Aktualisierte Sammlung bei Ancestry vom 14.10.2021: Halle (Saale), Deutschland, Volkszählungs- und Bürgerlisten, 1400 – 1915

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Der kom­mer­zi­el­le, genea­lo­gi­sche Dienst­leis­tungs­an­bie­ter Ances­try hat am 14. Okto­ber 2021 fol­gen­de Samm­lung aktua­li­siert: Hal­le (Saa­le), Deutsch­land, Volks­zäh­lungs- und Bür­ger­lis­ten, 1400 – 1915.

Die­se Samm­lung ent­hält Per­so­nen­lis­ten aus Bür­ger­bü­chern, Rats­ma­tri­keln und ver­schie­de­nen Volks­zäh­lun­gen für Hal­le von 1400 bis 1915. Vie­le von ihnen stam­men aus dem 19. Jahr­hun­dert. Hal­le, bis zum Anfang des 20. Jahr­hun­derts auch „Hal­le an der Saa­le“, ist schon seit 1890 eine Groß­stadt und liegt im heu­ti­gen Bun­des­land Sach­sen-Anhalt etwa 40 km nord­west­lich von Leip­zig. Hal­le wur­de bereits 806 erst­mals urkund­lich erwähnt, hat­te seit 961 Stadt­rech­te, ent­wi­ckel­te sich durch den Salz- und Tuch­han­del früh zu einem wich­ti­gen Wirt­schafts­zen­trum und wur­de zum Sitz einer der ältes­ten Uni­ver­si­tä­ten Deutsch­lands. Als eines der Wahr­zei­chen der Stadt gilt der auf dem Markt­platz ste­hen­de „Rote Turm“, ein 1506 fer­tig­ge­stell­ter Uhr- und Glo­cken­turm. Bis 1680 war die Stadt mit dem Erz­bis­tum Mag­de­burg und dem Kur­fürs­ten­tum Bran­den­burg ver­bun­den. Seit 1701 gehör­te Hal­le dann zum König­reich Preu­ßen, das 1918 zum Frei­staat Preu­ßen in der Wei­ma­rer Repu­blik wurde.

Fol­gen­de Per­so­nen­stands­re­gis­ter sind der­zeit vorhanden:

Die Bür­ger­bü­cher ent­hal­ten zwei auf­wän­dig gestal­te­te Pracht­bän­de (1400 – 1747 und 1748 – 1830) und zwei Bän­de in tabel­la­ri­scher Form (1805 – 1830, 1831 – 1853). In den Büchern wur­den jähr­lich Ein­woh­ner erfasst, die auf Antrag den Sta­tus als Bür­ger erlangt hat­ten, womit sie poli­ti­sche, sozia­le und wirt­schaft­li­che Pri­vi­le­gi­en aber auch Pflich­ten der Stadt gegen­über erhiel­ten. Ein­woh­ner ohne Bür­ger­sta­tus tau­chen in die­sen Büchern nicht auf. Zunächst sind nur Namen ver­zeich­net, ab 1462 mit Anga­be des Bür­ger­rechts­gel­des und ab 1493 zusätz­lich die Namen von je zwei Zeu­gen (Bür­gen). Ab 1523 Anga­be des Beru­fes, ab 1524 Datum der Eides­leis­tung, ab 1526 der Her­kunfts­ort bei Zuge­wan­der­ten. Ab 1730 wur­den die zu zah­len­den Gebüh­ren nach ein­zel­nen kom­mu­na­len Kas­sen auf­ge­schlüs­selt. Zeit­wei­lig wur­den Alter und Kon­fes­si­on der Neu­bür­ger erfasst. Zu Beginn jedes Jahr­gangs wur­den die amtie­ren­den Rats­mit­glie­der verzeichnet.

Zu den Bür­ger­bü­chern sind alte hand­schrift­li­che Regis­ter erstellt wor­den, die die Jah­re 1650 – 1807 erschlie­ßen. Ver­zeich­net sind die Namen der Bür­ger und die Jahr­gän­ge, in denen sie in den Büchern auftauchen.

Die Bür­ger­rol­len haben ab 1855 die Bür­ger­bü­cher fort­ge­führt, jetzt auf der Grund­la­ge der preu­ßi­schen Städ­te­ord­nung, die seit 1831 galt. Es sind jähr­li­che Auf­lis­tun­gen der Bewoh­ner mit Bür­ger­recht mit Anga­be von Name, Adres­se, Stand bzw. Gewer­be, Ver­an­la­gung des Ein­kom­mens und Zuord­nung in Wäh­ler­klas­sen I, II und III. Ab 1869 gibt es eine Glie­de­rung in fünf Wohn­be­zir­ke. Ab 1875 heißt die Bür­ger­rol­le „Nament­li­che Lis­te der stimm­fä­hi­gen Bür­ger“, ab 1878 „Wäh­ler­lis­te“. Für die Jah­re 1885 bis 1891 liegt ein Regis­ter­band vor. Iso­lier­te Lis­ten für 1906 und 1915 sind in „Alt­stadt“ und (1900 ein­ge­mein­de­te) „Vor­or­te“ geglie­dert. In vie­len Jahr­gän­gen tau­chen meh­re­re Bän­de auf, die jeweils „Ange­ses­se­ne“ (bereits regis­trier­te Bür­ger) und „Unan­ge­ses­se­ne“ (Neu­bür­ger) verzeichnen.

Die „Raths-Matri­cul“ umfas­sen die Jah­re 1601 – 1735 und 1736 – 1832 mit einem Nach­trag von 1854. Sie ver­zeich­nen die Mit­glie­der des Stadt­ra­tes von Hal­le und ab 1719 auch die Rats­be­diens­te­ten. Für die Matri­kel sind maschi­nen­schrift­li­che Namens­re­gis­ter vor­han­den, die sich am Ende der Bän­de befinden.

Der „Sena­tus Hal­len­sis“ genann­te Band ist Teil der Rats­ma­tri­kel und umfasst die Jah­re 1405 – 1655 (mit Lücken 1436 und 1437. Ver­zeich­net sind die Rats­mit­glie­der und ab 1479 auch die Thal­be­am­ten, zustän­dig zur Über­wa­chung der Salz­pro­duk­ti­on in Halle.

Die Urbe­völ­ke­rungs­lis­ten ver­zeich­nen die ansäs­si­gen Bewoh­ner von Hal­le unab­hän­gig von ihrem Sta­tus von 1840 – 1864. Die Erhe­bun­gen wur­den alle drei Jah­re gemacht. Sie sind bis 1852 nach Stadt­vier­teln und Vor­städ­ten, ab 1855 nach Poli­zei­be­zir­ken geglie­dert. Daher gibt es für vie­le Jahr­gän­ge meh­re­re Bän­de. Die Bewoh­ner wur­den in einer Häu­ser­zäh­lung erfasst mit Namen, fami­liä­rer Zuge­hö­rig­keit, Lebens­al­ter, Kon­fes­si­on und Beruf. Jeder Band ent­hält Sta­tis­ti­ken zum jewei­li­gen Stadt­vier­tel, geglie­dert nach Geschlecht und Lebens­al­ter sowie Anga­ben zu Taub­stum­men und Blin­den. Es gibt Lücken in den Jahr­gän­gen 1843, 1849, 1855 und 1861.

Die Anga­ben aus den Ori­gi­na­len sind bei Ances­try der­zeit nicht inde­xiert und nicht über eine Such­mas­ke erschlos­sen. In der Box „Die­se Samm­lung durch­su­chen“ kön­nen die Tei­le der Samm­lung aus­ge­wählt und dann durch­blät­tert wer­den. Der Film­strei­fen mit den Minia­tur­an­sich­ten hilft bei der Ori­en­tie­rung. Die Ein­trä­ge in den Ori­gi­na­len sind immer wie­der auch über zwei Sei­ten geführt. Sie sind nach­ein­an­der dargestellt.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Logo von Ances­try; gemeinfrei

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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