Neue Abschriften von Personenstandsunterlagen zu Wiek (Landkreis Vorpommern-Rügen)

Gutshaus Bohlendorf
Gutshaus Bohlendorf, von Inkowik; CC BY-SA 3.0

Die Arbeits­grup­pe „Fami­li­en­ge­schich­te Vor­pom­mern“ des „Pom­mer­scher Greif e. V.“ hat eine neue Abschrift aus den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen von Wiek im Land­kreis Vor­pom­mern-Use­dom für die Öffent­lich­keit ver­füg­bar gemacht.

Die­ser Blog berich­tet eigent­lich über Neu­ig­kei­ten im Bezug auf Orts­fa­mi­li­en­bü­cher. Jedoch gibt es auch Fäl­le, die an der Erar­bei­tung eines Orts­fa­mi­li­en­buch ange­lehnt sind und daher auch beach­tet wer­den soll­ten. Die­ser Arti­kel, der hier gele­sen wird, ist einer die­ser beson­de­ren Fäl­le, der eine Beach­tung fin­det. Schließ­lich bil­den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen einen wich­ti­ge Quel­le für Orts­fa­mi­li­en­bü­cher.

Geografische Lage

Lage von Wiek
Lage von Wiek

Wiek (PLZ: 18556), frü­her auch Wieck, ist eine Gemein­de im Land­kreis Vor­pom­mern-Rügen auf der Insel Rügen in Meck­len­burg-Vor­pom­mern (Deutsch­land). Die Gemein­de wird vom Amt Nord-Rügen mit Sitz in der Gemein­de Sagard ver­wal­tet.

Wiek liegt etwa 30 Kilo­me­ter nord­west­lich von Ber­gen auf Rügen auf der Halb­in­sel Wit­tow. Die Gemein­de ist über die Land­stra­ße 30 ent­we­der über die Neh­rung der Schaa­be zu errei­chen oder über die Wit­tower Fäh­re, einer Auto­fäh­re zwi­schen den Gemein­den Wiek und Trent. Wiek grenzt im Wes­ten an den Wie­ker Bod­den, der im Wes­ten durch die Halb­in­sel Bug von der Ost­see abge­trennt ist und so einen guten Natur­ha­fen dar­stellt. Im Süden hat der Bod­den eine schma­le Ver­bin­dung zum Meer. Von Wiek aus gibt es einen regel­mä­ßi­gen Fähr­ver­kehr zur Insel Hid­den­see.

Die Gemein­de Wiek besteht aus­fol­gen­den Orts­tei­len: Bischofs­dorf, Boh­len­dorf, Fähr­hof, Par­chow, Wiek, Wit­tower Fäh­re, Wol­de­nitz und Zürk­vitz.

Kurzinfo zu den Abschriften

Der ein­ge­tra­ge­ne Ver­ein „Pom­mer­scher Greif“ ver­fügt über eini­ge For­schungs­grup­pen, die jeweils ein regio­na­les Gebiet erfor­schen, die frü­her in Besitz des Deut­schen Reichs, von Preu­ßen usw. waren. Eine For­scher­grup­pe heißt „Fami­li­en­ge­schich­te Vor­pom­mern“. Die­se For­scher­grup­pe exis­tiert seit 2019 und ging aus dem Zusam­men­schluss der ehe­ma­li­gen Arbeits­grup­pen „Anklam-Uecker­mün­de“, die seit Ende 2009 bestand, und der im Jahr 2001 gegrün­de­ten Arbeits­grup­pe „Use­dom“ her­vor. Die For­scher­grup­pe stellt ihre Erkennt­nis­se und For­schungs­un­ter­la­gen auf einer eige­nen Web­sei­te zur Ver­fü­gung. Tech­nisch gese­hen wird die Web­sei­te mit dem Con­tao-CMS ver­wal­tet.

Das For­schungs­mit­glie­der Nor­bert Wewe­zer hat nun meh­re­re Abschrif­ten aus den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen von Wiek neu erstellt. Kon­kret sind fol­gen­de Abschrif­ten hin­zu­ge­kom­men:

Die Abschrif­ten sind als PDF-Doku­ment ver­linkt und ste­hen für jeder­mann zur Ver­fü­gung. Das bedeu­tet, dass das PDF-Doku­ment kön­nen down­gel­oa­det wer­den und je nach Bedarf in eige­ne, per­sön­li­che For­schun­gen ver­wen­det wer­den kön­nen. In dem PDF-Doku­ment sind die Namen und und die Ster­be­jah­re vor­han­den.

Erste Seite der Abschriften von Tod und Bestattung im Kirchspiel Wiek auf Rügen von 1792-1848
Ers­te Sei­te der Abschrif­ten von Tod und Bestat­tung im Kirch­spiel Wiek auf Rügen von 1792 – 1848

Geschichtliches

Wappen der Gemeinde Wiek
Wap­pen der Gemein­de Wiek; gemein­frei

Der Ort wur­de erst­mals 1165 als Vikr urkund­lich doku­men­tiert. Dabei war auch die Rede von einem sla­wi­schen Burg­wall. Nach 1168 wur­de auch das Gebiet von Wiek chris­tia­ni­siert. Es sie­del­ten sich dann im Lau­fe der Zeit immer mehr Deut­sche in dem Ort an und die sla­wi­sche Bevöl­ke­rung wur­de assi­mi­liert. 1314 und 1318 wur­de eine paro­chia Medo­we sive Wyk, also eine Med-Aue oder Honig­wie­se bei Wyk beschrie­ben (ost­ger­ma­nisch MedouveMed = Honig, ouve = Aue).

In den sla­wi­schen Sied­lungs­ge­bie­ten wur­den die zu der Herr­schafts­burg gehö­ren­den Bau- oder Wirt­schafts­hö­fe als Bau­wiek oder ein­fach Wiek benannt. Dort­hin wur­den die Sla­wen (für Rügen – die Ranen) ange­sie­delt (sie­he ent­spre­chen­de Orts­tei­le z. B. in Stet­tin, Greifs­wald und Gütz­kow).

Das Ger­ma­ni­sche WIC ist ver­wandt mit dem Latei­ni­schen vicus = Ort und vic­tu­al = Lebens­mit­tel. Es ist auch im Angel­säch­si­schen als wicing, (sie­he Wid­sith-Poem) bekannt. Das frie­si­sche Wik oder Wyk für Bucht deu­tet eben­so auf Markt­stel­le oder Han­dels­ort hin, denn die­se ent­wi­ckel­ten sich an Gewäs­sern und beson­ders in Buch­ten.

Wie alle Namen änder­te er sich im Lau­fe der Jahr­hun­der­te. 1314 und 1318 hieß es Medo­ve sive Wiek und Medo­ve sive Wyk, 1324 nur noch Wik, spä­ter de Wyke, Wick, Wieck und heu­te wie­der Wiek.

Weiterführende Quellen

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Guts­haus Boh­len­dorf, von Inko­wikCC BY-SA 3.0

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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