Online-OFB „Güstebiese“ am 03.08.2020 aktualisiert

Dorfkirche, bis 1946 der evangelischen Gemeinde von Güstebiese
Dorfkirche, bis 1946 der evangelischen Gemeinde von Güstebiese, von Andrzej Gondek; CC BY-SA 4.0

Das Online-OFB „Güs­te­biese“ wur­de am 3. August 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 3.234 Per­so­nen vor­han­den, die in 1.156 Fami­li­en geglie­dert sind. 1096 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 09.06.2020 bearbeitet.

Güs­te­biese (frü­her auch Alt-Güs­te­bü­se; pol­nisch: Gozdo­wice) ist ein Dorf mit 123 Ein­woh­nern (Stand: 2005) der Gemein­de Miesz­ko­wice (deutsch: Bär­wal­de in der Neu­mark) im Powi­at Gry­fiń­ski (deutsch: Grei­fen­ha­ge­ner Kreis) in der pol­ni­schen Woi­wod­schaft Westpommern.

Der Ort liegt in der Neu­mark am rech­ten Ufer der Oder.

Lage von Güstebiese
Lage von Güstebiese

Der Bear­bei­ter die­ses Online-OFB ist Nobert Bos­se. Er hat bereits unter ande­rem das Online-OFB „Neu­le­win“ bearbeitet.

Als Pri­mär­quel­len für das Online-OFB dien­ten die Kir­chen­bü­cher aus den umlie­gen­den Ort­schaf­ten von Güs­te­biese, wie z. B. Alt­le­win, Neu­le­win, Ort­wig, Zel­lin, Barnim…

Als genea­lo­gi­sches Pro­gramm für die Bear­bei­tung des Online-OFB wur­de Ahnen­blatt verwendet.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Erst­mals erwähnt wur­de das im Besitz der Her­ren von Güs­te­biese befind­li­che Fischer­dorf am Ran­de des Oder­bru­ches im Jah­re 1337. Spä­ter gehör­te der Ort in der Neu­mark dem Johan­ni­ter­or­den in Grü­ne­berg (Neu­mark), heu­te ein Dorf in der Gemein­de Cedy­nia. Im Jah­re 1665 leb­ten in Güs­te­biese 30 Fischer, 16 Kossä­ten sowie 6 Kleinhäusler.

Bei der Tro­cken­le­gung des Oder­bru­ches im Jah­re 1753 wur­de zwi­schen Güs­te­biese und Hohen­saa­ten ein neu­er begra­dig­ter Fluss­lauf – die „Neue Oder“ – geschaf­fen, um die alte Fluss­schlei­fe über Wrie­zen und Oder­berg abzu­wer­fen. Am 2. Juli 1753 erfolg­te der Durch­stich des Dam­mes der Neu­en Oder. Das durch die Melio­ra­ti­on neu gewon­ne­ne Land wur­de besie­delt und west­lich der Oder ent­stan­den auf Güs­te­bie­ser Flu­ren die Kolo­nien Neu-Güs­te­biese (1755) und Karls­biese (1756).

Wäh­rend des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges wur­de eine Schiff­brü­cke über die Oder errich­tet, die Fried­rich II. am 22. August 1758 auf dem Wege zur Schlacht bei Zorn­dorf über­quer­te. Im Jah­re 1908 wur­de an der Oder ein Denk­mal an die­ses Ereig­nis errichtet.

Die Ein­woh­ner­zahl erhöh­te sich, 1800 leb­ten in Güs­te­biese 1.000 Ein­woh­ner. Der Cha­rak­ter des Dor­fes hat­te sich gewan­delt, in Ort waren zahl­rei­che Hand­wer­ker, Schif­fer und auch Forst­leu­te ansäs­sig. 1815 nahm eine zu Tag und Nacht ver­keh­ren­de Fäh­re über die Oder nach der Güs­te­bie­ser Loo­se den Betrieb auf, die bis 1945 unun­ter­bro­chen bestand. Im Ver­lau­fe des 19. Jahr­hun­derts ent­stan­den Wind­müh­len und Werften.

Im 20. Jahr­hun­dert öff­ne­te sich das Dorf an der Oder dem Tou­ris­mus und erlang­te die Aner­ken­nung als Luft­kur­ort. An der Oder ent­stand ein weit­hin bekann­ter Bade­strand und 1912 kon­sti­tu­ier­te sich der Fremdenverkehrsverein.

In den letz­ten Tagen des Zwei­ten Welt­krie­ges befand sich das Dorf in der Haupt­kampf­li­nie der Oder­front. Bei den Kämp­fen, die am 1. Febru­ar 1945 began­nen und bis zum 14. April dau­er­ten, erlitt das Dorf im Land­kreis Königs­berg schwe­re Schä­den. Am 16. April 1945 errich­te­ten pol­ni­sche Pio­nie­re eine Behelfs­brü­cke zur For­cie­rung der Oder als Über­gang für die Trup­pen für die Schlacht um Berlin.

Zum Ende des Zwei­ten Welt­krie­ges wur­de Güs­te­biese von der Roten Armee besetzt. Nach Kriegs­en­de wur­de das Dorf zusam­men mit ande­ren Gebie­ten öst­lich der Oder-Nei­ße-Linie unter pol­ni­sche Ver­wal­tung gestellt. Es begann die Zuwan­de­rung pol­ni­schen Migran­ten, die zum Teil aus von Polen nach dem Ers­ten Welt­krieg erober­ten Gebie­ten öst­lich der Cur­zon-Linie kamen. Die deut­sche Ort­schaft Güs­te­biese wur­de in Gozdo­wice umbe­nannt. Soweit die ein­hei­mi­schen Bewoh­ner des Dorfs nicht geflo­hen waren, wur­den sie in der Fol­ge­zeit von der ört­li­chen pol­ni­schen Ver­wal­tungs­be­hör­de vertrieben.

Seit dem 20. Okto­ber 2007 ver­kehrt nach 62 Jah­ren wie­der eine Fäh­re über die Oder zum deut­schen Ort Güs­te­bie­ser Loo­se. Sie ver­kehrt von April bis Okto­ber, nur bei aus­rei­chen­dem Was­ser­stand, und nicht montags.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Dorf­kir­che, bis 1946 der evan­ge­li­schen Gemein­de von Güs­te­biese, von Andrzej Gon­dek; CC BY-SA 4.0

Fol­low me

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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