Online-OFB „Ströbeck“ am 15.09.2020 aktualisiert

Luftaufnahme von Ströbeck (2019)
Luftaufnahme von Ströbeck (2019); von Wolkenkratzer; CC BY-SA 4.0

Das Online-OFB „Strö­beck“ wur­de am 15. Sep­tem­ber 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 10.085 Per­so­nen vor­han­den, die in 3.963 Fami­li­en geglie­dert sind. 502 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 23.07.2020 bear­bei­tet.

Geografische Lage

Lage von Ströbeck
Lage von Strö­beck

Das Schach­dorf Strö­beck (PLZ: 38822) ist ein Orts­teil von Hal­ber­stadt im Land­kreis Harz von Sach­sen-Anhalt. Die ins Mit­tel­al­ter zurück­rei­chen­de Schach-Tra­di­ti­on des Ortes ist ein Allein­stel­lungs­merk­mal, die als Imma­te­ri­el­les Kul­tur­er­be in Deutsch­land aner­kannt wor­den ist. Die Deut­sche UNESCO-Kom­mis­si­on hat Strö­beck daher im Dezem­ber 2016 in das Bun­des­wei­te Ver­zeich­nis des imma­te­ri­el­len Kul­tur­er­bes auf­ge­nom­men.

Das Schach­dorf Strö­beck liegt etwa acht Kilo­me­ter west­lich von Hal­ber­stadts Kern­stadt.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Wer­ner Rei­mer. Er hat bereits wei­te­re Online-OFBs von umlie­gen­den Ort­schaf­ten erstell­te, u. a. das Online-OFB „Ander­beck“, das Online-OFB „Aspen­s­tedt“, das Online-OFB „Athen­s­tedt“, das Online-OFB „Baders­le­ben“ oder das Online-OFB „Huy-Nein­s­tedt“.

Bei dem vor­lie­gen­den Online-OFB han­delt es sich um ein rela­tiv klei­nes Online-OFB. Der ein­lei­ten­de Text ist rela­tiv kurz gehal­ten, fasst jedoch ein paar mar­kan­te Infor­ma­tio­nen über die Lage und die Erst­erwäh­nung von Strö­beck wie­der. Einen etwas grö­ße­ren Abschnitt wid­met sich Wer­ner Rei­mer dem her­aus­ste­chen­den Merk­mal des Schach­s­ports, das für Strö­beck ein prä­gen­des Kul­tur­merk­mal ist. Wei­ter­hin geht Wer­ner Rei­mer auf ein paar spä­te­re Per­sön­lich­kei­ten ein, die in Strö­beck gebo­ren wor­den sind. Zudem gibt er einen klei­nen Abriss über die regio­na­len Fami­li­en­na­men wie­der.

Im Wesent­li­chen wur­den die Kir­chen­bü­cher von Strö­beck aus­ge­wer­tet. In die Bear­bei­tung des Online-OFB sind die Tau­fen von 1660 – 1885, die Trau­un­gen von 1660 – 1906 und Ster­be­fäl­le von 1660 – 1888 berück­sich­tigt wor­den. Aller­dings erwähnt nicht der Bear­bei­ter Wer­ner Rei­mer nicht, dass es sich um evan­ge­li­sche Kir­chen­bü­cher (der St.-Pankratii-Kirchengemeinde) han­delt. Ob und inwie­weit katho­li­sche Kir­chen­bü­cher als Quel­len ver­wen­det wor­den sind, wur­de im ein­lei­ten­den Text nicht mit­ge­teilt. Auch für dem Leser wäre es auch inter­es­sant zu wis­sen, ob die Quel­len online ein­seh­bar sind, z. B. bei Archion oder Matri­cu­la.

Das Online-OFB „Strö­beck“ wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ahnen­blatt bear­bei­tet.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und ange­passt.

Wappen von Ströbeck; gemeinfrei
Wap­pen von Strö­beck; gemein­frei

Die Erst­erwäh­nung Strö­becks erfolg­te am 20. Okto­ber 995 in einer Urkun­de des Königs Otto III. Dar­in schenk­te er zur Aus­stat­tung sei­ner Schwes­ter Adel­heid dem Kano­nis­sen­stift Qued­lin­burg das Lehens­gut, das sein Lehens­mann Diet­rich im Harz­gau in der Graf­schaft des Gra­fen Fried­rich in fünf Orten (in vil­lis Goden­hu­sun, Sif­rit­hu­sun, Vin­ches­dorp, Stre­be­chi, Vui­der­muo­di) inne­ge­habt hat.

Am 1. August 1004 wur­de Strö­beck in einer Schen­kungs­ur­kun­de des Königs Hein­rich II. an das Klos­ter Drü­beck als Stre­be­ki urkund­lich das zwei­te Mal erwähnt. Strö­beck befand sich als Lehen des Hoch­stift Hal­ber­stadt im Besitz der Gra­fen von Regen­stein, die das Dorf 1343 an die Gra­fen von Wer­ni­ge­ro­de abtre­ten muss­ten.

Da seit dem Mit­tel­al­ter durch das Dorf eine Heer- und spä­te­re Post­stra­ße ver­lief, blieb der haupt­säch­lich von der Land­wirt­schaft gepräg­te Ort von Plün­de­run­gen in Kriegs­zei­ten nicht ver­schont. Er konn­te sich jedoch meist rasch wie­der erho­len, da auf den frucht­ba­ren Böden Wei­zen und Zucker­rü­ben sich gut ent­wi­ckel­ten und in der Regel für rei­che Ern­ten sorg­ten. In jüngs­ter Zeit ist ein Zuwachs an hand­werk­li­chen Betrie­ben und eine Zunah­me des Tou­ris­mus zu beob­ach­ten.

Bekannt ist Strö­beck vor allem durch das Schach­spiel, wel­ches das Dorf prägt und wes­halb der Ort seit 1991 offi­zi­ell die Bezeich­nung Schach­dorf Strö­beck trägt. Der Legen­de nach soll im Jahr 1011 ein adli­ger Gefan­ge­ner des Hal­ber­städ­ter Bischofs (angeb­lich Gun­zelin von Kucken­burg) sei­nen dor­ti­gen Bewa­chern das Spiel bei­gebracht haben.Not­geld mit Schach­mo­tiv, (Stroe­beck 1922)

Die ers­te schrift­li­che Erwäh­nung des Schach­spiels in Strö­beck stammt von 1515. Im 1616 in Leip­zig erschie­ne­nen ers­ten deutsch­spra­chi­gen Schach­buch Das Schach-Spiel oder König-Spiel von Her­zog August von Braun­schweig-Wol­fen­büt­tel ali­as Gus­ta­vus Sele­nus wird das Strö­be­cker Schach­spiel aus­führ­lich beschrie­ben. Seit 1689 sind öffent­li­che Auf­füh­run­gen von Schach­par­tien belegt, bei denen die Schach­fi­gu­ren durch ent­spre­chend ver­klei­de­te Men­schen dar­ge­stellt wur­den. Die­se Tra­di­ti­on wird noch heu­te von dem 1883 gegrün­de­ten Strö­be­cker Schach­ver­ein fort­ge­führt.

1913 beschäf­tigt sich H. J. R Mur­ray in sei­nem Buch „A Histo­ry of Chess“ in fünf Kapi­teln mit Strö­beck und sei­ner Schach­spiel­wei­se. 1921 gab die Gemein­de Not­geld mit Schach­mo­ti­ven her­aus.

An der Grund­schu­le – heu­te nach dem Schach­welt­meis­ter Ema­nu­el Las­ker benannt – ist Schach seit 1823 ein Pflicht­fach.

Anfang der 1990er Jah­re for­mier­ten die Strö­be­cker Schach­freun­de eine Wäh­ler­ge­mein­schaft, die bei den Kom­mu­nal­wah­len die meis­ten Stim­men erhielt.

2006 wur­de aus dem Archiv der Strö­be­cker Kir­chen­ge­mein­de die 1756 von Fried­rich Luca­nus ver­fass­te Schach­chro­nik tran­skri­biert und ist als Abschrift in der Biblio­thek des Schach­mu­se­ums ein­seh­bar. Dies sind die ers­ten Auf­zeich­nun­gen über die Ent­ste­hung der Schach­tra­di­ti­on in Strö­beck.

Am 1. Janu­ar 2010 wur­de die bis dahin selbst­stän­di­ge Gemein­de Schach­dorf Strö­beck zusam­men mit den Gemein­den Athen­s­tedt, Lan­gen­stein, Sargs­tedt und Aspen­s­tedt in die Stadt Hal­ber­stadt ein­ge­mein­det.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Luft­auf­nah­me von Strö­beck (2019); von Wol­ken­krat­zerCC BY-SA 4.0

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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