Online-OFB „Werschetz“ am 21.08.2020 aktualisiert

Rekonstruktionsarbeiten an der Festung von Vršac
Rekonstruktionsarbeiten an der Festung von Vršac; von А.Киш; gemeinfrei

Das Online-OFB „Wer­schetz“ wur­de am 21. August 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 109.381 Per­so­nen vor­han­den, die in 33.158 Fami­li­en geglie­dert sind. 843 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 26.12.2017 bearbeitet.

Vršac (ser­bisch-kyril­lisch Вршац [Wrschatz], deutsch Wer­schetz, unga­risch Ver­sec, rumä­nisch Vârșeț; PLZ: 26300) ist eine Stadt in der Voj­vo­di­naSer­bi­en, im Okrug Juž­ni Banat.

Die Stadt liegt mit­ten im Banat (his­to­ri­sche Regi­on in Süd­ost­eu­ro­pa), 80 km nord­öst­lich von Bel­grad und nur 14 km von der Gren­ze zu Rumä­ni­en ent­fernt. Die Umge­bung ist haupt­säch­lich geprägt von land­wirt­schaft­li­chen Nutz­flä­chen der Pan­no­ni­schen Tief­ebe­ne, an des­sen süd­öst­li­chem Ende die Stadt liegt. Öst­lich schlie­ßen sich die Vršač­ke Pla­ni­ne (Wer­schet­zer Ber­ge) an, wo es umfang­rei­chen Wein­bau gibt. Etwa 15 Kilo­me­ter süd­west­lich beginnt die Dünen­land­schaft Deli­blats­ka pešča­ra.

Die Stadt­ge­mein­de Vršac umfasst über 23 ein­ge­mein­de­te Ort­schaf­ten: Vatin, Veli­ko Sre­di­š­te, Vla­j­ko­vac, Voj­vo­din­ci, Vršač­ki Rito­vi, Gudu­ri­ca, Zaga­ji­ca, Izbiš­te, Jab­lan­ka, Kuš­tilj, Mali Žam, Malo Sre­di­š­te, Mar­ko­vac, Mesić, Orešac, Pav­liš, Par­ta, Pot­poranj, Ritiše­vo, Soči­ca, Straža, Ulj­ma und Šuša­ra.

Lage von Werschetz (Vršac)
Lage von Wer­schetz (Vršac)

Der Bear­bei­ter der Online-OFB ist Wer­ner Thro­ni­cker aus Ber­lin, ein Mit­glied im Ver­ein für Com­pu­ter­ge­nea­lo­gie ist. Er erstell­te das Online-OFB im Jahr 2015 und erwei­tert es fadt jedes Jahr um neue Per­so­nen­ein­trä­ge. Mitt­ler­wei­le hat das Online-OFB gemes­sen an der Per­so­nen­an­zahl mehr als die dop­pel­te Grö­ße als zu Beginn im Jahr 2015. Es han­delt sich dabei um ein sehr gro­ßes Online-OFB.

Die Quel­len, die für das Online-OFB ver­wen­det wor­den sind, sind die Tauf‑, Hoch­zeits- und Ster­be­ma­tri­kel der katho­li­schen St.Gerhard Kir­chen­ge­mein­de. Die­se begin­nen im Jahr 1723. Mikro­ver­fil­mun­gen exis­tie­ren bis zum Jahr 1830. Sie wer­den im Insti­tut für Aus­lands­be­zie­hun­gen in Stutt­gart auf­be­wahrt. Kopien der Kir­chen­bü­cher (bis zum Jah­ren 1945) sind im Besitz des Verfassers.

Der Bear­bei­ter hat für das Online-OFB einen zwar kur­zen Text geschrie­ben, der jedoch ein paar wis­sens­wer­te Min­dest­in­for­ma­tio­nen bereit­hält. So fin­det man einen grö­ße­ren Absatz über die Orts­ge­schich­te von Wer­schetz wie­der, in der der Leser ein paar grund­le­gen­de, geschicht­li­che Eck­da­ten erfährt. Im zwei­ten Absatz zählt der Bear­bei­ter sei­ne Quel­len für das Online-OFB auf.

Der ein­lei­ten­de Text lie­ße ich noch durch ein paar, bevor­zugt his­to­ri­sche Bil­der sowie evt. einen Kar­ten­aus­schnitt auf­wer­ten. Eben­so wäre auch eine sta­tis­ti­sche Aus­wer­tung des Online-OFB mög­lich, da die Per­so­nen­ein­trä­ge eine gro­ße Men­ge an Daten bereit­hal­ten. Ob in Zukunft auch ande­re Quel­len aus wei­te­ren Kir­chen­bü­chern oder ein Stan­des­amts­we­sen ein­flie­ßen wer­den, ist bis­her nicht bekannt.

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ahnen­blatt bearbeitet.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­­pe­­dia-Arti­­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und angepasst.

Nach dem Rück­zug der Römer aus dem Kar­pa­ten­bo­gen im Jah­re 271 wur­de das Gebiet um das heu­ti­ge Vršac zu einem der Durch­gangs­ge­bie­te von Noma­den, die in der unga­ri­schen Tief­ebe­ne ver­schie­de­ne auf­ein­an­der­fol­gen­de Rei­che errich­te­ten. Wäh­rend der Awa­ren­zeit im 5. und 6. Jahr­hun­dert sie­del­ten sich Sla­wen an. Jahr­hun­der­te spä­ter fiel Vršac an das König­reich Ungarn. Ob die Regi­on im 9. Jahr­hun­dert Teil des Bul­ga­ri­schen Rei­ches war, ist umstritten.

Im 15. Jahr­hun­dert errich­te­te König Sigis­mund auf dem Berg Vršac eine Burg zum Schutz gegen die anrü­cken­den Osma­nen. Die Burg bekam spä­ter der ser­bi­sche Des­pot Đurađ Bran­ko­vić als Lehen. Um 1425 sie­del­ten sich ser­bi­sche Flücht­lin­ge am Fuß des Ber­ges Vršac mit sei­ner Burg. Die Sied­lung wur­de Pod­vršac (Unter­vršac) genannt. Gegen Ende des 15. Jahr­hun­derts sie­del­ten sich immer mehr ser­bi­sche Flücht­lin­ge in der Gegend von Vršac an.

Wäh­rend der osma­ni­schen Bela­ge­rung von Sisak in Kroa­ti­en wag­ten die Ser­ben im Banat 1594 unter Füh­rung des ortho­do­xen Bischofs Theo­dor von Vršac (heu­te ortho­do­xer Schutz­pa­tron der Stadt) und des Woi­wo­den Grdan einen Auf­stand gegen die Osma­nen. Als Süh­ne­maß­nah­me führ­ten die Osma­nen u. a. die sterb­li­chen Über­res­te des ser­bi­schen Natio­nal­hei­li­gen Sava von Ser­bi­en vom Klos­ter Mileše­va nach Bel­grad und ver­brann­ten den Leich­nam. Die auf­stän­di­schen Ser­ben konn­ten infol­ge­des­sen wei­te Gebie­te des Banats unter ihre Kon­trol­le brin­gen; der Auf­stand wei­te­te sich nach Meto­chi­en und bis in die Her­ze­go­wi­na aus. Um 1606 war der Auf­stand von den Osma­nen nie­der­ge­schla­gen, der Bischof Theo­dor wur­de beim leben­di­gen Lei­be ent­häu­tet. Die Bevöl­ke­rung floh über­wie­gend nach Sie­ben­bür­gen.

Nach dem zwei­ten Tür­ken­krieg bestand Vršac nur mehr aus 70 Häu­sern. Schon 1718 lie­ßen sich die ers­ten Deut­schen nie­der. Neben Ser­bisch Wer­schetz wur­den 1723 deut­sche Wein­bau­ern aus der Mosel­ge­gend in Deutsch Wer­schetz in drei Stra­ßen ange­sie­delt. Im Jah­re 1792 zähl­te der Ort 5212 Ser­ben und Rumä­nen, 3145 Deut­sche und 45 Juden; drei Jah­re spä­ter (1795) erhob man den Ort zur Stadt. Im Jahr 1854 wur­de die Deut­sche Leh­rer­präp­ran­die eröff­net und nach zwan­zig Jah­ren von den Ungarn geschlos­sen. Die Haupt­be­schäf­ti­gung der hie­si­gen Bau­ern war stets der Wein­bau. Im Jah­re 1881 hat­te die Stadt 22.329 Ein­woh­ner und war Sitz eines grie­chi­schen nichtu­nier­ten Bischofs. Zur Wen­de zum 20. Jahr­hun­dert zähl­te die auf­stre­ben­de Stadt 25.199 Ein­woh­ner, davon 13.387 Deut­sche, 8112 Ser­ben, 2635 Ungarn und 753 Rumä­nen. Durch die Tei­lung des Banats 1918 wur­de Vršac zu einer Grenz­stadt und konn­te sich nicht mehr recht wirt­schaft­lich ent­fal­ten, blieb aber z. B. für die Deut­schen wei­ter­hin das geis­ti­ge und poli­ti­sche Zen­trum im Banat. Die Donau­schwa­ben wur­den 1945 infol­ge der AVNOJ-Beschlüs­se ver­trie­ben, wobei ein gro­ßer Teil in Arbeits­la­gern inter­niert wur­de. Auf­grund des Ein­spruchs ser­bi­scher Bewoh­ner wur­de die Ver­trei­bung der Donau­schwa­ben in Vršac zunächst ver­hin­dert, eini­ge Mona­te spä­ter aber doch durch­ge­führt. Ehe­ma­li­ge donau­schwä­bi­sche Bewoh­ner des Ortes haben ihre Erleb­nis­se der Ver­trei­bung spä­ter in Deutsch­land bzw. Öster­reich veröffentlicht.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Rekon­struk­ti­ons­ar­bei­ten an der Fes­tung von Vršac; von А.Кишgemein­frei

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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