Neue Digitalisate bei Matricula vom 12.11.2021: 1 hinzugefügte Pfarrei aus dem Erzbistum Paderborn – St. Marien, Antfeld

Screenshot der Indexseite für St. Marien in Antfeld von Matricula (12.11.2021)
Screenshot der Indexseite für St. Marien in Antfeld von Matricula (12.11.2021)

Für das Kir­chen­buch­por­tal Matri­cu­la wur­den am 12. Novem­ber 2021 4 neue Digi­ta­li­sa­te von der römisch-katho­li­schen Pfar­rei St. Mari­en in Ant­feld aus dem Erz­bis­tum Pader­born hinzugefügt.

Erzbistum Paderborn: Antfeld, St. Marien (4)

Signa­turMatri­kel­typDatum (1094 – 2004)
KB003-01‑FFir­mung1915 – 2004
KB003-02‑UUmschlag1915 – 2004
KB004-01‑HTrau­un­gen1904 – 1951
KB004-03‑UUmschlag1904 – 1951

Geografische Lage

Ant­feld (PLZ: 59939) ist ein Orts­teil der Stadt Ols­berg im Hoch­sauer­land­kreis mit 781 Ein­woh­nern. Ant­feld liegt am Ober­lauf der Ruhr, 5 km vom Zen­trum der Stadt Ols­berg ent­fernt. Die Bun­des­stra­ße 7, die ent­lang des Dor­fes ver­läuft, führt in öst­li­cher Rich­tung wei­ter nach Bri­lon, west­lich nach Mesche­de.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Ant­feld ist, flä­chen­mä­ßig betrach­tet, der größ­te Orts­teil von Ols­berg. Der Ort wur­de 1026 erst­mals erwähnt, eine Minis­te­ria­len­fa­mi­lie von Ant­feld ist 1259, 1269 und 1279 urkund­lich belegt. Der Ort ist durch den Schie­fer­berg­bau (1355) bekannt geworden.

Annet­te von Dros­te-Hüls­hoff lob­te das Schloss Ant­feld über­schwäng­lich. Über Jahr­hun­der­te gaben die Baro­ne von Papen dem Dorf sei­ne Prä­gung. In der Blü­te des Schie­fer­berg­baus wur­den im Ort bis in die 1940er Jah­re sie­ben Stol­len betrie­ben. Die Stol­len wur­den nach dem Ein­marsch der Alli­ier­ten mit 80 Ton­nen Dyna­mit gesprengt.

Seit Anfang 1945 zogen Fremd­ar­bei­ter, dar­un­ter Frau­en und Kin­der, unter Bewa­chung durchs Dorf in Rich­tung Osten. In der Nacht vom 17. auf den 18. März lager­ten fast 2000 die­ser Fremd­ar­bei­ter im Dorf und muss­ten ver­sorgt wer­den. Da nicht genug Nah­rung ver­teilt wur­de, kam es zur Plün­de­rung von Run­kel- und Steck­rü­ben­mie­ten. Am 31. März zogen Wehr­machts­sol­da­ten Rich­tung Alten­bü­ren. Am 2. April erleb­te die Bevöl­ke­rung den schwe­ren Beschuss des öst­li­chen Nach­bar­dorfs Alten­bü­ren. In der Dorf­schu­le rich­te­te die Wehr­macht eine Ver­bands­stel­le ein. Am 3. April wur­de das Wehr­mel­de­amt der Krei­se Bri­lon und Mesche­de, wel­ches erst am 5. März ins Dorf ver­legt wor­den war, nach Dorlar ver­legt. Am glei­chen Tag zogen Män­ner vom Volks­sturm Frei­korps Sauer­land und eine Abtei­lung vom Reichs­ar­beits­dienst aus Wink­hau­sen durchs Dorf Rich­tung Alten­bü­ren. Am 3. April such­te die Bevöl­ke­rung Schutz in den Stol­len der Egon­gru­be, Stein­kuh­le und im Och­sen­berg. Ande­re gin­gen in die Höh­le im Him­mel­reich. Am 5. April wur­de Ant­feld beschos­sen. Meh­re­re Gebäu­de wur­den unter­schied­lich schwer getrof­fen. Ein Ein­woh­ner wur­de so schwer ver­wun­det, dass er am 26. April im Laza­rett ver­starb. Auch ein fran­zö­si­scher Gefan­ge­ner wur­de ver­wun­det. Im Stol­len der Gru­be Egon starb eine Frau. Am 6. April besetz­ten US-Sol­da­ten aus Rich­tung Big­ge das Dorf. Rund 100 deut­sche Sol­da­ten wur­den gefan­gen genom­men. In der Nacht vom 7. auf den 8. April wur­de eine Frau erschos­sen, wel­che nicht auf Rufe eines Pos­tens reagier­te. Drei deut­sche Sol­da­ten, dar­un­ter ein Pilot, wur­den auf dem Fried­hof begra­ben. Bis zu deren Abtrans­port am 16. Mai, kam es im Dorf zu Dieb­stäh­len ehe­ma­li­ger Fremd­ar­bei­ter aus der Sowjetunion.

Im Zwei­ten Welt­krieg fie­len 54 Män­ner aus dem Dorf als Sol­da­ten, davon die meis­ten an der Ost­front.

Am 1. Janu­ar 1975 wur­de Ant­feld nach Ols­berg eingemeindet.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Screen­shot der Index­sei­te für St. Mari­en in Ant­feld von Matri­cu­la (12.11.2021)

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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