Im Süden grenzt Weckes­heim an den Rei­chels­hei­mer Bergwerkssee.

Weckes­heim grenzt im Nord­os­ten an Get­ten­au, ein Orts­teil von Ech­zell, im Osten an die Klein­stadt Rei­chels­heim, in die das Dorf ein­ge­glie­dert ist. Im Süden befin­det sich Dorn-Assen­heim, im Wes­ten Bei­en­heim und im Nord­wes­ten Mel­bach, wel­ches zur Gemein­de Wöl­fers­heim zählt.

Weckes­heim ist umge­ben von Acker­flä­chen. Im Nord­os­ten befin­det sich zwi­schen Weckes­heim und Get­ten­au das Natur­schutz­ge­biet mit den zwei Seen Teu­fel­see und Pfaf­fen­see. Im Süden der befin­det sich der Bergwerkssee.

Kurzinfo vom Online-OFB

Hin­ter dem Online-OFB steht ein Bear­bei­ter des Hei­mat- und Geschichts­ver­ein Rei­chels­heim (Wet­terau). Die Daten des Online-OFB stam­men aus­nah­me­los von Herrn Gerd­hard Steinl, der in den 60er und 70er Jah­ren in Weckes­heim wohn­te und dort als Leh­rer tätig war. Herr Steinl war geschicht­lich an Weckes­heim inter­es­siert und hat folg­lich die Daten aus den Kir­chen­bü­chern der evan­ge­li­schen Kir­chen­ge­mein­de zu Weckes­heim zusam­men­ge­tra­gen. Daten von ver­stor­be­nen Per­so­nen, die nach 1876 leb­ten, stamm­ten hin­ge­gen nicht mehr aus Herr Steinls Hän­den, son­dern wur­den aus dem öffent­lich zugäng­li­chen LAGIS entnommen.

Der ein­lei­ten­de Text des Online-OFB „Weckes­heim (Wet­terau)“ fällt mit weni­gen Sät­zen sehr gering aus. In dem Text ist ledig­lich die Quel­len­an­ga­be ver­zeich­net, die für das Online-OFB Anwen­dung fin­den. His­to­ri­sche Anga­ben oder Infor­ma­tio­nen über regio­na­le oder tou­ris­ti­sche Gege­ben­hei­ten fin­det der Leser hin­ge­ben nicht, was lei­der sehr scha­de ist. Anzu­mer­ken ist aber, dass der Bear­bei­ter drei Bil­der mit eini­gen Ansich­ten von Weckes­heim anfü­gen ließ, dar­un­ter auch eine Zeich­nung von Herrn Steinl mit einer unge­fäh­ren Ansicht von Weckes­heim um 1620.

Bear­bei­tet wur­de das Online-OFB mit genea­lo­gi­schen Pro­gramm MyHe­ri­ta­ge.

Screenshot des Online-OFB "Weckesheim (Wetterau)" (Stand: 23.11.2021)
Screen­shot des Online-OFB „Weckes­heim (Wet­terau)“ (Stand: 23.11.2021)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Stadt Reichelsheim
Wap­pen der Stadt Rei­chels­heim; gemeinfrei

Grä­ber aus der Eisen­zeit (ca. 900 v. Chr.) deu­ten dar­auf hin, dass das Gebiet um Weckes­heim schon in der Eisen­zeit kurz­zei­tig bewohnt wur­de. Da wei­te­re Fun­de aus den nächs­ten Jahr­hun­der­ten aus­blei­ben, gehen For­scher von einer nicht dau­er­haf­ten Besied­lung aus.

Nach den Krie­gen zwi­schen Chat­ten und Römern um 10 n. Chr. blie­ben eini­ge Römer in der Gol­de­nen Wet­terau sess­haft. Dar­auf deu­ten Fun­de in Ech­zell hin. Als die Römer sich aus den Limes­ge­bie­ten zurück­zo­gen, nah­men die Ala­man­nen die Gegend in Besitz und wan­der­ten ver­mut­lich aus dem Nor­den ein. Anfang 2012 wur­den bei Aus­gra­bun­gen in Rei­chels­heim Scher­ben, Kno­chen und römi­sche und ala­man­ni­sche Kera­mik gefun­den. Klei­ne­re Ver­tie­fun­gen wur­den als Pfos­ten­lö­cher iden­ti­fi­ziert. Sie deu­ten auf Häu­ser und Scheu­nen hin. Größ­ter und spek­ta­ku­lärs­ter Fund war das Ske­lett eines Pfer­des. Bis auf eine Beschä­di­gung des Kop­fes, die ver­mut­lich von einem Pflug stamm­te, war das Ske­lett nahe­zu kom­plett erhal­ten. Das Pferd war ordent­lich nie­der­ge­legt, das Loch bewusst für das Tier gegra­ben. Ein ganz beson­de­rer Fund war auch eine römi­sche Mün­ze, kaum ein Zen­ti­me­ter groß, mit Prä­gun­gen auf bei­den Seiten.

Das Mit­tel­al­ter präg­te Weckes­heim vor allem in der nähe­ren Umge­bung des Lin­den­plat­zes. Dort befin­den sich vie­le Fachwerkhäuser.

Die Grün­dung der Sied­lung geht in frän­ki­sche Zeit zurück. Erwähnt wird der Ort erst­mals als Weckes­heim im Codex Eber­har­di, aller­dings ist die­ses Doku­ment unda­tiert, es wird von der For­schung der Zeit um 1090 bis 1150 zuge­ord­net. Ent­stan­den ist das Kopi­ar des Mönchs Eber­hard im Klos­ter Ful­da um 1160. Das Dorf wur­de von den Fran­ken auch „Wegg­o­heim“ genannt. „Weg­go“ kommt dabei von Schaf­hir­te. Daher geht man davon aus, dass Weckes­heim am Anfang ein Schaf­hof gewe­sen sein muss.

Bis 1255 war Weckes­heim im Besitz der Her­ren von Mün­zen­berg und fiel nach Aus­ster­ben die­ser Linie durch Erb­schaft an die Her­ren von Fal­ken­stein. Am 22. März 1270 wird der Ort als Wekes­heim erwähnt. In der Urkun­de heißt es: „Phil­ip­pus et Wer­he­rus, fra­tres junio­res de Val­ken­stein, nobi­les, … bonis nos­tris in Wekens­heim … duos man­sos et tria juge­ria cum … , Fri­de­ber­to Juve­ni, civi Fri­de­ber­gen­sis“ Über­set­zung: „Die Brü­der Phil­ipp der Jün­ge­re und Wer­ner der Jün­ge­re von Fal­ken­stein, Adli­ge, beleh­nen Fri­de­bert Jung, Bür­ger in Fried­berg, 2 Hufen oder Man­sen und eini­ge Joche in Weckesheim.“

Ab 1419 ging das Dorf an die Gra­fen von Solms, in deren Besitz es bis zum Ende des Hei­li­gen Römi­schen Reichs 1806 ver­blieb, als es dann an das Groß­her­zog­tum Hes­sen fiel.

In der Land­graf­schaft Hes­sen-Darm­stadt wur­de mit Aus­füh­rungs­ver­ord­nung vom 9. Dezem­ber 1803 das Gerichts­we­sen neu orga­ni­siert. Für die Pro­vinz Ober­hes­sen wur­de das Hof­ge­richt Gie­ßen als Gericht der zwei­ten Instanz ein­ge­rich­tet. Die Recht­spre­chung der ers­ten Instanz wur­de durch die Ämter bzw. Stan­des­her­ren vor­ge­nom­men und somit war für Weckes­heim ab 1806 das „Patri­mo­ni­al­ge­richt der Fürs­ten Solms-Braun­fels“ in Wöl­fers­heim zustän­dig. Das Hof­ge­richt war für nor­ma­le bür­ger­li­che Streit­sa­chen Gericht der zwei­ten Instanz, für stan­des­herr­li­che Fami­li­en­rechts­sa­chen und Kri­mi­nal­fäl­le die ers­te Instanz. Die zwei­te Instanz für die Patri­mo­ni­al­ge­rich­te waren die stan­des­herr­li­chen Jus­tiz­kanz­lei­en. Über­ge­ord­net war das Oberap­pel­la­ti­ons­ge­richt Darm­stadt.

Mit der Grün­dung des Groß­her­zog­tums Hes­sen 1806 wur­de die­se Funk­ti­on bei­be­hal­ten, wäh­rend die Auf­ga­ben der ers­ten Instanz 1821 – 1822 im Rah­men der Tren­nung von Recht­spre­chung und Ver­wal­tung auf die neu geschaf­fe­nen Land- bzw. Stadt­ge­rich­te über­gin­gen. Ab 1822 lie­ßen die Fürs­ten Solms-Braun­fels ihre Rech­te am Gericht durch das Groß­her­zog­tum Hes­sen in ihrem Namen aus­üben. „Land­ge­richt Hun­gen“ war daher die Bezeich­nung für das erst­in­stanz­li­che Gericht, das für Weckes­heim zustän­dig war. Auch auf sein Recht auf die zwei­te Instanz, die durch die Jus­tiz­kanz­lei in Hun­gen aus­ge­übt wur­de, ver­zich­te­te der Fürst 1823. Erst infol­ge der März­re­vo­lu­ti­on 1848 wur­den mit dem „Gesetz über die Ver­hält­nis­se der Stan­des­her­ren und ade­li­gen Gerichts­her­ren“ vom 15. April 1848 die stan­des­herr­li­chen Son­der­rech­te end­gül­tig aufgehoben.

Anläss­lich der Ein­füh­rung des Gerichts­ver­fas­sungs­ge­set­zes mit Wir­kung vom 1. Okto­ber 1879, infol­ge­des­sen die bis­he­ri­gen groß­her­zog­lich hes­si­schen Land­ge­rich­te durch Amts­ge­rich­te an glei­cher Stel­le ersetzt wur­den, wäh­rend die neu geschaf­fe­nen Land­ge­rich­te nun als Ober­ge­rich­te fun­gier­ten, kam es zur Umbe­nen­nung in „Amts­ge­richt Hun­gen“ und Zutei­lung zum Bezirk des Land­ge­richts Gie­ßen. Gleich­zei­tig kam Weckes­heim zum Bereich des Amts­ge­richts Fried­berg. In der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land sind die über­ge­ord­ne­ten Instan­zen das Land­ge­richt Gie­ßen, das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main sowie der Bun­des­ge­richts­hof als letz­te Instanz.

In den bei­den Welt­krie­gen spiel­te Weckes­heim kei­ne gro­ße Rol­le. Weckes­heim blieb weit­ge­hend von den Kriegs­hand­lun­gen des Zwei­ten Welt­kriegs ver­schont. Es gab wich­ti­ge­re tak­ti­sche Zie­le als das klei­ne land­wirt­schaft­lich gepräg­te Dorf in der Wet­terau. Auch die ein­mar­schie­ren­den alli­ier­ten Trup­pen beweg­ten sich meist öst­lich und west­lich an Weckes­heim vor­bei. Es ist über­lie­fert, dass zu Beginn der 1930er Jah­re die natio­na­lis­ti­schen Kräf­te in den umlie­gen­den Gemein­den schon eine gro­ße Anhän­ger­schaft hat­ten; die Weckes­hei­mer jedoch ver­trie­ben die Nazis aus ihrem Dorf. Auch nach dem Zwei­ten Welt­krieg sprach man gele­gent­lich vom „roten Weckesheim“.

Im Zuge der Gebiets­re­form in Hes­sen wur­de kraft Lan­des­ge­set­zes am 1. August 1972 die Gemein­de Weckes­heim in die Stadt Rei­chels­heim in der Wet­terau eingegliedert.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Foto­gra­fi­scher Kar­ten­aus­schnitt von Weckes­heim; mit Goog­le Maps erzeugt

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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