Online-OFB „Zell“ am 13.02.2021 aktualisiert

Das alte Schulhaus
Das alte Schulhaus; von Kpaugustin; gemeinfrei

Das Online-OFB „Zell“ wur­de am 13. Febru­ar 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 6.934 Per­so­nen vor­han­den, die in 1.872 Fami­li­en geglie­dert sind. 841 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 03.02.2020 aktualisiert.

Geografische Lage

Lage von Zell
Lage von Zell

Zell (PLZ: 64625) ist ein ca. 1000 Ein­woh­ner zäh­len­der Stadt­teil von Bens­heim im süd­hes­si­schen Kreis Berg­stra­ße. Es liegt öst­lich von Bens­heim im Meer­bach­tal und grenzt unmit­tel­bar an Bens­heim und im Nord­os­ten an Gro­nau.

Zell wur­de im Jahr 805 erst­mals urkund­lich erwähnt als Cile­war­des bzw. Cile­war­des­dor­sul erwähnt und im Jahr als 1139 als uicus Cel­la 1139. Wei­te­re Erwäh­nun­gen: als Cel­lo, in vico (1210 – 1220), als Cel­len (1213, 1451), als Tzeln 1431 und als Zell 1530. Der Name kommt aus dem älter­neu­hoch­deut­schen Wort zel­le und bedeu­tet ‚Zim­mer im Klos­ter; klei­nes Klos­ter; Klos­ter­be­sitz‘.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Ulrich Kir­schnick, der durch vie­le Orts­fa­mi­li­en­bü­cher­pu­bli­ka­tio­nen bekannt ist. Die Quel­len des Online-OFB sind:

  • die Kir­chen­bü­cher der St.-Georg-Kirche in Bens­heim von 1568 bis 1875,
  • die Kir­chen­bü­cher der St.-Anna-Kirche in Gro­nau von 1551 – 1875,
  • die Kir­chen­bü­cher der Pfar­rei­en Auer­bach von 1650 bis 1875, Rei­chen­bach von 1559 von 1875, Bee­de­n­kir­chen, Neun­kir­chen, Schlier­bach, Wald-Michelbach,
  • sowie das Stan­des­amts­re­gis­ter ab 1876 der Gemein­den Zell und der Stadt Bens­heim, soweit sie nicht dem Daten­schutz unterliegen.

Das Buch basiert auf dem gedruck­ten „Fami­li­en­buch Zell 1551 – 1939“ von Peter Hof­mann, Ulrich Kir­schnick, Her­bert Koschor­rek aus dem Jahr 2015. Die­ses gedruck­te Buch ist mitt­ler­wei­le ver­grif­fen und wur­de durch das aktua­li­sier­te Online-OFB „Zell“ ersetzt.

Der ein­lei­ten­de Text des Online-OFB führt eine aus­führ­li­che Quel­len- und Publi­ka­ti­ons­lis­te auf, bie­tet ansons­ten kei­nen wesent­li­chen Mehr­wert. Der Leser ver­misst unter ande­rem einen klei­nen his­to­ri­schen Aus­schnitt aus dem Bens­hei­mer Stadt­teil Zell.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Es ist davon aus­zu­ge­hen, dass Zell bereits 500 vor Chris­tus von Kel­ten besie­delt war. Zu Beginn der Zeit­rech­nung wur­den sie von den Ger­ma­nen ver­trie­ben. In den ers­ten Jahr­hun­der­ten nach Chris­tus muss­ten sie vor den von Wes­ten her ein­drin­gen­den Römern wei­chen. Die Vil­la Rusti­ca am nahe gele­ge­nen Hems­berg und im Meer­bach­tal gefun­de­ne Gefäß­scher­ben bezeu­gen dies. Um 500 besie­del­ten die Fran­ken das Gebiet zwi­schen Rhein, Main und Neckar, das sie zur Königs­beu­te erklär­ten und in Gaue und Mar­ken einteilten.

Die ers­te Erwäh­nung des Ortes stammt aus dem Jahr 805, als in der Grenz­be­schrei­bung des Kirch­spiels der Kir­che des Hei­li­gen Petrus in Hep­pen­heim durch Kai­ser Karl den Gro­ßen Zell unter dem Namen Cile­war­des­dor­sul genannt wur­de. Eine ers­te Erwäh­nung im Lor­scher Codex, einem Besitz­ver­zeich­nis des Reichs­klos­ters Lorsch, fin­det Zell unter dem Namen Cel­la, mit der Bestä­ti­gung Kai­ser Hein­rich V. an den Abt Ben­no von Lorsch am 20. März 1113 in Worms über des­sen Besit­zun­gen. Geför­dert durch vie­le wei­te­re Schen­kun­gen gehör­te das Klos­ter Lorsch im 9. – 12. Jahr­hun­dert zu den größ­ten und mäch­tigs­ten Bene­dik­ti­ner­ab­tei­en Deutschlands.

Als nach dem Nie­der­gang des Klos­ters, 1232 Kai­ser Fried­rich II. die Reichs­ab­tei Lorsch dem Erz­bis­tum Mainz und sei­nem Bischof Sieg­fried III. von Eppstein zur Reform über­stell­te, befand sich das Gebiet des spä­te­ren Amtes Schön­berg, zu dem auch Zell gehör­te, bereits im Besitz der Pfalzgrafen.

Im Jahr 1339 war Zell als Lehen der Pfalz­gra­fen in erba­chi­schen Besitz. Denn aus die­sem Jahr stamm­te eine Urkun­de in der Schenk Kon­rad von Erbach sei­ne Ehe­frau Kuni­gun­de, geb. von Brug­ge, mit Wil­len sei­nes Lehens­her­ren Pfalz­graf Rudolf, mit einem Vier­tel der Burg Schön­berg, zu der Gefäl­le in Schön­berg, Elms­hau­sen, Wilms­hau­sen, Gro­nau, Zell und Rei­len­bach gehör­ten, bewitt­um­te. Die Graf­schaft Erbach, gehör­te ab 1500 zum Frän­ki­schen Reichs­kreis und die Schen­ken zu Erbach, wur­den 1532 in den Reichs­gra­fen­stand erho­ben. Die Hohe Gerichts­bar­keit über den Ort wur­de durch die Zent Hep­pen­heim aus­ge­übt, deren obers­ter Rich­ter der 1267 erst­mals erwähn­te Burg­graf auf der Star­ken­burg (über Hep­pen­heim) war. Die Nie­de­re Gerichts­bar­keit wur­de durch das Amt Schön­berg im Namen der Erba­cher Gra­fen ausgeübt.

1544 wur­de in der Graf­schaft Erbach die Refor­ma­ti­on ein­ge­führt. In kirch­li­cher Hin­sicht gehör­te Zell vor der Refor­ma­ti­on zum Archi­dia­ko­nat Stift St. Vik­tor vor Mainz des Bens­hei­mer Land­ka­pi­tels. Danach gehör­te Zell zum Gro­nau­er Kirch­spiel, zu dem neben Zell das Schloss Schön­berg und die Ort­schaf­ten Gro­nau, Schön­berg, Wilms­hau­sen und Elms­hau­sen gehörten.

Wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Kriegs (1618 bis 1648) teil­te der Ort weit­ge­hend das Schick­sal Bens­heims. So wur­de er im Juli 1621 zusam­men mit dem Schloss Schön­berg erobert und geplün­dert. Am Ende des Krie­ges waren an der Berg­stra­ße wei­te Gebie­te außer­halb der befes­tig­ten Städ­te voll­stän­dig ent­völ­kert. Bereits 50 Jah­re nach Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges hat die Regi­on erneut schwer unter Kriegs­fol­gen zu lei­den, als Frank­reich ver­such­te sei­ne Gren­zen nach Osten zu ver­schie­ben. Erst mit dem Frie­den von Rijs­wi­jk 1697 zogen sich die Fran­zo­sen hin­ter den Rhein zurück.

Im Jahr 1717 kam es zur Tei­lung des Erba­cher Gra­fen­hau­ses und Schloss Schön­berg wur­de Sitz der jün­ge­ren Linie Erbach-Schön­berg unter Graf Georg August zu Erbach-Schön­berg. Die­ser erhielt die Ämter Schön­berg und König und der Hälf­te der Herr­schaft Breu­berg. Die Linie Erbach-Schön­berg mach­te die Burg zu ihrem Wohn­sitz, wodurch sie ihren heu­ti­gen Schloss­cha­rak­ter erhielt.

Weiterführende Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Das alte Schul­haus; von Kpau­gus­tin; gemein­frei

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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