Online-OFB „Coesfeld“ am 19.09.2020 aktualisiert

Stadtzentrum von Coesfeld
Stadtzentrum von Coesfeld; Günter Seggebäing, CC BY-SA 3.0

Das Online-OFB „Coes­feld“ wur­de am 19. Sep­tem­ber 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 225.825 Per­so­nen vor­han­den, die in 80.416 Fami­li­en geglie­dert sind. 1527 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 16.08.2020 bear­bei­tet.

Geografische Lage

Lage von Coesfeld
Lage von Coes­feld

Coes­feld (gespro­chen [‚koːs­fɛlt] mit Dehnungs‑e), bis ins 20. Jahr­hun­dert auch Koes­feld geschrie­ben, ist eine Kreis­stadt des gleich­na­mi­gen Land­krei­ses im Bun­des­land Nord­rhein-West­fa­len.

Coes­feld (PLZ: 48653) liegt im west­li­chen Müns­ter­land, etwa 35 km west­lich von Müns­ter. Mit dem Coes­fel­der Berg befin­det sich ein Teil des Stadt­ge­biets in den Baum­ber­gen, in denen bei Bil­ler­beck die Ber­kel ent­springt. Sie fließt durch Coes­feld, wird dann am Wal­ken­brü­cken­tor gestaut, um zum grö­ße­ren Teil als Umflut inner­halb der Wäl­le außer­halb des Rings um die Stadt geführt zu wer­den. Süd­lich von Coes­feld liegt der Natur­park Hohe Mark-West­müns­ter­land.

Kurzinfo zum Online-OFB

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Vol­ker Schwan aus Coes­feld. Er hat mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Stadt­ver­wal­tung Coes­feld ein umfang­rei­ches Online-OFB erstellt und dabei vie­le Quel­len ver­wen­det. Neben hei­mat­kund­li­cher Geschichts­li­te­ra­tur kom­men auch die Kir­chen­bü­cher und Regis­ter­ein­trä­ge hin­zu. In ers­ter Lini­en wur­den die Kir­chen­bü­chern der St.-Jakobi-Kirche von 1637 – 1875 und die Kir­chen­bü­cher der St.-Lamberti-Kirche von 1638 – 1875 ver­wen­det. Wei­ter­hin kom­men auch Ein­trä­ge aus den Kir­chen­bü­chern der evan­ge­li­sche Kir­che von Coes­feld für Tau­fen und Hei­ra­ten von 1804 – 1819 hin­zu, die seit ca. 200 Jah­ren erst besteht, da Coes­feld haupt­säch­lich katho­lisch geprägt wur­de. Fer­ner fin­den das Kir­chen­buch der St.-Johannes-Kirche im Kirch­spiel Let­te von 1822 – 1876 und die Hei­rats- und Ster­be­re­gis­ter der Stadt Coes­feld ab 1874 bis zu den jewei­li­gen Sperr­fris­ten ihren Ein­gang.

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ages bear­bei­tet.

Geschichtliches

Das fol­gen­de Unter­ka­pi­tel ist ein Aus­zug aus dem zuge­hö­ri­gen Wiki­pe­dia-Arti­kel (sie­he Quel­len). Die­ser Aus­zug wur­de bei Bedarf für eine schnel­le­re Les­bar­keit unter Umstän­den etwas gekürzt und ange­passt.

Wappen von Coesfeld
Wap­pen von Coes­feld; gemein­frei

Für die Her­kunft des Stadt­na­mens Coes­feld gibt es zwei Erklä­rungs­an­sät­ze. Ein­mal ist die Her­kunft an Kô-isa-feld anzu­set­zen, d. h. „Feld an einem Kuh-Bach“. Anzu­mer­ken ist, dass das Abbild des Kopfs einer Kuh sich im Stadt­wap­pen wie­der­fin­det. Die zwei­te Erklä­rung ist, dass der Name Coes­feld als Her­de- oder Wei­de­feld gedeu­tet wird (cut, cot, Gene­tiv cudas = Her­de).

Fol­gen­de urkund­li­che Erwäh­nun­gen von Coes­feld fin­den sich wie­der: „locus Coas­felt“ 9. Jhdt; „Cosuel­da“ 1022 – 32; „paro­chia Cos­fel­den­sis“ 1118; „Cus­fel­den­sis“ 1155 – 59; „Cusuel­de“ 1181; „uil­la Cos­felth“ 1197; „Coes­fel­de“ 1201; „Cos­vel­de“ 1227; „Coes­vel­de“ 1266; „Kus­vel­de“ 1285; „Kos­vel­de“ 1290.

Die ers­te schrift­li­che Erwäh­nung Coes­felds fin­det sich in Alt­frieds Lebens­be­schrei­bung des Lud­ge­rus, des Patrons und Bischofs der Diö­ze­se Müns­ter. Danach hat Liud­ger auf dem Weg von sei­ner Abtei in Essen/​Werden nach Müns­ter am Abend vor sei­nem Tod, dem 26. März 809, in der St.-Lamberti-Kirche gepre­digt.

Im Jahr 1032 grün­de­te die edle Frau Rei­mo­dis (Rich­mo­dis) neben sechs wei­te­ren, die heu­te nicht mehr exis­tie­ren­de Pfar­rei Varlar, zu wel­cher laut Urkun­de neben Bau­er­schaf­ten angren­zen­der Kirch­spie­le die Coes­fel­der Bau­er­schaf­ten Hanum (Har­le), Mot­ten­hemGoplo (Gau­pel), Sur­wickHon­brug­gen, Hil­di­wick sowie Nor­din­chu­son mit 54 Häu­sern als Pfarr­spren­gel gehör­ten.

Hein­rich (von Coes­feld) hat­te als zwei­ter Propst des Klos­ters Varlar, das von sei­nen Ver­wand­ten Gott­fried und Otto von Cap­pen­berg unter Mit­wir­kung von Nor­bert von Xan­ten als Prä­mons­tra­ten­ser­klos­ter, nach der Augus­ti­nus­re­gel, gegrün­det wor­den war, das Dorf Coes­feld nörd­lich der Ber­kel dem Klos­ter Varlar kurz vor der Stadt­wer­dung ver­erbt. Das Dorf Coes­feld war durch Nie­der­las­sung frei­er Leu­te, denen durch das jähr­li­che Wort­geld ein Haus­platz von Varlar ein­ge­räumt wur­de, erheb­lich ange­wach­sen.

Bischof Her­mann II. von Kat­zeneln­bo­gen von Müns­ter über­trug im Jah­re 1197 das Stadt­recht auf Coes­feld, weni­ge Jah­re nach der Stadt­wer­dung des benach­bar­ten Ortes Müns­ters, wodurch die neue Stadt aus umstrit­te­ner Abhän­gig­keit des bei Coes­feld gele­ge­nen Klos­ter Varl­ars ent­las­sen wur­de. Die erhal­te­ne Urkun­de trägt das Datum des 12. März 1197, kai­ser­li­che Bestä­ti­gung fand die Urkun­de im dar­auf fol­gen­den August. Der neue Sta­tus war mit erheb­lich erwei­ter­ten Rech­ten für die Bür­ger ver­knüpft, die aber nicht aus­drück­lich genannt wer­den. Hier­zu dürf­ten Markt­ho­heit, Münz­ho­heit, Steu­er­ho­heit, eine eige­ne Gerichts­bar­keit und die freie Wahl der Bür­ger­meis­ter und Schöf­fen sowie das Recht auf Befes­ti­gung gehört haben. In der ers­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts schütz­te Coes­feld sei­ne Besit­zun­gen außer­halb der Stadt mit einer Land­wehr, die spä­ter Stad­tha­gen genannt wur­de. Von den ehe­mals vier Haupt­jahr­märk­ten hat sich der Ursu­l­a­markt bis heu­te sowie der Wochen­markt am Diens­tag und am Frei­tag erhal­ten. Coes­feld nahm an den mit­tel­al­ter­li­chen Stadt- und Land­frie­den in West­fa­len teil.

Mehr­fach und lang­jäh­rig wur­de Coes­feld im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg durch frem­de Trup­pen (Liga-Trup­pen, 18-jäh­ri­ge Ein­quar­tie­rung durch Hes­sen-Cas­sel) besetzt. Es dau­er­te im Müns­ter­land – im Unter­schied zu den benach­bar­ten Nie­der­lan­den – Genera­tio­nen, die wirt­schaft­li­chen Fol­gen des mit­tel­eu­ro­päi­schen Krie­ges zwi­schen den katho­li­schen und pro­tes­tan­ti­schen Par­tei­en nach dem West­fä­li­schen Frie­den zu über­win­den – ins­be­son­de­re auch unter land­wirt­schaft­lich schwe­ren äuße­ren Bedin­gun­gen. Erst im 19. Jahr­hun­dert wur­de die Bevöl­ke­rungs­zahl der Vor­kriegs­zeit wie­der erreicht.

Mit dem Ende der Beset­zung Coes­felds im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg unter Prinz Sou­bi­se, der 1761 in Coes­feld sein Win­ter­quar­tier auf­schlug, erleb­te Coes­feld einen Tief­punkt der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, vie­le Bür­ger hat­ten die Stadt ver­las­sen, die meis­ten Häu­ser stan­den leer, die Stadt­be­fes­ti­gung war zer­stört.

1802 wur­den die Stadt Müns­ter und gro­ße Tei­le des Hoch­stifts Müns­ter im Zuge der Koali­ti­ons­krie­ge von preu­ßi­schen Trup­pen besetzt. Das Fürst­bis­tum Müns­ter wur­de auf­ge­löst. Das Amt Horst­mar kam 1803 mit dem Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss als Ent­schä­di­gung für an Frank­reich abge­tre­te­ne links­rhei­ni­sche Gebie­te unter die reichs­un­mit­tel­ba­re Herr­schaft des pro­tes­tan­ti­schen Rhein­gra­fen Salm-Grum­bach, der sich nun Graf zu Salm-Horst­mar nann­te und fort­an Resi­denz in Schloss Varlar zwi­schen Coes­feld und Horst­mar bezog.

Durch Ent­schei­dung auf dem Wie­ner Kon­gress im Jah­re 1815 wur­de Coes­feld Teil Preu­ßens und sei­ner Pro­vinz West­fa­len. Der Graf zur Salm-Horst­mar wur­de 1816 als preu­ßi­scher Stan­des­herr in den erb­li­chen Fürs­ten­stand erho­ben. Durch die Vor­tei­le eines gro­ßen Staa­tes, so Otto Neu­mül­lers 1928, nahm ins­be­son­de­re das dar­nie­der­lie­gen­de Schul­we­sen einen Auf­schwung. Coes­feld wur­de Kreis­stadt, Stadt und Kirch­spiel wur­den ver­wal­tungs­tech­nisch getrennt. Das refor­miert-luthe­ri­sche und erst spä­ter unier­te Preu­ßen hat­te durch das katho­li­sche Schle­si­en bereits Erfah­run­gen mit der Inte­gra­ti­on gro­ßer Ter­ri­to­ri­en mit abwei­chen­der (katho­li­scher) Reli­gi­on.

der Zeit der Früh­in­dus­tria­li­sie­rung erleb­te Coes­feld zahl­rei­che Neu­grün­dun­gen: Textil‑, Papier- und eine Leder­fa­brik berei­te­ten den Weg für Maschi­nen­bau­be­trie­be und eine Eisen­gie­ße­rei. Nach Bau der Eisen­bahn wur­de Coes­feld zum Kreu­zungs­punkt zwei­er Stre­cken. Bis zum Ers­ten Welt­krieg dau­er­te die Aus­wei­tung indus­tri­el­ler Tätig­kei­ten beson­ders ent­lang der Aus­fall­stra­ßen an.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der alte Stadt­kern Coes­felds zu gro­ßen Tei­len zer­stört. Der ers­te grö­ße­re Luft­an­griff wur­de am 10. Okto­ber 1943 von einer fehl­ge­lei­te­ten Bom­ber­grup­pe der US Air For­ce geflo­gen, deren eigent­li­ches Ziel Müns­ter war. Die größ­ten Zer­stö­run­gen erlitt die Stadt in der End­pha­se des Krie­ges vom 21. bis 24. März 1945. Allein am 21. März 1945 wur­den rund 10.000 Spreng- und 49.000 Brand­bom­ben bei anglo­ame­ri­ka­ni­schen Angrif­fen über Coes­feld abge­wor­fen und ver­wan­del­ten die Innen­stadt in eine Rui­nen­land­schaft. Am Kar­frei­tag, den 30. März 1945, wur­de Coes­feld von den vor­rü­cken­den eng­lisch-ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen unter Feld­mar­schall Ber­nard Mont­go­me­ry ohne grö­ße­re Gegen­wehr ein­ge­nom­men, nach­dem die­se Ver­bän­de erst weni­ge Tage zuvor am 23. März 1945 im Rah­men der Ope­ra­ti­on Plun­der den Rhein zwi­schen Emme­rich und Wesel über­quert hat­ten.

Im Jahr 1997 fei­er­te Coes­feld das 800-jäh­ri­ge Bestehen der Stadt.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Stadt­zen­trum Coes­felds; von Gün­ter Seg­ge­bäingCC BY-SA 3.0

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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