Online-OFB „Rotenburg (Wümme)“ am 04.04.2021 aktualisiert

 Luftbild von Rotenburg 2012
 Luftbild von Rotenburg 2012; von Benutzer:Tostedt; CC BY-SA 3.0

Das Online-OFB „Roten­burg (Wüm­me)“ wur­de am 4. April 2021 neu aktua­li­siert. Der­zeit sind 29.032 Per­so­nen vor­han­den, die in 11.053 Fami­li­en geglie­dert sind.

Geografische Lage

Lage von Rotenburg (Wümme)
Lage von Roten­burg (Wüm­me)

Roten­burg (Wüm­me) (platt­deutsch: Roden­borg (Wümm), PLZ: 27356) ist eine Mit­tel­stadt und Kreis­stadt des gleich­na­mi­gen Land­krei­ses im nord­öst­li­chen Nie­der­sach­sen. Sie liegt an der Wüm­me und im Drei­eck zwi­schen Bre­men, Han­no­ver und Hamburg.

Roten­burg liegt im Natur­raum Stader Geest am Schnitt­punkt meh­re­rer ihrer Teil­ge­bie­te: Die Stadt befin­det sich in der Nie­de­rung der drei Flüs­se Wüm­meWie­dau und Rodau. Nörd­lich grenzt das Stadt­ge­biet an die Zeve­ner Geest, süd­lich an die Achim-Ver­de­ner Geest. Um Roten­burg befin­den sich aus­ge­dehn­te Wäl­der und natur­be­las­se­ne Moo­re, sowie der Gro­ße und der Klei­ne Bul­len­see.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Gun­ter Bas­sen aus Klein Meckel­sen, der unter ande­rem in der Ahnen­for­scher­grup­pe Bux­te­hu­de tätig ist. Seit 2008 hat er das Online-OFB „Roten­burg (Wüm­me)“ ver­öf­fent­licht und aktua­li­siert seit­dem immer wie­der das Online-OFB.

Die Quel­len des Online-OFB ist in ers­ter Lini­en die Kir­chen­bü­cher von Roten­burg (Wüm­me), die mit den Auf­zeich­nun­gen seit dem Jahr 1681 begin­nen. Das Kirch­spiel umfasst neben Roten­burg (Wüm­me) selbst dabei die Orte Has­sel, Has­tedt, Hems­bün­de, Worth, Gra­fel, das Vor­werk Luh­ne und seit 1803 das Moor­dorf Bor­chel. Dane­ben gibt es als Quel­len der Per­so­nen­stands­bü­cher von Roten­burg, die im Okt. 1874 begin­nen, sowie die Höfe­ak­ten von Bor­chel und die genea­lo­gi­schen Lebens­da­ten der Per­so­nen aus dem Roten­bur­ger Friedhöfen.

Der ein­lei­ten­de Text ist ein­la­dend geschrie­ben, wobei der Bear­bei­ter an eini­gen Stel­len nicht in das Detail hin­geht. An eini­gen Stel­len wären durch noch wei­te­re Infor­ma­tio­nen wün­schens­wert, z. B. wel­che Zeit­räu­me mit even­tu­el­len Lücken das Kirch­spiel von Roten­burg (Wüm­me) umfasst und wel­che Kon­fes­si­on es beinhal­tet. Auch wäre es für eini­ge Leser wün­schens­wer­ter, den geschicht­li­chen Abriss um eini­ge Sät­ze zu erweitern.

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm GEN_​DO bearbeitet.

Screenshot des Online-OFB "Rotenburg (Wümme)" (Stand: 04.04.2021)
Screen­shot des Online-OFB „Roten­burg (Wüm­me)“ (Stand: 04.04.2021)

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen von Rotenburg (Wümme)
Wap­pen von Roten­burg (Wüm­me); gemeinfrei

Der heu­ti­ge Ort ent­stand im Schutz der west­lich von ihm gele­ge­nen Burg Roten­burg, die um 1195 von Bischof Rudolf von Ver­den (1189 – 1205) als sein Amts­sitz und als Boll­werk gegen die nahe gele­ge­ne stift­bre­mi­sche Burg Otters­berg gegrün­det wor­den war. Die Her­kunft des Namens ist unge­klärt. Wis­sen­schaft­lich bevor­zugt wird die Her­kunft von Rodungs­burg im Sumpf­ge­län­de oder der roten Burg (Hin­weis auf roten Back­stein als Bau­ma­te­ri­al). Roten­burg, das reli­gi­ös zum Bis­tum Ver­den (bis 1631) und lan­des­herr­lich zum gleich­na­mi­gen Hoch­stift (bis 1648) gehör­te, dien­te wie­der­holt als Resi­denz der Fürst­bi­schö­fe. Anfang des 15. Jahr­hun­derts erhielt der Ort eine Weich­bild­ver­fas­sung, d. h. beson­de­re Frei­heits­rech­te im Ver­hält­nis zum Lan­des­herrn. Ein Bür­ger­meis­ter und ein Rats­mann wer­den urkund­lich genannt. Die Bezeich­nung Weich­bild wan­del­te sich spä­ter in Fle­cken. Um 1500 wur­de der Ort, der sich zum Markt­fle­cken ent­wi­ckel­te, mit Mau­ern und Toren befestigt.

Seit dem 16. Jahr­hun­dert lässt sich eine zen­tral­ört­li­che Funk­ti­on Roten­burgs für die umlie­gen­den Kirch­spie­le nach­wei­sen und damit auch der Sitz einer Amts­ver­wal­tung für einen Ver­wal­tungs­be­zirk, den Vor­gän­ger des heu­ti­gen Land­krei­ses. 1566 führ­te Bischof Eber­hard von Hol­le (1566 – 1586) die Refor­ma­ti­on nach dem luthe­ri­schen Bekennt­nis ein. Phil­ipp Sigis­mund von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel, luthe­ri­scher Fürst­bi­schof von Ver­den und Osna­brück, bau­te die Burg Ende des 16. Jahr­hun­derts zu einem präch­ti­gen Renais­sance-Schloss um.

In Roten­burg wur­den von 1647 bis 1666 Hexen­ver­fol­gun­gen durch­ge­führt: Neun Frau­en und drei Män­ner gerie­ten in Hexen­pro­zes­se, eine 17-jäh­ri­ge Frau wur­de 1665 ver­brannt. Es waren direk­te Nach­barn der Opfer, denen sowohl die Miss­brauchs­vor­wür­fe als auch die Denun­zie­rung zuzu­rech­nen waren.

Nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg ende­te die Herr­schaft der Ver­de­ner Bischö­fe und Roten­burg kam als Teil des nun säku­la­ri­sier­ten und jetzt Her­zog­tum Ver­den genann­ten Stifts unter schwe­di­sche Herr­schaft. In die­ser Zeit bau­ten die neu­en Lan­des­herrn die Burg mit den Res­ten des Schlos­ses zu einer moder­nen Fes­tungs­an­la­ge als Vor­werk zum Schut­ze der Haupt­fes­tung Sta­de aus. Der Fes­tungs­aus­bau erfor­der­te die Nie­der­le­gung der west­li­chen Tei­le des Ortes, wodurch eine Ost­ver­schie­bung der Sied­lungs­flä­che not­wen­dig wur­de. Auch die Gemein­de­kir­che muss­te abge­bro­chen und an die Stel­le der heu­ti­gen Stadt­kir­che ver­legt werden.

Im Schwe­disch-Bran­den­bur­gi­schen Krieg von 1675 bis 1676 wur­de Roten­burg in einem Feld­zug von meh­re­ren Staa­ten des Hei­li­gen Römi­schen Rei­ches und Däne­mark erobert und blieb bis zum Kriegs­en­de 1679 in alli­ier­tem Besitz. Im Zuge des Frie­dens von Saint-Ger­main 1679 fiel Roten­burg wie­der an Schweden.

Die Fes­tung blieb bis ca. 1680 in Funk­ti­on. Danach wur­de sie ver­nach­läs­sigt, die Gebäu­de wur­den abge­bro­chen und nur die Befes­ti­gungs­an­la­gen teil­wei­se moder­ni­siert. Nach 1843 sind die letz­ten Wäl­le ein­ge­eb­net wor­den. An ihrer Stel­le befin­det sich heu­te das Gelän­de des ehe­ma­li­gen Hei­mat­mu­se­ums. In der Zeit zwi­schen 1626 und 1835 las­sen sich sie­ben Stadt­brän­de zäh­len, von denen eini­ge zur gesam­ten Ver­nich­tung der ört­li­chen Bau­sub­stanz führ­ten. Die schwe­di­sche Lan­des­herr­schaft dau­er­te bis zur Erobe­rung durch Däne­mark 1712.

1715 gelang­te Roten­burg mit dem gesam­ten Her­zog­tum Ver­den durch Kauf an das Kur­fürs­ten­tum Braun­schweig-Lüne­burg. Wäh­rend der Napo­leo­ni­schen Krie­ge bil­de­te die Regi­on um Roten­burg als Kan­ton Roten­burg einen Teil des Arron­dis­se­ments Bre­men im kai­ser­lich fran­zö­si­schen Dépar­te­ment des Bou­ches-du-Weser. Nach dem Wie­ner Kon­gress wur­de 1814 das vor­ma­li­ge Kur­fürs­ten­tum Braun­schweig-Lüne­burg als König­reich Han­no­ver wie­der­errich­tet. Hier bil­de­te Roten­burg das Zen­trum des Amtes Roten­burg inner­halb der Landd­ros­tei Sta­de. Die­se Struk­tur ist noch heu­te in den Gren­zen ver­schie­de­ner Insti­tu­tio­nen wie bei­spiels­wei­se der IHK Sta­de oder des Land­schafts­ver­ban­des Sta­de erkenn­bar. Nach Anne­xi­on Han­no­vers 1866 durch Preu­ßen lag Roten­burg inner­halb der Pro­vinz Han­no­ver, wes­halb der Ort die Bezeich­nung Roten­burg in Han­no­ver erhielt.

Nach dem Ende des Zwei­ten Welt­kriegs wuchs die zunächst zum Land Han­no­ver und dann zum neu­en Bun­des­land Nie­der­sach­sen gehö­ren­de und bis dahin zu über 90 % evan­ge­li­sche Stadt durch die Ansied­lung vie­ler Hei­mat­ver­trie­be­ner vor allem aus Schle­si­en und Ost­preu­ßen stark an. Unter den dama­li­gen Neu­bür­gern befand sich auch eine gro­ße Zahl Katho­li­ken, die 1961 in der Cor­pus-Chris­ti-Kir­che ein neu­es Kir­chen­ge­bäu­de bezo­gen. Wei­te­re Neu­bür­ger zogen in Ver­bin­dung mit der ört­li­chen Gar­ni­son oder dem Dia­ko­nie­kran­ken­haus zu. Roten­burg ver­lor den ursprüng­li­chen Cha­rak­ter einer Acker­bür­ger­stadt. Zahl­rei­che Neu­bau­ge­bie­te und Schul­neu­bau­ten waren die Fol­ge. Am 16. Mai 1969 wech­sel­ten Stadt und Land­kreis ihren Namen von Roten­burg in Han­no­ver in Roten­burg (Wüm­me). 1977 blieb die Stadt im Rah­men der Kreis­ge­biets­re­form Sitz der Kreis­ver­wal­tung eines ver­grö­ßer­ten Land­krei­ses Roten­burg. Seit Öff­nung des Eiser­nen Vor­hangs erleb­te Roten­burg einen wei­te­ren Wachs­tums­schub durch Zuzug vie­ler Russ­land­deut­scher und ande­rer Spät­aus­sied­ler aus Län­dern des ehe­ma­li­gen Ost­blocks. Durch die­se Grup­pe von Neu­bür­gern wer­den inzwi­schen meh­re­re Stadt­vier­tel geprägt.

1. März 1974 wur­den im Zuge der nie­der­säch­si­schen Gemein­de­ge­biets­re­form die Gemein­den Bor­chel, Mulms­horn, Unter­stedt und Waf­fen­sen ein­ge­mein­det, wodurch sich das Stadt­ge­biet auf 98,81 km² vergrößerte.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Luft­bild von Roten­burg 2012; von Benutzer:TostedtCC BY-SA 3.0

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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