Online-OFB „Vaihingen“ am 17.06.2020 aktualisiert

Vaihingen um 1684 im Forstlagerbuch

Das Online-OFB „Vai­hin­gen“ wur­de am 17. Juni 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 32.375 Per­so­nen vor­han­den, die in 10.043 Fami­li­en geglie­dert sind. 1640 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 09.04.2020 aktua­li­siert.

Vai­hin­gen an der Enz (PLZ: 71665) ist eine Stadt in Baden-Würt­tem­berg, etwa 24 Kilo­me­ter nord­west­lich von Stutt­gart und 20 Kilo­me­ter öst­lich von Pforz­heim, an der Enz gele­gen. Die Stadt ist nach Lud­wigs­burg, Bie­tig­heim-Bis­sin­gen und Korn­west­heim die viert­größ­te Stadt des Land­krei­ses Lud­wigs­burg und bil­det ein Mit­tel­zen­trum für die umlie­gen­den Gemein­den. Seit dem 1. Janu­ar 1973 ist Vai­hin­gen an der Enz Gro­ße Kreis­stadt.

Vai­hin­gen an der Enz besteht aus den neun Stadt­tei­len: AurichEnsin­genEnzwei­hin­genGün­del­bachHor­r­heimKlein­glatt­bachRietRoß­wag und Vai­hin­gen an der Enz. Die räum­li­chen Gren­zen der Stadt­tei­le sind iden­tisch mit denen der frü­her selbst­stän­di­gen Gemein­den glei­chen Namens. Die offi­zi­el­le Benen­nung der Stadt­tei­le erfolgt durch vor­an­ge­stell­ten Namen der Stadt und mit Bin­de­strich ver­bun­den nach­ge­stellt der Name der Stadt­tei­le.

Zum Stadt­teil Aurich gehö­ren das Dorf Aurich sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft „Auf Wei­ler“. Zum Stadt­teil Ensin­gen gehö­ren das Dorf Ensin­gen sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft Schwei­ne­mühl. Zum Stadt­teil Enzwei­hin­gen gehö­ren das Dorf Enzwei­hin­gen, der Wei­ler Pul­ver­din­gen, das Gehöft Lein­fel­der Hof und die Häu­ser Neu­müh­le und Rie­ter Tal. Zum Stadt­teil Gün­del­bach gehö­ren das Dorf Gün­del­bach und die her­zog­li­che Domä­ne Stein­bach­hof, sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft Manin­cho­ven. Zum Stadt­teil Hor­r­heim gehö­ren das Dorf Hor­r­heim sowie die abge­gan­ge­nen Ort­schaf­ten Alten- und Jun­gen­gu­cken­hau­sen. Zum Stadt­teil Klein­glatt­bach gehört das Dorf Klein­glatt­bach. Zum Stadt­teil Riet gehö­ren das Dorf Riet sowie die abge­gan­ge­ne Ort­schaft Win­ter­geis­lin­gen. Zum Stadt­teil Roß­wag gehö­ren das Dorf Roß­wag und das Haus See­müh­le. Zum Stadt­teil Vai­hin­gen an der Enz gehört die Stadt Vai­hin­gen an der Enz.

Lage von Vaihingen
Lage von Vai­hin­gen

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Lutz Traut­mann, der eben­falls das Online-OFB „Enzwei­hin­gen“ bear­bei­tet. Die Daten für die Quel­len stam­men ursprüng­lich von Dr. Max Frank. Lei­der ver­starb die­ser, noch bevor er die Daten zu einem Online-OFB zusam­men­fas­sen konn­te. Lutz Traut­mann über­nahm die wei­te­re Betreu­ung und Bear­bei­tung.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Eine Besied­lung der Gegend um Vai­hin­gen ist seit dem Früh­neo­li­thi­kum nach­weis­bar. Gra­bun­gen der ver­gan­ge­nen Jah­re haben eine gro­ße Sied­lung sowie zahl­rei­che Bestat­tun­gen der Linear­band­ke­ra­mik frei­ge­legt.

Gegen Ende des 3. Jahr­hun­derts nach Chris­tus dran­gen Ala­man­nen in das römisch domi­nier­te Neckar­be­cken ein und grün­de­ten die meis­ten heu­ti­gen Ort­schaf­ten. Um 500 wur­de das Gebiet um Vai­hin­gen frän­kisch, chris­tia­ni­siert und dem Bis­tum Spey­er ein­ver­leibt. Bei der um 750 von Karl­mann vor­ge­nom­me­nen Glie­de­rung in Gau­graf­schaf­ten wur­de Vai­hin­gen dem Enz­gau zuge­ord­net und ent­wi­ckel­te sich zum Haupt­ort die­ser Graf­schaft.

Die ers­te urkund­li­che Erwäh­nung Vai­hin­gens könn­te schon 779 zusam­men mit Grü­nin­gen und Hoch­dorf an der Enz in einer Urkun­de über eine Schen­kung des frän­ki­schen Enz­gau-Gra­fen Kuni­bert an das Klos­ter Ful­da erfolgt sein. Es ist jedoch nicht zwei­fels­frei geklärt, ob es sich dabei um Vai­hin­gen an der Enz oder um das im Spät­mit­tel­al­ter abge­gan­ge­ne Vöhin­gen bei Schwie­ber­din­gen han­del­te. Der Stadt­teil Riet wur­de im Jahr 812 erst­mals im Lor­scher Codex urkund­lich erwähnt.

Um 1230 leg­te Graf Gott­fried von Vai­hin­gen (1189 – 1234) zwi­schen der schon 1096 erwähn­ten Burg Vai­hin­gen (dem heu­ti­gen Schloss Kal­ten­stein) und der dörf­li­chen Sied­lung bei der Peters­kir­che die Stadt Vai­hin­gen an. 1252 wur­de Vai­hin­gen in einer Urkun­de aus­drück­lich als Stadt bezeich­net. Durch sei­ne Ehe mit Agnes, Allein­er­bin des edel­frei­en Bel­rein von Esels­berg, konn­te Graf Kon­rad II. von Vai­hin­gen ter­ri­to­ria­le Zuge­win­ne am Rand des Strom­bergs ver­bu­chen und die Schutz­vog­tei über Klos­ter Rechents­ho­fen über­neh­men, die er zur Fami­li­en­grab­le­ge mach­te. Die im Erbe inbe­grif­fe­ne Burg Esels­berg wur­de spä­ter zum Haupt­sitz der Gra­fen.

Nach dem Stadt­brand von 1291 ver­kauf­ten die Vai­hin­ger Gra­fen gro­ße Tei­le ihres Besit­zes. Stadt und Burg Vai­hin­gen kamen über den Mark­gra­fen von Baden 1334 an die Gra­fen von Oettin­gen und 1339 an die Gra­fen von Würt­tem­berg. Vai­hin­gen wur­de würt­tem­ber­gi­sche Amts­stadt, 1758 Ober­amts­stadt.

Unter Kai­ser Karl V. wur­de 1519 Her­zog Ulrich von Würt­tem­berg aus sei­nem Land ver­trie­ben. Neu­er Lan­des- und somit auch Stadt­herr war Kai­ser Karl V., der Würt­tem­berg sei­nem Bru­der Fer­di­nand abtrat. Mit Hil­fe evan­ge­li­scher Fürs­ten erober­te 1534 Her­zog Ulrich sein Land zurück und führ­te die Refor­ma­ti­on ein, Vai­hin­gen wur­de Sitz eines Deka­na­tes. Im Schmal­kal­di­schen Krieg (1546 – 1547) wur­de Vai­hin­gen 1547 von spa­ni­schen Trup­pen besetzt.

Der Drei­ßig­jäh­ri­ge Krieg (1618 – 1648) brach­te auch in Vai­hin­gen Not und Elend. Wech­sel­wei­se waren Trup­pen der Pro­tes­tan­ten und der Katho­li­ken in Vai­hin­gen ein­quar­tiert. Durch Plün­de­rung und Requi­rie­run­gen kamen Acker­bau und Han­del zum Erlie­gen, es ent­stan­den Hun­gers­nö­te. 1635 wüte­te die Pest, was die Ein­woh­ner­schaft wei­ter stark dezi­mier­te. Es dau­er­te trotz Ein­wan­de­rung ver­trie­be­ner Pro­tes­tan­ten lan­ge, bis der Vor­kriegs­stand von etwa 1500 bis 1600 Ein­woh­nern wie­der erreicht wur­de. Im Pfäl­zi­schen Erb­fol­ge­krieg (1688 – 1697) wur­de 1692 Vai­hin­gen von den Fran­zo­sen geplün­dert und brann­te 1693 fast voll­stän­dig ab. Inner­halb der Stadt­mau­ern blie­ben nur etwa 20 Häu­ser von den Flam­men ver­schont.

Im Jahr 1720 erfolg­te der Wie­der­auf­bau des Rat­hau­ses. Wäh­rend des Spa­ni­schen Erb­fol­ge­krie­ges (1701 – 1714), des Sie­ben­jäh­ri­gen Krie­ges (1756 – 1763) und in den Koali­ti­ons­krie­gen (1792 – 1815) mar­schie­ren immer wie­der Trup­pen durch die Stadt oder wer­den ein­quar­tiert. 1784 ver­nich­tet ein Stadt­brand 30 Häu­ser.

Zehn Jah­re nach der 1806 erfolg­ten Grün­dung des König­reichs Würt­tem­berg und ein Jahr nach dem Ende der Befrei­ungs­krie­ge begann im Jahr ohne Som­mer 1816 eine durch Miss­ern­ten und Vieh­seu­chen ver­ur­sach­te Hun­gers­not. Erst danach setz­te ein all­mäh­li­cher wirt­schaft­li­cher Auf­schwung ein. Die Stadt wur­de zu klein. 1829 wur­de im Nord­os­ten ein neu­es Tor errich­tet, im Nor­den ent­stand eine Vor­stadt. In der Fol­ge der Revo­lu­ti­on von 1848 kam es zu einer Wirt­schafts­kri­se, ver­ur­sacht durch Miss­ern­ten und Infla­ti­on. Die­ses ver­an­lass­te vie­le zur Aus­wan­de­rung.

Bei der Ver­wal­tungs­re­form wäh­rend der NS-Zeit in Würt­tem­berg wur­den 1938 die Krei­se Maul­bronn und Vai­hin­gen zum Land­kreis Vai­hin­gen zusam­men­ge­legt. Vai­hin­gen wur­de Sitz die­ses neu­en Land­krei­ses. Nach der Been­di­gung des Kriegs kam Vai­hin­gen zur Ame­ri­ka­ni­schen Besat­zungs­zo­ne und gehör­te somit zum neu gegrün­de­ten Land Würt­tem­berg-Baden, das 1952 im jet­zi­gen Bun­des­land Baden-Würt­tem­berg auf­ging. Mit den Wah­len zu Gemein­de­rat und Kreis­tag und zur Ver­fas­sung­ge­ben­den Lan­des­ver­samm­lung für Würt­tem­berg-Baden 1946 begann der Auf­bau der Nach­kriegs­ord­nung.

Im Rah­men der Gebiets­re­form der 1970er Jah­re über­schritt die Ein­woh­ner­zahl der Stadt Vai­hin­gen an der Enz die 20.000-Grenze. Dar­auf­hin stell­te die Stadt­ver­wal­tung den Antrag auf Erhe­bung zur Gro­ßen Kreis­stadt, was die baden-würt­tem­ber­gi­sche Lan­des­re­gie­rung dann mit Wir­kung vom 1. Janu­ar 1973 beschloss. Zum glei­chen Zeit­punkt wur­de im Rah­men der Kreis­re­form der Land­kreis Vai­hin­gen auf­ge­löst. Der öst­li­che Teil und mit ihm die Stadt Vai­hin­gen an der Enz kam zum Land­kreis Lud­wigs­burg, der west­li­che Teil wur­de Bestand­teil des neu­en Enz­krei­ses.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Vai­hin­gen um 1684 im Forst­la­ger­buch von Andre­as Kie­sergemein­frei

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