„Familienbuch Langenwetzendorf“ im Cardamina-Verlag erschienen

Cover von "Familienbuch Langenwetzendorf"
Cover von "Familienbuch Langenwetzendorf"

Seit kur­zem ist im Car­da­mi­na-Ver­lag das „Fami­li­en­buch der evan­ge­li­schen Kirch­ge­mein­de Lan­gen­wet­zen­dorf 1632 ‑1920“ in einer bevor­ste­hen­den Ver­öf­fent­li­chung erschie­nen. In die­sem Bei­trag stel­le ich ein paar Infor­ma­tio­nen zum Orts­fa­mi­li­en­buch vor.

Das Orts­fa­mi­li­en­buch behan­delt über­wie­gend die Ein­trä­ge aus den Kir­chen­bü­chern der evan­ge­li­schen Kir­che von Lan­gen­wet­zen­dorf, einem Orts­teil in der gleich­na­mi­gen Gemein­de des Land­krei­ses Greiz im Bun­des­land Thü­rin­gen. Das Orts­fa­mi­li­en­buch beinhal­tet eben­falls die Ein­trä­ge für die Orts­tei­le Göt­ten­dorf und Hirsch­bach der besag­ten Gemeinde.

Das Orts­fa­mi­li­en­buch wur­de von Dr. med Ulf Mey­er (gebo­ren in Greiz und wohn­haft in Schei­ben­berg) bear­bei­tet. Dr. med. Ulf Mey­er ist seit 2020 der neue Chef­arzt für die Lei­tung der Kli­nik für Kin­der- und Jugend­me­di­zin an der EKA Erz­ge­birgs­kli­ni­kum Anna­berg gGmbH in Sach­sen. Fer­ner ist er Mit­glied im Stadt­rat von Schei­ben­berg, 1. stell­ver­tre­ten­der Bür­ger­meis­ter von Schei­ben­berg und Mit­glied im „Freie Wäh­ler Bür­ger­fo­rum (FWBF), Orts­grup­pe Schei­ben­berg“. Dar­über hin­aus hat bis­her drei Orts­fa­mi­li­en­bü­cher geschrieben:

Sein neu­es Orts­fa­mi­li­en­buch erscheint nun im Car­da­mi­na-Ver­lag. Das Orts­fa­mi­li­en­buch zu Lan­gen­wet­zen­dorf ist der­zeit vor­be­stell­bar und dem­nächst auch ver­füg­bar. Es kos­tet 72 EUR, umfasst 1078 Sei­ten im DIN-A4-For­mat als Hard­co­ver und beinhal­tet 5.900 Fami­li­en. Aus­ge­wer­tet wur­den die Kir­chen­bü­cher der evan­ge­li­schen Kir­che in Lan­gen­wet­zen­dorf, Göt­ten­dorf und Hirschbach.

Geografische Lage

Lage von Langenwetzendorf
Lage von Langenwetzendorf

Lan­gen­wet­zen­dorf (PLZ: 07957) ist eine Gemein­de im thü­rin­gi­schen Land­kreis Greiz. Es liegt im Thü­rin­ger Schie­fer­ge­bir­ge und erstreckt sich ent­lang der Leu­ba über eine Län­ge von etwa vier Kilo­me­tern. Die nächs­ten grö­ße­ren Orte sind die Kreis­stadt Greiz und die Stadt Zeu­len­ro­da-Trie­bes.

Zu Lan­gen­wet­zen­dorf gehö­ren sei­ne zwi­schen 1992 und 2013 ein­ge­mein­de­ten Orts­tei­le Daß­litzErben­grünGöt­ten­dorfHainHain­s­bergHirsch­bach, Lan­gen­wet­zen­dorfLun­zig mit ehe­ma­li­gem Orts­teil Kau­ernNait­schauNeuär­ger­nißNeu­gerns­dorfNit­scha­re­uthWells­dorfWil­de­tau­be mit den ehe­ma­li­gen Orts­tei­len Alt­gerns­dorf und Witt­chen­dorf, und Zog­haus.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Gemeinde Langenwetzendorf
Wap­pen der Gemein­de Lan­gen­wet­zen­dorf; gemeinfrei

Der Ort wur­de im Jahr 1268 erst­mals als „Wic­zen­dorf“ urkund­lich erwähnt. Ursprüng­lich war er als soge­nann­tes Wald­hu­fen­dorf mit der Leu­ba als Mit­tel­ach­se gegrün­det worden.

Die Lage an der Leu­ba ist auch der Haupt­grund für den Bau der noch nach­weis­ba­ren Mühlen:

  • Die Diet­zels- oder Gey­ers­müh­le wur­de wohl 1512 auf einer Steu­er­lis­te als Müh­le (all­lei­er) erwähnt. Zur Mahl- und Schnei­de­müh­le gehör­ten schon damals 50 Hekt­ar Land, was zur wei­te­ren wirt­schaft­li­chen Fes­ti­gung in die­ser Zeit als aus­rei­chend bezeich­net wer­den kann. Jedoch unter­la­gen die etwas abseits lie­gen­den Müh­len in krie­ge­ri­schen Zei­ten der Will­kür. Die Besit­zer­fol­ge ab 1512 fand im Jah­re 1900 ihr Ende, weil kei­nes der fünf Kin­der das Müh­len­un­ter­neh­men woll­te. Die zehn­te Genera­ti­on ver­ab­schie­de­te sich. Schuld war die Indus­tria­li­sie­rung des Umfel­des. 1903 – 1904 wur­de die Müh­le zwangs­ver­stei­gert. Seit weni­gen Jah­ren ist sie unbewohnt.
  • In der Busch­müh­le ist der gewerb­li­che Schnei­de­müh­len­be­trieb längst erlo­schen. Im Jah­re 1538 wur­de die Müh­le erst­mals urkund­lich erwähnt. Paul Bei­gang führ­te das Gewer­be als letz­ter Säge­mül­ler bis kurz nach dem Zwei­ten Welt­krieg. Die Müh­le ist noch bewohnt.
  • Die Mutz­müh­le, frü­her Kit­ten­müh­le genannt, liegt jetzt hin­ter einer moder­nen Kauf­hal­le rechts­sei­tig an der Grei­zer Stra­ße, ver­steckt hin­ter einem schwarz-wei­ßen Fach­werk­haus. 1540 woll­te der Eigen­tü­mer sei­ne Müh­le zu einer Schnei­de­müh­le erwei­tern, doch es gab Streit mit den ande­ren Mül­lern. Die was­ser­recht­li­chen Pro­ble­me häuf­ten sich, als die Indus­trie­an­la­gen hin­zu­ka­men. Ein Fabrik­be­sit­zer kauf­te 1888 den Müh­len­be­trieb und bebau­te spä­ter das Land. Das Müh­len­haus wur­de Wohn­haus und ist heu­te ein Werbeträger.
  • Die Schnei­de­müh­le Arnold liegt im Wie­sen­grund am Leu­b­abach und wur­de 1846 erbaut. 1993 erhielt die Was­ser­müh­le ein ober­schläch­ti­ges Was­ser­rad. Die Was­ser­zu­fuhr aus der Leu­ba war über einen 250 Meter lan­gen Mühl­gra­ben gere­gelt. Als 1884 die Mahl­müh­le abbrann­te, wur­de das Grund­stück ver­kauft. Es wur­de ein Stand­ort einer Tex­til­we­be­rei. Die alte Schnei­de­müh­le muss­te wei­chen. Vor­her gab es dort drei Müh­len, sagt man.
  • Die Schmieds- oder Eisels­müh­le brann­te am 20. Juni 1926 ab. 1550 wur­de sie erst­mals urkund­lich erwähnt. Die­se Müh­le soll wohl schon um 1665 gebaut wor­den sein. Heu­te steht auf dem Gelän­de ein Wohn­haus mit ange­schlos­se­ner Werkstatt.
  • Die Kux­müh­le wur­de 1597 erst­mals urkund­lich erwähnt. 1978 wur­de sie unter dem Namen VEB Ver­ei­nig­te Müh­len­wer­ke Wün­schen­dorf, Pro­duk­ti­ons­be­reich Lan­gen­wet­zen­dorf, geführt. Sie belie­fer­te täg­lich mit einer moder­nen Anla­ge eine Schwei­ne­mast­an­la­ge mit über 60 Ton­nen Misch­fut­ter. Mit der poli­ti­schen Wen­de kam auch das Ende der Kux­müh­le. Die Still­le­gung erfolg­te 1991. Der letz­te Arbei­ter wur­de am 30. Sep­tem­ber 1992 entlassen.

Im Juli 2006 schei­ter­te eine ange­streb­te Fusi­on mit der Gemein­de Vogt­län­di­sches Ober­land in zwei Anläufen.

Zum 31. Dezem­ber 2012 wur­de die Gemein­de Vogt­län­di­sches Ober­land auf­ge­löst. Es exis­tier­ten dabei zwei Vari­an­ten: In der Vari­an­te „Bür­ger­wil­le“ soll­te die Gemein­de Lan­gen­wet­zen­dorf die Orts­tei­le Hohn­dorf und Schön­bach erhal­ten. Die Lan­des­re­gie­rung bevor­zug­te hin­ge­gen die Vari­an­te „Alte Kreis­gren­zen“, bei der die Gemein­de auf die Städ­te Greiz und Zeu­len­ro­da-Trie­bes auf­ge­teilt wer­den soll­te. Die letzt­ge­nann­te Vari­an­te wur­de schließ­lich umge­setzt, wodurch die Gemein­de Lan­gen­wet­zen­dorf schließ­lich nicht erwei­tert wurde.

Zum 31. Dezem­ber 2013 wur­den die Gemein­den Hain, Lun­zig, Neu­gerns­dorf und Wil­de­tau­be aus der auf­ge­lös­ten Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Leu­ba­tal ein­ge­mein­det. Gleich­zei­tig wur­de Lan­gen­wet­zen­dorf erfül­len­de Gemein­de für Hohen­leu­ben und Küh­dorf.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Cover des Ortsfamilienbuchs

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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