Online-OFB „Belgard-Schivelbein“ am 19.11.2020 aktualisiert

Marktplatz von Belgard
Marktplatz von Belgard; von "Kluka"; CC BY-SA 3.0

Das Online-OFB „Bel­gard-Schi­vel­bein“ wur­de am 19. Novem­ber 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 91.440 Per­so­nen vor­han­den, die in 26.948 Fami­li­en geglie­dert sind. 2083 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 21.10.2020 bear­bei­tet.

Geografische Lage

Lage von Belgard
Lage von Belgard

Bel­gard (an der Per­s­an­te) (pol­nisch: Biało­gard [bʲa­wˈɔ­gart], PLZ: 78 – 200) ist eine Kreis­stadt in der pol­ni­schen Woi­wod­schaft West­pom­mern. Sie ist auch Sitz der heu­ti­gen Gmi­na Biało­gard (Gemein­de Bel­gard), einer das Stadt­ge­biet umge­ben­den Land­ge­mein­de. Bis für Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges war die Stadt Bel­gard die Kreis­stadt des ehe­ma­li­gen Land­krei­ses Bel­gard, bis noch 1939 als Kreis Bel­gard. Das ehe­ma­li­ge Kreis­ge­biet liegt heu­te in den Powia­ten Biało­gardzki und Świd­wiń­ski in der pol­ni­schen Woi­wod­schaft Westpommern.

Bel­gard (an der Per­s­an­te) (pol­nisch: Biało­gard) darf nicht mit names­glei­chen Stadt Bel­gard (an der Leba) (pol­nisch: Biało­gar­da) ver­wech­selt werden.

Lage von Schivelbein
Lage von Schivelbein

Schi­vel­bein (pol­nisch: Świd­win [ˈɕfidvin], PLZ: 78 – 300, 78 – 301) ist eine Kreis­stadt in der pol­ni­schen Woi­wod­schaft West­pom­mern. Sie hat etwa 15.000 Ein­woh­ner und ist Ver­wal­tungs­sitz einer eigen­stän­di­gen Land­ge­mein­de (gmi­na wie­js­ka) mit über 6000 Bewoh­nern. Der Ort liegt am lin­ken Ufer des Flus­ses Rega im Zen­trum der Woi­wod­schaft West­pom­mern (Hin­ter­pom­mern) und an den nord­west­li­chen Aus­läu­fern der Pom­mer­schen Schweiz.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Die­ter Schim­mel­pfen­nig aus Klein Rhei­de in Schlwe­sig-Hol­stein. Er ist ein akti­ves Mit­glied im genea­lo­gi­schen Ver­ein „Pom­mer­scher Greif“ und er ist der Ansprech­part­ner für die genea­lo­gi­schen Ange­le­gen­hei­ten des ehe­ma­li­gen Gebiets Bel­gard-Schi­vel­bein. Neben­bei führt er auch eine pri­va­te Web­sei­te mit Infor­ma­tio­nen zu dem ehe­ma­li­gen Gebiet: Der Kreis Bel­gard-Schi­vel­bein in Pom­mern.

Das Online-OFB „Bel­gard-Schi­vel­bein“ soll in etwa das gesam­te Gebiet des ehe­ma­li­gen Land­krei­ses Bel­gard-Schi­vel­bein abde­cken. Ursprüng­lich war Schi­vel­bein ein eige­ner Kreis gewe­sen, der jedoch 1932 auf­ge­löst wur­de bzw. in den Kreis Bel­gard ein­ge­glie­dert wur­de. Es ist daher schon ein gewis­ses Mam­mut­pro­jekt, ein Online-OFB für einen gesam­ten Land­kreis zu erstel­len, anstatt für eine Stadt, wie man es gewohnt ist. Daher ist das Online-OFB „Bel­gard-Schi­vel­bein“ im enge­ren Sin­ne nicht mehr als Orts­fa­mi­li­en­buch, son­dern als Gebiets­fa­mi­li­en­buch zu betrach­ten. Der Bear­bei­ter Die­ter Schim­mel­pfen­ning bezeich­net das Online-OFB als Fami­li­en­da­ten­bank.

Die Basis als Quel­len des Online-OFB sind die Kir­chen­bü­cher und Stan­des­amt­re­gis­ter des ehe­ma­li­gen Gebiets Bel­gard-Schi­vel­bein. Ergänzt wer­den die­se Quel­len durch Ahnen­päs­sen, Fami­li­en­bü­chern und ‑stamm­bäu­men, die von den Nach­kom­men des frü­he­ren ver­trie­be­nen Bewoh­nern für die Fami­li­en­for­schung zur Ver­fü­gung gestellt wer­den. Aktu­ell lie­gen die Quel­len aus rund 43 Kirch­spie­len oder Stan­des­amts­be­zir­ken sehr oft frag­men­ta­risch vor. Hier zäh­len die Ort­schaf­ten: Alt Sans­kow, Alt Schla­ge, Arn­hau­sen, Bel­gard, Bramstädt, Brie­sen, Bru­now, Bul­grin, Bus­lar, Damen, Grös­sin, Groß Tychow, Groß Pop­low, Groß Ram­bin, Klütz­kow, Kol­latz, Labenz, Lan­gen­ha­ken, Lan­kow, Len­zen, Mut­trin, Nase­band, Nelep, Neu Buc­k­ow, Pol­zin, Pum­low, Rar­fin, Reinfeld, Rog­gow, Rüt­zen­ha­gen, Schi­vel­bein, Schlen­zig, Schlön­witz, Schmen­zin, Seme­row, Sied­kow, Sim­mat­zig, Stan­de­min, Venz­laffs­ha­gen, Wol­disch Tychow, Woper­snow, Wus­ter­b­arth, Wus­ter­witz, Wut­zow und Zie­zen­eff.

Der ein­lei­ten­de Text des Online-OFB ist auf­grund sei­ner Grö­ße aus­rei­chend, obwohl sprich­wört­lich noch etwas Luft nach oben hät­te. Wün­schens­wert wäre viel­leicht eine gra­fi­sches Bild einer städ­ti­schen Häu­ser­sil­hou­et­te oder eines älte­ren Kar­ten­aus­schnitts als opti­sche Auf­wer­tung des Online-OFB. Mög­lich wäre aber auch eine sta­tis­ti­schen Aus­wer­tung des Online-OFB, da genug aus­sa­ge­kräf­ti­ge Per­so­nen­da­ten ent­hal­ten sind. 

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Geschichte des Kreises Belgard

Wappen der Stadt Belgard
Wap­pen der Stadt Bel­gard; gemeinfrei

Hin­ter­pom­mern, das seit 1648 zu Bran­den­burg-Preu­ßen gehör­te, wur­de 1724 eine Kreis­re­form durch­ge­führt. Die Zahl der Krei­se und zuge­hö­ri­gen Land­rä­te wur­de fühl­bar redu­ziert, um die star­ke ter­ri­to­ria­le Zer­split­te­rung zu ver­rin­gern, die durch die kom­pli­zier­ten adli­gen Besitz­stän­de in Hin­ter­pom­mern ent­stan­den war. Die damals bereits bestehen­den Krei­se Bel­gard und Pol­zin wur­den mit Wir­kung zum 1. Janu­ar 1725 zu einem Kreis zusam­men­ge­schlos­sen, der im dama­li­gen Sprach­ge­brauch als Bel­gard-Pol­zin­scher Kreis bezeich­net wur­de. Der Kreis umfass­te die Städ­te Bel­gard und Pol­zin, das könig­li­che Amt Bel­gard sowie eine grö­ße­re Anzahl von adli­gen Dör­fern und Gütern.

In Fol­ge der preu­ßi­schen Pro­vin­zi­al­be­hör­den-Ver­ord­nung vom 30. April 1815 wur­de der Kreis Teil des Regie­rungs­be­zirks Kös­lin in der Pro­vinz Pom­mern. Bei der pom­mer­schen Kreis­re­form von 1818 kamen die bei­den bis dahin zum west­preu­ßi­schen Netz­edi­strikt gehö­ren­den Dör­fer Brut­zen und Groß Pop­low zum Kreis hin­zu, der nun­mehr nur noch nach sei­ner Kreis­stadt als Kreis Bel­gard bezeich­net wur­de. Im Jahr 1828 wur­den die Dör­fer Jager­tow und Kol­latz (bis dahin in Kom­mu­ni­on der Krei­se Bel­gard und Neu­stet­tin) voll­stän­dig in den Kreis integriert.

Zum Kreis Bel­gard gehör­ten 1871 die Städ­te Bel­gard und Pol­zin, 73 Land­ge­mein­den und 95 Guts­be­zir­ke. Zum 30. Sep­tem­ber 1929 fand im Kreis Bel­gard wie im übri­gen Frei­staat Preu­ßen eine Gebiets­re­form statt, bei der alle selbst­stän­di­gen Guts­be­zir­ke auf­ge­löst und benach­bar­ten Land­ge­mein­den zuge­teilt wurden.

Der Kreis Bel­gard umfass­te 1910 eine Flä­che von 1132 km². Bei der preu­ßi­schen Kreis­re­form vom 1. Okto­ber 1932 wur­de der Kreis deut­lich vergrößert:

  • Bis auf die drei Gemein­den Labenz, Nutha­gen und Rüt­zow wur­de der auf­ge­lös­te Kreis Schi­vel­bein in den Kreis Bel­gard eingegliedert.
  • Aus dem auf­ge­lös­ten Kreis Bublitz kam der Amts­be­zirk Neu Buc­k­ow, bestehend aus den drei Gemein­den Groß Sats­pe, Klein Sats­pe und Neu Buc­k­ow, zum Kreis Belgard.

Im wei­te­ren Ver­lauf der 1930er Jah­re wur­de die Kreis­be­zeich­nung Bel­gard (Per­s­an­te) ein­ge­führt. Zum 1. Janu­ar 1939 erhielt der Kreis Bel­gard (Per­s­an­te) ent­spre­chend der jetzt reichs­ein­heit­li­chen Rege­lung die Bezeich­nung Land­kreis. Im Land­kreis leb­ten im Jah­re 1939 ins­ge­samt 79.183 Ein­woh­ner auf einer Flä­che von 1649,49 km² bei einer Bevöl­ke­rungs­dich­te von 48 Einwohnern/​km². 48 Pro­zent der Bevöl­ke­rung leb­ten in den drei Städ­ten Bel­gard (16.456), Bad Pol­zin (6920) und Schi­vel­bein (9714). Flä­chen­mä­ßig war der Land­kreis der viert­größ­te in der Pro­vinz Pom­mern, bevöl­ke­rungs­mä­ßig stand er an fünf­ter Stelle.

Im Früh­jahr 1945 wur­de der Land­kreis von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegs­en­de wur­de das Kreis­ge­biet im Som­mer 1945 von der sowje­ti­schen Besat­zungs­macht unter pol­ni­sche Ver­wal­tung gestellt.

Geschichte des Kreises Schivelbein

Wappen der Stadt Schivelbein
Wap­pen der Stadt Schi­vel­bein; gemeinfrei

In der nach­mit­tel­al­ter­li­chen Zeit bil­de­te sich in der Mark Bran­den­burg eine Glie­de­rung in Krei­se her­aus. Einer die­ser his­to­ri­schen Krei­se war der Schi­vel­bei­ni­sche Kreis bzw. Kreis Schi­vel­bein, der einen der vier soge­nann­ten Hin­ter­krei­se in der Neu­mark bildete.

Im Rah­men der preu­ßi­schen Ver­wal­tungs­re­for­men nach dem Wie­ner Kon­gress wech­sel­te der Kreis Schi­vel­bein 1816 aus der Mark Bran­den­burg in den Regie­rungs­be­zirk Kös­lin der Pro­vinz Pom­mern. Er blieb mit den dama­li­gen Gren­zen in sei­nem äuße­ren Umfang bis 1932 unver­än­dert. Sei­ne Bevöl­ke­rung ver­drei­fach­te sich von 8.460 Ein­woh­nern im Jahr 1816 auf über 22.000 im Jahr 1925. Seit dem 18. Jahr­hun­dert stan­den neun Land­rä­te an der Spit­ze der Ver­wal­tung. Das Land­rats­amt befand sich seit 1877 in der Neu­en Stra­ße 16 (spä­ter Gla­sen­app­stra­ße) in Schivelbein.

Im Jah­re 1925 besaß der Kreis eine Flä­che von 503 km².

Zum 30. Sep­tem­ber 1929 fand im Kreis Schi­vel­bein ent­spre­chend der Ent­wick­lung im übri­gen Frei­staat Preu­ßen eine Gebiets­re­form statt, bei der die selbst­stän­di­gen Guts­be­zir­ke auf­ge­löst und benach­bar­ten Land­ge­mein­den zuge­teilt wur­den. Als der Kreis Schi­vel­bein am 1. Okto­ber 1932 auf­ge­löst wur­de, war er mit 22.726 Ein­woh­nern der kleins­te Land­kreis der Pro­vinz Pom­mern. Elf sei­ner zwölf Amts­be­zir­ke mit 38 Gemein­den sowie die Stadt Schi­vel­bein kamen zum Kreis Bel­gard. Der Amts­be­zirk Labenz mit den Gemein­den Labenz, Nutha­gen und Rüt­zow kam zum Kreis Dram­burg.

Gegen die Auf­lö­sung des Krei­ses Schi­vel­bein hat­ten der Kreis­tag und die Bevöl­ke­rung ein­hel­lig, aber erfolg­los oppo­niert. Land­rat Paul Schuel­ke hat­te 1925 erfolg­los eine Denk­schrift ein­ge­reicht, in der er vor­ge­schla­gen hat­te, dem Kreis die ver­kehrs­mä­ßig und wirt­schaft­lich auf Schi­vel­bein aus­ge­rich­te­te Regi­on Bad Pol­zin zuzu­schla­gen. Als nach 1945 der pol­ni­sche Powi­at Świd­wiń­ski ein­ge­rich­tet wur­de, war eben­die­ser von Schuel­ke vor­ge­tra­ge­ne Gedan­ke rea­li­siert; Bad Pol­zin ali­as Połc­zyn-Zdrój gehört seit­dem zum Schi­vel­bei­ner Gebiet.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Markt­platz von Bel­gard; von „Klu­ka“; CC BY-SA 3.0

Fol­low me
Letz­te Arti­kel von Micha­el de Rado­býl (Alle anzei­gen)

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: