Online-OFB „Schriesheim“ am 21.11.2020 aktualisiert

Altes Rathaus in Schriesheim
Altes Rathaus in Schriesheim, von Rudolf Stricker

Das Online-OFB „Schries­heim“ wur­de am 21. Novem­ber 2020 ver­öf­fent­licht. Der­zeit sind 4.014 Per­so­nen vor­han­den, die in 1.465 Fami­li­en geglie­dert sind. 772 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 27.09.2020 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Schriesheim
Lage von Schriesheim

Schries­heim (PLZ: 69198) ist eine Stadt an der Badi­schen Berg­stra­ße mit cir­ca 15.000 Ein­woh­nern. Sie gehört zum Rhein-Neckar-Kreis und liegt 8 km nörd­lich von Hei­del­berg und 18 km öst­lich von Mann­heim und ist Teil der euro­päi­schen Metro­pol­re­gi­on Rhein-Neckar. Im ört­li­chen Dia­lekt lau­tet der Orts­na­me Schrie­se mit stimm­lo­sem S.

Schries­heim besteht aus den drei Tei­len: Schries­heim, Alten­bach und Ursen­bach. Alten­bach befin­det sich 7 km öst­lich der Kern­stadt im Oden­wald, am Ober­lauf des Kan­zel­bachs, der hier wie der Ort Alten­bach genannt wird. Eben­falls im Oden­wald, 3 km nord­west­lich von Alten­bach, liegt Ursen­bach am gleich­na­mi­gen Bach, der in den Alten­bach ein­mün­det. Zu Schries­heim gehört der Ort „Stam(m)berg, Alters­heim“. Zum Ursen­bach gehört das Gehöft Ursen­bach­er­hof. Zu Alten­bach gehö­ren der Wei­ler Kohl­hof und das Gehöft Röschbach(erhof). In Alten­bach auf­ge­gan­gen sind die Ort­schaf­ten Rin­ges und Hohen­öd.

Kurzinfo zum Online-OFB

Die­ses Online-OFB ist eine Über­tra­gung des Fami­li­en­buch Schries­heim des mitt­ler­wei­le ver­stor­be­nen Autors und Bear­bei­ters Dr. Karl Schuh­mann (1919 – 2005). Das Orts­fa­mi­li­en­buch wur­de im Jahr 2004 durch den Oden­wald­klub Schries­heim her­aus­ge­ge­ben und beinhal­tet 11185 Fami­li­en­ein­trä­ge. Die genaue, ent­hal­te­ne Per­so­nen­an­zahl ist bis­her nicht gezählt wor­den, durf­te aber bei 38.000 – 40.000 Per­so­nen lie­gen. Das Orts­fa­mi­li­en­buch deckt den Zeit­raum 1650 – 1900 und beinhal­tet die Kirchenbücher/​Standesbücher der katho­li­schen, evan­ge­li­schen, refor­ma­to­ri­schen und israe­li­ti­schen Religionsgemeinden.

Das Online-OFB wird nach der abge­schos­se­nen Über­tra­gung durch wei­te­re Quel­len erwei­tert wer­den, die über das gedruck­te Orts­fa­mi­li­en­buch von Karl Schuh­mann hinausgehen.

Die Über­tra­gung des gedruck­ten Orts­fa­mi­li­en­buchs von Karl Schuh­mann befin­det sich erst am Anfang. Es sind aktu­ell 1049 der ins­ge­samt 11185 Fami­li­en­ein­trä­ge über­tra­gen wor­den. Dies ent­spricht ca. 9,4 % der Gesamt­ein­trä­ge und umfasst der­zeit 3888 Per­so­nen. Von die­sem Per­so­nen ist ein nicht uner­heb­li­cher Teil als Per­so­nen­platz­hal­ter dien­lich. Sol­che Per­so­nen­platz­hal­ter sind an der in den run­den Klam­mern vor­an­ge­stell­ten Zahl im Per­so­nen­na­men erkenn­bar, z. B. (1234Max MUSTERMANN. Die­se Per­so­nen ent­hal­ten kei­ne kon­kre­ten Daten und wer­den erst spä­ter mit Daten belegt.

CC BY-NC-SA 3.0

Wich­tig dabei ist zu wis­sen, dass das Online-OFB unter Crea­ti­ve Com­mons „Namens­nen­nung, nicht kom­mer­zi­ell, Wei­ter­ga­be unter glei­chen Bedin­gun­gen“ (CC BY-NC-SA 3.0) lizen­ziert ist.

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ahnen­blatt bearbeitet.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Wappen der Stadt Schriesheim
Wap­pen der Stadt Schries­heim; gemeinfrei

Wahr­schein­lich gab es schon zu Zei­ten der Römer eine Sied­lung im heu­ti­gen Stadt­ge­biet. Sechs bekann­te römi­sche Guts­hö­fe (vil­lae rusti­cae) bele­gen die inten­si­ve land­wirt­schaft­li­che Nut­zung des Umfel­des des römi­schen Lopo­dunum (heu­te Laden­burg). Dar­auf hin­deu­ten­de Münz­fun­de aus dem Jahr 351/​353 gehö­ren zu den spä­tes­ten Zeug­nis­sen römi­schen Lebens in der Regi­on. In die­se Zeit fällt die Völ­ker­wan­de­rung, die in Schries­heim durch ein Krie­ger­grab mit Schwert­bei­ga­be belegt ist. Schries­heim wur­de das ers­te Mal 764 in einer Urkun­de des Klos­ters Ell­wan­gen und 766 in einer Urkun­de des Klos­ters Lorsch im Zusam­men­hang mit Land­schen­kun­gen erwähnt, die auch die Grund­la­ge der spä­te­ren Grund­herr­schaft bei­der Klös­ter im Ort leg­ten. Zur Zeit sei­ner ers­ten schrift­li­chen Erwäh­nung war Schries­heim ein frän­ki­scher Ort.

Im 13. Jahr­hun­dert hat­te sich in Schries­heim auf­grund von Vog­tei­rech­ten eine Orts­herr­schaft des Adels­ge­schlechts der Strah­len­ber­ger her­aus­ge­bil­det, die zum Bau der Strah­len­burg um 1235 führ­te. Die Errich­tung der Burg war ein kla­rer Rechts­bruch der Strah­len­ber­ger, da der Bau­grund dem Klos­ter Ell­wan­gen gehör­te, des­sen Vög­te die Strah­len­ber­ger waren. Klös­ter waren aber bei der Durch­set­zung ihrer Rech­te auf ande­re ange­wie­sen, da sie selbst nicht mili­tä­risch ein­grei­fen konn­ten. Der Abt erwirk­te zwar eine Äch­tung Con­rads I. durch den Kai­ser, alles lief aber auf einen Ver­gleich hin­aus. Die­ser im Jah­re 1238 geschlos­se­ne Ver­gleich sah so aus, dass Con­rad I. die Strah­len­burg zum erb­li­chen Lehen bekam, jedoch sein gesam­tes Pri­vat­ver­mö­gen an das Klos­ter über­tra­gen muss­te, um es dann als erb­li­ches Lehen wie­der zu erhal­ten. Da damals die Lehns­rech­te schon geschwächt waren, trug Con­rad I. den­noch einen rela­ti­ven Sieg davon.

Da zur dama­li­gen Zeit ein ehr­gei­zi­ger Ade­li­ger nicht nur eine Burg, son­dern auch eine Stadt sein Eigen nen­nen woll­te, begann Con­rad I. mit der Anla­ge einer befes­tig­ten Stadt direkt neben dem alten Dorf Schries­heim auf dem ihn nun als Lehen über­tra­ge­nen Grund gleich unter­halb der Strah­len­burg. Sowohl Stadt als auch Burg wur­den in eine gemein­sa­me Ver­tei­di­gungs­an­la­ge ein­ge­fügt. Ein bestimm­tes Datum für die Stadt­grün­dung ist nicht über­lie­fert, aber im Jah­re 1256 waren die Strah­len­ber­ger Mit­glie­der des rhei­ni­schen Städ­te­bun­des. Ver­schie­de­ne Indi­zi­en legen eine Stadt­grün­dung zwi­schen 1240 und 1245 nahe.

Nach der Stadt­grün­dung wur­de im Stadt­ge­biet an der Stel­le eine Kir­che erbaut, wo heu­te noch die evan­ge­li­sche Kir­che steht. Die alte Dorf­kir­che süd­lich der Bach­gas­se wur­de auf­ge­ge­ben. Dar­über hin­aus wur­de ein herr­schaft­li­cher Stadt­hof ange­legt, der heu­ti­ge Strah­len­ber­ger Hof. Das reprä­sen­ta­ti­ve Stein­haus mit einem fast zwei Meter star­ken Mau­er­gie­bel ist mit über 700 Jah­ren das ältes­te noch bewohn­te Pro­fan­ge­bäu­de der Gegend.

Nach dem lang­sa­men Nie­der­gang der Strah­len­ber­ger wur­de Schries­heim, die Strah­len­burg und alle Herr­schafts­rech­te schließ­lich am 8. Sep­tem­ber 1347 an den Pfalz­gra­fen in Hei­del­berg ver­kauft. Schries­heim ver­blie­ben jedoch wei­ter­hin alle Stadt­rech­te.

Den Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg haben nur 12 – 15 % der Bevöl­ke­rung über­lebt. Nur 24 Fami­li­en­na­men aus der Vor­kriegs­zeit tauch­ten danach wie­der auf. Nur aus der rei­chen Mül­lers­fa­mi­lie Mack über­leb­ten zwei erwach­se­ne Män­ner den Krieg, sonst jeweils von allen über­le­ben­den Fami­li­en nur ein erwach­se­ner männ­li­cher Namensträger.

Zwi­schen 1644 und 1648 war die Ort­schaft auf­ge­ge­ben wor­den und men­schen­leer. In den Jahr­zehn­ten nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg setz­te eine star­ke Zuwan­de­rung ein, dar­un­ter beson­ders vie­le refor­mier­te Schwei­zer. 1698 stell­ten sie knapp ein Drit­tel der Einwohner.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Altes Rat­haus in Schries­heim, von Rudolf Stri­ckerAttri­bu­ti­on

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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