Online-OFB „Groß Lieskow und Jänschwalde“ am 12.09.2020 aktualisiert

Ausschnitt aus dem Messtischblatt 2401 - Cottbus (Ost) - von 1921. Der Ort Groß Lieskow (sorb.: Liškow).
Ausschnitt aus dem Messtischblatt 2401 - Cottbus (Ost) - von 1921. Der Ort Groß Lieskow (sorb. Liškow); von Deutsche Fotothek; CC BY-SA 3.0 de

Das Online-OFB „Groß Lies­kow und Jänsch­wal­de“ wur­de am 12. Sep­tem­ber 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 18.680 Per­so­nen vor­han­den, die in 6.683 Fami­li­en geglie­dert sind. 1527 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 16.08.2020 aktua­li­siert.

Geografische Lage

Geografische Lage von Groß Lieskow

Lage von Groß Lieskow
Lage von Groß Lies­kow

Groß Lies­kow (nie­der­sor­bisch: Liš­kow), war eine eigen­stän­di­ge Gemein­de und wur­de in den Jah­ren 1976/​77 teil­wei­se und 1983/​84 voll­stän­dig devas­tiert. 255 Ein­woh­ner muss­ten im Jahr vor der Abbag­ge­rung umsie­deln.

Groß Lies­kow lag in der Nie­der­lau­sitz öst­lich von Cott­bus zwi­schen dem Tra­nit­zer Fließ und dem Neu­en Gra­ben.

Geografische Lage von Jänschwalde

Lage von Jänschwalde
Lage von Jänsch­wal­de

Jänsch­wal­de (nie­der­sor­bisch: Janšo­jce) ist eine offi­zi­ell zwei­spra­chi­ge Gemein­de im Land­kreis Spree-Nei­ße in Bran­den­burg im Osten Deutsch­lands. Sie ist amts­an­ge­hö­ri­ge Gemein­de des Amtes Peitz. Bekannt ist Jänsch­wal­de durch den gleich­na­mi­gen Braun­koh­le­ta­ge­bau sowie das nahe­ge­le­ge­ne Kraft­werk Jänsch­wal­de.

Die Gemein­de gehört zur Nie­der­lau­sitz. Die nächs­te Klein­stadt ist Peitz, Cott­bus ist 25 Kilo­me­ter ent­fernt. Einen grö­ße­ren Teil der Gemein­de­flä­che nimmt der Braun­koh­le­ta­ge­bau Jänsch­wal­de ein, der im Osten bis zur Nei­ße und damit an die Gren­ze zu Polen reicht. Die Süd­gren­ze des Ortes bil­det die Mal­xe.

Das Gemein­de­ge­biet besteht aus den Orts­tei­len mit zuge­hö­ri­gen Wohn­plät­zen: Jänsch­wal­de-Dorf mit Kolo­nie und Fried­richs­hof, Jänsch­wal­de-Ost, Dre­witz mit Klein­see, sowie Grie­ßen. Wei­ter­hin gehört die Gemar­kung des devas­tier­ten Dor­fes Hor­no zum Gemein­de­ge­biet.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Micha­el Kranz. Das Online-OFB wur­de im Jahr 2016 ver­öf­fent­licht. Die Quel­len des Online-OFB bestehen aus den Kir­chen­bü­chern des Kirch­spiels von Groß Lies­kow und des Kirch­spiels von Jänsch­wal­de. Zum Kirch­spiel von Groß Lies­kow gehö­ren Bären­brück, Groß Lies­kow, Grötsch, Hein­ers­brück, Klein Lies­kow, Klin­ge, Schli­chow und Tra­nitz. Zum Kirch­spiel von Jänsch­wal­de gehö­ren: Jänsch­wal­de, Dre­witz, Fried­richs­hof, Klein­see, Rade­wie­se, Schön­hö­he und Tau­er­scher Teer­ofen.

Im ein­lei­ten­den Text ver­sucht der Bear­bei­ter die ein­zel­nen Zeit­räu­me der Quel­len kate­go­risch zu erläu­tern. Jedoch wirkt es nicht ganz chro­no­lo­gisch und ein wenig holp­rig. Zudem hat der Bear­bei­ter Micha­el Kranz eini­ge Per­so­nen­platz­hal­ter im Online-OFB ein­ge­setzt, die mit eini­gen Abkür­zun­gen beti­telt hat. Die Abkür­zun­gen erläu­tert es auch. Jedoch muss man beden­ken, dass die­se Abkür­zun­gen nur dem Bear­bei­ter in ers­ter Linie dien­lich sind und es für eini­ge Lai­en für Ver­wir­rung sor­gen kann.

Im ein­lei­ten­den Text ver­misst man einen geschicht­li­chen Abriss der behan­del­ten Orte. Posi­tiv zu bewer­ten ist aber der bei­gefüg­te, his­to­ri­sche Kar­ten­aus­schnitt der behan­del­ten Orte im Online-OFB.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und ange­passt.

Geschichtliches zu Groß Lieskow

Der Ort wur­de unter dem Namen Gro­zßen Lise­kow erst­mals im Jahr 1351 erwähnt. Der Orts­na­me ist von dem Sor­bi­schen Wort „liš­ka“ für „Fuchs“ abge­lei­tet Im Jahr 1880 leb­ten im Ort 511 Sor­ben, 1956 wur­den noch 400 nach­ge­wie­sen. Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der Ort schwer beschä­digt. 1969 wur­de die LPG „Nowa dro­ga“ (Neu­er Weg) gegrün­det. Nach­dem im Jahr 1972 bekannt gege­ben wur­de, dass das Dorf dem Tage­bau Cott­bus-Nord zum Opfer fal­len wer­de, ver­lie­ßen vie­le Ein­woh­ner den Ort. Der Orts­teil Hustall muss­te bereits 1974/​75 von den Ein­woh­nern wegen des her­an­rü­cken­den Tage­baus ver­las­sen wer­den.

Groß Lies­kow war seit dem 15. Jahr­hun­dert Kirch­ge­mein­de. 1880 war die gesam­te Paro­chie mit den ein­ge­pfarr­ten Gemein­den Klein Lies­kow, Schli­chow, Tra­nitz, Klin­ge, Grötsch, Hein­ers­brück und Bären­brück weit­ge­hend sor­bisch. Das bedeu­te­te, dass in der Kir­che sowohl deutsch als auch sor­bisch gepre­digt wur­de. Die Kir­che wur­de im 15. und 16. Jahr­hun­dert erbaut.

Geschichtliches zu Jänschwalde

Jänsch­wal­de ent­stand ver­mut­lich im 13. Jahr­hun­dert durch wen­di­sche Sied­ler. Der sor­bi­sche Name Janšo­jce bedeu­tet im Deut­schen das dem Jan gehö­ren­de und bezeich­net eine am Mal­xe­bo­gen gele­ge­ne Sied­lung unter der Lei­tung eines Jan. 1346 wur­de der Ort erst­mals als Kirch­dorf in den Meiß­ner Bis­tums­ar­ti­keln als Gent­z­sch­wal­de erwähnt, dass an das Bis­tum drei Gro­schen Kir­chen­steu­er zu Zah­len hat­te.

Ab 1357 unter­hielt die Stadt Peitz in der Nähe des Ortes eine Zoll­stel­le. Jänsch­wal­de-Dorf gehör­te zusam­men mit zehn wei­te­ren Dör­fern zum Domä­ne­amt Peitz. Durch die Ent­wäs­se­rung und Abhol­zung des Mal­xe­bruchs im 17. Jahr­hun­dert ent­stan­den rund um Jänsch­wal­de gro­ße Acker­flä­chen, die gute Erträ­ge ermög­lich­ten. Im 18. Jahr­hun­dert wur­den in der Nähe von Jänsch­wal­de säch­si­sche Kolo­nis­ten ange­sie­delt. Zu die­ser Zeit war Jänsch­wal­de-Dorf bei­na­he voll­stän­dig sor­bisch­spra­chig. Durch die­se Ansied­lung ent­stand der heu­ti­ge Wohn­platz Jänsch­wal­de-Kolo­nie.

1806 ent­stand die Kir­che in Jänsch­wal­de. Im Jahr 1844 hat­te Jänsch­wal­de 556 Ein­woh­ner, die in 89 Gebäu­den leb­ten. In dem Dorf gab es ein Forst­haus, Jänsch­wal­de-Dorf stand mit sei­nem Orts­teil Jänsch­wal­de-Kolo­nie unter der Ver­wal­tung durch das Rent­amt Cott­bus.

1897 wur­de Jänsch­wal­de über­flu­tet, sel­bi­ges ereig­ne­te sich in den Jah­ren 1926, 1930 und 1958, was in die­sen Jah­ren Miss­ern­ten und damit hohe Ver­lus­te bedeu­te­te. Bis Ende des 19. Jahr­hun­derts war Jänsch­wal­de-Dorf ein fast rein sor­bisch­spra­chi­ges Dorf, Arnošt Muka zähl­te für sei­ne Sta­tis­tik über die sor­bi­sche Bevöl­ke­rung der Lau­sitz im Jahr 1884 ins­ge­samt 792 Ein­woh­ner, davon waren 768 Sor­ben (97 %) und 24 Deut­sche. Seit­dem geht die Zahl sor­bi­scher Ein­woh­ner zurück, Ernst Tscher­nik ermit­tel­te 1956 einen sor­bisch­spra­chi­gen Bevöl­ke­rungs­an­teil von 58,5 % bei 1.297 Ein­woh­nern.

Jänsch­wal­de-Dorf lag zunächst im König­reich Sach­sen und wur­de nach dem Wie­ner Kon­gress Teil des König­reichs Preu­ßen. Dort lag das Dorf im Land­kreis Cott­bus im Regie­rungs­be­zirk Frank­furt. Am 25. Juli 1952 wur­de die Gemein­de Jänsch­wal­de dem neu gebil­de­ten Kreis Guben im Bezirk Cott­bus zuge­ord­net. Nach der Wen­de lag Jänsch­wal­de-Dorf zunächst im Land­kreis Guben und schloss sich am 28. Dezem­ber 1992 dem Amt Jänsch­wal­de an. Im Zuge der bran­den­bur­gi­schen Kreis­re­form vom 6. Dezem­ber 1993 wur­de die Gemein­de dem Land­kreis Spree-Nei­ße zuge­ord­net. Am 26. Okto­ber 2003 wur­de Jänsch­wal­de-Dorf mit den Gemein­den Dre­witz und Grie­ßen zu der neu­en Gemein­de Jänsch­wal­de zusam­men­ge­schlos­sen, das Amt Jänsch­wal­de wur­de auf­ge­löst und Jänsch­wal­de Teil des Amtes Peitz.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Aus­schnitt aus dem Mess­tisch­blatt 2401 – Cott­bus (Ost) – von 1921. Der Ort Groß Lies­kow (sorb. Liš­kow); von Deut­sche Foto­thekCC BY-SA 3.0 de

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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