Online-OFB „Oberweid“ am 22.09.2021 aktualisiert

Fachwerkhaus von Georg Fey in Oberweid, Hauptstraße 19, um 1920, Kolonialwarenhandel und Tankstelle
Fachwerkhaus von Georg Fey in Oberweid, Hauptstraße 19, um 1920, Kolonialwarenhandel und Tankstelle; gemeinfrei

Das Online-OFB „Ober­weid“ wur­de am 22. Sep­tem­ber 2021 aktua­li­siert. Der­zeit sind 4.607 Per­so­nen vor­han­den, die in 1.423 Fami­li­en geglie­dert sind. 31 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 16.09.2021 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Oberweid
Lage von Oberweid

Ober­weid (PLZ: 98634) ist eine Gemein­de im Land­kreis Schmal­kal­den-Mei­nin­gen in Thü­rin­gen. Sie gehört der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Hohe Rhön an, die ihren Ver­wal­tungs­sitz in der Gemein­de Kal­ten­nord­heim hat.

Ober­weid liegt im obe­ren Tal­schluss des Weid­ba­ches in der thü­rin­gi­schen Rhön. Umge­ben wird das Dorf vom Ellen­bo­gen (Rhön) (814 m), dem Weid­berg (725 m) und dem Stau­fels­berg (649 m). Der Ort liegt in der Kern­zo­ne des Bio­sphä­ren­re­ser­va­tes Rhön, einem der letz­ten deut­schen Land­stri­che mit nahe­zu unver­sehr­ten Natur­schön­hei­ten wie das Natur­schutz­ge­biet Rhön­wald, das Basalt­meer am Ellen­bo­gen, der ehe­ma­li­ge Stein­bruch mit Säulenbasalt.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Wolf­gang Fried­rich. Er ist gleich­zei­tig auch Bear­bei­ter des Online-OFB „Frankenheim/​Birx“.

Der ein­lei­ten­de Text des Online-OFB ent­hält nur eini­ge Infor­ma­tio­nen. Hier­zu zäh­len die geo­gra­fi­sche Lage der Gemein­de Ober­weid und die Anga­ben, wel­che Quel­len ver­wen­det wor­den. Für das Online-OFB von Ober­weid wur­den dem­nach haupt­säch­lich die evan­ge­li­schen Kir­chen­bü­cher von Ober­weid ver­wen­det, deren Auf­zeich­nun­gen mit dem Jahr 1651 begin­nen. Zum Teil kamen aber auch genea­lo­gi­sche Anga­ben aus den Kir­chen­bü­chern von Unter­weid und Frankenheim/​Birx. Anga­ben aus Stan­des­amts­re­gis­tern wur­den hin­ge­gen nicht verwendet.

Als genea­lo­gi­sches Pro­gramm für die Erstel­lung des Online-OFB wur­de Ahnen­blatt verwendet.

Screenshot des Online-OFB "Oberweid"
Screen­shot des Online-OFB „Ober­weid“ (Stand: 22.09.2021)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen von Oberweid
Wap­pen von Oberweid

Ein ers­ter Beleg für mensch­li­che Besied­lung ist eine meh­re­re tau­send Jah­re alte stei­ner­ne Pfeil­spit­ze, die in die­sem Jahr­hun­dert gefun­den wur­de. Mit der frän­ki­schen Expan­si­on nach Osten kam die Regi­on zum Frän­ki­schen Reich. Erst­mals wur­de Ober­weid im Jahr 795 in einer Schen­kungs­ur­kun­de an das Klos­ter Ful­da erwähnt. Im Mit­tel­al­ter kam Ober­weid als Lehen an die Hen­ne­ber­ger. Von 1500 bis 1806 lag der Ort im Frän­ki­schen Reichs­kreis. Mit dem Über­tritt des Gra­fen Georg Ernst von Hen­ne­berg zum evan­ge­lisch-luthe­ri­schen Bekennt­nis 1544 wur­de Ober­weid pro­tes­tan­tisch. Der Ort gehör­te zum Amt Kal­ten­nord­heim der Graf­schaft Hen­ne­berg, spä­ter zu Sach­sen-Wei­mar-Eisen­ach (Eisen­acher Ober­land). Von 1609 bis 2015 hat­te das Dorf eine eige­ne Pfarrstelle.

Ober­weid war von 1629 bis 1687 von Hexen­ver­fol­gun­gen betrof­fen: 23 Frau­en und zwei Män­ner gerie­ten in Hexen­pro­zes­se, 16 Per­so­nen wur­den hin­ge­rich­tet, eine Frau starb unter der Fol­ter, eine wur­de mit Lan­des­ver­wei­sung bestraft. Die ers­ten Opfer waren 1629 Hans Hauck und des­sen Frau Apol­lo­nia Hauck.

Für eine kur­ze Zeit wur­de im 15. Jahr­hun­dert im Ort eine Glas­hüt­te betrie­ben. Zudem gab es frü­her dort bedeu­ten­de Kunst­we­be­rei­en und eine Gobe­lin-Manu­fak­tur.

Am Ers­ten Welt­krieg nah­men 141 Ober­wei­der Män­ner teil. Davon kehr­ten 35 nicht mehr heim. In den 1920er-Jah­ren enga­gier­te sich der Bund schaf­fen­der Land­wir­te (BsL) unter Ernst Putz in Ober­weid und hat­te unter der Bevöl­ke­rung zahl­rei­che Anhänger.

Zwi­schen 1941 und 1945 waren bei zahl­rei­chen Bau­ern in Ober­weid aus­län­di­sche Zwangs­ar­bei­ter als Hilfs­kräf­te in der Land­wirt­schaft ein­ge­setzt. Am Zwei­ten Welt­krieg muss­ten über 150 Ober­wei­der teil­neh­men. Über 60 von ihnen kamen im Krieg zu Tode. Im Zusam­men­hang mit einem Luft­an­griff auf Schwein­furt und Nürn­berg am 31. März 1944 stürz­te eine Lan­cas­ter der Roy­al Air For­ce unter­halb des Gip­fels des Ellen­bo­gen bei Ober­weid ab. Dabei kamen fünf Besat­zungs­mit­glie­der (Ser­geant R. J. A. Boon, Ser­geant J. A. Hild­reth, Fly­ing Offi­cer E. C. Espley, Ser­geant H. R. Law­rence und Ser­geant L. G. Was­her) ums Leben und wur­den ohne Ehre auf dem Fried­hof in Ober­weid beer­digt. Nach Kriegs­en­de erfolg­te die Umbet­tung auf einen bri­ti­schen Kriegs­ge­fal­le­nen­fried­hof in Ber­lin. Der Pilot Flight Lieu­ten­ant P. E. Under­wood sowie der Fun­ker Ser­geant A. E. Evans über­leb­ten den Absturz und kamen in Kriegs­ge­fan­gen­schaft. Nach Ende des Krie­ges konn­ten sie in ihre Hei­mat zurückkehren.

Am Nach­mit­tag des 1. April 1945, es war der Oster­sonn­tag, rück­ten von Unter­weid her US-ame­ri­ka­ni­sche Trup­pen kampf­los in Ober­weid ein. Meh­re­re Bür­ger hat­ten bereits am Vor­mit­tag am Kirch­turm eine wei­ße Fah­ne gehisst. Damit war in die­sem Ort der Zwei­te Welt­krieg been­det. Im Som­mer 1945 rück­ten die west­li­chen Alli­ier­ten ab und Ober­weid wur­den durch sowje­ti­sche Trup­pen besetzt. Von 1961 bis 1990 wur­de die nur weni­ge hun­dert Meter von der Gemein­de ent­fern­te jahr­hun­der­te­al­te Grenz­li­nie zur inner­deut­schen Gren­ze. Mit der Ein­rich­tung eines Grenz­über­gangs am 3. Dezem­ber 1989 wur­de die Stra­ße nach Sim­mers­hau­sen in Hes­sen wie­der nutzbar.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Fach­werk­haus von Georg Fey in Ober­weid, Haupt­stra­ße 19, um 1920, Kolo­ni­al­wa­ren­han­del und Tank­stel­le; gemein­frei

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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