Online-OFB „Coesfeld“ am 27.06.2020 aktualisiert

Stadtzentrum von Coesfeld

Das Online-OFB „Coes­feld“ wur­de am 27. Juni 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 223.700 Per­so­nen vor­han­den, die in 79.626 Fami­li­en geglie­dert sind. 2119 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 30.05.2020 aktua­li­siert.

Coes­feld (gespro­chen [‚koːs­fɛlt] mit Dehnungs‑e), bis ins 20. Jahr­hun­dert auch Koes­feld geschrie­ben, ist eine Kreis­stadt des gleich­na­mi­gen Land­krei­ses im Bun­des­land Nord­rhein-West­fa­len.

Coes­feld (PLZ: 48653) liegt im west­li­chen Müns­ter­land, etwa 35 km west­lich von Müns­ter. Mit dem Coes­fel­der Berg befin­det sich ein Teil des Stadt­ge­biets in den Baum­ber­gen, in denen bei Bil­ler­beck die Ber­kel ent­springt. Sie fließt durch Coes­feld, wird dann am Wal­ken­brü­cken­tor gestaut, um zum grö­ße­ren Teil als Umflut inner­halb der Wäl­le außer­halb des Rings um die Stadt geführt zu wer­den. Süd­lich von Coes­feld liegt der Natur­park Hohe Mark-West­müns­ter­land.

Lage von Coesfeld
Lage von Coes­feld

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Vol­ker Schwan aus Coes­feld. Er hat mit freund­li­cher Unter­stüt­zung der Stadt­ver­wal­tung Coes­feld ein umfang­rei­ches Online-OFB erstellt und dabei vie­le Quel­len ver­wen­det. Neben hei­mat­kund­li­cher Geschichts­li­te­ra­tur kom­men auch die Kir­chen­bü­cher und Regis­ter­ein­trä­ge hin­zu. In ers­ter Lini­en wur­den die Kir­chen­bü­chern der St.-Jakobi-Kirche von 1637 – 1875 und die Kir­chen­bü­cher der St.-Lamberti-Kirche von 1638 – 1875 ver­wen­det. Wei­ter­hin kom­men auch Ein­trä­ge aus den Kir­chen­bü­chern der evan­ge­li­sche Kir­che von Coes­feld für Tau­fen und Hei­ra­ten von 1804 – 1819 hin­zu, die seit ca. 200 Jah­ren erst besteht, da Coes­feld haupt­säch­lich katho­lisch geprägt wur­de. Fer­ner fin­den das Kir­chen­buch der St.-Johannes-Kirche im Kirch­spiel Let­te von 1822 – 1876 und die Hei­rats- und Ster­be­re­gis­ter der Stadt Coes­feld ab 1874 bis zu den jewei­li­gen Sperr­fris­ten ihren Ein­gang.

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Für die Her­kunft des Stadt­na­mens Coes­feld gibt es zwei Erklä­rungs­an­sät­ze. Ein­mal ist die Her­kunft an Kô-isa-feld anzu­set­zen, d. h. „Feld an einem Kuh-Bach“. Anzu­mer­ken ist, dass das Abbild des Kopfs einer Kuh sich im Stadt­wap­pen wie­der­fin­det. Die zwei­te Erklä­rung ist, dass der Name Coes­feld als Her­de- oder Wei­de­feld gedeu­tet wird (cut, cot, Gene­tiv cudas = Her­de).

Fol­gen­de urkund­li­che Erwäh­nun­gen von Coes­feld fin­den sich wie­der: „locus Coas­felt“ 9. Jhdt; „Cosuel­da“ 1022 – 32; „paro­chia Cos­fel­den­sis“ 1118; „Cus­fel­den­sis“ 1155 – 59; „Cusuel­de“ 1181; „uil­la Cos­felth“ 1197; „Coes­fel­de“ 1201; „Cos­vel­de“ 1227; „Coes­vel­de“ 1266; „Kus­vel­de“ 1285; „Kos­vel­de“ 1290.

Die ers­te schrift­li­che Erwäh­nung Coes­felds fin­det sich in Alt­frieds Lebens­be­schrei­bung des Lud­ge­rus, des Patrons und Bischofs der Diö­ze­se Müns­ter. Danach hat Liud­ger auf dem Weg von sei­ner Abtei in Essen/​Werden nach Müns­ter am Abend vor sei­nem Tod, dem 26. März 809, in der St.-Lamberti-Kirche gepre­digt.

Im Jahr 1032 grün­de­te die edle Frau Rei­mo­dis (Rich­mo­dis) neben sechs wei­te­ren, die heu­te nicht mehr exis­tie­ren­de Pfar­rei Varlar, zu wel­cher laut Urkun­de neben Bau­er­schaf­ten angren­zen­der Kirch­spie­le die Coes­fel­der Bau­er­schaf­ten Hanum (Har­le), Mot­ten­hemGoplo (Gau­pel), Sur­wickHon­brug­gen, Hil­di­wick sowie Nor­din­chu­son mit 54 Häu­sern als Pfarr­spren­gel gehör­ten.

Hein­rich (von Coes­feld) hat­te als zwei­ter Propst des Klos­ters Varlar, das von sei­nen Ver­wand­ten Gott­fried und Otto von Cap­pen­berg unter Mit­wir­kung von Nor­bert von Xan­ten als Prä­mons­tra­ten­ser­klos­ter, nach der Augus­ti­nus­re­gel, gegrün­det wor­den war, das Dorf Coes­feld nörd­lich der Ber­kel dem Klos­ter Varlar kurz vor der Stadt­wer­dung ver­erbt. Das Dorf Coes­feld war durch Nie­der­las­sung frei­er Leu­te, denen durch das jähr­li­che Wort­geld ein Haus­platz von Varlar ein­ge­räumt wur­de, erheb­lich ange­wach­sen.

Bischof Her­mann II. von Kat­zeneln­bo­gen von Müns­ter über­trug im Jah­re 1197 das Stadt­recht auf Coes­feld, weni­ge Jah­re nach der Stadt­wer­dung des benach­bar­ten Ortes Müns­ters, wodurch die neue Stadt aus umstrit­te­ner Abhän­gig­keit des bei Coes­feld gele­ge­nen Klos­ter Varl­ars ent­las­sen wur­de. Die erhal­te­ne Urkun­de trägt das Datum des 12. März 1197, kai­ser­li­che Bestä­ti­gung fand die Urkun­de im dar­auf fol­gen­den August. Der neue Sta­tus war mit erheb­lich erwei­ter­ten Rech­ten für die Bür­ger ver­knüpft, die aber nicht aus­drück­lich genannt wer­den. Hier­zu dürf­ten Markt­ho­heit, Münz­ho­heit, Steu­er­ho­heit, eine eige­ne Gerichts­bar­keit und die freie Wahl der Bür­ger­meis­ter und Schöf­fen sowie das Recht auf Befes­ti­gung gehört haben. In der ers­ten Hälf­te des 14. Jahr­hun­derts schütz­te Coes­feld sei­ne Besit­zun­gen außer­halb der Stadt mit einer Land­wehr, die spä­ter Stad­tha­gen genannt wur­de. Von den ehe­mals vier Haupt­jahr­märk­ten hat sich der Ursu­l­a­markt bis heu­te sowie der Wochen­markt am Diens­tag und am Frei­tag erhal­ten. Coes­feld nahm an den mit­tel­al­ter­li­chen Stadt- und Land­frie­den in West­fa­len teil.

Mehr­fach und lang­jäh­rig wur­de Coes­feld im Drei­ßig­jäh­ri­gen Krieg durch frem­de Trup­pen (Liga-Trup­pen, 18-jäh­ri­ge Ein­quar­tie­rung durch Hes­sen-Cas­sel) besetzt. Es dau­er­te im Müns­ter­land – im Unter­schied zu den benach­bar­ten Nie­der­lan­den – Genera­tio­nen, die wirt­schaft­li­chen Fol­gen des mit­tel­eu­ro­päi­schen Krie­ges zwi­schen den katho­li­schen und pro­tes­tan­ti­schen Par­tei­en nach dem West­fä­li­schen Frie­den zu über­win­den – ins­be­son­de­re auch unter land­wirt­schaft­lich schwe­ren äuße­ren Bedin­gun­gen. Erst im 19. Jahr­hun­dert wur­de die Bevöl­ke­rungs­zahl der Vor­kriegs­zeit wie­der erreicht.

Mit dem Ende der Beset­zung Coes­felds im Sie­ben­jäh­ri­gen Krieg unter Prinz Sou­bi­se, der 1761 in Coes­feld sein Win­ter­quar­tier auf­schlug, erleb­te Coes­feld einen Tief­punkt der wirt­schaft­li­chen Ent­wick­lung, vie­le Bür­ger hat­ten die Stadt ver­las­sen, die meis­ten Häu­ser stan­den leer, die Stadt­be­fes­ti­gung war zer­stört.

1802 wur­den die Stadt Müns­ter und gro­ße Tei­le des Hoch­stifts Müns­ter im Zuge der Koali­ti­ons­krie­ge von preu­ßi­schen Trup­pen besetzt. Das Fürst­bis­tum Müns­ter wur­de auf­ge­löst. Das Amt Horst­mar kam 1803 mit dem Reichs­de­pu­ta­ti­ons­haupt­schluss als Ent­schä­di­gung für an Frank­reich abge­tre­te­ne links­rhei­ni­sche Gebie­te unter die reichs­un­mit­tel­ba­re Herr­schaft des pro­tes­tan­ti­schen Rhein­gra­fen Salm-Grum­bach, der sich nun Graf zu Salm-Horst­mar nann­te und fort­an Resi­denz in Schloss Varlar zwi­schen Coes­feld und Horst­mar bezog.

Durch Ent­schei­dung auf dem Wie­ner Kon­gress im Jah­re 1815 wur­de Coes­feld Teil Preu­ßens und sei­ner Pro­vinz West­fa­len. Der Graf zur Salm-Horst­mar wur­de 1816 als preu­ßi­scher Stan­des­herr in den erb­li­chen Fürs­ten­stand erho­ben. Durch die Vor­tei­le eines gro­ßen Staa­tes, so Otto Neu­mül­lers 1928, nahm ins­be­son­de­re das dar­nie­der­lie­gen­de Schul­we­sen einen Auf­schwung. Coes­feld wur­de Kreis­stadt, Stadt und Kirch­spiel wur­den ver­wal­tungs­tech­nisch getrennt. Das refor­miert-luthe­ri­sche und erst spä­ter unier­te Preu­ßen hat­te durch das katho­li­sche Schle­si­en bereits Erfah­run­gen mit der Inte­gra­ti­on gro­ßer Ter­ri­to­ri­en mit abwei­chen­der (katho­li­scher) Reli­gi­on.

der Zeit der Früh­in­dus­tria­li­sie­rung erleb­te Coes­feld zahl­rei­che Neu­grün­dun­gen: Textil‑, Papier- und eine Leder­fa­brik berei­te­ten den Weg für Maschi­nen­bau­be­trie­be und eine Eisen­gie­ße­rei. Nach Bau der Eisen­bahn wur­de Coes­feld zum Kreu­zungs­punkt zwei­er Stre­cken. Bis zum Ers­ten Welt­krieg dau­er­te die Aus­wei­tung indus­tri­el­ler Tätig­kei­ten beson­ders ent­lang der Aus­fall­stra­ßen an.

Im Zwei­ten Welt­krieg wur­de der alte Stadt­kern Coes­felds zu gro­ßen Tei­len zer­stört. Der ers­te grö­ße­re Luft­an­griff wur­de am 10. Okto­ber 1943 von einer fehl­ge­lei­te­ten Bom­ber­grup­pe der US Air For­ce geflo­gen, deren eigent­li­ches Ziel Müns­ter war. Die größ­ten Zer­stö­run­gen erlitt die Stadt in der End­pha­se des Krie­ges vom 21. bis 24. März 1945. Allein am 21. März 1945 wur­den rund 10.000 Spreng- und 49.000 Brand­bom­ben bei anglo­ame­ri­ka­ni­schen Angrif­fen über Coes­feld abge­wor­fen und ver­wan­del­ten die Innen­stadt in eine Rui­nen­land­schaft. Am Kar­frei­tag, 30. März 1945, wur­de Coes­feld von den vor­rü­cken­den eng­lisch-ame­ri­ka­ni­schen Trup­pen unter Feld­mar­schall Ber­nard Mont­go­me­ry ohne grö­ße­re Gegen­wehr ein­ge­nom­men, nach­dem die­se Ver­bän­de erst weni­ge Tage zuvor am 23. März 1945 im Rah­men der Ope­ra­ti­on Plun­der den Rhein zwi­schen Emme­rich und Wesel über­quert hat­ten.

Im Jahr 1997 fei­er­te Coes­feld das 800-jäh­ri­ge Bestehen der Stadt.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Stadt­zen­trum Coes­felds; von Gün­ter Seg­ge­bäingCC BY-SA 3.0

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