Neue Abschriften von Personenstandsunterlagen zu Greifswald

Markt mit Rathaus. Im Hintergrund der Dom St. Nikolai, eines der Wahrzeichen von Greifswald
Markt mit Rathaus. Im Hintergrund der Dom St. Nikolai, eines der Wahrzeichen von Greifswald; von Harald909; CC BY-SA 3.0

Die Arbeits­grup­pe „Fami­li­en­ge­schich­te Vor­pom­mern“ des „Pom­mer­scher Greif e. V.“ hat eine neue Abschrift aus den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen von Greifs­wald für die Öffent­lich­keit ver­füg­bar gemacht. Es han­delt sich dabei um die Abschrift des Inde­xes aus dem Hei­rats­re­gis­ter von 1874 bis 1884 mit 1546 Einträgen.

Geografische Lage

Lage von Greifswald
Lage von Greifswald

Greifs­wald (PLZ: 17489, 17491, 17493; nie­der­deutsch: Grieps­wold) ist die Kreis­stadt des Land­krei­ses Vor­pom­mern-Greifs­wald im Nord­os­ten von Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Die Uni­ver­si­täts– und Han­se­stadt liegt an dem in die Ost­see mün­den­den Fluss Ryck am Greifs­wal­der Bod­den zwi­schen den Inseln Rügen und Usedom.

Die Stadt hat 59.232 Ein­woh­ner (31. Dezem­ber 2019) und ist damit die fünft­größ­te Stadt Meck­len­burg-Vor­pom­merns. Zusam­men mit Stral­sund bil­det Greifs­wald eines der vier Ober­zen­tren des Lan­des. Die Uni­ver­si­täts­stadt ist Mit­glied im län­der­über­grei­fen­den Bund der Euro­re­gi­on Pome­ra­nia.

Kurzinfo zu den Abschriften

Der ein­ge­tra­ge­ne Ver­ein „Pom­mer­scher Greif“ ver­fügt über eini­ge For­schungs­grup­pen, die jeweils ein regio­na­les Gebiet erfor­schen, die frü­her in Besitz des Deut­schen Reichs, von Preu­ßen usw. waren. Eine For­scher­grup­pe heißt „Fami­li­en­ge­schich­te Vor­pom­mern“. Die­se For­scher­grup­pe exis­tiert seit 2019 und ging aus dem Zusam­men­schluss der ehe­ma­li­gen Arbeits­grup­pen „Anklam-Uecker­mün­de“, die seit Ende 2009 bestand, und der im Jahr 2001 gegrün­de­ten Arbeits­grup­pe „Use­dom“ her­vor. Die For­scher­grup­pe stellt ihre Erkennt­nis­se und For­schungs­un­ter­la­gen auf einer eige­nen Web­sei­te zur Ver­fü­gung. Tech­nisch gese­hen wird die Web­sei­te mit dem Con­tao-CMS verwaltet.

Das For­schungs­mit­glied Doris hat nun meh­re­re Abschrif­ten aus den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen von Greifs­wald neu erstellt. Kon­kret sind fol­gen­de Abschrif­ten hinzugekommen:

Die Abschrif­ten sind als PDF-Doku­ment ver­linkt und ste­hen für jeder­mann zur Ver­fü­gung. Das bedeu­tet, dass das PDF-Doku­ment kön­nen down­gel­oa­det wer­den und je nach Bedarf in eige­ne, per­sön­li­che For­schun­gen ver­wen­det wer­den kön­nen. In dem PDF-Doku­ment sind die Namen und und die Ster­be­jah­re vorhanden.

Erste Seite der Abschriften des Indexes aus dem Heiratsregister für Greifswald von 1874 bis 1884
Ers­te Sei­te der Abschrif­ten des Inde­xes aus dem Hei­rats­re­gis­ter für Greifs­wald von 1874 bis 1884

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen von Greifswald
Wap­pen von Greifs­wald; gemeinfrei

Der ursprüng­li­che Name der Sied­lung, die sich zur eigen­stän­di­gen Stadt Greifs­wald ent­wi­ckel­te, ist nicht über­lie­fert. Eine Bestä­ti­gungs­ur­kun­de von Her­zog War­tis­law III. von 1248, in der dem Klos­ter Elde­na das oppi­dum Gri­phes­wald cum omni­bus per­ti­nen­ti­is suis („der Fle­cken Gri­phes­wald mit all sei­nem Zube­hör“) bestä­tigt wur­de, ist die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung des heu­ti­gen Namens. In der Lehens­ur­kun­de War­tis­laws III. vom Juni 1249 fin­det sich der aus­drück­li­che Hin­weis, dass das oppi­dum Gri­phes­wald in deut­scher Spra­che Gri­pes­wald genannt wird, was ver­mu­ten lässt, dass die Sied­lung ursprüng­lich einen ande­ren sla­wi­schen, däni­schen oder deut­schen Namen besaß. Für die Theo­rie, dass der ursprüng­li­che Name ein däni­scher war, der sich an Grips­co­gh, den Namen eines Wal­des bei Esrom in Däne­mark, dem Mut­ter­klos­ter des Klos­ters Elde­na, anlehnt, gibt es kei­ne Bele­ge. Aus den Fol­ge­jah­ren und ‑jahr­hun­der­ten sind auch die schrift­li­chen Bezeich­nun­gen Gri­pes­wald (1249), Gri­fes­wol­de (1250), Gri­pe­suuol­de (1280), Gri­pe­suual­de (1280), Grips­walt (1285), Gri­pes­wald (1383), Gri­pes­wol­de (1383), Grips­wald (1491), Grips­wol­de (1577), Grei­pß­wal­de (1601), Gri­phes­wal­de (1602), Gri­phes­waldt (1602), Greypffs­wald (1604) und bereits Greifs­wald (1621) überliefert.

Das mit­tel­nie­der­deut­sche grip steht dabei für den Greif und ist wahr­schein­lich als Bezug auf das Wap­pen­tier der pom­mer­schen Her­zö­ge zu ver­ste­hen, die spä­ter auch als Grei­fen bezeich­net wur­den; das wolt/​wold steht für Wald. Greif und Wald fin­den sich auch im Wap­pen Greifs­walds wieder.

Der latei­ni­sche Name Greifs­walds ist Gry­phis­val­dia.

Seit 1990 trägt die Stadt wie­der den Namens­zu­satz Han­se­stadt und bezeich­net sich nun­mehr als Uni­ver­si­täts- und Han­se­stadt.

Greifs­walds Grün­dung in Pom­mern geht auf das Klos­ter Elde­na zurück, zu des­sen Gut es anfangs gehör­te. Die Sied­lung lag gegen­über den auf der ande­ren Sei­te des Ryck gele­ge­nen Salz­pfan­nen, die nach­weis­lich seit spä­tes­tens 1193 bestan­den; sie ent­stand wahr­schein­lich im zwei­ten Vier­tel des 13. Jahr­hun­derts als Sied­lung der Arbei­ter der Greifs­wal­der Sali­ne. Für die Sied­lung, an der sich zwei alte Han­dels­we­ge kreuz­ten, erhielt das Klos­ter 1241 sowohl vom rügen­schen Fürst Wizlaw I. als auch vom Pom­mern­her­zog War­tis­law III. urkund­lich das Markt­recht ver­lie­hen. Im Juni 1249 konn­te War­tis­law III. das Klos­ter dazu brin­gen, ihm die Markt­sied­lung Greifs­wald zu Lehen zu geben, und am 14. Mai 1250 ver­lieh er ihr das Lübi­sche Stadt­recht, wodurch Greifs­wald fort­an auch gegen­über den pom­mer­schen Her­zö­gen sehr viel unab­hän­gi­ger war. 1254 ernann­te War­tis­law die Ryck­mün­dung zum Frei­ha­fen und ver­sprach den Kauf­leu­ten Ersatz für durch See­räu­ber erlit­te­ne Ver­lus­te. Am 17. Mai 1264 erlaub­te er der Stadt dann, sich selbst zu ver­tei­di­gen und eine Schutz­mau­er zu errich­ten, wor­auf­hin die Befes­ti­gungs­an­la­gen ent­stan­den. 1278 wur­de Greifs­wald erst­mals in einer Urkun­de als Mit­glied der Han­se genannt. Bereits 1361 fand einer der ers­ten Han­se­ta­ge in Greifs­wald statt. Aller­dings genüg­te der Greifs­wal­der Hafen schon im 14. und dann im 15. Jahr­hun­dert den Anfor­de­run­gen des Schiffs­ver­kehrs nicht mehr, da er – anders als die Häfen in Stral­sund, Wis­mar oder Ros­tock – ver­san­de­te. Hier­durch fiel Greifs­wald gegen­über den ande­ren Han­se­städ­ten zurück.

1296 befrei­te Her­zog Bogis­law IV. Greifs­wald von der Hee­res­fol­ge und sicher­te zu, kei­nen Hof in der Stadt zu hal­ten und zur Pee­ne hin kei­ne Befes­ti­gungs­an­la­gen zu errich­ten. 1289 hat­te er bereits eine jüdi­sche Nie­der­las­sung in der Stadt gestat­tet, ver­mut­lich um den Han­del zu bele­ben. Das Pri­vi­leg wur­de jedoch nicht genutzt.

1412 geriet Greifs­wald mit dem Pom­mern­her­zog War­tis­law VIII. anein­an­der, als sei­ne Bür­ger des­sen Vasal­len angrif­fen. Der Streit zog sich bis 1415 hin, ehe es durch die Ver­mitt­lung der Stän­de zu einer Aus­söh­nung kam. Die Stadt erhielt außer­dem die Fische­rei­rech­te im Greifs­wal­der Bod­den. Als 1326 Her­zog War­tis­law IV. starb und um sei­ne noch unmün­di­gen Kin­der der Ers­te Rügi­sche Erb­fol­ge­krieg mit Meck­len­burg um die Herr­schafts­fra­ge ent­brann­te, schloss sich Greifs­wald mit sei­nen Nach­bar­städ­ten Stral­sund, Anklam und Dem­min zu einem Land­frie­dens­bünd­nis zusam­men, um den pom­mer­schen Her­zö­gen die Macht zu erhal­ten. Mit Hil­fe des däni­schen Königs konn­ten die Meck­len­bur­ger abge­wie­sen wer­den. Das glei­che Städ­te­bünd­nis wur­de erneut geschlos­sen, als es galt, sich am Ende des 14. Jahr­hun­derts vor See­räu­bern und Raub­rit­tern zu schüt­zen. Als es um 1390 zwi­schen Pom­mern und dem Deut­schen Orden zu Strei­tig­kei­ten kam, die auch die Bezie­hun­gen zu Polen beein­träch­tig­ten, räum­te Greifs­wald den pol­ni­schen Kauf­leu­ten Ver­kehrs­pri­vi­le­gi­en ein, um den Han­del mit ihnen auf­recht­zu­er­hal­ten. 1452, mit der Ver­lei­hung der Gol­de­nen Pri­vi­le­gi­en durch den Pom­mern­her­zog War­tis­law IX., erhielt Greifs­wald weit­rei­chen­de Han­dels­rech­te, die der Stadt zu wirt­schaft­li­cher Macht und Wohl­stand verhalfen.

1456 folg­te Her­zog War­tis­law IX. der Initia­ti­ve des Bür­ger­meis­ters Hein­rich Ruben­ow und grün­de­te die Uni­ver­si­tät als pom­mer­sche Lan­des­uni­ver­si­tät. Die Uni­ver­si­täts­grün­dung wirk­te sich posi­tiv bis in die Gegen­wart aus.

Mit dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg kamen Not und Elend in die Stadt. Noch am 19. Mai 1626 befahl Lan­des­herr Bogis­law XIV. den Greifs­wald­ern, dass die teil­wei­se bau­fäl­lig gewor­de­nen Befes­ti­gungs­an­la­gen so gut wie mög­lich zu ver­bes­sern sei­en, doch schon am 10. Novem­ber 1627 über­ließ der schwer­kran­ke Her­zog Pom­mern durch Kapi­tu­la­ti­on den kai­ser­li­chen Trup­pen. Die­se zogen unter Wal­len­stein am 20. Novem­ber 1627 in Greifs­wald ein und errich­te­ten ein Schre­ckens­re­gime, bei dem die Bevöl­ke­rung aufs Schlimms­te aus­ge­plün­dert wur­de. Zur Abwehr der schwe­di­schen Trup­pen ließ Wal­len­stein die Befes­ti­gungs­an­la­gen ver­stär­ken und zog dazu die Bevöl­ke­rung zur Zwangs­ar­beit her­an. Durch eine Pest­epi­de­mie wur­den die Ein­woh­ner so stark dezi­miert, dass zum Kriegs­en­de nur noch die Hälf­te der Häu­ser bewohnt war. Im Juni 1631 stan­den die Trup­pen König Gus­tav Adolf II. vor der Stadt und nah­men sie nach kur­zem Kampf ein.

Der nach­fol­gen­de Zeit­ab­schnitt, die so genann­te Schwe­den­zeit, dau­er­te 184 Jah­re. Die Schwe­den waren bis zum Wie­ner Kon­gress 1815 Her­ren über Vor­pom­mern und damit auch für die Geschi­cke Greifs­walds ver­ant­wort­lich. Aller­dings lie­ßen sie die pom­mer­schen Städ­te recht selbst­stän­dig gewäh­ren. Greifs­wald wur­de inso­fern auf­ge­wer­tet, als es Sitz der obers­ten Gerichts- und Kir­chen­be­hör­den für Schwe­disch-Pom­mern wur­de. Mit der Ver­le­gung des Ober­tri­bu­nals im Jahr 1803 erhielt Greifs­wald zusätz­lich zu dem bestehen­den Appel­la­ti­ons­ge­richt auch ein Oberap­pel­la­ti­ons­ge­richt und wur­de damit Stand­ort von drei Gerichts­in­stan­zen. Mehr­fach ver­such­te Bran­den­burg, das ver­lo­re­ne Gebiet zurück­zu­er­obern, und 1678 gelang es, Greifs­wald für ein Jahr lang zu beset­zen. Bei den vor­aus­ge­gan­ge­nen Gefech­ten wur­de die Innen­stadt samt Mari­en­kir­che schwer beschä­digt. Im Gemäu­er der Kir­che ste­cken heu­te noch etli­che Kano­nen­ku­geln der Bran­den­bur­ger. Die Krie­ge des 18. Jahr­hun­derts belas­te­ten die Stadt stark. Wäh­rend des Gro­ßen Nor­di­schen Krie­ges muss­ten 1712 und 1713 die durch­zie­hen­den däni­schen, säch­si­schen und rus­si­schen Trup­pen ver­sorgt wer­den, und im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg explo­dier­te 1758 ein in der Stadt von den Preu­ßen ange­leg­tes Pul­ver­ma­ga­zin, wodurch gro­ße Tei­le der Stadt zer­stört wur­den. Zuvor hat­ten schon 1713 und 1736 Groß­brän­de Tei­le der Innen­stadt ein­ge­äschert. In guter Erin­ne­rung sind die Bemü­hun­gen der Schwe­den um die Greifs­wal­der Uni­ver­si­tät geblie­ben. Nach deren Nie­der­gang zum Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges kur­bel­ten sie den Lehr­be­trieb wie­der an und lie­ßen 1747 das heu­te noch bestehen­de Uni­ver­si­täts­haupt­ge­bäu­de errichten.

Nach dem Staats­streich des schwe­di­schen Königs Gus­tav IV. Adolf und der staats­recht­li­chen Aus­glie­de­rung Schwe­disch-Pom­merns aus dem Hei­li­gen Römi­schen Reich wur­de am 26. Juni 1806 die schwe­di­sche Ver­fas­sung ein­ge­führt und am 4. Juli die Leib­ei­gen­schaft auf­ge­ho­ben. Der Greifs­wal­der Land­tag im August 1806 dien­te vor allem der Reprä­sen­ta­ti­on der neu­en Verhältnisse.

In den Napo­leo­ni­schen Krie­gen besetz­ten Trup­pen Frank­reichs und sei­ner Ver­bün­de­ten 1807 bis 1810 sowie 1812/​13 die Stadt. Im Zuge des Frie­dens von Kiel im Janu­ar 1814 soll­te Greifs­wald mit Schwe­disch-Pom­mern an Däne­mark fal­len, kam aber wäh­rend des Wie­ner Kon­gres­ses durch Abtre­tung des damals preu­ßi­schen Her­zog­tums Lau­en­burg an Däne­mark zu Preu­ßen. Die Über­ga­be an Preu­ßen erfolg­te am 23. Okto­ber 1815. Im Zuge der preu­ßi­schen Ver­wal­tungs­re­form wur­de Greifs­wald 1818 Ver­wal­tungs­sitz des gleich­na­mi­gen Landkreises. 

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Markt mit Rat­haus. Im Hin­ter­grund der Dom St. Niko­lai, eines der Wahr­zei­chen von Greifs­wald; von Harald909; CC BY-SA 3.0

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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