Online-OFB „Vaihingen“ am 20.08.2020 aktualisiert

Vaihingen um 1684 im Forstlagerbuch
Vaihingen um 1684 im Forstlagerbuch von Andreas Kieser; gemeinfrei

Das Online-OFB „Vai­hin­gen“ wur­de am 20. August 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 34.517 Per­so­nen vor­han­den, die in 10.642 Fami­li­en geglie­dert sind. 2752 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 17.06.2020 aktualisiert.

Vai­hin­gen an der Enz (PLZ: 71665) ist eine Stadt in Baden-Würt­tem­berg, etwa 24 Kilo­me­ter nord­west­lich von Stutt­gart und 20 Kilo­me­ter öst­lich von Pforz­heim, an der Enz gele­gen. Die Stadt ist nach Lud­wigs­burg, Bie­tig­heim-Bis­sin­gen und Korn­west­heim die viert­größ­te Stadt des Land­krei­ses Lud­wigs­burg und bil­det ein Mit­tel­zen­trum für die umlie­gen­den Gemein­den. Seit dem 1. Janu­ar 1973 ist Vai­hin­gen an der Enz Gro­ße Kreisstadt.

Vai­hin­gen an der Enz besteht aus den neun Stadt­tei­len: AurichEnsin­genEnzwei­hin­genGün­del­bachHor­r­heimKlein­glatt­bachRietRoß­wag und Vai­hin­gen an der Enz. Die räum­li­chen Gren­zen der Stadt­tei­le sind iden­tisch mit denen der frü­her selbst­stän­di­gen Gemein­den glei­chen Namens. Die offi­zi­el­le Benen­nung der Stadt­tei­le erfolgt durch vor­an­ge­stell­ten Namen der Stadt und mit Bin­de­strich ver­bun­den nach­ge­stellt der Name der Stadtteile.

Zum Stadt­teil Aurich gehö­ren das Dorf Aurich sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft „Auf Wei­ler“. Zum Stadt­teil Ensin­gen gehö­ren das Dorf Ensin­gen sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft Schwei­ne­mühl. Zum Stadt­teil Enzwei­hin­gen gehö­ren das Dorf Enzwei­hin­gen, der Wei­ler Pul­ver­din­gen, das Gehöft Lein­fel­der Hof und die Häu­ser Neu­müh­le und Rie­ter Tal. Zum Stadt­teil Gün­del­bach gehö­ren das Dorf Gün­del­bach und die her­zog­li­che Domä­ne Stein­bach­hof, sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft Manin­cho­ven. Zum Stadt­teil Hor­r­heim gehö­ren das Dorf Hor­r­heim sowie die abge­gan­ge­nen Ort­schaf­ten Alten- und Jun­gen­gu­cken­hau­sen. Zum Stadt­teil Klein­glatt­bach gehört das Dorf Klein­glatt­bach. Zum Stadt­teil Riet gehö­ren das Dorf Riet sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft Win­ter­geis­lin­gen. Zum Stadt­teil Roß­wag gehö­ren das Dorf Roß­wag und das Haus See­müh­le. Zum Stadt­teil Vai­hin­gen an der Enz gehört die Stadt Vai­hin­gen an der Enz.

Lage von Vaihingen
Lage von Vaihingen

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Lutz Traut­mann, der eben­falls das Online-OFB „Enzwei­hin­gen“ bear­bei­tet. Die Daten für die Quel­len stam­men ursprüng­lich von Dr. Max Frank. Lei­der ver­starb die­ser im Jahr 2006, noch bevor er die Daten zu einem Online-OFB zusam­men­fas­sen konn­te. Anschlie­ßend über­nahm Ramo­na Schmidt die wei­te­re Bear­bei­tung. Im Jahr 2008 wur­de schließ­lich die­ses Online-OFB ver­öf­fen­ticht. Im Jahr 2019 über­nahm Lutz Traut­mann über­nahm die anschlie­ßen­de Betreu­ung und Bear­bei­tung des Online-OFB.

Der ein­lei­ten­de Text des Online-OFB ist rela­tiv kurz gehal­ten und­in­vie­le Absät­ze unter­teilt, die meist 2 – 3 Sät­ze beinhal­ten. In den ers­ten Absät­zen wird erwähnt, wo sich Vai­hin­gen and der Enz genau befin­det und wel­che Stadt-/Orts­tei­le zu Vai­hin­gen an der Enz gehö­ren. Ach­lie­ßend folgt ein sehr kur­zer und knap­per Abriss aus der Stadt­ge­schich­te und eine Auf­zäh­lung, wel­che Kir­chen­ge­mein­den es heu­te gibt.

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ahnen­blatt bearbeitet.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Eine Besied­lung der Gegend um Vai­hin­gen ist seit dem Früh­neo­li­thi­kum nach­weis­bar. Gra­bun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re haben eine gro­ße Sied­lung sowie zahl­rei­che Bestat­tun­gen der Linear­band­ke­ra­mik freigelegt.

Gegen Ende des 3. Jahr­hun­derts nach Chris­tus dran­gen Ala­man­nen in das römisch domi­nier­te Neckar­be­cken ein und grün­de­ten die meis­ten heu­ti­gen Ort­schaf­ten. Um 500 wur­de das Gebiet um Vai­hin­gen frän­kisch, chris­tia­ni­siert und dem Bis­tum Spey­er ein­ver­leibt. Bei der um 750 von Karl­mann vor­ge­nom­me­nen Glie­de­rung in Gau­graf­schaf­ten wur­de Vai­hin­gen dem Enz­gau zuge­ord­net und ent­wi­ckel­te sich zum Haupt­ort die­ser Grafschaft.

Die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung Vai­hin­gens könn­te schon 779 zusam­men mit Grü­nin­gen und Hoch­dorf an der Enz in einer Urkun­de über eine Schen­kung des frän­ki­schen Enz­gau-Gra­fen Kuni­bert an das Klos­ter Ful­da erfolgt sein. Es ist jedoch nicht zwei­fels­frei geklärt, ob es sich dabei um Vai­hin­gen an der Enz oder um das im Spät­mit­tel­al­ter abge­gan­ge­ne Vöhin­gen bei Schwie­ber­din­gen han­del­te. Der Stadt­teil Riet wur­de im Jahr 812 erst­mals im Lor­scher Codex urkund­lich erwähnt.

Um 1230 leg­te Graf Gott­fried von Vai­hin­gen (1189 – 1234) zwi­schen der schon 1096 erwähn­ten Burg Vai­hin­gen (dem heu­ti­gen Schloss Kal­ten­stein) und der dörf­li­chen Sied­lung bei der Peters­kir­che die Stadt Vai­hin­gen an. 1252 wur­de Vai­hin­gen in einer Urkun­de aus­drück­lich als Stadt bezeich­net. Durch sei­ne Ehe mit Agnes, Allein­er­bin des edel­frei­en Bel­rein von Esels­berg, konn­te Graf Kon­rad II. von Vai­hin­gen ter­ri­to­ria­le Zuge­win­ne am Rand des Strom­bergs ver­bu­chen und die Schutz­vog­tei über Klos­ter Rechents­ho­fen über­neh­men, die er zur Fami­li­en­grab­le­ge mach­te. Die im Erbe inbe­grif­fe­ne Burg Esels­berg wur­de spä­ter zum Haupt­sitz der Grafen.

Nach dem Stadt­brand von 1291 ver­kauf­ten die Vai­hin­ger Gra­fen gro­ße Tei­le ihres Besit­zes. Stadt und Burg Vai­hin­gen kamen über den Mark­gra­fen von Baden 1334 an die Gra­fen von Oettin­gen und 1339 an die Gra­fen von Würt­tem­berg. Vai­hin­gen wur­de würt­tem­ber­gi­sche Amts­stadt, 1758 Oberamtsstadt.

Unter Kai­ser Karl V. wur­de 1519 Her­zog Ulrich von Würt­tem­berg aus sei­nem Land ver­trie­ben. Neu­er Lan­des- und somit auch Stadt­herr war Kai­ser Karl V., der Würt­tem­berg sei­nem Bru­der Fer­di­nand abtrat. Mit Hil­fe evan­ge­li­scher Fürs­ten erober­te 1534 Her­zog Ulrich sein Land zurück und führ­te die Refor­ma­ti­on ein, Vai­hin­gen wur­de Sitz eines Deka­na­tes. Im Schmal­kal­di­schen Krieg (1546 – 1547) wur­de Vai­hin­gen 1547 von spa­ni­schen Trup­pen besetzt.

Der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg (1618 – 1648) brach­te auch in Vai­hin­gen Not und Elend. Wech­sel­wei­se waren Trup­pen der Pro­tes­tan­ten und der Katho­li­ken in Vai­hin­gen ein­quar­tiert. Durch Plün­de­rung und Requi­rie­run­gen kamen Acker­bau und Han­del zum Erlie­gen, es ent­stan­den Hun­gers­nö­te. 1635 wüte­te die Pest, was die Ein­woh­ner­schaft wei­ter stark dezi­mier­te. Es dau­er­te trotz Ein­wan­de­rung ver­trie­be­ner Pro­tes­tan­ten lan­ge, bis der Vor­kriegs­stand von etwa 1500 bis 1600 Ein­woh­nern wie­der erreicht wur­de. Im Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­krieg (1688 – 1697) wur­de 1692 Vai­hin­gen von den Fran­zo­sen geplün­dert und brann­te 1693 fast voll­stän­dig ab. Inner­halb der Stadt­mau­ern blie­ben nur etwa 20 Häu­ser von den Flam­men verschont.

Im Jahr 1720 erfolg­te der Wie­der­auf­bau des Rat­hau­ses. Wäh­rend des Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krie­ges (1701 – 1714), des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges (1756 – 1763) und in den Koali­ti­ons­krie­gen (1792 – 1815) mar­schie­ren immer wie­der Trup­pen durch die Stadt oder wer­den ein­quar­tiert. 1784 ver­nich­tet ein Stadt­brand 30 Häuser.

Zehn Jah­re nach der 1806 erfolg­ten Grün­dung des König­reichs Würt­tem­berg und ein Jahr nach dem Ende der Befrei­ungs­krie­ge begann im Jahr ohne Som­mer 1816 eine durch Miss­ern­ten und Vieh­seu­chen ver­ur­sach­te Hun­gers­not. Erst danach setz­te ein all­mäh­li­cher wirt­schaft­li­cher Auf­schwung ein. Die Stadt wur­de zu klein. 1829 wur­de im Nord­os­ten ein neu­es Tor errich­tet, im Nor­den ent­stand eine Vor­stadt. In der Fol­ge der Revo­lu­ti­on von 1848 kam es zu einer Wirt­schafts­kri­se, ver­ur­sacht durch Miss­ern­ten und Infla­ti­on. Die­ses ver­an­lass­te vie­le zur Auswanderung.

Bei der Ver­wal­tungs­re­form wäh­rend der NS-Zeit in Würt­tem­berg wur­den 1938 die Krei­se Maul­bronn und Vai­hin­gen zum Land­kreis Vai­hin­gen zusam­men­ge­legt. Vai­hin­gen wur­de Sitz die­ses neu­en Land­krei­ses. Nach der Been­di­gung des Kriegs kam Vai­hin­gen zur Ame­ri­ka­ni­schen Besat­zungs­zo­ne und gehör­te somit zum neu gegrün­de­ten Land Würt­tem­berg-Baden, das 1952 im jet­zi­gen Bun­des­land Baden-Würt­tem­berg auf­ging. Mit den Wah­len zu Gemein­de­rat und Kreis­tag und zur Ver­fas­sung­ge­ben­den Lan­des­ver­samm­lung für Würt­tem­berg-Baden 1946 begann der Auf­bau der Nachkriegsordnung.

Im Rah­men der Gebiets­re­form der 1970er Jah­re über­schritt die Ein­woh­ner­zahl der Stadt Vai­hin­gen an der Enz die 20.000-Grenze. Dar­auf­hin stell­te die Stadt­ver­wal­tung den Antrag auf Erhe­bung zur Gro­ßen Kreis­stadt, was die baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­re­gie­rung dann mit Wir­kung vom 1. Janu­ar 1973 beschloss. Zum glei­chen Zeit­punkt wur­de im Rah­men der Kreis­re­form der Land­kreis Vai­hin­gen auf­ge­löst. Der öst­li­che Teil und mit ihm die Stadt Vai­hin­gen an der Enz kam zum Land­kreis Lud­wigs­burg, der west­li­che Teil wur­de Bestand­teil des neu­en Enz­krei­ses.

Lei­der ver­misst man im ein­lei­ten­den Text, wel­che Quel­len genau für die Aus­ar­bei­tung des Online-OFB ver­wen­det wor­den sind oder wel­ches Kirch­spiel zugrun­de liegt. Ver­mut­lich lagen jedoch die evan­ge­li­schen Kir­chen­bü­cher als Quel­le zugrun­de, die mit den Tauf­bü­chern ab 1644, mit den Ehe­bü­chern ab 1693 und mit den Ster­be­bü­chern ab 1609 begin­nen. Erst im 19. Jahr­hun­dert bil­de­te sich durch Zuzug eini­ger Katho­li­ken auch eine katho­li­sche Gemein­de in Vaihingen.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Vai­hin­gen um 1684 im Forst­la­ger­buch von Andre­as Kie­sergemein­frei

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

Eine Antwort

  1. Friedrich Jansen sagt:

    Hal­lo, war­um wird so wenig über Kuni­bert berich­tet ? Man lese doch bit­te im CL und CDF.

    Graf Kunibert / Gumbert aus Vaihingen an der Enz ?

    Ein Bischof aus Würz­burg und Ansbach

    Anläss­lich der Schen­kung von Cuni­ber­tus am 10. März 779 an das Klos­ter Ful­da , ver­dankt die Stadt Vai­hin­gen an der Enz am 10. März 779 die ers­te schrift­li­che Erwäh­nung ( siehe
    Codex Diplo­ma­ti­cus Ful­den­sis von E. F. J. Dronke ) .
    Über sei­ne Genea­lo­gie berich­tet Gus­tav Bos­sert in dem Würt­tem­ber­gi­schen Vierteljahresheft
    von 1887 Sei­te 58 hypo­the­tisch „ Was für ein Geschlecht , an des­sen Spit­ze Kuni­bert steht ?
    Ein Geschlecht , das in Vai­hin­gen , am Kocher und im öst­li­chen Fran­ken Besitz hat­te , ist wohl kein ande­res als das der spä­te­ren Gra­fen von Calw – Löwen­stein – Vai­hin­gen „ . Zur dama­li­gen Zeit eine küh­ne Aus­sa­ge aber paßt sie zu den vie­len Kuni­bert des 8. Jahrhundert ?
    Recher­chie­ren wir :
    Der gros­se Cuni­bert , Erz­bi­schof von Köln von 623 – 663 , gilt mit sei­ner Fami­lie zu den Vor­fah­ren der spä­ter auf­kom­men­den Cuni­ber­te . Zumin­dest gilt er als einer der vor­de­ren Ver­wand­ten aus der Mosel­ge­gend ( „ cla­rus pro­vin­ciae Mosel­len­sis indi­gena „ ). Vom Anfang des 8. bis Anfang des 9. Jahr­hun­dert , gibt es in der gros­sen hoch­ran­gi­gen Ver­wandt­schaft des Vai­hin­ger Kuni­bert min­des­tens vier wei­te­re Per­so­nen mit sei­nem Vornamen .
    Sicher ist , der Vai­hin­ger Cuni­ber­tus stamm­te nicht aus dem Enz­gau und somit nicht aus Vai­hin­gen /​Enz . Da aber ein Teil sei­nes und sei­ner Ver­wand­ten Grund­be­sitz , als Streu /​Fern­be­sitz in die­sem Raum nach­weis­bar wur­de ( Urkun­den d. Rei­ches , CL /​Codex Lorsch und CDF /​Ful­da , Dron­ke usw. ) , wer­ten His­to­ri­ker dies als Zei­chen eines Mit­glieds , der Ange­hö­rig­keit zur frän­ki­schen Reichsa­ris­to­kra­tie . Die­ser Adel pfleg­te mit sei­nen Zwei­gen , indi­vi­du­el­le Tra­di­tio­nen ( Genea­lo­gie , Wirt­schaft , Staat und Kir­che ) , die so den Fami­li­en­ver­band /​Per­so­nen­kreis über Jahr­hun­der­te gegen­sei­tig ver­ban­del­te . Mit­te bis Ende des 8. Jhdt., erlang­te nach dem Vor­bild der gros­sen Ver­wand­ten , der ehe­ma­li­ge Krie­ger Graf Kuni­bert , durch sein Wir­ken um Wohl­tä­tig­keit , Mis­sio­nie­rung und kirch­li­chen Auf­bau sei­ne Erfül­lung . Neben dem Per­so­nen­kreis der Königs­fa­mi­lie ( Pip­pi­ni­den /​Karo­lin­ger ) , sei­nen Ver­wand­ten all­ge­mein , muss hier der Kir­chen­kreis um Boni­fa­zi­us , Bur­char­di , Lio­ba ‚Thek­la , Wal­bur­ga und Geschwis­ter ( hier beson­ders in der Regi­on Calw /​Tau­ber­bi­schofs­heim , Eich­stätt , all­gem. Süd­deutsch­land ) genannt wer­den , die zu sei­ner Unter­stüt­zung bei­tru­gen . Es ist unbe­kannt wo Kuni­bert gebo­ren wur­de , zu wel­cher Stam­mes­zu­ge­hö­rig­keit er gehör­te. Auf Grund unter­schied­lichs­ter Namens­ge­bung /​Schreib­wei­sen , Dia­lekt /​Aus­spra­che , glei­cher Vor­na­me und oft mit legen­den­haf­ter Dar­stel­lung , wur­de Kuni­bert schwer fass­bar . Nahe­lie­gend ist , das er aus dem belg. Raum , West­fa­len bis zum West­harz /​Thü­rin­gen , der Main­ge­gend , dem bayr. Nord­gau , dem Ran­gau bis Nürn­berg stam­men kann . Da aber auf Grund sei­ner Ver­wandt­schaft , sei­ne agi­lol­fin­ger – ruper­ti­ni­schen Gene nicht leug­bar sind , darf man anneh­men das die­ser Kuni­bert eine mög­li­che , sehr frü­he thü­rin­gi­sche Abstam­mung hat­te ( z.B. kön­nen sei­ne Vf. zu den Ange­hö­ri­gen des ver­schol­le­nen thü­rin­gi­schen Hee­res bzw. einer Hee­res­ab­tei­lung stam­men . die ver­mut­lich nach der Schlacht gegen den Hun­nen­kö­nig Atti­la im Jahr 451 nicht in die Hei­mat zurück­kehr­te und im Maas­ge­biet , dem belg. Hen­ne­gau sess­haft wurde ? ) .
    Von Kuni­bert * ca. – um 710 /​15 – 720 zeu­gen eini­ge schrift­li­che Quel­len . So berich­tet ein Hand­schrei­ben des Papst Zacha­ri­as , datiert vom 01. 05. 748 , wel­ches der aus Eng­land stam­men­de Bischof Burk­hard /​Bur­chard von Würz­burg , von sei­ner zwei­ten Rom­rei­se mit nach Deutsch­land brach­te . Es erhielt die Anwei­sung und Ermun­te­run­gen zur Anlei­tung und Errich­tung von kirch­li­chen Anla­gen . Die­ses an Graf Cuni­ber­tus /​Gunt­bert und Throand = Trond ( neben ande­ren Gros­sen des Rei­ches ) gerich­te­te Schrei­ben dien­te als Auf­trag . Cuni­ber­tus grün­de­te dar­auf­hin um das Jahr 750 auf sei­nem Eigen­gut zu Onold­spah /​Ans­bach ( nicht Offen­bach ) ein Bene­dik­ti­ner­klos­ter zu Ehren der Mut­ter­got­tes , der unbe­fleck­ten Jung­frau Maria ( spä­ter in Gum­ber­tus­klos­ter umbe­nannt ) und Graf Throand /​Droant /​Truant grün­de­te ein Klos­ter in Holz­kir­chen /​Bay­ern . Throand , ist ein Ange­hö­ri­ger des bayr . Stam­mes der Huo­si und ein mög­li­cher Ver­wand­ter von
    Kuni­bert , Throand hat­te u.a. auch Besitz im Gross­raum Stutt­gart ( hier in Jesin­gen bei Kirch­heim /​T, Weil­heim , Bis­sin­gen , und Neid­lin­gen bei Kirch­heim /​T ) also in unmit­tel­ba­rer Nach­bar­schaft des mög­li­chen Ver­wand­ten Kuni­bert . Throand und Fami­lie war mit den Ala­hol­fin­gern = Bert­hol­den ver­schwä­gert und hat­te zudem wei­te­re Bezie­hun­gen zum schw . – frän­ki­schen Raum .
    In einer Urkun­de Pip­pins , für das Klos­ter Prüm vom 13 . 08 . 762 , tritt Kuni­bert nach den Söh­nen Pip­pins , Karl ( spä­ter d. G. ) , Karl­mann und dem Bischof Megin­gaud von Würz­burg ( Megin­gaud [ aus dem Main­zer Raum stam­mend ] , ver­mut­lich ein wei­te­rer Ver­wand­ter von
    Cuni­ber­tus ) als Zeu­ge auf . Am 29 . 03. 786 nennt ihn Karl der Gros­se an zwei Stel­len Bischof , ihm wur­de für sein Klos­ter Onold­spah Immu­ni­tät und freie Abt­wahl gewährt . Aus der Vita Bur­char­di erfah­ren wir , dass Cuni­ber­tus dem Hoch­stift Würz­burg , die Ort­schaft Elt­mann a . M ( in pago Volks­feld ) schenk­te . Wei­te­re Tra­di­tio­nen im CL und CDF wei­sen Cuni­ber­tus und Fami­li­en­mit­glie­der als Men­schen aus , die auch im Glems und Enz­gau ( hier im Flur­ge­biet “ Lan­gen Feld “ = ein Gebiet das mit west­li­cher Gren­ze von Bie­tig­heim , Neckar , der Enz ent­lang bis zur Glems und als des­sen Gren­ze bis Leon­berg /​Rutes­heim oder auch rund um den Asperg reicht . Als ost­wär­ti­ge Gren­ze des Lan­gen Fel­des gilt der Neckar , Lud­wigs­burg, Weil im Dorf und Dit­zin­gen ) . Im letz­te­ren Gau kon­zen­trie­ren sich Tra­di­tio­nen von ihm selbst und ande­ren Fami­li­en­an­ge­hö­ri­gen u .a . Bretten /​Illin­gen , Gum­bol­des­hu­sen ( abge­gan­gen ) Glad­bach , Hor­r­heim und Fein­ga ( Vai­hin­gen /​Enz ) Grö­nin­gen usw. . Die Tra­di­ti­on Cuni­ber­tus aus dem Jahr 779 , sie­he CDF Nr. 62 , sorgt unbe­grün­det für Irri­ta­tio­nen um den ca. 1350 abge­gan­gen Ort Vöhin­gen /​bei Schwie­ber­din­gen und der Metro­po­le im Enz­gau Vai­hin­gen /​Enz . Der in der Urkun­de genann­te Ort Fein­ga steht aller­dings sicher für Vai­hin­gen /​Enz ( sie­he hier u. a. auch das Attri­but des Hl. Kuni­bert in der Nuss­dor­fer Ste­gi­mul /​Sor­gen­müh­le und den vie­len „ crux decus­sa­ta „ /​Andre­as­kreuz ) . In einer Bestä­ti­gungs­ur­kun­de des Kai­ser Lud­wig d. F. vom 20 .12 .837 wird ein Gelän­de­tausch zwi­schen dem könig­li­chen Send­bo­ten Unroch ( einem Ver­wand­ten von Cuni­ber­tus ) und dem Würz­bur­ger Bischof Bern­w­elf bestä­tigt , der aus der Amts­zeit zwi­schen 785 – 800 basiert . Hier wur­den die Güter Fil­u­hon­bi­un­te ( Vilch­band ) im Bad­a­na­ch­gau , Bar­gi­li ( Ber­gel /​Markt­ber­gel ) und Onol­the­spa ( bei Offen­bach /​Ans­bach ) im Ran­gau , aus der Hand des Fis­kus , dem Bis­tum Würz­burg über­las­sen , die vor­dem im recht­mäs­si­gem Besitz des Gra­fen Cuni­ber­tus /​Gunt­ber­tus u.ä. gewe­sen sind und von die­sem an Karl dem Gros­sen geschenkt wur­den . Im Gegen­zug erhielt der Kai­ser Gebie­te im Grab­feld­gau zurück , die einst Karl­mann , Onkel des Kai­sers Lothar d . F . , an das Bis­tum Würz­burg ver­gab­te . Ein wei­te­rer Besitz Cuni­ber­tus lag im Tullifeld .
    Vor /​um 1195 wur­de Kuni­berts Klos­ter­grün­dung ( Bene­dik­ti­ner­klos­ter ) in ein Chor­her­ren­stift umge­wan­delt , ver­mut­lich war es der Ort wo Kuni­berts Hei­lig­spre­chung erfolg­te . Es erhielt in Erin­ne­rung und Ver­eh­rung an Cuni­ber­tus = Gum­ber­tus , als einen bedeu­ten­den Glau­bens­bo­ten in Fran­ken , den Namen St. Gum­bert . Fer­ner zählt der Hei­li­ge zu den Diö­ze­san­hei­li­gen des spä­te­ren Bis­tum Bam­berg . Kurz vor der Mit­te sei­nes Lebens die per­sön­li­che Umwand­lung , vom erfolg­rei­chen mili­tä­ri­schen Füh­rer , Gra­fen und Gross­grund­be­sit­zer , zu einem Men­schen , der vom Chris­ten­tum ergrif­fen , von die­sem über­wäl­tigt wur­de . Um die­sen Zeit­raum , dem Jahr 737 in der Lom­bar­dei , traf er sei­nen spä­te­ren Men­tor , den Hl. Burk­hard und spä­te­ren ers­ten Bischof von Würz­burg ( sie­he Hei­li­gen­le­xi­kon , “ is est Lom­bar­die “ jün­ge­re Lebens­ge­schich­te Burk­hards und Pri­scil­lia­nus Codex Würzbg. ) . Nach ande­ren Berich­ten um das Jahr 737, weil das Jahr 738 ( sie­he Gehard Köb­ler Inns­bruck Vita Bur­char­di ) , das Jahr der ers­ten Zusam­men­ar­beit mit Boni­fa­zi­us im Ost­fran­ken­reich gilt . Bei wei­te­rer Mis­si­ons­tä­tig­keit im Main­ge­biet lehr­te Bur­char­di , der ver­mut­lich zwi­schen­zeit­lich auch Abt von Klos­ter Ror­lach /​Neu­stadt am Main wur­de , wie Cuni­ber­tus inmit­ten sei­nem gro­ßen Besitz , sei­nem Reich­tum arm leben konn­te . Es ist anzu­neh­men , das Kuni­bert zu die­ser Zeit in das Andre­as­klos­ter von Würz­burg ( am Fuss des Mari­en­berg ) ein­ge­tre­ten ist . Kuni­bert muss gemein­sam mit Boni­fa­ti­us einen beson­de­ren Hang zum Andre­as­kult gehabt haben ‚er kann­te ihn und des­sen Ver­wand­te gut . Die Wei­he des Boni­fa­ti­us zum Bischof erfolg­te z . B . am 31 . 11 . 722 , dem Andreas­tag . Laut der Chro­nik L. Fries + 1580 , Folio 11v bestä­tigt die­ser den mehr­ma­li­gen Besuch von Kuni­bert , ich zitie­re: „ Nun ware der­sel­ben Zeit ein rei­cher Graue zu Fran­ken , Kuni­bert genant , der umbder Heil­sa­men Lere wil­len S. Burg­har­ten oft gen Wirtz­burg kham usw. “ . Nach der Rück­kehr Burk­hards ( sie­he zwei­te Rom­rei­se ) wur­de Kuni­berts Klos­ter­grün­der in Ans­bach , um das Jahr 750 , ein Stütz­punkt der frän­ki­schen Raum­er­fas­sung gegen Osten ( Chris­tia­ni­sie­rung der Sla­wen , Depor­ta­ti­on /​Ansied­lung im nähe­ren Raum Nürn­berg – Ans­bach ) . Kuni­bert ver­starb ver­mut­lich vor der Ernen­nung zum Bischof von Würz­burg am 11 . 03 . ( ? ) 794 . Im bayr. Fran­ken wird Kuni­bert /​Gum­bert in heu­ti­ger Zeit noch sehr als Hei­li­ger verehrt .
    Sei­ne Reli­qui­en befin­den sich in der St. Gum­berts­kir­che von Ans­bach , fer­ner in Köln und in Brüs­sel . Die Kunst stellt ihn als Bischof mit Bischofstab und einem Kir­chen­mo­dell dar .
    Die Genea­lo­gie von Kuni­bert führt weni­ge neue Details auf . Ver­bin­det man dage­gen die im CL und CDF auf­ge­führ­ten Tra­di­tio­nen , der geben­den Per­so­nen mit genann­ten Orten und Gau­en usw. erhält man genaue­re Infor­ma­tio­nen , die das Anse­hen um die­sen Per­so­nen­kreis recht­fer­ti­gen . Kuni­bert zähl­te zu der Crè­me der Reichsa­rist­ro­kra­tie . Irrig dage­gen ist eine Aus­sa­ge um 804 , in wel­cher Cuni­ber­tus ein­ma­lig als ein Sohn des Her­zog der Bay­ern Gori /​Gari­pert I. /​Gari­pald /​Aripalt + ca. 593 auf­führt . Im Bis­tum Toul dage­gen ein wei­te­rer Gari­bald ( um 706 ) , dort bekannt als Sohn des Her­zog u. Haus­mei­er Wul­fo­ald + ca. 680 ( Ges­ta ep. Tull. C 20 ( SS. VIII 636 ) . Von den Per­so­nen mit Namen Kuni­bert gibt es im 8. – 9. Jhdt . meh­re­re Men­schen , die von einem unbe­kann­ten Agna­ten abstam­men und in den ein­zel­nen Ästen , der sich aus­brei­ten­den hohen Ver­wandt­schaft , ver­ein­zelt vor­kommt . Der auf­ge­führ­te Gari­bald von 706 ist trotz sei­ner Agi­lol­fin­ger­abbstam­mung ( der Name des Vaters Wul­fo­ald ist ein typi­scher Agi­lol­fin­ger­na­me ) von den His­to­ri­kern /​Genea­lo­gen wenig erforscht , zählt aber zu unse­rem Per­so­nen­kreis . Ande­re His­to­ri­ker gehen davon aus ( wie auch R . Wens­kus , sie­he sächs . Stam­mes­adel ) , das Kuni­bert der Bru­der eines Theo­tolf ist . Dann sind Theo­tolf und Kuni­bert die Söh­ne eines Lan­dolf und Nef­fen von Ricolf dem Bischof von Köln . Ver­wandt mit den Gebrü­dern Gozbert und Fol /​Ful­rad von St. Denis und Enkel eines Ama­nold ux Wil­le­birc /​Wil­l­echa , Ama­nolds Bru­der ist wie­der­um ein Hade­bold /​bert und Theo­do ( Graf im Rod – und Zaber­gau ) . In die­ser etwas älte­ren Theodo­nen­grup­pe , ( im Zeit­raum nach 768 – vor 800 ) sehen wir einen Gra­fen Wala­ho , Sohn des Gra­fen im Worms­gau Fran­ko und Nef­fe von Fren­kin , Ehe­frau des Ric­bert . Wala­ho ist ver­hei­ra­tet mit Egge­witz , Toch­ter des Lob­dengau­gra­fen Warin ux. Fri­de­run ) , Die­sen Per­so­nen­kreis bevor­zu­ge ich , sie sind die engs­ten Ver­wand­ten um den ehe­ma­li­gen Kriegs­mann Graf und Bischof Kuni­bert . Ihre und sei­ne Nach­kom­men und Ver­wand­ten ( Wal­pert , Wal­do – Salo­mon ) leb­ten ver­mut­lich mehr in den Räu­men Worms – Köln – Mit­tel­rhein – Main – Nürn­berg /​Abends­berg – Salz­burg – Frei­sing – Ober­schwa­ben /​Nibel­gau – Boden­see – St. Gal­len /​Chur und Ober­ita­li­en /​Vero­na als in Vai­hin­gen . In der Nuss­dor­fer Sor­gen­müh­le , hier nach dem Ein­gang in der ers­ten Gade und dem Tor­bo­gen vor der zwei­ten Gade , schwer aber noch erkenn­bar , christl. Attri­bu­te /​Sym­bo­le bzw. Erken­nungs­zei­chen von unse­rem Per­so­nen­kreis . Die in den Stein zwi­schen 750 – 1470 ange­brach­ten Ein­rit­zun­gen , zeig­ten Gren­zen – und Besitz­rech­te an . Älter als die ers­te urkund­li­che Nen­nung von Nuss­dorf und ver­mut­lich so alt wie Vai­hin­gen an der Enz .

    Fried­rich W. Jan­sen von den Busch

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