Ortsfamilienbuch „Apen“ geht online

Aper Tief bei Sonnenuntergang im August 2014, im Hintergrund die Hengstforder Mühle
Aper Tief bei Sonnenuntergang im August 2014, im Hintergrund die Hengstforder Mühle, von Lopold 1234; CC BY-SA 3.0

Die Olden­bur­gi­sche Gesell­schaft für Fami­li­en­kun­de e. V. (OGF) hat ges­tern am 18. Juni 2020 das Orts­fa­mi­li­en­buch „Apen“ in ihrer Fami­li­en­da­ten­bank „Olden­bur­ger Land“ hin­zu­ge­fügt und somit online gestellt. Der Nach­teil ist momen­tan, dass der Zugriff bis­her nur auf Ver­eins­mit­glie­der beschränkt ist. Eine Bezahl­mög­lich­keit für Nicht­mit­glie­der wird angestrebt.

Die Gemein­de Apen (PLZ: 26689; nie­der­deutsch: Aap) ist die west­lichs­te Gemein­de im Land­kreis Ammer­land in Nie­der­sach­sen. Die Gemein­de Apen besteht aus neun Bau­er­schaf­ten mit ins­ge­samt 24 Orts­tei­len: Apen mit Rog­gen­moor sowie Tei­len von Klau­hörn und Len­gen­er­moor; August­fehn I; August­fehn II mit August­fehn III sowie den nicht zu Apen gehö­ren­den Tei­len von Klau­hörn und Legen­er­moor; Espern mit Aper­feld, Aper­marsch, Godens­hol­ter­weg, Klam­pen und Win­kel; Godens­holt mit Godens­hol­ter­feld, Rothen­me­then, Rin­zel­dorf; Hengst­for­de mit Aper­berg, Hengst­for­der­feld und Tei­len von Nord­loh-Kanal; Nord­loh mit Tei­len von Nord­loh-Kanal; Tan­ge mit Tei­len von Nord­loh-Kanal; Vre­schen-Bokel mit Bokel­er­moor und Holt­gast.

Die Gemein­de Apen grenzt, im Uhr­zei­ger­sinn, begin­nend im Osten, an die Stadt Wes­ter­stede und die Gemein­de Ede­wecht im Land­kreis Ammer­land, an die Gemein­de Bar­ßel im Land­kreis Clop­pen­burg und an die Gemein­den Detern und Uple­n­gen im Land­kreis Leer.

Die nächst­grö­ße­re Stadt ist Olden­burg. Sie liegt etwa 28 km öst­lich von Apen.

Lage von Apen
Lage von Apen

Die Olden­bur­gi­sche Gesell­schaft für Fami­li­en­kun­de e. V. (OGF) betreibt die gro­ße Fami­li­en­da­ten­bank „Olden­bur­ger Land“. Ein Ziel ist es, mög­lichst alle Gemein­den der his­to­ri­schen Regi­on Olden­bur­ger Land bzw. des Her­zog­tums Olden­burg von 1814 als Orts­fa­mi­li­en­bü­cher erstel­len und in die gro­ße Fami­li­en­da­ten­bank ein­zu­brin­gen, die spä­ter alle als eine geschlos­se­ne Ein­heit zusam­men­ge­führt wer­den. Die Orts­fa­mi­li­en­bü­cher, die in der Ver­wal­tung der OGF ste­hen, sind nicht als gedruck­te Bücher zu ver­ste­hen, son­dern als digi­ta­le Daten­ban­ken. Sie kön­nen daher am ehes­ten mit einem Online-OFB vom Ver­ein für Com­pu­ter­ge­nea­lo­gie e. V. ver­gleich­bar sein. Tech­nisch betrach­tet wer­den die ein­zel­nen Orts­fa­mi­li­en­bü­cher der OGF durch die genea­lo­gi­sche Soft­ware The Next Genera­ti­on of Genea­lo­gy Site­buil­ding (in Ver­si­on 12.3) erstellt und verwaltet.

Die Fami­li­en­da­ten­bank der OGF beinhal­tet der­zeit fol­gen­de Orts­fa­mi­li­en­bü­cher: Varel (1676 – 1900), Jade (1621 – 1905) und nun Apen (1650 – 1900). Das Orts­fa­mi­li­en­buch „Apen“ wird von Jens Del­ger und Dr. Bern­hard Kem­pen bear­bei­tet. Es ent­hält der­zeit ca. 43800 Per­so­nen, die in über 16.000 Fami­li­en geglie­dert sind.

Die Pri­mär­quel­len für das Orts­fa­mi­li­en­buch sind:

  • die Kir­chen­bü­cher der ev.-luth. Kirch­spiels Apen von 1650 bis 1900 und
  • die Per­so­nen­stands­re­gis­ter des Stan­des­amts der Gemein­de Apen von 1874 bis 1900.

Sekun­där­quel­len sind:

  • Ver­wei­se auf Kir­chen­bü­cher ande­rer Gemeinden,
  • Ver­wei­se auf Per­so­nen­stands­re­gis­ter ande­rer Gemeinden,
  • Ver­wei­se auf ande­re Orts­fa­mi­li­en­bü­cher und
  • diver­se fami­li­en­kund­li­che Quel­len wie See­len­re­gis­ter und Steuerlisten.

Der all­ge­mei­ne Zugang zum Orts­fa­mi­li­en­buch „Apen“ (und folg­lich zur Fami­li­en­da­ten­bank) ist aller­dings momen­tan sehr beschränkt. Dies stellt auch einen gro­ßen Kri­tik­punkt (mei­nes Erach­tens) an der Sache dar. Aktu­ell kön­nen nur Ver­eins­mit­glie­der der OGF einen Zugriff auf das Orts­fa­mi­li­en­buch haben. Der Rest der genea­lo­gisch for­schen­den Besu­cher bleibt der­zeit aus­ge­schlos­sen. Der­zei­ti­ge Abhil­fe ist z. B. wäre nur mög­lich, wenn man jemand per­sön­lich kennt, der ein Mit­glied der OGF ist und an sei­ner Stel­le nach den nöti­gen genea­lo­gi­schen Infos sucht und unter Bei­sicht ein kur­zen Zugang ermöglicht.

Die OGF plant, dass in abseh­ba­rer Zeit den Zugang zur Fami­li­en­da­ten­bank und den dar­in ent­hal­te­nen Orts­fa­mi­li­en­bü­cher auch für Nicht­mit­glie­der gegen eine Bezahl­mög­lich­keit (ver­mut­lich zeit­lich beschränkt) frei­zu­schal­ten. Bes­ser fän­de ich es zumin­dest im Bezug auf die Orts­fa­mi­li­en­bü­cher, dass man die­se dem Ver­ein für Com­pu­ter­ge­nea­lo­gie e. V. über­führt, damit jeder inter­es­sier­te For­scher unbe­schränk­ten Ein­blick hat. Das wäre ein hohes Maß an Gemeinnützigkeit.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Ers­te geschicht­li­che Erwäh­nun­gen des Ortes fin­den sich um 1230, als die Rit­ter von Apen dem Gra­fen von Olden­burg Heer­fol­ge leis­te­ten. Damals war es ein wich­ti­ger Grenz­ort am Was­ser- und Land­weg nach Ost­fries­land. Um die­se Zeit wur­de die St. Niko­lai-Kir­che errich­tet. 1340 wur­de die ers­te Wind­müh­le des Ammer­lan­des in Apen erbaut. Apen war für Jahr­hun­der­te der bedeu­tends­te ammer­län­di­sche Fes­tungs­ort gegen das ost­frie­si­sche „Aus­land“. 1457 ging Apen in einer Feh­de zwi­schen den Ost­frie­sen und Olden­bur­gern in Flam­men auf. Auch in nach­fol­gen­den Jah­ren kam es in Apen immer wie­der zu Brän­den, so zum Bei­spiel 1465, 1468, 1473. Die Fes­tung zu Apen wur­de 1538 vom Fürst­bi­schof von Müns­ter erobert. 1582 rich­te­te Graf Johann von Olden­burg in Apen zwei Märk­te ein. Der tra­di­tio­nel­le Herbst­markt wird noch heu­te jedes Jahr gefei­ert. Die um 1515 errich­te­te Fes­tung Apen wur­de zwi­schen 1710 und 1730 zu einem Fort aus­ge­baut, das 1773 – 1780 geschleift wur­de. Nur der ehe­ma­li­ge Fes­tungs­gra­ben ist heu­te noch vor­han­den. Die Hengst­for­der Müh­le wur­de 1742 erbaut.

Beson­der­heit erlang­te ab 1850 die neu gegrün­de­te Moor­ko­lo­nie August­fehn I – III, heu­te der größ­te Ort der Gemein­de, mit einer umfang­rei­chen Indus­trie­ent­wick­lung und Bedeu­tung für die Indus­tria­li­sie­rung des 19. Jahr­hun­derts im Oldenburgerland.

Wei­ter­füh­ren­de Quellen:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Aper Tief bei Son­nen­un­ter­gang im August 2014, im Hin­ter­grund die Hengst­for­der Müh­le, von Lopold 1234CC BY-SA 3.0

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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