Online-OFB „Bad Orb“ am 19.01.2021 aktualisiert

Museum und Haus des Gastes in Bad Orb, ehemals Burganlage
Museum und Haus des Gastes in Bad Orb, ehemals Burganlage; von Jörg Braukmann; CC BY-SA 4.0

Das Online-OFB „Bad Orb“ wur­de am 19. Janu­ar 2021 aktua­li­siert. Der­zeit sind 89.634 Per­so­nen vor­han­den, die in 27.190 Fami­li­en geglie­dert sind. 522 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 05.10.2020 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Bad Orb
Lage von Bad Orb

Bad Orb (PLZ: 63619) ist eine Kur­stadt im Main-Kin­zig-Kreis in Hes­sen. Sie liegt zwi­schen bewal­de­ten Ber­gen im Natur­park Spes­sart, einem der größ­ten zusam­men­hän­gen­den Wald­ge­bie­te Deutsch­lands. Der von Schlüch­tern durch den Spes­sart nach Groß­heu­bach bei Mil­ten­berg ver­lau­fen­de „Esels­weg“ führt an Bad Orb vor­bei. Auf die­ser alten Han­dels- und Salz­stra­ße wur­de in frü­he­ren Zei­ten das Orber Salz zur Ver­schif­fung an den Main transportiert.

Kurzinfo zum Online-OFB

Die Bear­bei­te­rin des Online-OFB ist Karo­la Ker­tel aus Bad Orb. Die Quel­len­grund­la­ge des Online-OFB sind in ers­ter Linie die Kir­chen­bü­cher der katho­li­schen Gemein­de von Bad Orb. Wei­ter­hin kom­men ergän­ze Lis­ten als Quel­len hin­zu wie z. B. die Sam­mel­ak­ten der Kriegs­ster­be­fäl­le von Bad Orb, die Tür­kens­steu­er­lis­ten von 1542 und 1551, die Mus­te­rungs­lis­ten von 1591 bis 1609 oder die Rech­nun­gen der Kir­chen­bau­meis­ter zu Orb von 1570 von 1603.

Der ein­lei­ten­de Text des Online-OFB ist anspre­chend gestal­tet und glie­dert sich in 2 Tei­le: einen geschicht­li­chen Abriss der Stadt und eine län­ge­re Quel­len­lis­te. Optio­nal lie­ße ich noch ein paar sta­tis­ti­sche Anga­ben der ent­hal­te­nen Daten des Online-OFB machen.

Bear­bei­tet wur­de das Online-OFB mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Per­so­nal Ances­tral File.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen von Bad Orb
Wap­pen von Bad Orb; gemeinfrei

Bereits um 650 v. Chr. war die Gegend kel­tisch besie­delt (Ring­wall Alte­burg bei Bie­ber­ge­münd) und Wol­fer­burg bei Hes­sel­dorf. Ob die salz­hal­ti­gen Quel­len den Kel­ten schon bekannt waren, ist indes nicht gesi­chert. Auch über die Zeit der Spät­an­ti­ke und des frü­hen Mit­tel­al­ters ist wenig bekannt.

Die ältes­te erhal­te­ne Erwäh­nung des Namens Orbaha fin­det sich in einer Urkun­de von 1059, in der König Hein­rich IV. dem Klos­ter Ful­da den Wild­bann über den Spes­sart ver­leiht. Der dar­in beschrie­be­ne Grenz­ver­lauf bezieht sich mit die­sem Namen auf den Fluss. Die eigent­li­che Erst­erwäh­nung des Ortes erfolg­te in einer Urkun­de vom 2. Okto­ber 1064, in der Hein­rich IV. die Besit­zung „Orbaha … mit Burg und …Salz­quel­len …“, an die Kir­che der Hei­li­gen Ste­phan und Mar­tin in Mainz, bezie­hungs­wei­se den Erz­bi­schof Sieg­fried I., der auch Erz­kanz­ler des Rei­ches ist, schenkt.

Bad Orb erhielt um 1244, unter dem Stauf­erkai­ser Fried­rich II. die Stadt­rech­te, was auch das Prä­gen einer Mün­ze, des Orber Hälb­lings (hal­ber Pfen­nig), ein­schloss. Aus die­ser Zeit stam­men die Res­te der Stadt­be­fes­ti­gung, wie Mau­ern und Tore. Ter­ri­to­ri­al gehör­te Orb in die­ser Zeit zu Kur­mainz. Von 1428 bis 1566 war die Stadt aller­dings an die Gra­fen von Hanau (ab 1456: Graf­schaft Hanau-Mün­zen­berg) ver­pfän­det. Wäh­rend die Graf­schaft Hanau-Mün­zen­berg sich Mit­te des 16. Jahr­hun­derts der Refor­ma­ti­on zuwand­te, blieb Orb so durch sei­ne Rück­kehr unter die Lan­des­ho­heit von Mainz römisch-katholisch.

Die Salz­ge­win­nung aus meh­re­ren Sole­quel­len präg­te das mit­tel­al­ter­li­che und früh­neu­zeit­li­che Stadt­bild bis zum 19. Jahr­hun­dert. Die Salz­ge­win­nung erfolg­te anfangs inner­halb der Stadt­mau­ern am heu­ti­gen „Sol­platz“ durch Ein­damp­fen der Sole in gro­ßen Sud­pfan­nen. Die vor­aus­ge­hen­de Ein­di­ckung und Rei­ni­gung der Sole erfolg­ten durch Gra­die­ren: In gro­ßen Ver­duns­tungs­käs­ten setz­ten sich Ton, Kalk und Gips ab und bil­de­ten soge­nann­te „Gra­dier­stei­ne“, die noch Abdrü­cke der Holz­boh­len und Bal­ken des Gra­dier­kas­tens zei­gen und spä­ter auch als Fun­da­men­te für Häu­ser ver­wen­det wur­den. Ein sol­cher Gra­dier­stein wur­de 2002 bei­spiel­haft am „Sol­platz“ aufgestellt.

Wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Kriegs schenk­te König Gus­tav Adolf von Schwe­den 1632 den mit ihm ver­bün­de­ten Gra­fen von Hanau-Mün­zen­berg die Stadt Orb. Sie konn­ten den neu­en Besitz aber nur bis zur nächs­ten Wen­de des Kriegs­ge­sche­hens hal­ten und ver­lo­ren ihn 1634 wieder.

Durch den Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss kam Orb zum Fürs­ten­tum Aschaf­fen­burg, Ober­amt Orb und Lohr, Amts­vog­tei Orb. 1806 wur­de das Fürs­ten­tum Aschaf­fen­burg Teil des Pri­ma­ti­al­staats Karl Theo­dor von Dal­bergs, das Mit­glied im Rhein­bund war. Von 1810 bis 1813 lag Orb im Groß­her­zog­tum Frank­furt, Depar­te­ment Aschaf­fen­burg, Distrikt Orb. Als Ergeb­nis des Pari­ser Frie­dens kam Orb am 26. Juni 1814 zum König­reich Bay­ern, wo es im 1817 gegrün­de­ten Unter­main­kreis Sitz des Land­ge­richts Orb wur­de. Am 1. Janu­ar 1862 wur­de aus den Land­ge­rich­ten Gemün­den und Orb das Bezirks­amt Gemün­den gebil­det. Bay­ern, das 1866 im Deut­schen Krieg auf der Ver­lie­rer­sei­te stand, muss­te das Gebiet des ehe­ma­li­gen Land­ge­richts Orb mit Aus­nah­me von Aura (das sind die Orte AuraDeu­tel­bachMit­tel- und Ober­sinn gewe­sen) an das König­reich Preu­ßen abtre­ten. Dort wur­de es Teil des Krei­ses Geln­hau­sen, behielt aber als „Amts­be­zirk Orb“ bis zum 31. März 1886, ins­be­son­de­re kom­mu­nal­ver­fas­sungs­recht­lich, einen Sonderstatus.

Im Rah­men der Gebiets­re­form in Hes­sen wur­de der Kreis Geln­hau­sen am 1. Juli 1974 auf­ge­löst und ging im Main-Kin­zig-Kreis auf, zu dem auch Bad Orb seit­dem gehört.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Muse­um und Haus des Gas­tes in Bad Orb, ehe­mals Burg­an­la­ge; von Jörg Brauk­mannCC BY-SA 4.0

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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