Ortsfamilienbuch „Herrenberger Familien – Ortsfamilienbuch der ehemaligen Oberamtsstadt Herrenberg 1550 – 1910 mit Ergänzungen bis in die heutige Zeit“ erschienen

Ansicht des Ortsfamilienbuchs zu Herrenband im Doppelband
Ansicht des Ortsfamilienbuchs zu Herrenband im Doppelband

Der Ver­ein für Fami­li­en­kun­de in Baden-Würt­tem­berg e. V. hat aktu­ell das Orts­fa­mi­li­en­buch „Her­ren­ber­ger Fami­li­enOrts­fa­mi­li­en­buch der ehe­ma­li­gen Ober­amts­stadt Her­ren­berg 1550 – 1910 mit Ergän­zun­gen bis in die heu­ti­ge Zeit“ in zwei Bän­den ver­öf­fent­licht. In die­sem Bei­trag stel­le ich das neue Orts­fa­mi­li­en­buch ein­mal kurz vor.

Cover des Ortsfamilienbuchs „Herrenberger Familien - Ortsfamilienbuch der ehemaligen Oberamtsstadt Herrenberg 1550-1910 mit Ergänzungen bis in die heutige Zeit“
Cover des Orts­fa­mi­li­en­buchs „Her­ren­ber­ger Fami­li­en – Orts­fa­mi­li­en­buch der ehe­ma­li­gen Ober­amts­stadt Her­ren­berg 1550 – 1910 mit Ergän­zun­gen bis in die heu­ti­ge Zeit“

Das aktu­el­le Orts­fa­mi­li­en­buch „Her­ren­ber­ger Fami­li­en – Orts­fa­mi­li­en­buch der ehe­ma­li­gen Ober­amts­stadt Her­ren­berg 1550 – 1910 mit Ergän­zun­gen bis in die heu­ti­ge Zeit“ wur­de von einem Arbeits­team um den Pro­jekt­lei­ter Sieg­fried Glem­ser nach 12 Jah­ren fer­tig­ge­stellt. Das Orts­fa­mi­li­en­buch umfasst über 33.000 Per­so­nen­ein­trä­ge aus der Ort­schaft Her­ren­berg im Kreis Böb­lin­gen von Baden-Würt­tem­berg, die in ca. 9.000 Fami­li­en­mit­glie­der geglie­dert sind. Die Quel­len des Orts­fa­mi­li­en­buchs sind einer­seits die evan­ge­li­schen Her­ren­ber­ger Kir­chen­bü­cher mit Tau­f­re­gis­ter 1558 – 1893, Ehe­re­gis­ter 1579 – 1897, Toten­re­gis­ter 1631 – 1923 und Fami­li­en­re­gis­ter 1808 – 1910, sowie ande­rer­seits die Stan­des­amts­re­gis­ter mit Gebur­ten­re­gis­ter 1893 – 1905, Ehe­re­gis­ter 1876 – 1935 und Ster­be­re­gis­ter 1923 – 1945. Zeit­lich erstre­cken sich die Per­so­nen­an­ga­ben in einem Zeit­raum von 1550 bis 1910 (= 360 Jahre).

Das Orts­fa­mi­li­en­buch „Her­ren­ber­ger Fami­li­en – Orts­fa­mi­li­en­buch der ehe­ma­li­gen Ober­amts­stadt Her­ren­berg 1550 – 1910 mit Ergän­zun­gen bis in die heu­ti­ge Zeit“ umfasst 2 Bän­de und ist als Hard­co­ver für 65,- EUR zzgl. 6,50 EUR Ver­sand­kos­ten beim Online­shop des VFKBW zu erwer­ben. Das gedruck­te Buch umfasst 1040 Sei­ten, wobei das ers­te Band 652 Sei­ten hat und das zwei­te Band 388 Sei­ten. Das Orts­fa­mi­li­en­buch ist dabei mit einer Druck­auf­la­ge auf 250 Exem­pla­ren beschränkt. Nach dem Aus­ver­kauf aller Exem­pla­re soll das Orts­fa­mi­li­en­buch online für jeden zur Ein­sicht ver­öf­fent­licht wer­den. Die ISBN des Buch­werks ist 978 – 3‑934464 – 13‑1. Es ist in der Rei­he „Deut­sche Orts­sip­pen­bü­cher“ unter der Num­mer 02.149 geglie­dert und in der Rei­he „Würt­tem­ber­gi­sche Orts­sip­pen­bü­cher“ unter der Num­mer 124.

Die Aus­lie­fe­rung der bestell­ten Orts­fa­mi­li­en­bü­cher zu Her­ren­berg erfolgt im Okto­ber 2021.

Ansicht des Ortsfamilienbuchs zu Herrenband im Doppelband
Ansicht des Orts­fa­mi­li­en­buchs zu Her­ren­band im Doppelband

Geografische Lage

Lage von Herrenberg
Lage von Herrenberg

Her­ren­berg (PLZ: 71083) ist eine Stadt in der Mit­te Baden-Würt­tem­bergs, etwa 30 km süd­west­lich von Stutt­gart und 20 km west­lich von Tübin­gen. Sie ist die nach Ein­woh­ner­zahl viert­größ­te, flä­chen­mä­ßig größ­te Stadt des Land­krei­ses Böb­lin­gen und bil­det ein Mit­tel­zen­trum für die umlie­gen­den Gemein­den. Seit dem 1. Janu­ar 1974 ist Her­ren­berg eine Gro­ße Kreis­stadt. Mit den Gemein­den Decken­p­fronn und Nuf­rin­gen ist die Stadt Her­ren­berg eine ver­ein­bar­te Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft eingegangen.

Die Gemein­de Her­ren­berg umfasst neben der Kern­stadt noch sie­ben wei­te­re ein­ge­mein­de­te Teil­or­te: Aff­stätt, Gült­stein, Has­lach, Kayh Kup­pin­gen, Mönch­berg und Ober­je­sin­gen.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen von Herrenberg
Wap­pen von Her­ren­berg; gemeinfrei

Her­ren­berg ent­stand aus den Wei­lern Mühl­hau­sen und Rais­tin­gen, die mit der Stadt­grün­dung im 13. Jahr­hun­dert in der Stadt Her­ren­berg auf­gin­gen. Mark­graf Hein­rich von Rons­berg schenk­te 1182 gro­ße Güter um Altin­gen und Her­ren­berg dem Klos­ter Otto­beu­ren. Pfalz­graf Rudolf von Tübin­gen urkun­de­te 1228 auf „cas­trum nostrum her­ren­berc“. Um 1245 wur­de Her­ren­berg unter Rudolf III. von Tübin­gen Herr­schafts­sitz der Pfalz­gra­fen von Tübin­gen, die auch „Schee­rer“ genannt wur­den. Das ältes­te bekann­te Sie­gel der Bür­ger Her­ren­bergs stammt aus dem Jahr 1278. Um 1276 wur­de mit dem Bau der Stifts­kir­che begon­nen. 1314 wur­de der heu­ti­ge Orts­teil Ober­je­sin­gen erst­mals urkund­lich erwähnt. Die Pfalz­gra­fen Rudolf IV. und Kon­rad I. teil­ten die Graf­schaft Her­ren­berg im Jahr 1334 in zwei Tei­le, wobei die Stadt zunächst noch in gemein­sa­mem Besitz blieb, bevor 1347 die unte­re Stadt und hin­te­re Burg an Rudolf, die obe­re Stadt und vor­de­re Burg an Kon­rad gin­gen. Nach dem Tod von Rudolfs kin­der­lo­sem Sohn Ulrich in der Schlacht bei Reut­lin­gen 1377 herrsch­te Kon­rad wie­der allein über die Herr­schaft Her­ren­berg, ver­pfän­de­te jedoch bereits 1379 einen Teil an die Gra­fen von Würt­tem­berg, die 1382 die gesam­te Herr­schaft erwar­ben und sie zum Sitz eines Amtes machten.

Im Nür­tin­ger Ver­trag von 1442, der Würt­tem­berg unter Lud­wig I. und Ulrich V. auf­teil­te, kam Her­ren­berg zur Ura­cher Linie von Graf Lud­wig, bis zur Wie­der­ver­ei­ni­gung Würt­tem­bergs 1482. Beim ers­ten gro­ßen Stadt­brand 1466 brann­te Her­ren­berg fast voll­stän­dig nie­der und wur­de danach wie­der neu auf­ge­baut. 1503 wur­de das Her­ren­ber­ger Stadt­recht erneuert.

Nach der Ver­trei­bung von Her­zog Ulrich ergab sich die Stadt 1519 dem Schwä­bi­schen Bund. Am 5. März 1525 erober­te Ulrich die Stadt zunächst zurück, bevor sie am 17. März 1525 wie­der von Trup­pen des Schwä­bi­schen Bun­des besetzt wur­de. Im Bau­ern­krieg wur­de die Stadt im Mai 1525 von Bau­ern erstürmt und geplün­dert. Die hef­ti­ge Gegen­wehr der Bür­ger gegen die Bau­ern bewog den Schwä­bi­schen Bund, von der Bestra­fung u. a. mit dem Ver­lust der städ­ti­schen Rech­te wegen der Erge­bung an Ulrich abzu­se­hen. Nach­dem Her­zog Ulrich im Jahr 1534 Würt­tem­berg zurück­ge­won­nen hat­te, führ­te er dort, und damit auch in Her­ren­berg, die Refor­ma­ti­on ein. Zu jener Zeit gab es häu­fi­ge Pest-Epi­de­mien, die auch in Her­ren­berg zahl­rei­che Tote for­der­ten. Her­zog Chris­toph wich 1551 wegen der Pest mit sei­nem Hof­staat von Stutt­gart nach Her­ren­berg aus, auch die Uni­ver­si­tät Tübin­gen such­te zwi­schen 1554 und 1556 und erneut 1594 und 1610 mit meh­re­ren Fakul­tä­ten in Her­ren­berg Zuflucht vor der Pest.

Der Merianstich, erstellt vor dem Stadtbrand von 1635. Links steht das Schloss Herrenberg, in der Mitte ist die Stiftskirche Herrenberg abgebildet.
Der Meri­an­stich, erstellt vor dem Stadt­brand von 1635. Links steht das Schloss Her­ren­berg, in der Mit­te ist die Stifts­kir­che Her­ren­berg abge­bil­det (gemein­frei).

Im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg wur­de die Stadt 1635 durch den zwei­ten gro­ßen Stadt­brand fast ganz zer­stört. 280 Häu­ser fie­len der Kata­stro­phe zum Opfer. Danach wur­de die Alt­stadt Her­ren­bergs so auf­ge­baut, wie sie sich heu­te noch in einer ein­heit­li­chen, geschlos­se­nen Form prä­sen­tiert. Obwohl 1635 ein aus­ge­spro­che­nes Pest­jahr mit 421 Toten in Her­ren­berg war, nah­men zwei Fakul­tä­ten der Tübin­ger Uni­ver­si­tät von 1635 bis 1641 erneut ihr Aus­weich­quar­tier in der Stadt.

In den Krie­gen des spä­ten 17. Jahr­hun­derts wur­de Her­ren­berg 1688 von Fran­zo­sen besetzt. Nach der Zer­stö­rung Calws durch die Fran­zo­sen flo­hen die meis­ten Ein­woh­ner Her­ren­bergs zeit­wei­lig aus der Stadt.

Das seit 1758 bestehen­de Ober­amt Her­ren­berg wur­de nach der Grün­dung des König­reichs Würt­tem­berg in meh­re­ren Schrit­ten nach Süden ver­grö­ßert. 1810 wur­de das Ober­amt der Land­vog­tei am Mitt­le­ren Neckar unter­stellt, 1814 wur­de ein Hof­ka­me­ra­l­amt ein­ge­rich­tet und 1818 das Ober­amt Her­ren­berg dem Schwarz­wald­kreis unterstellt.

Unter­des­sen wur­de 1807 das Schloss an einen Her­ren­ber­ger Bür­ger „auf den Abbruch“ ver­kauft, der ehe­ma­li­ge Pul­ver­turm des Schlos­ses wur­de 1880 zum Aus­sichts­turm umge­baut. Nach 1820 wur­den die Tor- und Mau­er­tür­me abge­bro­chen, ein ers­ter genau­er Stadt­plan erstellt und ver­schie­de­ne Schu­len erbaut. Vie­le ehe­mals herr­schaft­li­che Bau­ten kamen in öffent­li­chen oder Pri­vat­be­sitz. 1841 erwarb die Gemein­de das Rat­haus, 1851 den Stifts­frucht­kas­ten. In den 1860er Jah­ren wur­den außer­dem die Zünf­te auf­ge­löst und aus deren Ver­mö­gen öffent­li­che Ein­rich­tun­gen wie die Feu­er­wehr bedacht.

1875 erwarb die könig­li­che Eisen­bahn­ver­wal­tung das alte Hof­ka­me­ra­l­amt und rich­te­te dar­in ein Bahn-Bau­bü­ro ein. Mit der 1879 eröff­ne­ten Gäu­bahn bekam die Stadt eine Bahn­ver­bin­dung nach Stutt­gart, die sich för­der­lich auf die Ansied­lung von Indus­trie aus­wirk­te. Die Voll­möl­ler­sche Tri­kot­fa­brik beim Bahn­hof war 1899 das ers­te Fabrik­ge­bäu­de in Her­ren­berg. Von 1906 bis 1910 wur­de außer­dem die Bahn­ver­bin­dung von Her­ren­berg nach Tübin­gen erbaut.

Bei der Kreis­neu­glie­de­rung wäh­rend der NS-Zeit in Würt­tem­berg wur­de das Ober­amt Her­ren­berg 1934 zunächst in Kreis Her­ren­berg umbe­nannt und 1938 auf­ge­löst. Der größ­te Teil und mit ihm die Stadt Her­ren­berg kam zum Land­kreis Böb­lin­gen.

Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de Her­ren­berg Teil der Ame­ri­ka­ni­schen Besat­zungs­zo­ne und gehör­te somit zum neu gegrün­de­ten Land Würt­tem­berg-Baden, das 1952 im jet­zi­gen Bun­des­land Baden-Würt­tem­berg aufging.

Im Rah­men der Gebiets­re­form über­schritt die Ein­woh­ner­zahl der Stadt Her­ren­berg 1972 die Gren­ze von 20.000. Dar­auf­hin stell­te die Stadt­ver­wal­tung den Antrag auf Erhe­bung zur Gro­ßen Kreis­stadt, was die baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­re­gie­rung mit Wir­kung vom 1. Janu­ar 1974 beschloss.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Cover des Orts­fa­mi­li­en­buchs „Her­ren­ber­ger Fami­li­en – Orts­fa­mi­li­en­buch der ehe­ma­li­gen Ober­amts­stadt Her­ren­berg 1550 – 1910 mit Ergän­zun­gen bis in die heu­ti­ge Zeit“

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

Eine Antwort

  1. 2. Oktober 2021

    […] Her­ren­ber­ger Fami­li­en – Orts­fa­mi­li­en­buch der ehe­ma­li­gen Ober­amts­stadt Her­ren­berg 1550 – 1910 mit Ergän­zun­gen bis in die heu­ti­ge Zeit­Au­tor: Autoren­team um Sieg­fried GlemserHerausgeber/​Verlag: Ver­ein für Fami­li­en­kun­de in Baden-Würt­tem­berg e. V.Erschienen im: Sep­tem­ber 2021Ort: Her­ren­berg im Land­kreis Böb­lin­gen, Baden-Würt­tem­ber­g­Um­fang: 1040 Sei­ten, DIN-A4-For­mat, Hard­co­ver­Be­zug: via Online-Shop des Ver­eins für Fami­li­en­kun­de in Baden-Würt­tem­berg­Preis: 65 € zzgl. 6,50 € Ver­sand­kos­ten­Sons­ti­ge Infos: ISBN 978 – 3‑934464 – 13‑1, Dop­pel­band­Wei­ter­füh­ren­de Links: OFB-Ein­trag im Gen­wi­ki, Mel­dung in den Ortsfamilienbücher-News […]

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