Online-OFB „Genthin“ am 02.08.2020 aktualisiert

Marktplatz in Genthin
Marktplatz in Genthin, von Flodur63; CC BY-SA 4.0

Das Online-OFB „Gen­thin“ wur­de am 2. August 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 34.437 Per­so­nen vor­han­den, die in 11.418 Fami­li­en geglie­dert sind. 4044 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 03.05.2020 bear­bei­tet.

Gen­thin (PLZ: 39291, 39307) ist eine Ein­heits­ge­mein­de und Klein­stadt im Land­kreis Jeri­cho­wer Land in Sach­sen-Anhalt. Gen­thin liegt öst­lich der Elbe zwi­schen Ber­lin und Mag­de­burg am Elbe-Havel-Kanal. Die Stadt lag ursprüng­lich an der Strem­me, deren Ober­lauf in dem zwi­schen 1743 und 1745 gebau­ten Plau­er Kanal auf­ging.

Zu Gen­thin gehö­ren fol­gen­de Ort­schaf­ten und Orts­stei­le: Fie­n­ero­de, Gen­thin (mit Hagen), Gla­dau (mit Dret­zel und Schatt­ber­ge), Müt­zel (mit Hüt­ten­müh­le), Pap­litz (mit Gehls­dorf), Par­chen (mit Wie­chen­berg), Schops­dorf, Tucheim (mit Wülpen, Holz­haus und Rigels­dorf). Wei­ter­hin gehö­ren die Wohn­plät­ze Drei­ba­chen, Gen­thin-Wald, Mol­len­berg und Königs­ro­de hin­zu.

Lage von Genthin
Lage von Gen­thin

Die Bear­bei­te­rin die­ses Online-OFB ist Sil­via Dieß­ner. Sie ist Fami­li­en­for­sche­rin aus Ber­lin und betreibt die Web­sei­te „Fami­li­en­for­schung Voigt“. Sie hat bereits auch das Online-OFB „Düh­rings­hof“ und wirkt bei der Bear­bei­tung des Online-OFB „Aken (Elbe)“ mit. Das Online-OFB für die Ein­heits­ge­mein­de Gen­thin ist der­zeit noch im Auf­bau befind­lich und kann nach Aus­sa­gen der Bear­bei­te­rin als eine Ansamm­lung von Per­so­nen betrach­tet wer­den, die in oder um Gen­thin leb­ten.

Als Pri­mär­quel­len für das Online-OFB die­nen die fol­gen­de Kir­chen­bü­cher:

  • Gen­thin, Kir­che St. Tri­ni­ta­tis, Kir­chen­bü­cher ab 1632; 1632; 1632, teils mit Berg­gen­thin und Müt­zel
  • Gen­thin Mili­tär-Kir­chen­buch 1788 – 1810 (voll­stän­dig erfasst)
  • Gen­thin Jüdi­sche Gemein­de (voll­stän­dig erfasst)
  • Alten­pla­thow, Kir­chen­bü­cher ab 1651; 1650; 1650, teils mit Bret­tin und Müt­zel
  • Kade, Kir­chen­bü­cher ab 1644; 1643; 1652
  • Karow, Kir­chen­bü­cher ab 1740; 1733; 1732
  • Par­chen, Kir­che St. Johan­nes, Kir­chen­bü­cher ab 1768; 1768; 1768

Auf­grund von schlecht les­ba­ren Ein­trä­gen in den Kir­chen­bü­chern – beson­ders im 19. Jahr­hun­dert – wird es ver­mut­lich kei­ne voll­stän­di­ge Aus­wer­tung die­ser Kir­chen­bü­cher geben.

Als genea­lo­gi­sches Pro­gramm für die Bear­bei­tung des Online-OFB wur­de Web­trees ver­wen­det.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Im Jahr 1144 wur­de erst­mals eine Burg urkund­lich erwähnt. Von die­ser Burg aus ver­wal­te­te die Adels­fa­mi­lie von Plotho das umlie­gen­de Gebiet. 1171 wur­de Gen­thin erst­mals urkund­lich genannt, war aber in der Fol­ge ein unbe­deu­ten­der Ort, denn erst für 1459 lässt sich eine Nen­nung als Oppi­dum (stadt­ar­ti­ge Sied­lung) nach­wei­sen.

Das Markt­recht erlang­te die Stadt im Jahr 1539. Die Stadt erhob an ihren vier Toren, dem Mühlen‑, Parchen‑, Berg- und Bran­den­bur­ger Tor einen Zoll. Nach­dem der Admi­nis­tra­tor des Erz­bis­tums Mag­de­burgAugust von Sach­sen-Wei­ßen­fels 1680 gestor­ben war, trat eine Bestim­mung des West­fä­li­schen Frie­dens von 1648 ein und das Gebiet fiel an den Kur­fürs­ten von Bran­den­burg. Damit gehör­te die Stadt zum Her­zog­tum Mag­de­burg und lag im dama­li­gen Jeri­cho­wer Kreis.

In den Jah­ren 1682 und 1683 wüte­te eine Pest­epi­de­mie in der Stadt, bei der 147 Ein­woh­ner star­ben, 1704 zer­stör­te ein Feu­er gro­ße Tei­le Gen­thins. Von 1707 bis 1722 wur­de die drei­schif­fi­ge, baro­cke Pfarr­kir­che nach Ent­wür­fen des Mag­de­bur­gers Georg Preu­ßer gebaut, 1720 öff­ne­te das Post­amt mit der Inbe­trieb­nah­me der Post­ver­bin­dung Mag­de­burg – Gen­thin. 1727 wur­de Gen­thin mit dem Ein­zug einer Kom­pa­nie der Gel­ben Rei­ter unter dem Kom­man­do des Ritt­meis­ters von Schme­ling Gar­ni­sons­stadt.

In den Jah­ren von 1743 bis 1745 wur­de der Plau­er Kanal gebaut. Die­ser war der ers­te Teil des heu­ti­gen Elbe-Havel-Kanals und ver­band zunächst die unte­re Havel bei Plaue über eine Stre­cke von 15 km mit der Strem­me und der Ihle. Der Kanal ver­kürz­te den Weg von Ber­lin nach Mag­de­burg um 150 Kilo­me­ter. Zusätz­lich zum Bau des Kanals wur­den wei­te­re umfang­rei­che Arbei­ten zur Erschlie­ßung durch­ge­führt, wodurch eine Besied­lung des Umfel­des der Stadt vor­ge­nom­men wer­den konn­te. Es ent­stand ein sie­ben Kilo­me­ter lan­ger Kanal, auf dem Torf aus den Torf­sti­chen Gen­thins zum Plau­er Kanal gebracht wer­den konn­te. Die­ser Kanal geriet spä­ter in Ver­ges­sen­heit. Res­te davon kann man heu­te im Mühl­gra­ben erken­nen.

Bis 1808 unter­stand Gen­thin dem könig­li­chen Amt Alten­pla­thow. Erst nach Refor­men in Preu­ßen wur­de Gen­thin als Stadt eigen­stän­dig und wähl­te 1809 erst­mals einen Stadt­rat. 1816 wur­de Gen­thin Ver­wal­tungs­sitz des Land­krei­ses Jeri­chow II. Im Jahr 1888 wur­de die Gemein­de Berg-Gen­thin ein­ge­mein­det. Von 1950 bis 1994 war Gen­thin Sitz des Land­krei­ses bzw. Krei­ses Gen­thin als Nach­fol­ger des 1816 gebil­de­ten Land­krei­ses Jeri­chow II. Der Kreis wur­de Bestand­teil des Land­krei­ses Jeri­cho­wer Land, der Kreis­sitz ging an die Stadt Burg.

Am 1. Juni 1909 wur­de der Guts­be­zirk Fie­n­ero­de mit der Land­ge­mein­de Fie­n­ero­de ver­ei­nigt. Im Jahr 1923 wur­de Alten­pla­thow zwangs­ein­ge­mein­det (gegen den Wil­len der Bevöl­ke­rung von Alten­pla­thow). Am 1. Novem­ber 1928 wur­de der Guts­be­zirk Hagen mit der Stadt­ge­mein­de Gen­thin ver­ei­nigt. Fie­n­ero­de, Müt­zel, Bret­tin und Roß­dorf wur­den am 1. Juli 1950 nach Gen­thin ein­ge­mein­det. Am 1. Janu­ar 1957 erlang­ten Müt­zel, Bret­tin und Roß­dorf ihre Selb­stän­dig­keit wie­der. Par­chen wur­de am 30. April 2002 ein­ge­glie­dert. Am 1. Juli 2009 wur­den die bis dahin eigen­stän­di­gen Gemein­den Gla­dau, Pap­litz und Tucheim nach Gen­thin ein­ge­mein­det. Damit ver­bun­den war die Auf­lö­sung der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Gen­thin. Gen­thin ist seit­her eine Ein­heits­ge­mein­de. Am 1. Juli 2012 wur­de Schops­dorf mit den Orts­tei­len Got­tes­forth und Sand­forth ein­ge­mein­det.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Markt­platz in Gen­thin, von Flodur63CC BY-SA 4.0

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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