Aktualisierte Abschriften von Personenstandsunterlagen zu Pasewalk (Landkreis Vorpommern-Greifswald)

Stadtzentrum von Pasewalk
Stadtzentrum von Pasewalk, von Ralf Roletschek; GFDL 1.2

Die Arbeits­grup­pe „Fami­li­en­ge­schich­te Vor­pom­mern“ des „Pom­mer­scher Greif e. V.“ hat eine aktua­li­sier­te Abschrift aus den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen von Pase­walk im Land­kreis Vor­pom­mern-Greifs­wald für die Öffent­lich­keit unein­ge­schränkt ver­füg­bar gemacht.

Die­ser Blog berich­tet eigent­lich über Neu­ig­kei­ten im Bezug auf Orts­fa­mi­li­en­bü­cher. Jedoch gibt es auch Fäl­le, die an der Erar­bei­tung eines Orts­fa­mi­li­en­buch ange­lehnt sind und daher auch beach­tet wer­den soll­ten. Die­ser Arti­kel, der hier gele­sen wird, ist einer die­ser beson­de­ren Fäl­le, der eine Beach­tung fin­det. Schließ­lich bil­den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen einen wich­ti­ge Quel­le für Orts­fa­mi­li­en­bü­cher.

Pase­walk (PLZ: 17309) ist eine amts­freie Stadt im Land­kreis Vor­pom­mern-Greifs­wald in Meck­len­burg-Vor­pom­mern. Sie ist Ver­wal­tungs­sitz des Amtes Uecker-Ran­dow-Tal für 15 umlie­gen­de Gemein­den und eines der 18 Mit­tel­zen­tren des Lan­des.

Wegen des geschichts­träch­ti­gen Kür­as­sier-Regi­ments „Köni­gin“ (Pom­mer­sches) Nr. 2 trägt die Stadt auch den Namen „Kür­as­sier­stadt Pase­walk“.

Zur Stadt Pase­walk gehö­ren fol­gen­de Orts­tei­le: Franz­fel­de, Fried­berg, Stein­brink und Stifts­hof.

Der ein­ge­tra­ge­ne Ver­ein „Pom­mer­scher Greif“ ver­fügt über eini­ge For­schungs­grup­pen, die jeweils ein regio­na­les Gebiet erfor­schen, die frü­her in Besitz des Deut­schen Reichs, von Preu­ßen usw. waren. Eine For­scher­grup­pe heißt „Fami­li­en­ge­schich­te Vor­pom­mern“. Die­se For­scher­grup­pe exis­tiert seit 2019 und ging aus dem Zusam­men­schluss der ehe­ma­li­gen Arbeits­grup­pen „Anklam-Uecker­mün­de“, die seit Ende 2009 bestand, und der im Jahr 2001 gegrün­de­ten Arbeits­grup­pe „Use­dom“ her­vor. Die For­scher­grup­pe stellt ihre Erkennt­nis­se und For­schungs­un­ter­la­gen auf einer eige­nen Web­sei­te zur Ver­fü­gung. Tech­nisch gese­hen wird die Web­sei­te mit dem Con­tao-CMS ver­wal­tet.

Die For­schungs­mit­glie­der Ange­la Schmi­e­lew­ski und Wil­li Köh­ler haben nun meh­re­re Abschrif­ten aus den Per­so­nen­stands­un­ter­la­gen von Rich­ten­berg aktua­li­siert. Kon­kret sind fol­gen­de Abschrif­ten hin­zu­ge­kom­men:

Die Abschrif­ten sind als PDF-Doku­ment ver­linkt und ste­hen ohne Ein­schrän­kun­gen für jeder­mann zur Ver­fü­gung. Das bedeu­tet, dass das PDF-Doku­ment kön­nen down­gel­oa­det wer­den und je nach Bedarf in eige­ne, per­sön­li­che For­schun­gen indi­vi­du­ell ver­wen­det wer­den kön­nen.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Der Ver­fas­ser des Jahr­buchs des Klos­ters Pegau („Pegau­er Anna­len“) berich­tet in der Fami­li­en­sa­ge des Gra­fen Wiprecht des Älte­ren von Groitzsch von einer „Burg Pos­duwlc im Pom­mern­lan­de“, die dem Zusam­men­hang nach offen­bar bereits im 11. Jahr­hun­dert bestan­den hat. In den Urkun­den des Mit­tel­al­ters lau­tet die Schreib­wei­se des Namens u. a. „Pozde­wolk“ (1177, 1178, 1216), „Pos­du­wolc“ (1195), „Poz­wolc“ (1241), „Pos­walc“ (1260, 1322) und „Pos­walk“ (1260, 1276, 1355).

Der Name der Stadt setzt sich zusam­men aus den Sil­ben „Poz“ (sla­wisch für Ring­wall im Sin­ne einer Land­schafts­be­zeich­nung) und „wolc“ (Wolf) und steht dem­nach für „Stadt des Wol­fes“, offen­bar Bezug neh­mend auf den däni­schen Fürs­ten Jarl Wolf, der um 1000 in die­sem Gebiet eine Herr­schaft gegrün­det hat­te, spä­ter aber ver­trie­ben wor­den sein soll.[3] Die Schreib­wei­se „Pase­walk“ taucht in den Urkun­den erst­mals 1240 auf. Die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung als Stadt („civi­tas“) stammt aus dem Jah­re 1276, aller­dings gilt als sicher, dass Pase­walk das Stadt­recht schon frü­her, ver­mut­lich kurz nach 1250 erhal­ten hat.

Pase­walk gehör­te von jeher zu Pom­mern, war aber stets ein Spiel­ball der ter­ri­to­ria­len Inter­es­sen der pom­mer­schen Her­zö­ge und der bran­den­bur­gi­schen Mark­gra­fen, so dass die Herr­schaft mehr­mals wech­sel­te. Im Jahr 1250, nach dem Ver­trag von Lan­din, kam Pase­walk unter bran­den­bur­gi­sche Herr­schaft und wur­de 1354 von den Pom­mern zurück­er­wor­ben.

Mit der Schaf­fung einer Stadt­be­fes­ti­gung erreich­te die bau­li­che Ent­wick­lung der Stadt im 14. Jahr­hun­dert vor­läu­fig ihren Abschluss, da die stän­di­gen Krie­ge eine Ansied­lung außer­halb der Stadt­mau­er nicht gestat­te­ten. Die Ein­woh­ner leb­ten im Mit­tel­al­ter in ers­ter Linie von Land­wirt­schaft und Braue­rei, sowie dem Han­del mit die­sen Erzeug­nis­sen. Als ein­zi­ge einst ucker­mär­ki­sche Stadt war sie Mit­glied der Han­se und trat nach schwe­ren inne­ren Unru­hen 1535 zur luthe­ri­schen Leh­re über.

Wäh­rend des Drei­ßig­jäh­ri­gen Krie­ges wur­de Pase­walk, das sich schon bald nach der Lan­dung der schwe­di­schen Ein­greif­ar­mee in Deutsch­land unter deren Schutz gestellt hat­te, im Sep­tem­ber 1630 von kai­ser­li­chen Trup­pen unter dem Befehl von Hans Göt­ze drei Tage lang gebrand­schatzt und nahe­zu kom­plett zer­stört („Pase­wal­ker Blut­bad“). Die schwe­di­sche Gar­ni­son, nur zwi­schen 150 und 300 Mann stark, hat­te sich als zah­len­mä­ßig viel zu schwach erwie­sen, um die weit­läu­fi­ge mit­tel­al­ter­li­che Stadt­be­fes­ti­gung aus­rei­chend zu beset­zen und wur­de von den rund 3000 Mann zäh­len­den Angrei­fern bis auf den letz­ten Mann nie­der­ge­macht. Mit dem West­fä­li­schen Frie­den 1648 wur­de die Stadt Schwe­disch-Pom­mern zuge­ord­net.

Nach dem Nor­di­schen Krieg kam die Stadt 1720 zu Preu­ßen und gehör­te bis 1945 zur Pro­vinz Pom­mern.

Der preu­ßi­sche König Fried­rich Wil­helm I. för­der­te nach 1720 den Wie­der­auf­bau der nach dem Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg und meh­re­ren Stadt­brän­den noch teil­zer­stör­ten Stadt, indem er z. B. Bau­holz aus den könig­li­chen Fors­ten zur Ver­fü­gung stell­te.

Eben­falls um 1720 kam es auf Betrei­ben des preu­ßi­schen Königs zur Ansied­lung von Huge­not­ten, die zahl­rei­che neue Gewer­be ein­führ­ten und damit für eine Bele­bung des noch vom Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg zer­stör­ten Land­strichs sorg­ten. Beson­de­re Bedeu­tung hat­te der bis dahin in der Regi­on noch unbe­kann­te Tabak­an­bau. Pase­walk ent­wi­ckel­te sich im 18. Jahr­hun­dert zum Haupt­um­schlag­platz für ucker­mär­ki­schen Roh­ta­bak.

Um 1900 über­schritt die Ein­woh­ner­zahl der Stadt erst­mals die Gren­ze von 10.000 (1827: 4.869) und stieg bis 1939 auf rund 12.500 an. Elek­tri­zi­tät hielt in Pase­walk erst nach 1918 Ein­zug. Kana­li­sa­ti­on und Was­ser­lei­tung wur­den 1926 geschaf­fen.

Im Zwei­ten Welt­krieg erlitt die Stadt infol­ge der Offen­si­ve der Roten Armee am 25./26. April 1945 schwe­re Zer­stö­run­gen. Das Stadt­zen­trum wur­de dabei weit­ge­hend ver­nich­tet, die mit­tel­al­ter­li­che Stadt­be­fes­ti­gung blieb jedoch – soweit noch vor­han­den – erhal­ten. Die ers­ten Nach­kriegs­jah­re dien­ten fast nur der Ent­trüm­me­rung. Der Neu­auf­bau begann 1948. Bis 1955 ent­stan­den 160 und von 1955 bis 1961 wei­te­re 278 Neu­bau­woh­nun­gen. Ab 1961 begann auch in Pase­walk die Groß­block­bau­wei­se (1962 – 1966: 803 Neu­bau­woh­nun­gen). Am Süd­rand ent­stand 1957 – 1965 mit einem Kos­ten­auf­wand von 18 Mil­lio­nen MDN ein neu­es Kreis­kran­ken­haus (heu­te Askle­pi­os-Kli­nik).

Seit 1990 wie­der zum Bun­des­land Meck­len­burg-Vor­pom­mern gehö­rig, war die Stadt 1994 – 2011 Ver­wal­tungs­sitz des Land­krei­ses Uecker-Ran­dow. Seit der Kreis­ge­biets­re­form 2011 liegt Pase­walk im Land­kreis Vor­pom­mern-Greifs­wald. Heu­te befin­det sich hier eine Außen­stel­le der Kreis­ver­wal­tung des die­ses Land­krei­ses.

Die Innen­stadt wur­de im Rah­men der Städ­te­bau­för­de­rung seit 1991 grund­le­gend saniert.

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Stadt­zen­trum von Pase­walk, von Ralf Rolet­schek; GFDL 1.2

Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

Kommentar verfassen

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

%d Bloggern gefällt das: