Online-OFB „Spenge“ am 09.01.2021 aktualisiert

Schloss Mühlenburg
Schloss Mühlenburg, von TUBS; Public Domain

Das Online-OFB „Spen­ge“ wur­de am 09. Janu­ar 2021 aktua­li­siert. Der­zeit sind 32.145 Per­so­nen vor­han­den, die in 12.288 Fami­li­en geglie­dert sind. 1884 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 20.12.2020 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Spenge
Lage von Spenge

Spen­ge (PLZ: 32139) ist eine Klein­stadt im Nord­os­ten von Nord­rhein-West­fa­len. Sie gehört zum ost­west­fä­li­schen Kreis Her­ford im Regie­rungs­be­zirk Det­mold und liegt im Ravens­ber­ger Land nörd­lich des Teu­to­bur­ger Wal­des. Die heu­ti­ge Stadt Spen­ge ist 1969 unter Ein­be­zie­hung fünf selb­stän­di­ger Gemein­den des Amtes Spen­ge geschaf­fen wor­den. Die ältes­te urkund­li­che Erwäh­nung eines Orts­teils geht aber bereits auf das Jahr 1060 zurück.

Die Stadt Spen­ge glie­dert sich in fol­gen­de fünf Orts­tei­le, die vor 1969 eigen­stän­di­ge Gemein­den im Amt Spen­ge waren: Bar­düt­ting­dorf, Hücker-Aschen, Len­zing­hau­sen, Spen­ge und Wal­len­brück. His­to­risch gese­hen glie­dert sich die Stadt in fol­gen­de Orts­tei­le und Gemar­kun­gen: Aff­hüp­per­hö­fe, Bar­düt­ting­dorf, Baring­dorf, Blo­m­ei­er, Hof Bock­horst, Bru­ning, Detert-Krie­se, Diem­ke, Düt­ting­dorf, Eller­siek, Geh­len­brink, Gra­fah­rend, Han­nig­horst, Har­ren­hei­de, Heis­ter­siek, Hel­li­gen, Hel­li­ger Hei­de, Hücker, Hücker Dorf, Hücker Kreuz, Hücker-Aschen, Hüls­mann, Hof Kis­ker, Klein Aschen, Klo­cken­brink, Len­zing­hau­sen, Man­tersha­gen, Mark, Mart­müh­le, Müh­len­burg, Nagels­holz, Neu­en­feld, Nord­spen­ge, Pla­cken, Rie­pe, Söttring­hau­sen, Spen­ger Hei­de, Süd­holz, Süd­spen­ge, Vah­ren­hölz­er­hö­fe, Wal­len­brück, Wer­burg, Wes­ter­hau­sen, Wich­ling­haus­er­hö­fe und Wullb­re­de.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Cars­ten Wöhr­mann. Er hat im Rah­men sei­ner Akti­vi­tä­ten in der Arbeits­grup­pe „Fami­li­en­for­schung Kreis Her­ford“ das Online-Orts­fa­mi­li­en­buch im Jahr 2020 erstellt. Das Online-Orts­fa­mi­li­en­buch deckt in die kom­plet­te Ort­schaft Spen­ge ab, son­dern in ers­ter Linie das Kirch­spiel zu Spen­ge. Hier­zu zäh­len die Orts­stei­le Spen­ge, Hücker-Aschen und Len­zing­hau­sen; sowie der Orts­steil Groß Aschen, der aller­dings durch benach­bar­ten Stadt Mel­le gehört. Die Spen­ger Orts­tei­le Bar­düt­ting­dorf und Wal­len­brück fin­den sich ein im eige­nen Kirch­spiel Wal­len­brück wieder.

Grund­la­ge für das Online-OFB sind die Kir­chen­bü­cher und Kir­chen­buch­du­pli­ka­te der Ev.-Luth. Kir­chen­ge­mein­de Spen­ge, sowie die Zivil­stands­re­gis­ter. Erfasst sind alle Ein­trä­ge von Per­so­nen, die bis ein­schließ­lich 1840 gebo­ren sind. Die Kir­chen­bü­cher begin­nen erst 1767/​68. Die älte­ren Kir­chen­bü­cher sind bei einem Brand des Pfarr­hau­ses im Jahr 1765 ver­brannt. Für die Zeit von 1809 bis 1812 gibt es zusätz­lich Zivil­stands­re­gis­ter, zudem Kir­chen­buch­du­pli­ka­te für 1826 und 1829 (Trau­un­gen), sowie von 1831 bis 1840 und 1870 bis 1874. Die Kon­fes­si­on ist in der Regel evan­ge­lisch. Abwei­chen­de Kon­fes­sio­nen sind im Online-OFB ange­ge­ben, sofern die­se mit ange­ge­ben sind.

Zudem wur­den bis­her fol­gen­de wei­te­ren Unter­la­gen berücksichtigt:

  • Popu­la­ti­ons­ta­bel­le Riems­loh von 1811 (über­wie­gend für den Bereich Groß Aschen),
  • Ein­woh­ner­lis­te von 1844 der Stadt Spen­ge (lfd. Nr 451 – 1037 für Hücker Aschen),
  • Aus­wan­de­rungs­un­ter­la­gen (West­fä­li­sche Aus­wan­de­rer aus dem Regie­rungs­be­zirk Min­den II – Heim­li­che Aus­wan­de­rung in Bei­trä­ge zur west­fä­li­schen Fami­li­en­for­schung Band 47/​48 von 1989/​90 und Wit­te­kinds­land – Ame­ri­ka­aus­wan­de­rer aus den Ämtern Spen­ge und Enger, her­aus­ge­ge­ben vom Kreis­hei­mat­ver­ein Her­ford) und
  • angren­zen­de Kirch­spie­le (Enger, Hoyel, Jöl­len­beck, Schil­de­sche und Wallenbrück).

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ages bearbeitet.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Stadt Spenge
Wap­pen der Stadt Spen­ge; gemeinfrei

Fun­de aus der Stein­zeit, bron­ze­zeit­li­che Grab­hü­gel sowie ein Sied­lungs­platz aus der vor­rö­mi­schen Eisen­zeit in Len­zing­hau­sen bele­gen ers­te Sied­lungs­spu­ren bereits aus vor­rö­mi­scher Zeit. Das Gebiet war zunächst das Gebiet der säch­si­schen Engern, nach Unter­wer­fung des Sach­sen­her­zogs Widu­kind durch Karl den Gro­ßen um 1000 frän­kisch. Die ältes­te urkund­li­che Erwäh­nung bezieht sich auf ein Reli­ef in der Mari­en­kir­che in Wal­len­brück im Jah­re 1096. Die übri­gen Orts­tei­le wur­den im 12. bzw. 13. Jahr­hun­dert erst­mals erwähnt. Seit der Refor­ma­ti­on, etwa im 16. Jahr­hun­dert, wur­de Spen­ge wie das gesam­te Ravens­ber­ger Land luthe­risch, was die Unter­schie­de zwi­schen den benach­bar­ten nie­der­säch­si­schen katho­li­schen Gebie­ten bis heu­te prägt.

Die Men­schen in Spen­ge und im Ravens­ber­ger Land leb­ten zunächst in Drub­beln inmit­ten unge­teil­ter Mar­ken. Die Gewalt wur­de von welt­li­cher Sei­te durch frän­ki­sche Gau­gra­fen aus­ge­übt, wohin­ge­gen auf kirch­li­cher Sei­te das Stift Her­ford eine wich­ti­ge Rol­le spiel­te. Die Men­schen muss­ten an die­se Insti­tu­tio­nen Abga­ben leis­ten. Das Land war durch die Löß­bö­den frucht­bar und gehör­te damit zum Alt­sie­del­land. Die Bevöl­ke­rung ver­mehr­te sich rasch und durch das Aner­ben­recht und das Heu­er­lings­we­sen ent­stan­den nach­ein­an­der meh­re­re Schich­ten in der Bevöl­ke­rung. Die Erben bewirt­schaf­te­ten den elter­li­chen Hof. Die Erb­köt­ter, d. h. die nicht erb­be­rech­tig­ten Erben, grün­de­ten ab etwa 1000 nahe der Drub­bel eige­ne Höfe. Die Mark­köt­ter, die nur einen sehr beschei­de­nen Erb­an­teil erhiel­ten, errich­te­ten ab etwa 1450 Höfe in der bewal­de­ten Mark und bewirt­schaf­ten und rode­ten Tei­le die­ser, wenn­gleich die Bewirt­schaf­tung der Mark eigent­lich gemein­schaft­lich erfol­gen soll­te und die Mark­köt­ter nur gedul­det wurden.

Seit dem 16. Jahr­hun­dert bil­de­te eine wei­te­re Grup­pe, die Heu­er­lin­ge, die Unter­schicht der Gesell­schaft ohne Grund­be­sitz. Sie waren nicht mehr als wirt­schaft­lich und recht­lich abhän­gi­ge Gehil­fen der Erb­bau­ern, in deren Reich­wei­te sie einen klei­nen Kot­ten bewohn­ten. Die geschil­der­ten ärme­ren Gesell­schafts­grup­pen erschlos­sen sich daher im 15. Jahr­hun­dert mit Flachs­an­bau und ‑ver­ar­bei­tung zu Lei­nen eine neue Erwerbs­mög­lich­keit. Die­se Früh­form der Indus­tria­li­sie­rung im Ravens­ber­ger Lan­des wird als Pro­to­in­dus­trie cha­rak­te­ri­siert. Die Lei­ne­we­ber ver­ar­bei­te­ten den Flachs im Win­ter zum bekann­ten Ravens­ber­ger Lei­nen. In preu­ßi­scher Zeit (ab 1614) wur­de das Lein­enge­wer­be zur Erhö­hung des Steu­er­auf­kom­mens (Mer­kan­ti­lis­mus) geför­dert, und die Zahl der Heu­er­lin­ge wuchs dadurch rasch. Im Jah­re 1770 wur­de die Mark auf preu­ßi­schen Druck hin voll­stän­dig pri­va­ti­siert und größ­ten­teils zu Acker­land land­wirt­schaft­li­cher Klein­be­trie­be. Die­se klein­bäu­er­li­chen Besitz­ver­hält­nis­se konn­ten sich bis in die 1950er-Jah­re hal­ten. Die Sie­ke wur­den in die­ser Zeit ver­brei­tert, um Wei­de für das Vieh zu schaf­fen, das bis­her nur in der Mark weidete.

Bis zur Fran­zo­sen­zeit (1807 – 1813), als Spen­ge Teil des König­reichs West­pha­len (ab 1811 sogar Teil des Kai­ser­reichs Frank­reich) war, waren Spen­ge und sei­ne Orts­tei­le ein Teil des Amtes Lim­berg, das zur Graf­schaft Ravens­berg gehör­te, die wie­der­um ab 1614 zu Bran­den­burg bzw. Preu­ßen gehör­te. Nach Ende der napo­leo­ni­schen Zeit wur­de die Graf­schaft Ravens­berg wie­der­her­ge­stellt und war wie­der preu­ßisch, ab 1819 aber in einer preu­ßi­schen Ver­wal­tungs­ein­heit Min­den-Ravens­berg zusam­men mit dem nörd­lich gele­ge­nen Fürs­ten­tum Min­den verwaltet.

Als die Lei­nen­ver­ar­bei­tung infol­ge des Auf­kom­mens mecha­ni­scher Web­stüh­le Mit­te des 19. Jahr­hun­derts immer unren­ta­bler wur­de und die Land­be­völ­ke­rung sich dadurch kaum noch ernäh­ren konn­te, bot die um 1860 vor allem in nahen Bün­de auf­kom­men­de Tabak­in­dus­trie ein neu­er­li­ches Aus­kom­men. Die Spen­ger roll­ten und press­ten die Zigar­ren in Heim­ar­beit oder in Zigar­ren­fa­bri­ken. Wei­ter­hin bedeu­tend war die Holz­wirt­schaft; heu­te ist kaum noch Wald erhalten.

Seit 1843 wur­den die selbst­stän­di­gen Gemein­den Wal­len­brück, Hücker-Aschen, Spen­ge, Bar­düt­ting­dorf und Len­zing­hau­sen in einem gemein­sa­men Amt Spen­ge verwaltet.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Schloss Müh­len­burg, von TUBSPublic Domain

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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