Online-OFB „Hamm“ am 21.11.2020 aktualisiert

Stadtansicht von Hamm aus dem Werk "Topographie Westphaliae" von Matthäus Merian (1593–1650)
Stadtansicht von Hamm aus dem Werk "Topographie Westphaliae" von Matthäus Merian (1593–1650); gemeinfrei

Das Online-OFB „Hamm“ wur­de am 21. Novem­ber 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 1.672 Per­so­nen vor­han­den, die in 476 Fami­li­en geglie­dert sind. 220 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 18.10.2020 bearbeitet.

Geografische Lage

Lage von Hamm
Lage von Hamm

Hamm (latei­nisch: Ham­mo­na; PLZ: 59063 – 59077) ist eine kreis­freie Stadt in Nord­rhein-West­fa­len. Die west­fä­li­sche Stadt Hamm ist ein wich­ti­ger Kno­ten­punkt meh­re­rer Eisen­bahn­stre­cken. Der heu­te größ­ten­teils still­ge­leg­te Ran­gier– und Güter­bahn­hof war frü­her einer der größ­ten Europas.

Die Stadt wird von der Lan­des­pla­nung als Mit­tel­zen­trum aus­ge­wie­sen. Nach meh­re­ren Gebiets­re­for­men erreich­te Hamm 1975 sei­ne heu­ti­ge Aus­deh­nung und mit über 100.000 Ein­woh­nern den Sta­tus einer Groß­stadt. Hamm hat ca. 180.000 Ein­woh­ner und beleg­te am 31. Dezem­ber 2016 mit rund 179.570 Ein­woh­nern den 43. Platz auf der Lis­te der größ­ten Städ­te in der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land.

Das Stadt­ge­biet ist in die sie­ben Stadt­be­zir­ke eingeteilt: 

  1. Hamm-Mit­te: City, Innen­stadt-Süd, Innen­stadt-Ost, Süden öst­lich der Wer­ler Stra­ße, Süden west­lich der Wer­ler Stra­ße, Wes­ten nörd­lich der Lan­ge Stra­ße, Wes­ten süd­lich der Lan­ge Stra­ße, Bahn­hof ein­schließ­lich Ortsgüterbahnhof;
  2. Hamm-Uen­trop: Kur­park, Mark, Braam, Wer­ries, Geit­he, Ost­wen­ne­mar, Norddin­ker, Vöcking­hau­sen, Frie­ling­hau­sen, Schme­hau­sen, Uen­trop (Orts­kern);
  3. Hamm-Rhy­nern: Ber­ge, West­tün­nen west­lich des Hei­de­wegs, West­tün­nen öst­lich des Hei­de­wegs, Rhy­nern (Orts­kern), Ost­tün­nen, Freis­ke, Oster­flie­rich, Wam­beln, Allen, Süddinker;
  4. Hamm-Pel­kum: Wiescherhöfen/​Daberg, Lohau­ser­holz, Selmigerheide/​Weetfeld, Zechen­sied­lung, Har­ring­holz, Pel­kum (Orts­kern), Wes­ter­hei­de, Lerche;
  5. Hamm-Her­rin­gen: Wes­ten­feld­mark, Ost­feld, Heid­hof, Her­rin­gen (Orts­kern), Nord­her­rin­gen, Her­rin­ger Hei­de, Sandbochum
  6. Hamm-Bockum-Hövel: Nor­den­feld­mark-West, Hövel-Mit­te, Hövel-Nord, Hövel-Rad­bod, Bockum, Bar­sen, Hamm-Nor­den, Hol­sen, Gein­eg­ge, Hölter;
  7. Hamm-Hees­sen: Nor­den­feld­mark-Ost, Mat­ten­be­cke, Zeche Sach­sen, Hees­se­ner Gar­ten­stadt, Hees­se­ner Dorf, West­hu­sen, Das­beck, Frielick.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Micha­el Joh­ne aus Bre­men (das bin ich) und er ist Betrei­ber der Web­sei­ten Ahnen­for­schung Joh­ne und Orts­fa­mi­li­en­bü­cher-News. Die Per­so­nen­ein­trä­ge, die im Online-OFB „Hamm“ auf­ge­führt wer­den, basie­ren haipt­säch­lich auf den Abschrif­ten von Dr. Det­lef Bernt­zen aus Hamm. Dr. Det­lef Bernt­zen ist beruf­lich als als Mathe­ma­ti­ker, als Leh­rer­bild­ner oder als Per­so­nal­rat tätig und pri­vat als Tän­zer und Lokal­his­to­ri­ker. Für das Hamm­Wi­ki (einem Wiki mit diver­sen Ein­trä­gen über die Stadt Hamm) hat er sämt­li­che ver­füg­ba­re Ein­trä­ge aus Kir­chen­bü­chern und Per­so­nen­stands­re­gis­ter als Abschrif­ten in tabel­la­ri­scher Form der Stadt Hamm und sei­ner viel­zäh­li­gen Orts­tei­le aus­ge­ar­bei­tet. Für die Geburten/​Taufen ist der Zeit­raum 1641 – 1874 (234 Jah­re) abge­deckt, für Ehen/​Trauungen ist der Zeit­raum 1615 – 1874 (258 Jah­re) und für Sterbeeinträge/​Beerdigungen der lei­der kur­ze und lücken­haf­te Zeit­raum 1848 – 1873 (21 Jah­re). Die Ein­trä­ge sind alle zu deren Quel­len als Matri­cu­la, Fami­ly­Se­arch etc. verlinkt.

Die aktu­el­len Quel­len des Online-OFBs sind:

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Eine aus­führ­li­che Geschich­te zur Stadt Hamm kann im Wiki­pe­dia-Arti­kel Geschich­te der Stadt Hamm nach­ge­schla­gen werden.

Wappen der Stadt Hamm
Wap­pen der Stadt Hamm

Hamm ist eine Plan­stadt, die Graf Adolf I. von der Mark am Ascher­mitt­woch des Jah­res 1226 gegrün­det und mit Stadt­rech­ten ver­se­hen hat. Die Grün­dung von Hamm steht am Anfang einer Rei­he von Stadt­grün­dun­gen die­ses Gra­fen­ge­schlechts, um die Graf­schaft Mark sowohl mili­tä­risch als auch wirt­schaft­lich zu fes­ti­gen und aus ihr einen ein­heit­li­chen Macht­be­reich zu schaf­fen. Anlass für die Stadt­grün­dung war ein Streit zwi­schen dem welt­li­chen west­fä­li­schen Adel und dem Erz­bi­schof von Köln, Engel­bert I. von Berg, der bemüht war, die Kir­che von welt­li­chem Ein­fluss zu befrei­en und die vom Her­zog­tum Sach­sen abge­spal­te­ne Her­zogs­wür­de von West­fa­len zu kon­so­li­die­ren. Die dar­aus ent­stan­de­nen Span­nun­gen zwi­schen den zum Teil eng mit­ein­an­der ver­wand­ten Prot­ago­nis­ten gip­fel­ten schließ­lich in der Ermor­dung des Erz­bi­schofs durch eine Grup­pe von Häschern sei­nes Ver­wand­ten Graf Fried­rich von Alte­na-Isen­berg. Dies trug Fried­rich die Reichs­acht ein und führ­te schließ­lich zu sei­ner Hin­rich­tung in Köln. Sein Besitz, Burg und Stadt Nien­brüg­ge, wur­den im Rah­men einer Straf­ak­ti­on durch Graf Adolf I. von der Mark geschleift. Die­ser ver­such­te das Erbe der Isen­ber­ger an sich zu brin­gen und so das Gebiet der gemein­sa­men Stamm­li­nie Alte­na-Berg zu erhal­ten. So bot er auch den Bür­gern der Stadt Nien­brüg­ge eini­ge hun­dert Meter die Lip­pe auf­wärts eine neue Hei­mat. Die Res­te von Nien­brüg­ge dien­ten dabei als Bau­stoff­lie­fe­rant. Da die neu­ge­grün­de­te Stadt Hamm dann etwas wei­ter öst­lich auf der Land­spit­ze zwi­schen der Ahse und der Lip­pe an der Ein­mün­dung der Ahse ent­stand, erhielt die neue Sied­lung den Namen „tom Ham­me“ (zum Hamm) bzw. Ham – nach der alten Bezeich­nung für ein sol­ches Flur­stück, dem Ham. Dar­aus ent­wi­ckel­te sich im Lau­fe der Zeit die heu­ti­ge Schreib­wei­se „Hamm“.

In den fol­gen­den Jahr­hun­der­ten wur­de Hamm zum Vor­ort und immer wie­der auch zur Resi­denz der Graf­schaft und dien­te als Gerichts­sitz mit Appel­la­ti­ons­funk­ti­on für die mär­ki­schen Städ­te. Dies begrün­det auch die bis heu­te fort­dau­ern­de Gerichts­tra­di­ti­on der Stadt. Die Resi­denz­funk­ti­on ging Hamm 1461 mit dem Tod des Gra­fen Ger­hard von der Mark zu Hamm, der seit 1437 auf der Stadt­burg Hamm resi­dier­te, ver­lo­ren. Die Gra­fen, die inzwi­schen auch die Her­zö­ge von Kle­ve waren, wohn­ten nun auf der Schwa­nen­burg in Kle­ve.

Im Ver­bund der Han­se­städ­te nahm Hamm seit 1549 die Rol­le einer Prin­zi­pal­stadt für die mär­ki­schen Städ­te an. Das genaue Datum von Hamms Han­s­e­bei­tritt ist unklar, ver­schie­de­ne Quel­len nen­nen den Zeit­raum zwi­schen 1417 und 1471. (1494 wur­de die nahe gele­ge­ne Stadt Müns­ter zur Prin­zi­pal­stadt der Han­se in Westfalen.)

In den Jah­ren 1444 – 1449 (Soes­ter Feh­de) schlug sich die Stadt auf die Sei­te Johann von Kle­ves (seit dem 5. Juni 1444 neu­er Lan­des­herr von Soest), der sich in die Aus­ein­an­der­set­zung der Stadt Soest mit den Erz­bi­schö­fen in Köln ein­misch­te. Die­se ver­such­ten ihre ursprüng­li­che Stel­lung als Lan­des­her­ren Soests wie­der­her­zu­stel­len. Dar­auf­hin erwirk­te der Erz­bi­schof und Kur­fürst von Köln 1444 die Reichs­acht gegen Hamm, die jedoch ohne die dras­ti­schen Fol­gen des Jahrs 1226 blieb. Trotz die­ser Feh­de und der Reichs­acht fällt in die­se Zeit eine Blü­te der Wirt­schaft in der Stadt. Ein wesent­li­cher Fak­tor dafür ist die 1448 in Kraft getre­te­ne Ver­ord­nung, nach der nie­mand außer­halb der Stadt im Amte Hamm das Bäcker‑, Brauer‑, Schuhmacher‑, Schmie­de- und Schnei­der­hand­werk aus­üben durf­te. Die Land­be­völ­ke­rung muss­te in der Stadt ein­kau­fen. Im Jahr 1503 wur­de Hamm durch den römisch-deut­schen König und spä­te­ren Kai­ser Maxi­mi­li­an I. von allen west­fä­li­schen Frei­ge­rich­ten und sons­ti­gen frem­den Gerich­ten befreit.

Der wirt­schaft­li­che Nie­der­gang stell­te sich mit dem Aus­bruch einer als Pest bezeich­ne­ten Krank­heit im Jahr 1531, den 1533 begin­nen­den Bür­ger­kämp­fen und dem wach­sen­den Ein­fluss der Orts­her­ren ein.

Die Refor­ma­ti­on hielt 1553 in Hamm Ein­zug. Die gro­ße Stadt­kir­che St. Georg und Lau­ren­ti­us, die heu­ti­ge Pau­lus­kir­che, wur­de in „Refor­mier­te Pfarr­kir­che“ umbe­nannt und ist seit­dem der Ver­samm­lungs­ort der in Hamm maß­geb­li­chen refor­mier­ten Gemein­de. Als die neue luthe­ri­sche Gemein­de den Cal­vi­nis­ten 1562 Car­rell Gal­lus aus Hol­land zum Pas­tor wähl­te, kam es zum Bil­der­sturm. In die­sem Rah­men wur­den nahe­zu alle Kunst­ge­gen­stän­de der Kir­che zerstört.

1557 wur­de die Stadt von einer Hun­gers­not und 1558 von einem der zahl­rei­chen Ham­mer Stadt­brän­de heim­ge­sucht. Wenig spä­ter kos­te­te ein Streit zwi­schen Bäckern und Lei­ne­we­bern nach einer Ein­ga­be des Leineweberoberzunft­meisters an den Lan­des­herrn, Her­zog Johann von Kle­ve, Mark und Ravens­berg, im Jahr 1570 die Stadt ihre müh­sam erwor­be­nen Pri­vi­le­gi­en. In der Fol­ge begann die Selbst­stän­dig­keit Hamms zu schwin­den und mach­te Platz für den über­all auf­kom­men­den Abso­lu­tis­mus der Landesherren.

Bereits mit dem Spa­nisch-Nie­der­län­di­schen Krieg geriet Hamm in die krie­ge­ri­schen Aus­ein­an­der­set­zun­gen, die seit 1587 West­fa­len und somit auch die Regi­on um die Stadt immer wie­der ver­wüs­te­ten. Der spa­ni­sche Feld­herr und Statt­hal­ter in den Nie­der­lan­den, Ales­san­dro Far­ne­se, zog 1587 mit einem Heer bis vor die Stadt Hamm. Er sah von einer Erobe­rung ab, nach­dem die Stadt sich frei­ge­kauft hat­te. Spa­ni­sche Maro­deu­re ver­wüs­te­ten im Jahr 1598 das nörd­lich vor Hamm lie­gen­de Kirch­spiel Hees­sen. Den Opfern der Hexen­ver­fol­gun­gen in Hamm um 1600 wur­de in Hamm-Hees­sen ein Gedenk­stein gesetzt. Als 1609 das Haus von der Mark im Man­nes­stamm aus­starb, fiel die Graf­schaft nach dem Jülich-Kle­vi­schen Erb­fol­ge­streit an das Kur­fürs­ten­tum Bran­den­burg. Der Kur­fürst muss­te 1614 die Nie­der­lan­de zu Hil­fe rufen, sodass Hamm am 23. Sep­tem­ber von deren Trup­pen besetzt wur­de. Nach dem Kriegs­aus­bruch 1618 fol­gen bis 1648 ver­schie­de­ne Kriegs­par­tei­en, die Hamm beset­zen. Die Stadt muss­te immer wie­der hohe Zah­lun­gen an die Besat­zer leis­ten. Erst mit dem Ende des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges durch den West­fä­li­schen Frie­den wur­de der bran­den­bur­gi­sche Besitz­an­spruch bestä­tigt. Doch erst 1666 regel­te ein Tei­lungs­ver­trag das Erbe des Hau­ses von der Mark endgültig.

Im Jah­re 1741 wur­de Hamm von einer der zahl­rei­chen Kata­stro­phen heim­ge­sucht, die die Ent­wick­lung der Stadt immer wie­der brems­ten. In die­sem Fall han­del­te es sich um einen gro­ßen Stadt­brand. Das alte goti­sche Rat­haus der ehe­ma­li­gen Han­se­stadt und 346 Häu­ser ver­san­ken eben­so in Schutt und Asche wie der Turm der Pau­lus­kir­che und das Stadt­ar­chiv. Der Wie­der­auf­bau zahl­rei­cher Bür­ger­häu­ser erfolg­te nun in Stein. In der Fol­ge des Stadt­bran­des erhielt die Stadt im Jah­re 1743 eine Brandordnung.

In den sech­zi­ger Jah­ren des 17. Jahr­hun­derts brach­te der Sie­ben­jäh­ri­ge Krieg (1756 – 1763) erneut Zer­stö­rung, aber auch einen Aus­bau der Fes­tungs­an­la­gen mit sich. Schließ­lich wur­de 1772 eine neue Kaser­ne in Hamm errich­tet, um die Gar­ni­son der Fes­tung unter­zu­brin­gen. Die­se war bis dahin in den Wohn­häu­sern der Bevöl­ke­rung ein­quar­tiert. Für den Bau die­ser Kaser­ne wur­de die Burg Mark abge­bro­chen, um das Bau­ma­te­ri­al zu erhal­ten. Im Jah­re 1803 sind dann auch ihre letz­ten Grund­mau­ern ent­fernt worden.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Stadt­an­sicht von Hamm aus dem Werk „Topo­gra­phie West­pha­liae“ von Mat­thä­us Meri­an (1593 – 1650); gemeinfrei

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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