Online-OFB „Baccum“ am 18.05.2020 aktualisiert

Kindergarten St. Antonius Lingen-Baccum, im Hintergrund die katholische Kirche
Kindergarten St. Antonius Lingen-Baccum, im Hintergrund die katholische Kirche; von Tomas Pusch; CC BY-SA 4.0

Das Online-OFB „Bac­cum“ wur­de am 18. Mai. 2020 aktua­li­siert. Der­zeit sind 9.479 Per­so­nen vor­han­den, die in 3.757 Fami­li­en geglie­dert sind. 697 Per­so­nen­ein­trä­ge wur­den seit dem 21.03.2017 aktua­li­siert.

Die Ort­schaft Bac­cum liegt im Süden des Land­krei­ses Ems­land, öst­lich von Lin­gen auf einer Höhe von 40 m ü. NN. Der Ort war frü­her eine Gemein­de und gehört heu­te zur Stadt Lin­gen (Ems) in Nie­der­sach­sen. Dem ehe­ma­li­gen Kirch­dorf Bac­cum waren die Gemein­den und Bau­er­schaf­ten Ram­sel und Mün­nig­bü­ren zuge­ord­net: Alle drei bil­de­ten zusam­men auf einer Grund­flä­che von 23 km² die Kir­chen- und Schul­ge­mein­de Bac­cum.

Der Bear­bei­ter des Online-OFB ist Ste­fan Hil­ling aus Lin­gen. Er hat unter ande­rem das Online-OFB „Mes­sin­gen“ und das Online-OFB „Wahn“. Das zugrun­de lie­gen­de Kirch­spiel Bac­cum umfasst neben Bac­cum auch die Nach­bar­dör­fer Ram­sel und Mün­nig­bü­ren.

In Bac­cum herrsch­ten zu dama­li­ger Zeit zwei christ­lich Glau­bens­rich­tun­gen: Römisch-katho­lisch und evan­ge­lisch-refor­miert. Das Kirch­spiel Bac­cum war das kleins­te Kirch­spiel in der ehe­ma­li­gen Graf­schaft Lin­gen. Durch die wech­seln­de Lan­des­ho­heit die­ser Graf­schaft war der katho­li­sche Glau­be zunächst ver­bo­ten, wur­de aber spä­ter zumin­dest gedul­det. Da das Kirch­spiel Bac­cum aber nahe an das Hoch­stift Müns­ter grenz­te, wur­de der katho­li­sche Glau­be zeit­wei­se auf dem Gebiet des Hoch­stif­tes Müns­ter aus­ge­übt. Auf die­ser Wei­se war es mög­li­che gewe­sen, dass der größ­te Teil der Bevöl­ke­rung von Bac­cum katho­li­schen Glau­bens blei­ben konn­te, wäh­rend der ande­re Teil evan­ge­lisch-refor­miert war.

Für das Online-OFB Bac­cum ste­hen ins­ge­samt fol­gen­de Quel­len zur Ver­fü­gung:

  • r. k. Bac­cum
    • Gebur­ten ab 1695
      Lücken: 1727 – 1734, 1748 – 1749, Feb. 1766-Nov. 1778
    • Hei­ra­ten ab 1685
      Lücken: 1726 – 1734, 1766-Nov. 1778, 1786
    • Ster­be­fäl­le ab 1693
      Lücken: 1727-Dec. 1738, 1767-Dec. 1778
  • ev.-ref. Bac­cum
    • Gebur­ten ab 1627
      Lücken: Som­mer 1648-Som­mer 1656, Som­mer 1664-März 1678
    • Hei­ra­ten ab 1625
      Lücken: August 1648 – 1657, Mai 1664-März 1678
    • Ster­be­fäl­le ab 1625
      Lücken: Som­mer 1647-Som­mer 1655, Mai 1664 – 1677

Geschichtliches (Auszug aus Wikipedia)

Die Her­kunft des Namens Bac­cum (alt: Bam­mun, spä­ter Backamen) ist nicht mit Sicher­heit nach­weis­bar. Der Orts­na­me taucht erst­mals im 11. Jahr­hun­dert in einem Hebe­re­gis­ter des Klos­ters Cor­vey auf. Ety­mo­lo­gisch könn­te der ers­te Wort­stamm Ba bzw. Back (wie Bach) „ein klei­nes flie­ßen­des Was­ser“ bedeu­ten. Der zwei­te Wort­stamm mun bzw. men wäre dem Ober­be­griff „Schutz“ zuzu­ord­nen, der auf Behau­sun­gen (Woh­nun­gen) hin­weist. Die ursprüng­li­che Bedeu­tung des Orts­na­mens wäre dem­nach: Behau­sun­gen (Häu­ser) an einer klei­nen Was­ser­stel­le. Jüngs­te Aus­gra­bun­gen bestä­ti­gen die­se Dar­stel­lung. Eine Bezie­hung des alten Orts­na­mens zu der Ört­lich­keit besteht ohne Zwei­fel. Ände­run­gen in Spra­che und Schrift fan­den auch in Orts­na­men ihren Nie­der­schlag: Vom 7. bis 11. Jahr­hun­dert war die alt­hoch­deut­sche Spra­che vor­herr­schend, vom 12. bis 15. Jahr­hun­dert die mit­tel­hoch­deut­sche, auch nie­der­län­di­scher Ein­fluss ist nach­weis­bar. Des­halb fan­den in der Fol­ge­zeit auch diver­se Namens­än­de­run­gen statt: Im Jahr 1160 fin­det man den Namen Bacheim, gespro­chen wohl Bac-heim, 1260 Backem, um 1900 Backum und heu­te Bac­cum.

Den Orts­na­men Mün­nig­bü­ren fin­det man erst­mals im 11. Jahr­hun­dert als Mun­di­bu­ri im Hebe­re­gis­ter des Klos­ters Cor­vey. Lud­wig Schrie­ver weist Mun­di­bu­ri und Mun­dig­bu­ren im Jah­re 1160 nach. Der Wort­stamm Mund dürf­te auch als Schutz bzw. behü­ten zu ver­ste­hen sein, man fin­det ihn auch bei Vor­mund. Buri bzw. bur lässt sich auf Bau­er (Land­mann) zurück­füh­ren. Noch im Mit­tel­al­ter war die umgangs­sprach­li­che Bezeich­nung für „den Acker pflü­gen“, den Acker bau­en, Acker­land bezeich­ne­te man als Bau­land.

Ram­sel (alt Rames­loh) wird erst­mals im Jahr 1350 erwähnt. Hier fin­den sich eben­falls zwei Wort­stäm­me: Ram und loh. Ers­te­rer dürf­te als Wid­der (Schaf­bock) zu ver­ste­hen sein. Loh ist ein Aus­druck für eine mit lich­tem Holz bewach­se­ne Flä­che mit Unter­wuchs (Hei­de oder Gras). Die Bezeich­nung für Rames­loh wäre dem­nach Schaf­wei­de.

Ansied­lun­gen muss es im heu­ti­gen Bac­cum bereits in der Jung­stein­zeit gege­ben haben. Dafür spre­chen die von den Leu­ten der Trich­ter­be­cher-Kul­tur errich­te­ten Großstein­grä­ber. An den Abhän­gen des End­mo­rä­nen­wal­les Bac­cu­mer Berg befan­den sich sie­ben sol­cher Monu­men­te. Die Anzahl der Grä­ber und deren Ver­tei­lung las­sen dar­auf schlie­ßen, dass alle drei Orts­tei­le schon in der Zeit um 4000 bis 2000 v. Chr. besie­delt waren. Jede Sip­pe hat­te wohl ihr eige­nes Stein­grab. Die Bestat­tungs­form war die Ganz­kör­per-Bestat­tung. Wei­te­re Zeu­gen die­ser längst ver­gan­ge­nen Zeit, sind diver­se Scha­ber, Klin­gen, Pfeil­spit­zen etc., die der Hob­by­ar­chäo­lo­ge Albert Jackisch auf den Fel­dern an den Hän­gen des Bac­cu­mer Ber­ges auf­le­sen konn­te. Alle Gegen­stän­de wur­den aus Flint- bzw. Feu­er­stei­nen ange­fer­tigt.

Die stän­di­ge Zunah­me der Bevöl­ke­rung etwa ab dem 3. Jahr­tau­send v. Chr., erfor­der­te zum Teil grund­le­gen­de wirt­schaft­li­che und kul­tu­rel­le Ver­än­de­run­gen: Jagd, Fisch­fang und Sam­meln tra­ten zuneh­mend in den Hin­ter­grund. Land- und Vieh­wirt­schaft domi­nier­ten mehr und mehr. Die­se Ent­wick­lung erfor­der­te auch ein Umden­ken in der Toten-Bestat­tung. Man ver­zich­te­te all­mäh­lich auf die Stein­set­zun­gen und bestat­te­te die Toten unter Erd­hü­geln. Weil die über­nom­me­nen Vor­stel­lun­gen und Bräu­che bei den Men­schen wei­ter­leb­ten, über­trug man die Abmes­sun­gen der Stein­grä­ber auch auf die Grab­hü­gel. Die Bestat­tungs­form blieb zunächst die Ganz­kör­per-Bestat­tung. Urnen­fun­de aus der Zeit um 2000 v. Chr. im Bereich des Bac­cu­mer Ber­ges, wei­sen dann in den mäch­ti­gen Erd­hü­geln ers­te Brand-Bestat­tun­gen nach.

Ört­li­che Fun­de bei Bac­cum aus der Zeit um etwa 500 v. Chr bis 200 v. Chr. zei­gen, dass die dama­li­gen Behau­sun­gen in West-Ost-Rich­tung gebaut und aus­ge­rich­tet waren. Etwa im 13. Jahr­hun­dert ent­wi­ckel­te sich in Bac­cum eine ande­re Sied­lungs­form. Es ent­stan­den die Eschrand­sied­lun­gen. Höfe sie­del­ten sich in unre­gel­mä­ßi­gen, grö­ße­ren Abstän­den am Ran­de des Esches an, eine für den Acker­bau geeig­ne­te ebe­ne Flä­che. Die stän­dig zuneh­men­de Bevöl­ke­rung brach­te ein wei­te­res Pro­blem mit sich: Bis­her hat­ten die so genann­ten Ruf­na­men aus­ge­reicht, um jede Per­son im Ort nament­lich zu iden­ti­fi­zie­ren. Die­ses war bald nicht mehr mög­lich. Des­halb gab man den Mit­glie­dern der ein­zel­nen Fami­li­en zusätz­lich einen gemein­sa­men zwei­ten Namen. Es ent­stan­den neben den Vor­na­men auch Nach­na­men, oder Fami­li­en­na­men.

Das Nie­der­las­sungs­ge­biet des deut­schen Vol­kes war nach uraltem Brauch in Gaue auf­ge­teilt. Der Gau, der in alter Zeit das Gebiet um Bac­cum umfass­te, war der Ven­ki­gau. Bac­cum, Ram­sel und Mün­nig­bü­ren waren zu der Zeit Bau­er­schaf­ten von Lin­gen. Bei grö­ße­rer Ver­meh­rung der Bevöl­ke­rung und zuneh­men­der Sess­haf­tig­keit wur­den Unter­ab­tei­lun­gen der Gaue gegrün­det, die man Mar­ken nann­te. Es ent­stand die Gemar­kung Bac­cum.

Die Ver­wal­tung und Nut­zung des als Mark bezeich­ne­ten Gemein­heits­grun­des, war zunächst genos­sen­schaft­lich gere­gelt. Der Lan­des­herr eig­ne­te sich bald ein Mit­spra­che­recht an, das er sich spä­ter als obers­ter und letzt­lich als allei­ni­ger Mar­ken­herr auf­wer­te­te. Mit der zuneh­men­den Besie­de­lung der Mark und Aus­wei­sung von Län­de­rei­en, zog der Lan­des­herr die Abga­ben von den ihm „eigen­hö­ri­gen Höfen“ ein. Damit schwand der Ein­fluss des Klos­ters Cor­vey in Bac­cum mehr und mehr. In der Mit­te des 16. Jahr­hun­derts hat­te das Klos­ter in Bac­cum kei­ne Besit­zun­gen mehr.

Bis zum Ende des 15. Jahr­hun­derts war Lin­gen ein Teck­len­bur­ger Amts­sitz. Mit des­sen Ende ver­schwand auch der Ven­ki­gau. Lin­gen und Umge­bung wur­den eine selb­stän­di­ge Graf­schaft, die zunächst eine Ein­heit bil­de­te, spä­ter aber in die Nie­der- und Ober­graf­schaft auf­ge­teilt wur­de. Das Kirch­spiel Bac­cum mit sei­nen Bau­er­schaf­ten gehör­te mit neun wei­te­ren Kirch­spie­len zur Nie­der­graf­schaft. Nach vie­len wech­seln­den Herr­schaf­ten gehör­te die Nie­der­graf­schaft Lin­gen ab 1866 zu Preu­ßen.

In den 1960er Jah­ren wur­de deut­lich, dass klei­ne Gemein­den nicht mehr in der Lage waren, die wach­sen­den Auf­ga­ben zu erfül­len. Die Gemein­den Bac­cum, Ram­sel und Mün­nig­bü­ren waren nur im schu­li­schen und kirch­li­chen Bereich zusam­men­ge­schlos­sen. Im Jah­re 1965 ver­such­te man durch die Grün­dung einer Samt­ge­mein­de die kom­mu­na­le Ent­wick­lung vor­an­zu­trei­ben. Der nächs­te Schritt, die Bil­dung einer Ein­heits­ge­mein­de, soll­te im Jah­re 1969 fol­gen. Die­se Bemü­hun­gen wur­den jedoch von der Lan­des­re­gie­rung abge­lehnt.

Danach konn­te nach vie­len Vor­ge­sprä­chen und Ver­hand­lun­gen am 16. Dezem­ber 1971 zwi­schen den drei Bac­cu­mer Gemein­den und der Stadt Lin­gen ein Grenz­än­de­rungs­ver­trag unter­zeich­net wer­den, der den Zusam­men­schluss Bac­cums mit der Stadt Lin­gen beinhal­te­te. Der Ver­trag wur­de am 1. März 1974 wirk­sam.

Bis zum Ende des Zwei­ten Welt­kriegs war die Bevöl­ke­rung in den Gemein­den Bac­cum, Ram­sel und Mün­nig­bü­ren fast aus­schließ­lich land­wirt­schaft­lich ori­en­tiert. Selbst Gast­stät­ten­in­ha­ber, Krä­mer, Küs­ter und Pas­to­ren betrie­ben neben­her noch eine Land­wirt­schaft.

Wei­ter­füh­ren­de Quel­len:

Für das Titel­bild wur­de ver­wen­det: Kin­der­gar­ten St. Anto­ni­us Lin­gen-Bac­cum, im Hin­ter­grund die katho­li­sche Kir­che; von Tho­mas Pusch; CC BY-SA 4.0

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Michael de Radobýl

Ahnenforscher seit 2010, Nachwuchsförderer seit 2014, Projektgründer seit 2015, Relauchner seit 2019, nobilis arbiter honorarius medium seit 2020.Die Spuren meiner Ahnen lassen sich über verschiedene Gebiete in Ost- und Westeuropa zurückverfolgen. Mütterlicherseits habe ich Vorfahren aus Sachsen, Hessen, Wittgenstein, Preußen, durch Zuwanderer aus der Schweiz und Südtirol, sowie aus dem Adel bis ins frühe 6. Jahrhundert in verschiedene Teilen Westeuropas. Väterlicherseits kommen meine Vorfahren aus Sachsen, Brandenburg und durch erste Hinweise auch aus Böhmen und dem sorbischen Bereich. Viele Ahnenzweige väterlicherseits sind allerdings noch unerforscht.

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