Online-OFB „Landkreis Saatzig-Stargard“ am 05.08.2020 veröffentlicht

Gut Steinhöfel, Kreis Saatzig
Gut Steinhöfel, Kreis Saatzig; von Alexander Duncker (1813-1897); gemeinfrei

Das Online-OFB „Land­kreis Saat­zig-Star­gard“ wur­de am 5. August 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 26.680 Per­so­nen vor­han­den, die in 9.629 Fami­li­en geglie­dert sind. 3619 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 08.04.2020 bear­bei­tet.

Der Land­kreis Saat­zig, bis 1938 Kreis Saat­zig, war bis 1945 ein preu­ßi­scher Land­kreis in Pom­mern. Er war nach der Burg Saat­zig benannt. Kreis­stadt war die Stadt Star­gard, die seit 1901 einen eige­nen Stadt­kreis bil­de­te. Nach dem Zwei­ten Welt­krieg wur­de das Kreis­ge­biet von der sowje­ti­schen Besat­zungs­macht im Som­mer 1945 gemäß dem Pots­da­mer Abkom­men unter pol­ni­sche Ver­wal­tung gestellt. Das Kreis­ge­biet ent­spricht heu­te in etwa dem Nord­teil des Powi­ats Star­gardzki in der Woi­wod­schaft West­pom­mern.

Der Kreis Saatzig im 18. Jahrhundert
Der Kreis Saat­zig im 18. Jahr­hun­dert; Aus­schnitt aus „Land­kar­te des Her­zog­tums Vor- und Hin­ter­pom­mern aus dem Jahr 1794“; gemein­frei
Lage des Landkreises Saatzig
Lage des Land­krei­ses Saat­zig

Die Bear­bei­ter des Online-OFB sind Wolf­gang Ditt­ner und Joa­chim Bären­klau. Das Online-OFB ent­stand im Jahr 2016 im Rah­men ihrer Ver­eins­ak­ti­vi­tä­ten des Pom­mer­scher Greif.

Das Online-OFB gibt in die­sem Fall kei­ne Stadt oder Dorf wie­der, son­dern in die­sem Fall einen gan­zen Land­kreis, was eher sel­te­ner anzu­tref­fen ist. Lei­der sind die Quel­len trotz des ehe­ma­li­gen Land­krei­ses eher redu­ziert. Es sind ledig­lich die Ori­gi­nal-Kir­chen­bü­cher aus dem Land Saat­zig für Zachan, Wul­kow, Püt­zer­lin und auch Schwa­nen­beck erhal­ten geblie­ben und lagern in Lan­des­ar­chiv Greifs­wald. Alle übri­gen Kir­chen­bü­cher gel­ten als ver­schol­len bzw. sind durch den Zwei­ten Kriegs ver­nich­tet wor­den.

Das Online-OFB wur­de mit dem genea­lo­gi­schen Pro­gramm Ahnen­blatt bear­bei­tet.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Das Gebiet des spä­te­ren Krei­ses Saat­zig gehör­te seit dem 12. Jahr­hun­dert zum Herr­schafts­be­reich der pom­mer­schen Her­zö­ge. Als Grenz­ge­biet zur Mark Bran­den­burg waren die süd­li­chen Berei­che lan­ge Zeit zwi­schen den bei­den Herr­schafts­ge­bie­ten Gegen­stand von Grenz­krie­gen. Nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg kam das Gebiet zum preu­ßi­schen Her­zog­tum Hin­ter­pom­mern. In Hin­ter­pom­mern wur­de 1723/​24 eine Kreis­re­form durch­ge­führt. Die Zahl der Krei­se und zuge­hö­ri­gen Land­rä­te wur­de fühl­bar redu­ziert, um die star­ke ter­ri­to­ria­le Zer­split­te­rung zu ver­rin­gern, die durch die kom­pli­zier­ten adli­gen Besitz­stän­de in Hin­ter­pom­mern ent­stan­den war. Zum Kreis Saat­zig kamen unter ande­rem die Besit­zun­gen derer von Borcke-Pan­sin und Wedel-Frei­en­wal­de. Der Kreis umfass­te nun­mehr die Städ­te Frei­en­wal­de in Pom­mernJacob­sha­genMas­sow, Star­gard und Zachan, die könig­li­chen Ämter Dölitz, Fried­richs­wal­de, Mari­en­fließ, Mas­sow und Saat­zig sowie eine grö­ße­re Anzahl von adli­gen Dör­fern und Gütern.

Durch die Pro­vin­zi­al­be­hör­den-Ver­ord­nung vom 30. April 1815 wur­de der Kreis Saat­zig Teil des Regie­rungs­be­zirks Stet­tin in der Pro­vinz Pom­mern. Bei der Kreis­re­form von 1818 im Regie­rungs­be­zirk Stet­tin wur­de die Abgren­zung des Krei­ses Saat­zig geän­dert.

Der Kreis Saat­zig umfass­te 1871 die fünf Städ­te Frei­en­wal­de in Pom­mern, Jacob­sha­gen, Nören­berg, Star­gard und Zachan, 92 Land­ge­mein­den und 77 Guts­be­zir­ke.

Am 1. April 1901 schied die Stadt Star­gard aus dem Kreis aus und wur­de eine kreis­freie Stadt. Zum 30. Sep­tem­ber 1929 fand im Kreis wie im übri­gen Preu­ßen eine Gebiets­re­form statt, bei der alle selbst­stän­di­gen Guts­be­zir­ke auf­ge­löst und benach­bar­ten Land­ge­mein­den zuge­teilt wur­den. Zum 1. Janu­ar 1939 erhielt der Kreis Saat­zig ent­spre­chend der jetzt reichs­ein­heit­li­chen Rege­lung die Bezeich­nung Land­kreis.

Im Früh­jahr 1945 wur­de das Kreis­ge­biet durch die Rote Armee besetzt und nach Kriegs­en­de wie ganz Hin­ter­pom­mern von der sowje­ti­schen Besat­zungs­macht gemäß dem Pots­da­mer Abkom­men bis auf Wei­te­res unter pol­ni­sche Ver­wal­tung gestellt. In der Fol­ge­zeit wur­den die aller­meis­ten Bewoh­ner des Kreis­ge­biets von den ört­li­chen pol­ni­schen Ver­wal­tungs­be­hör­den ver­trie­ben.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Gut Stein­hö­fel, Kreis Saat­zig; von Alex­an­der Duncker (1813 – 1897); gemein­frei

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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