Online-OFB „Gerlingen“ am 21.08.2020 aktualisiert

Ehem. Feuerwehrhaus von Gerlingen, jetzt Sitz der Volkshochschule
Ehem. Feuerwehrhaus von Gerlingen, jetzt Sitz der Volkshochschule, von Harke; CC BY-SA 3.0

Das Online-OFB „Ger­lin­gen“ wur­de am 21. August 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 16.616 Per­so­nen vor­han­den, die in 5.574 Fami­li­en geglie­dert sind.

Ger­lin­gen (PLZ: 70839) ist eine Stadt nord­west­lich von Stutt­gart und etwa zehn Kilo­me­ter ent­fernt von der Kreis­stadt Lud­wigs­burg in Baden-Würt­tem­berg im Land­kreis Lud­wigs­burg. Ger­lin­gen ist die süd­lichs­te Gemein­de im Land­kreis Lud­wigs­burg und liegt 336 Meter über den Mee­res­spie­gel.

Zu Ger­lin­gen gehö­ren die Stadt Ger­lin­gen, die Stadt­tei­le Gehen­bühl und Schil­ler­hö­he und die Häu­ser Bop­ser, For­chen­rain, Ger­lin­ger Hei­de, Glem­s­tal, Krumm­bach­tal und Stöck­ach sowie die abge­gan­ge­nen Ort­schaf­ten Hau­sen am Ger­lin­ger See, Höfer­le und Burg Rich­ten­berg.

Lage von Gerlingen
Lage von Ger­lin­gen

Die Bear­bei­te­rin des Online-OFB ist Rena­te Bau­knecht. Das Online-OFB trägt offi­zi­ell die Bezeich­nung „Fami­li­en­da­ten­bank Ger­lin­gen“, kann aber umgäng­lich auch als Online-OFB „Ger­lin­gen“ bezeich­net wer­den. Das Online-OFB wur­de ursprüng­lich im Jahr 2008 von Dr. Max Frank erstellt, der lei­der mitt­ler­wei­le ver­stor­ben ist. Die wei­te­re Bear­bei­tung über­nahm schließ­lich Rena­te Bau­knecht.

Die Quel­len für das Online-OFB „Ger­lin­gen“ sind bis­her die evan­ge­li­schen Kir­chen­bü­cher, die ab 1560 begin­nen. Das ver­wen­de­te Tauf­buch beginnt ab 1560 bis 1800, das Ehe­buch ab 1568 bis Anfang 1800 und das Toten­buch ab 1590 bis Anfang 1800. Die evang­li­schen Kir­chen­bü­cher kön­nen als Mikro­film im Lan­des­kirch­li­chen Archiv Stutt­gart und als Digi­ta­li­sa­te bei Archion ein­ge­se­hen wer­den. Abschrif­ten aus Per­so­nen­stands­re­gis­ter wur­den für die Bear­bei­tung des Online-OFB offen­bar noch nicht ver­wen­det. Eben­so wur­den kei­ne katho­li­schen Kir­chen­bü­cher für das Online-OFB ver­wen­det, da die frü­he­ren, katho­li­schen Ein­woh­ner alle in Stutt­gart ein­ge­pfarrt waren.

Der ein­lei­ten­de Text im Online-OFB ist sehr kurz gehal­ten. Die Bear­bei­te­rin Rena­te Bau­knecht erwähnt zunächst den vor­he­ri­gen Bear­bei­ter des Online-OFB und gibt ein paar Dank­sa­gun­gen wie­der. Anschlie­ßend nennt sie die Quel­len, die der Bear­bei­tung des Online-OFB zugrun­de lie­gen. Aller­dings benennt sich nicht, dass es sich bei den ver­wen­de­ten Kir­chen­bü­cher um evan­ge­li­sche Kir­chen­bü­cher han­delt. Einen klei­nen, geschicht­li­chen Abriss über Ger­lin­gen ver­misst man im ein­lei­ten­den Text des Online-OFB eben­so, sowohl die Stadt Ger­lin­gen durch­aus eine geschichts­träch­ti­ge Stadt ist, die eini­ge Sehens­wür­dig­kei­ten zu bie­ten hat. Mit über 16.000 ver­zeich­ne­ten Per­so­nen bie­tet das Online-OFB eben­falls eine aus­sa­ge­kräf­ti­ge Grund­la­ge für eini­ge sta­tis­ti­sche Aus­wer­tun­gen, die im ein­lei­ten­den Text eben­falls nicht vor­han­den sind, was aber kein Muss dar­stellt. Jedoch etwas mehr infor­ma­ti­ons­fül­len­der Text für das Online-OFB wären erwün­schens­wert.

Für die Bear­bei­tung des Online-OFB wur­de das genea­lo­gi­sche Pro­gramm GFAh­nen ver­wen­det.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Wappen der Stadt Gerlingen
Wap­pen der Stadt Ger­lin­gen

Es ist nicht bekannt, ob schon in der Alt­stein­zeit Men­schen auf Ger­lin­ger Gemar­kung leb­ten. Im Früh­neo­li­thi­kum zei­gen sich ers­te Sied­lungs­spu­ren der Linear­band­ke­ra­mik-Kul­tur. Als 1972 die Sied­lungs­res­te ein­schließ­lich Gerä­ten aus Feu­er- und ande­rem Gestein und Kno­chen nebst Ton­scher­ben aus­ge­gra­ben wur­den, gilt Ger­lin­gen als das ältes­te band­ke­ra­mi­sche Dorf Würt­tem­bergs. Unter die­sen Fun­den befin­det sich auch ein auf­fäl­li­ges klei­ne­res Fuß­ge­fäß, das wahr­schein­lich aus Süd­ost­eu­ro­pa stammt. Im Jah­re 1994 fan­den sich Res­te der „Hin­kel­stein-Kul­tur“ und der „Groß­garta­cher Kul­tur“ (cir­ca 4800 – 4600 v. Chr.). Für den Zeit­raum um 4700 – 4300 v. Chr. ist eine Sied­lung der „Rös­se­ner Kul­tur“ nach­ge­wie­sen. Aus den Fun­den lässt sich schlie­ßen, dass am Ende des 5. Jahr­tau­sends v. Chr. Ange­hö­ri­ge der soge­nann­ten „Schwie­ber­din­ger Kul­tur“ auf dem Gebiet des heu­ti­gen Ger­lin­gen leb­ten. Die „Schwie­ber­din­ger Kul­tur“ wur­de dann von der Kul­tur ver­drängt, die sich schließ­lich in ganz Mit­tel­eu­ro­pa aus­brei­te­te, näm­lich von der „Michels­ber­ger Kul­tur“. Bereits 1935 fand man beim Auto­bahn­bau die Über­res­te einer die­ser Kul­tur zuzu­rech­nen­den Kera­mik. Nur eini­ge weni­ge Ton­scher­ben bele­gen die Fort­dau­er der Besie­de­lung der Ger­lin­ger Mar­kung wäh­rend der Bron­ze­zeit. Jedoch zeigt ein durch einen Pflug beschä­dig­tes Urnen­grab, dass auch im Stroh­gäu die Wei­se der Toten­be­stat­tung sich der neu­en Zeit anpass­te. Die soge­nann­te Urnen­fel­der­kul­tur bil­det in der Archäo­lo­gie den Schluss­punkt der Bron­ze­zeit.

Eine neue Grup­pe von Men­schen, die sich im 5. vor­christ­li­chen Jahr­hun­dert bis nach Bri­tan­ni­en aus­brei­te­te, erreich­te nach­weis­lich bereits im 6. Jahr­hun­dert Süd­west­deutsch­land: die Kel­ten. Berühmt ist das Grab des Kel­ten­fürs­ten von Hoch­dorf, das sich nur weni­ge Kilo­me­ter Luft­li­nie von Ger­lin­gen ent­fernt befin­det. Die­ser Kel­ten­fürst wird der Hall­statt­zeit zuge­rech­net, die auch in Ger­lin­gen Spu­ren hin­ter­ließ. Drei Sied­lun­gen und ein Grab­hü­gel­feld die­ser Zeit kennt man hier, die aller­dings durch Bau­ar­bei­ten weit­ge­hend zer­stört wur­den. In der der Hall­statt­zeit sich anschlie­ßen­den Latè­ne­zeit setz­te sich die Besie­de­lung fort, wie sich anhand von Scher­ben­fun­den nach­wei­sen lässt.

Auch die Römer lie­ßen sich am Fuße der Schil­ler­hö­he, die sich über Ger­lin­gen erhebt, nie­der. Zeu­gen römi­scher Sied­ler sind die Über­res­te zwei­er römi­scher Guts­hö­fe, die bereits 1840 zum Vor­schein kamen. Neben rela­tiv unschein­ba­ren Mau­er­res­ten, einem Brun­nen und der Rui­ne einer römi­schen Töp­fe­rei fand man auch die Über­res­te einer Fuß­bo­den­hei­zung.

Die Herr­schaft der Römer in Süd­west­deutsch­land ende­te mit der Ankunft der Ale­man­nen 259/​260. Grä­ber­fun­de seit 1880 bele­gen, dass sie sich auch in Ger­lin­gen nie­der­lie­ßen. Schwer­ter, Lan­zen­spit­zen und sogar Schmuck, die man in ihnen ent­deck­te, bewei­sen ihre Anwe­sen­heit.

Der ers­te Nach­weis „moder­ner“ Geschich­te des Ortes Ger­lin­gen stammt aus dem Jahr 797 mit der ers­ten urkund­li­chen Erwäh­nung als Ger­rin­gen im Lor­scher Codex anläss­lich einer Schen­kung an das Klos­ter Lorsch. Eine wei­te­re Schen­kung ist 814 ver­zeich­net. 902 tausch­te Das Klos­ter sei­nen Besitz im Stroh­gäu aller­dings bei einem gewis­sen Regin­bo­do gegen einen gro­ßen Hof in Viern­heim ein.

Im Mit­tel­al­ter gehör­te die Mar­kung Ger­lin­gen einem Rit­ter­ge­schlecht, des­sen Ange­hö­ri­ge Dienst­man­nen der Gra­fen von Calw waren. Um 1100 wur­de ein Ben­so de Ger­rin­gen (ursprüng­li­che Schreib­wei­se für Ger­lin­gen) im Hir­sau­er Codex erwähnt, um 1120 ein Adal­ber­tus. 1150 erschien der Name eines Wort­wi­nus, eines Lehens­manns Her­zogs Welf VI. Das über­lie­fer­te Wap­pen der Rit­ter von Ger­rin­gen, deren Ange­hö­ri­ge noch im 14. Jahr­hun­dert nach­weis­bar sind, wur­de 1937 in das Wap­pen der Ger­lin­ger Gemein­de inte­griert. Ihre Burg, die Burg Rich­ten­berg, die sie auf der Höhe über Ger­lin­gen erbau­ten, muss­te laut Über­lie­fe­rung 1311/​12 einer Bela­ge­rung stand­hal­ten. Die Über­res­te von Burg Rich­ten­berg waren bis ins 19. Jahr­hun­dert noch sicht­bar, wie sich einer Flur­kar­te aus dem Jahr 1827 ent­neh­men lässt.

Mit­te des 14. Jahr­hun­derts kam Ger­lin­gen zur würt­tem­ber­gi­schen Vog­tei (dem Amt) Leon­berg, wie aus einer Urkun­de her­vor­geht, die 1347 den ers­ten Vogt benann­te. Nach Leon­berg muss­ten nun auch die Steu­ern ent­rich­tet wer­den, die in der soge­nann­ten „Leon­ber­ger Urba­ren“ auf­ge­zeich­net wur­den. Brauch und Recht wur­den im „Ger­lin­ger Dorf­buch“ auf­ge­zeich­net. Ein erhal­te­nes Exem­plar von 1485 gibt Aus­kunft über Zuzugs- und Hei­rats­ge­büh­ren.

Im Juli 1622 kam der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg im Dorf Ger­lin­gen an. Die Sol­da­ten des Leon­ber­ger Bezirks, zu dem Ger­lin­gen seit dem 14. Jahr­hun­dert gehör­te, wur­den ein­ge­zo­gen und muss­ten in der Nähe von Maul­bronn ihren Dienst als Grenz­wa­chen leis­ten, wo sie mit den wil­den Scha­ren des kai­ser­li­chen Feld­mar­schalls Til­ly Bekannt­schaft in einer blu­ti­gen Schlacht mach­ten. Auch von Durch­mär­schen und Ein­quar­tie­run­gen feind­li­cher Sol­da­ten blieb Ger­lin­gen nicht ver­schont. In den Jah­ren 1634 bis 1638 quar­tier­te sich der katho­li­sche Gene­ral des Kai­sers Mathi­as Graf von Gal­las im Ober­amt Leon­berg ein, an den die Ger­lin­ger Geld und Natu­ra­li­en ablie­fern muss­ten. Dazu kam noch die Pest, an der ins­be­son­de­re 1635 vie­le Ger­lin­ger star­ben. Ins­ge­samt kos­te­ten Krieg und Pest im Dorf Ger­lin­gen etwa 800 Men­schen das Leben. Die Ein­woh­ner­zahl der Zeit vor dem Krieg konn­te erst 170 Jah­re spä­ter wie­der erreicht wer­den.

Im Jah­re 1669 kam es zur Ger­lin­ger Bür­ger­feh­de, eben­falls ein Aus­druck des Elends der Zeit nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg, als sich die Ger­lin­ger wegen ver­meint­li­chem Betrug der Orts­ob­rig­keit bei der Ver­wal­tung des Zehn­ten auf­lehn­ten. Auch ein Hexen­pro­zess ist aus dem Jahr 1672 aus Ger­lin­gen über­lie­fert. Aller­dings ging die­ser für die Ange­klag­te Mar­ga­re­tha But­zen­bach, ein 16-jäh­ri­ges psy­chisch gestör­tes Mäd­chen, rela­tiv glimpf­lich aus.

Nach dem West­fä­li­schen Frie­den im Jahr 1648 gelang es dem fran­zö­si­schen König Lud­wig XIV., sein Ter­ri­to­ri­um beträcht­lich in Rich­tung Osten zu erwei­tern. Danach erhob er Ansprü­che auf die Kur­pfalz. 1688 stell­te der fran­zö­si­sche Mar­schall Duras eben­falls hohe finan­zi­el­le For­de­run­gen an das Her­zog­tum Würt­tem­berg, die aber abge­lehnt wur­den. Dar­auf­hin rück­ten die Trup­pen des fran­zö­si­schen Kom­man­dan­ten Gene­ral Mélac auch in Ger­lin­gen ein. Bereits im Dezem­ber 1688 gelang es schwä­bi­schen Ein­hei­ten, die in Ungarn gegen die Tür­ken gekämpft hat­ten und nun wie­der in die Hei­mat zurück­kehr­ten, Mélac mit­samt sei­nen Sol­da­ten wie­der zu ver­trei­ben. Im Juli 1693 wur­de Ger­lin­gen erneut von einem fran­zö­si­schen Heer heim­ge­sucht. Die Dorf­be­woh­ner such­ten inner­halb der Leon­ber­ger Stadt­mau­ern Schutz. Ger­lin­gens Nach­bar­dör­fer wur­den von den Fran­zo­sen ein­ge­äschert. Das blieb Ger­lin­gen zwar erspart, doch wur­de die Gemein­de gezwun­gen, soge­nann­te „Sau­vegar­des“ („Schutz­wa­chen“) ein­zu­quar­tie­ren, wofür sie auch noch 600 Gul­den bezah­len muss­te. Dar­über hin­aus wur­den ihr die Kir­chen­glo­cken geraubt.

Im 18. Jahr­hun­dert hat­te Ger­lin­gen unter dem chro­ni­schen Geld­man­gel des Her­zogs Carl Eugen zu lei­den. Die­ser ver­trieb nicht nur den lan­ge Zeit auf dem Schloss Soli­tu­de in Ger­lin­gen wohn­haf­ten berühm­ten Dich­ter Fried­rich Schil­ler, son­dern ver­kauf­te auch Ger­lin­ger Bür­ger als Sol­da­ten. Außer­dem muss­ten die Dorf­be­woh­ner stän­dig Fron­diens­te leis­ten, wie bei­spiels­wei­se die har­ten Diens­te beim Bau des Lust­schlos­ses Soli­tu­de.

Der Vater des Dich­ters, Johann Cas­par Schil­ler, betrieb auf dem bis 1943 zu Ger­lin­gen gehö­ren­den Schloss Soli­tu­de die größ­te Obst­baum­schu­le Süd­deutsch­lands und leg­te damit die Grund­la­ge für aus­ge­dehn­te Streu­obst­wie­sen. Johann Cas­par Schil­ler wur­de genau­so wie sei­ne Toch­ter Karo­li­ne Chris­tia­ne „Nanet­te“ Schil­ler 1796 an der Ger­lin­ger Petrus­kir­che begra­ben.

Bei der Neu­glie­de­rung des jun­gen König­reichs Würt­tem­berg am Anfang des 19. Jahr­hun­derts über­stand das alt­würt­tem­ber­gi­sche Ober­amt Leon­berg die Ver­wal­tungs­re­form, so dass Ger­lin­gen bis 1938 die­sem zuge­ord­net blieb.

Im 19. Jahr­hun­dert stamm­ten zahl­rei­che Mis­sio­na­re aus Ger­lin­gen. Die bei­den berühm­tes­ten sind der „Ent­de­cker“ des Kili­man­dscha­ro, Johan­nes Reb­mann (1820 – 1876), der von 1846 bis 1875 in Ost­afri­ka wirk­te und der Sprach­for­scher Johan­nes Zim­mer­mann (1825 – 1876). Die Johan­nes-Reb­mann-Stif­tung hat das aus dem 16. Jahr­hun­dert stam­men­de Geburts­haus von Johan­nes Reb­mann, des­sen Eigen­tü­mer das Haus in den 1990er Jah­ren abrei­ßen las­sen woll­ten, erwor­ben, saniert und dar­in eine öffent­lich zugäng­li­che Mis­sio­nars­stu­be ein­ge­rich­tet.

Der Ers­te Welt­krieg (1914 – 1918) kos­te­te 119 Sol­da­ten aus Ger­lin­gen das Leben. Im Zwei­ten Welt­krieg fie­len 154 Ger­lin­ger Sol­da­ten und sie­ben Zivi­lis­ten. Durch die von 1942 bis 1945 erfolg­ten alli­ier­ten Luft­an­grif­fe wur­den 68 Gebäu­de in Ger­lin­gen zer­stört und vie­le wei­te­re beschä­digt.

Da Ger­lin­gen nach dem Zwei­ten Welt­krieg Teil der Ame­ri­ka­ni­schen Besat­zungs­zo­ne gewor­den war, gehör­te die Gemein­de somit seit 1945 zum neu gegrün­de­ten Land Würt­tem­berg-Baden, das 1952 im jet­zi­gen Bun­des­land Baden-Würt­tem­berg auf­ging.

Am 30. Juni 1958 erhielt der Ort die Stadt­rech­te, denn in nur 15 Jah­ren erhöh­te sich die Ein­woh­ner­zahl von 3800 auf 10.000. Dies war vor allem ein Ergeb­nis der Zuwan­de­rung nicht zuletzt auch zahl­rei­cher Ver­trie­be­ner aus Ost­eu­ro­pa.

Im Jah­re 1969 erreich­te Ger­lin­gen mit knapp über 19.000 Ein­woh­nern die höchs­te Ein­woh­ner­zahl, die über 40 Jah­re kon­ti­nu­ier­lich zwi­schen 18.000 und 19.000 schwank­te, bis sie in den 2010er Jah­ren auf knapp 20.000 stieg – wäh­rend gleich­zei­tig in gro­ßem Umfang Äcker, Grün­land sowie die „Schil­ler­schen“ Streu­obst­wie­sen bebaut wur­den und wer­den.

Mit Auf­lö­sung des Land­krei­ses Leon­berg wur­de Ger­lin­gen 1973 dem Land­kreis Lud­wigs­burg zuge­schla­gen.

Wirt­schaft­lich ent­wi­ckel­te sich Ger­lin­gen nach dem Zwei­ten Welt­krieg eben­falls vom Dorf zur Stadt. Vie­le klei­ne­re und grö­ße­re Indus­trie­be­trie­be sie­del­ten sich an, der größ­te dar­un­ter ist die Robert Bosch GmbH, die auf der Ger­lin­ger Schil­ler­hö­he ihre Haupt­ver­wal­tung hat. Ein Schwimm­bad mit Sau­na, eine Stadt­hal­le, ein neu­er Schul­kom­plex und eine neue Mehr­zweck­hal­le wur­den gebaut. Die Gebäu­de der Stadt­bü­che­rei gel­ten auch in Archi­tek­ten­krei­sen als posi­ti­ves Bei­spiel moder­ner Archi­tek­tur.

Ger­lin­gen ist heu­te eine über­durch­schnitt­lich von ein­kom­mens­star­ken Haus­hal­ten gepräg­te Stadt. Grün­de hier­für sind einer­seits die Nähe zu Stutt­gart, die guten Ver­kehrs­an­bin­dun­gen, die gute wirt­schaft­li­che Situa­ti­on und die optisch anspre­chen­de Innen­stadt, ande­rer­seits auch wei­che Stand­ort­fak­to­ren wie die viel­fäl­ti­ge Ver­eins­land­schaft, aus­rei­chen­de Kin­der­gar­ten­an­ge­bo­te, attrak­ti­ve Wohn­la­gen mit Blick ins Stroh­gäu am Ran­de von Wein­ber­gen und Streu­obst­wie­sen sowie ein hoher Wald­an­teil von fast 50 % der Gemar­kung.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Ehem. Feu­er­wehr­haus von Ger­lin­gen, jetzt Sitz der Volks­hoch­schu­le, von Har­keCC BY-SA 3.0

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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