Neue Digitalisate bei Matricula vom 05.11.2021: 1 hinzugefügte Pfarrei aus dem Erzbistum Paderborn – St. Maria Magdalena, Padberg

Screenshot der Indexseite für St. Maria Magdalena in Padberg von Matricula (05.11.2021)
Screenshot der Indexseite für St. Maria Magdalena in Padberg von Matricula (05.11.2021)

Für das Kir­chen­buch­por­tal Matri­cu­la wur­den am 5. Novem­ber 2021 3 neue Digi­ta­li­sa­te von der römisch-katho­li­schen Pfar­rei St. Maria Mag­da­le­na in Pad­berg aus dem Erz­bis­tum Pader­born hinzugefügt.

Erzbistum Paderborn: Padberg, St. Maria Magdalena (3)

Signa­turMatri­kel­typDatum (1913 – 1980)
KB005-01‑SSter­be­fäl­le1913 – 1980
KB005-02-RsNamens­re­gis­ter Sterbefälle1913 – 1980
KB005-04‑UUmschlag1913 – 1980

Geografische Lage

Pad­berg (PLZ: 34431) ist ein Orts­teil der Stadt Mars­berg im Hoch­sauer­land­kreis im öst­li­chen Nord­rhein-West­fa­len. Pad­berg liegt unmit­tel­bar an der Lan­des­gren­ze zu Hessen.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der ehemaligen Gemeinde Padberg; gemeinfrei
Wap­pen der ehe­ma­li­gen Gemein­de Pad­berg; gemeinfrei

Erst­mals wur­de Pad­berg urkund­lich am 1. Juni 1030 erwähnt, als der Land­be­sitz im Itter­gau des Bern­hard aus dem Geschlecht der Haol­de, spä­ter Gra­fen von Pad­berg. Die­ser muss­te den Besitz vom Pader­bor­ner Bischof Mein­werk zu Lehen neh­men; die­ser war Stamm­va­ter der Gra­fen von Pad­berg. Die Graf­schaft Pad­berg, die eben­falls um 1030 ent­stand, war bereits im Jahr 1120 erlo­schen. Haupt­sitz der Gra­fen war die Alte Burg, auch Ober­haus Pad­berg genannt, in Pad­berg. 1057 begann man mit dem Bau der alten Kir­che St. Peter. 1101 hat­te Graf Erpo von Pad­berg sei­ne Eigen­kir­che zu Wer­dohl (Vor­gän­ger­bau der Kili­ans­kir­che) sowie Grund­be­sitz dem Klos­ter Boke (spä­ter ver­legt nach Flecht­dorf, einem heu­ti­gen Orts­teil von Die­mel­see) geschenkt.

Der Ort ent­wi­ckel­te sich ab dem 13. Jahr­hun­dert zu einer stadt­ähn­li­chen Ansied­lung. 1201 ist von einer urbs Pat­berg die Rede, 1204 von einem forum Pat­berg. Pad­berg besaß also schon früh einen Markt. 1217 ist aber von einer vil­la (Dorf) die Rede, die die Her­ren von Pad­berg als zu ihrer Burg zuge­hö­rig betrach­te­ten. 1234 ist ein oppi­dum Pat­berg über­lie­fert und 1247 erst­mals von acht nament­lich genann­ten con­su­les oppi­di Pat­berg (Rats­her­ren der Stadt Pad­berg) die Rede.

Am 12. März 1263 leg­ten die Burg­her­ren Johann und Gott­schalk von Pad­berg ihren Streit mit den Bür­gern von Pad­berg bei und gestan­den ihnen weit­rei­chen­de Eigen­ver­wal­tung zu. Sie waren zu die­ser Zeit die Stadt­her­ren, als die sie auch noch um 1453 bezeich­net wur­den. Von allen städ­ti­schen Ein­nah­men erhiel­ten sie den drit­ten Teil. Die Wäch­ter der Stadt­to­re wur­den von ihnen besol­det. Der städ­ti­sche Rich­ter wur­de gemein­sam von den Burg­her­ren und den Rats­her­ren eingesetzt.

Die Alte Burg Pad­berg galt im Zeit­raum 1250 bis 1397 als unein­nehm­bar und war eine der vier Säu­len des Erz­bis­tums Köln. Im 14. Jahr­hun­dert kam es zu einer Spal­tung in das Alte Haus Pad­berg und das Neue Haus Pad­berg. Die Her­ren von Pad­berg errich­te­ten neben der Alten Burg eine wei­te­re Burg, die auch Unter­haus Pad­berg genannt wurde.

In der Feh­de zwi­schen dem Erz­stift Köln und dem Gra­fen Otto von Wal­deck um die Bur­gen Nor­denau und Can­stein wur­de die neue Burg 1343 von den Wal­de­ckern erobert und erst 1346 in einem Frie­dens­ver­trag wie­der zurück­ge­ge­ben. 1391 grün­den Fried­rich von Pad­berg, Kurt Spie­gel zum Desen­berg und Rabe von Can­stein den Beng­ler Rit­ter­bund. Die Stadt besaß in die­ser Zeit zwei Stadt­to­re; eins in Rich­tung Burg Pad­berg und eins in Rich­tung Klos­ter Bredelar.

Seit dem Ende des 14. Jahr­hun­derts wird die Stadt auch als Ring Pad­berg bezeich­net. Pad­berg wur­de immer wie­der in die Kämp­fe sei­ner Stadt­her­ren hin­ein­ge­zo­gen. Um die Lan­des­herr­schaft strit­ten über Jahr­hun­der­te die Erz­bi­schö­fe von Köln und die Fürs­ten von Wal­deck. 1381 zogen die Pad­ber­ger gegen die Stadt Fran­ken­berg. Zudem betei­li­gen sich die Pad­ber­ger Rit­ter an zahl­rei­chen Kriegs- und Raub­zü­gen. In den Jah­ren 1388/​89 kam es zu zahl­rei­chen Feh­de­zü­gen. Der Land­graf von Hes­sen, der Her­zog von Braun­schweig und der Bischof von Pader­born erober­ten und zer­stör­ten 1391 die Stadt. Die Bur­gen konn­ten jedoch nicht ein­ge­nom­men wer­den. Pad­berg wur­de 1393 und 1394 erneut niedergebrannt.

Wäh­rend der Pad­ber­ger Feh­de erober­ten und zer­stör­ten Bür­ger aus Kor­bach im Jahr 1414 die Stadt. Pad­berg wur­de danach nur noch unbe­fes­tigt wie­der auf­ge­baut. Dafür bestä­tig­ten die Gra­fen von Wal­deck den Pad­ber­gern erneut die Stadt­rech­te. 1415 muss­ten zudem die alte und die neue Burg ver­pfän­det wer­den, um die hohen Löse­gel­der und Kriegs­kos­ten zu bezahlen.

Burg und Ring Pad­berg wur­den im Jahr 1413 hes­si­sches Offen­haus. Nach der Rück­erobe­rung durch Köln im Jahr 1466 wur­de Pad­berg sie­ben Jah­re spä­ter erneut Köl­ner Offenhaus.

In der Feh­de gegen das Stift Mainz ver­bün­de­te sich im Jahr 1516 Fried­rich von Pad­berg mit Götz von Ber­li­chin­gen. Im März 1516 war Götz von Ber­li­chin­gen drei Tage auf der Burg zu Gast bei Johann und Fried­rich von Pad­berg. Die­ser plan­te und begann in Pad­berg sei­nen Über­fall auf den Gra­fen Phil­ipp von Wal­deck.

Johann von Pad­berg zog in den 1550er Jah­ren nach dem Ver­fall der bei­den Bur­gen nach Bering­hau­sen. Nach sei­nem Tod im Jahr 1557 erhielt sein Sohn Phil­ipp das Ober­haus und sein Sohn Fried­rich das Unterhaus.

Diph­the­rie und Pest tra­ten am Anfang des 17. Jahr­hun­derts in Pad­berg auf. Wäh­rend der Zeit der Hexen­ver­fol­gun­gen sind für Pad­berg im Zeit­raum von 1588 bis 1590 neun und von 1593 bis 1602 vier Hexen­pro­zes­se belegt. Wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges quar­tier­ten sich erst­mals im Jahr 1619 Trup­pen in der Stadt ein. 1636 wur­de die Stadt geplün­dert und niedergebrannt.

Das Schloss Pad­berg ging aus einem Burg­sitz der Linie des Unter­hau­ses der Her­ren von Pad­berg her­vor und fiel 1677 an die Fami­lie von Stock­hau­sen. Im Jahr 1800 begann Alhard von Stock­hau­sen mit einem unvoll­ende­ten Neu­bau. Der heu­ti­ge Bau stammt aus den Jah­ren 1890/​91.

Im Jahr 1758 wur­den 130 kur­köl­ni­sche Bau­ern­schüt­zen bei dem Ver­such, in Pad­berg ein­zu­drin­gen, zurück­ge­schla­gen. 1768 zogen zwei kur­köl­ni­sche Kom­pa­nien gegen den Ring Pad­berg und besetz­ten ihn. Die Wit­we des Josef von Pad­berg kauf­te 1801 das Unte­re Haus und ver­ei­nig­te damit die bei­den Häuser.

Gegen Ende des Mit­tel­al­ters scheint der Ort sei­ne städ­ti­schen Eigen­schaf­ten ver­lo­ren zu haben. Unter den Städ­ten und Frei­hei­ten des Her­zog­tums West­fa­len taucht es gegen Ende des 18. Jahr­hun­derts nicht mehr auf. Pad­berg gehör­te mit zum gleich­na­mi­gen Patri­mo­ni­al­ge­richt.

Ers­te jüdi­sche Ein­woh­ner wur­den in Pad­berg um 1672 erwähnt. Im Jahr 1751 wur­de die ers­te Syn­ago­ge gebaut, die als ein­zi­ge Fach­werk-Syn­ago­ge in West­fa­len gilt. Die Zahl der jüdi­schen Bür­ger stieg bis zum Jahr 1851 auf 95 Per­so­nen an. 1872 waren in dem aus sechs Mit­glie­dern bestehen­den Gemein­de­rat zwei jüdi­sche Mit­bür­ger ver­tre­ten. Anfang der 1930er Jah­re wur­de die jüdi­sche Gemein­de in Pad­berg auf­ge­löst, da es nicht mehr genug Mit­glie­der gab.

1802 fiel der Ort mit dem Her­zog­tum West­fa­len an die Land­graf­schaft Hes­sen-Darm­stadt. 1807 wur­de er in das Amt Mars­berg ein­be­zo­gen. Ab 1816 gehör­te Pad­berg zu Preu­ßen. Seit 1841 war Pad­berg ein Teil des Amtes Nie­der­mars­berg im Kreis Bri­lon. Das Patri­mo­ni­al­ge­richt der Her­ren von Pad­berg wur­de 1849 auf­ge­löst. Der Graf von Dros­te zu Vische­ring in Dar­feld erwarb im Jahr 1878 das Gut der Pad­ber­ger Her­ren. 1912 erbau­te man die neue Kir­che St. Maria Mag­da­le­na in Pad­berg im baro­cki­sie­ren­den Stil.

Gegen Ende des Zwei­ten Welt­kriegs rich­te­te sich eine deut­sche Mili­tär­ein­heit in der alten Kir­che ein. Es gelang aber dem Bür­ger­meis­ter und dem Burg­be­sit­zer Dros­te zu Vische­ring, den kom­man­die­ren­den Haupt­mann davon abzu­brin­gen, gegen die anrü­cken­den Ame­ri­ka­ner zu kämp­fen. Die Sol­da­ten flüch­te­ten sich in die Wäl­der, um der Gefan­gen­nah­me zu ent­ge­hen. Am 31. März 1945 zogen somit die ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen, ohne auf Wider­stand zu sto­ßen, in Pad­berg ein. Am 1. April wur­de Pad­berg durch­sucht und Wehr­machts-Sol­da­ten abge­führt. Wäh­rend die­ses Krie­ges star­ben 40 Pad­ber­ger als Sol­da­ten der Wehr­macht, die meis­ten von ihnen an der Ost­front.

Bis 1975 gehör­te der Ort zum Amt Nie­der­mars­berg und hat­te bei einer Flä­che von 12,24 km² 689 Ein­woh­ner (1961). Davon waren 630 katho­lisch und 59 evan­ge­lisch. Von den Erwerbs­per­so­nen waren 40,4 % in Land- und Forst­wirt­schaft, 45,3 % im pro­du­zie­ren­den Gewer­be und der Rest in sons­ti­gen Berufs­spar­ten beschäftigt.

Am 1. Janu­ar 1975 wur­de die Gemein­de Pad­berg im Rah­men der kom­mu­na­len Neu­glie­de­rung ein Orts­teil der Stadt Mars­berg.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Screen­shot der Index­sei­te für St. Maria Mag­da­le­na in Pad­berg von Matri­cu­la (05.11.2021)

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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